Die MA ist da!


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homer

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@Makeitso:

Jetzt wirds auch mal fachlich interessant.
Find ich toll!

Aber:
Welches sollen denn die Fehler der MA sein?
Wieso werden kleine Sender benachteiligt?

ICh sehe das durchaus etwas anders!
 

Zonendödel

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Glückwunsch an Radio Eins, neben Hundert,6 und dem kleinen Jazz Radio einer der Hauptgewinner in Berlin-Brandenburg. Hier zeigt sich, daß Qualität vom Hörer durchaus anerkannt wird. Noch dazu hat der Sender mit 40% Anteil an Topverdienern ein außerordentlich gesundes Publikum.
 

Jannemann

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Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast! :)

<small>[ 05-03-2003, 15:16: Beitrag editiert von Jannemann ]</small>
 

NewMan

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Radiofan: Für Bayern gilt die MA nicht sondern die FA und die kommt im Juni - dann hast Du auch Nürnberg & Fürth
 

dudelhuber

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Zur Methodik der MA: Die Telefonbefragung ist ja nicht zufällig, sondern nach Random-Verfahren geleitet. Das bedeutet, dass nach repräsentativen Methoden alle Altersgruppen drin sind. (Die Institute rufen an und befragen nicht den, der am Telefon ist sondern fragen nach einer bestimmten Person im Haushalt, z.B. dem Jüngsten, Ältesten usw. bis sie die richtige Mischung zusammen haben.)

Ich will ja die MA nicht verteidigen, aber so simpel sind die Fehler doch nicht. Das Problem liegt eher da drin, dass nicht tatsächliches Hören gemessen wird, sondern das Hörverhalten des Vortages, an das sich der Befragte erinnert. (Deshalb auch so oft Station-ID's im Radio und Claims, damit es noch am nächsten Tag auf der Festplatte ist!) Mit dieser Methode wird Zapping kaum gemessen. Andere Verfahren legen deshalb nahe, dass im Radio viel mehr gezappt wird, als die MA es mißt.
Aber: Es gibt noch kein besseres Verfahren, weil Radiohören eine viel mobilere Tätigkeit ist als Fernsehen. Beim TV kannst du das tatsächliche Sehverhalten mit einer Box am Fernsehen messen, beim Radio brauchst du pro Haushalt fünf Boxen (im Auto, im Bad, in der Küche, bei der Arbeit, im Walkman usw.) Es werden zur Zeit Verfahren für die mobile Messung entwickelt und erprobt (z.B. Radiowatch, Radiometer usw.) die sind aber längst nicht marktreif und haben andere Probleme.

Kleine Sender in NRW und Bayern sind nicht benachteiligt, weil es dort ja die FAB und die EMA gibt, die in diesen Gebieten mit viel höheren Fallzahlen arbeiten. Auch in Hamburg und Berlin wird die Fallzahl durch Initiativen der Sender (die zahlen dafür) in der MA deutlich aufgestockt, um genauere Ergebnisse zu kriegen.

Insofern ist die MA noch das kleinste Übel und tatsächlich gilt: Programming ist nur über die eigene Marktforschung sinnvoll.
 

Makeitso

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Dudelhuber:

Mag ja sein, daß bei dem Angerufenen nach dem Haushaltsältesten oder -jüngsten gefragt wird. Das ändert aber nichts daran, daß die Angerufenen Nummern völlig zufällig ausgesucht werden, ohne dabei Wohnbezirk, Ausbildung, Einkommen und ähnliche, für einigermaßen repräsentative Demoskopie notwendige Daten zu berücksichtigen. Daß nicht gleich der Erstbeste befragt wird, der ans Telefon geht, verfeinert diese Grobauswahl vielleicht hinsichtlich der Alterssruktur, aber das war's denn auch.

Im übrigen war ich zufällig mal dabei, als jemand angerufen wurde, und da war nix mit Feinheiten, da hieß es schlicht "welche Sender haben sie gestern gehört" und aus.

homer:

Die Benachteiligung der kleinen Sender ergibt sich aus der Befragung und der immer noch geringen Zahl von Befragten. In Berlin werden, glaube ich, rund 3.000 Leute befragt, das heißt bei 3 1/2 Millionen Menschen, daß jedes abgegebene Votum dem genannten Sender mehr als 1.000 Hörer in der Statistik bringt.

Nun ist es aber durchaus nicht unmöglich, daß von diesen 3.000, zumal sie, wie eben ausgeführt, nicht bewußt unter demoskopischen Gesichtspunkten, sondern at random ausgewählt werden, zum Beispiel keiner ist, der, um eine Hausnummer zu nennen, Jazzradio hört. Das heißt dann: Null Hörer in der Statistik, Pech gehabt. Hingegen finden sich unter dreitausend Leutchen immer einige, die z.B. RTL hören oder r.s.2, so daß die ihre Zahlen quasi garantiert haben. Ich kenne zum Beispiel haufenweise Leute, die das F.A.Z. Businessradio gehört haben, aber die waren nie ausgewiesen. Und Radio eins müßte, wenn ich meinen Bekanntenkreis hochrechne, auch wesentlich mehr Hörer haben.

Abhilfe wäre nur möglich, wenn man die Befragung nach streng demoskopischen Gesichtspunkten durchführen würde, wie es bei politischen Umfragen auch geschieht. Möglich wäre das ohne weiteres, aber auch wesentlich teurer. Warum aber sollten die großen Sender als Hauptgeldgeber der MA, die zumal von der jetzigen Erhebungsmethode profitieren, mehr Geld investieren, um für sie schlechtere Ergebnisse zu bekommen?

Jannemann:

Daß ÖRs und Private die Arbeit der MA respektieren, sagt nichts. Es gibt schließlich reichlich große Private, die in den Verbänden zudem das Wort führen. Frag mal nen Geschäftsführer eines kleinen Privatsenders, dann bekommst Du, allerdings meistens unter Drei, ganz andere Auskünfte.
 

Steinberg

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in vielen Presseberichten ist von den "erfolgreichsten zehn Sendern" die Rede. hat jemand diese Top-Ten-LIste parat oder muß ich selber mit dem Rechenschieber ran?
 

Floh

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@ Steinberg

Nein, du musst nicht mit dem Rechenschieber ran:
<a href="http://www.kress.de/tglkress/" target="_blank">www.kress.de/tglkress/</a>
 

Jannemann

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@Makeitso:
Das ist mein Reden.
Ich kann nicht wirklich glauben, daß HR XXl erst vor einem Jahr seine Hörerzahl verdoppelt, dann halbiert und jetzt wieder so hoch schießt.
Mit hoch meine ich natürlich die Prozentzahl, die Zahl der absoluten Hörer bleibt ja doch noch verhältnismäßig niedrig...das könnte noch besser werden...aber..das ist n anderes Thema.
Wie auch immer...
vielleicht bin ich auch zu blöd für diese MA-Formel...aber ich komme da auf keinen sinnvollen Nenner.
 
Wisst Ihr, was mich hier nervt? Dass immer auf den Guten rumgehackt wird, und das ohne Hintergrundkenntnisse. Beispiel: John Mönninghoff und Coleman. Verlierer??? Oh nein! Radio Hamburg verloren? Falsch!!!! Da insgesamt in Hamburg weniger Radio gehört wird, oder Hörer einfach verschwunden sind, sehen die MArktanteile so aus, dass Radio Hamburg gewonnen hat. Das ist Fakt! Weiterer Coleman- Mönnighoff Kunde: RPR. Gewonnen. Und noch einer: Salü! So gute Zahlen hatten die noch nie. Und Sunshine live. Seit der Sender von John Mönninghoff betreut wird, geht es stetig bergauf und das ganz ohne den besten Mix. Da ich mich nicht auf dieses Niveau begeben möchte, werde ich nicht auf anderen Beratern rumhacken, deren Stationen verloren haben. zumal ich die Hintergründe nicht kenne.
Ohne die Strategie von Sendern zu kennen, über deren Zahlen zu urteilen, zeugt von wenig Hintergrundwissen. Sorry! Wenn ein Sender sich z.B. im älteren Segment verteidigen muss, verliert er fast automatisch im jüngeren, und umgekehrt. Das dazu. Die Liste von Argumenten könnte ich endlos fortsetzen.

Und wer schon mal das Vergnügen gehabt hat, mit John Mönninghoff über Radio im allgemeinen und besonderen zu reden, wird feststellen - wenn er sich logischen, nachvollziehbaren Argumenten nicht verschließt - das es ganz wenige MEnschen in Deutschland bzw. Europa gibt, die ein derart fundiertes Wissen haben. Und auf alles eine schlüssige Antwort haben.

und wer die Ehre hat, mit Coleman zu arbeiten und die MEthoden anderer Unternehmen ebenfalls kennt, wird feststellen, dass die Tools und die Art der Studien einzigartig und einzigartig gut sind. Und wer sich auch noch an die Empfehlungen von John Mönninghoff und Coleman hält, wird zudem noch mit Erfolg belohnt.

Ich hatte jahrelang das Vergnügen, mit ihm arbeiten zu dürfen und habe von niemandem so viel gelernt wie von ihm. Ebenfalls übere Jahr habe ich interessehalber Stationen in ganz Europa verfolgt, die von John Mönninghoff beraten wurden und ob ihr es glauben wollt oder nicht: diejenigen, die sich an die Empfehlungen gehalten und diese vernünftig und professionell umgesetzt haben, wurden alle mit Erfolg belohnt!

By the way: ich stehe nicht auf John Mönnighoffs Gehaltsliste!
 

nordfunk

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Die Hintergründe zur Datenerhebung waren sehr interessant und deshalb kann ich den Worten meines Vorredners keinen Glauben schenken. Klingt für mich nach: "Noch n Schluck und noch n Schluck, dann seh ich die Zahlen doppelt." Die MA ist ne echt fragwürdige Sache, besonders witzig fand ich, dass es in MeckPom gigantische Hörerschwankungen in einer Stunde geben soll. Meckelbörger und Pommern schalten nicht so fix um und die Verluste passieren zu den unmöglichsten Zeiten (weder Mittagspausen noch klassische Einbruchszeiten). Der Radiomarkt hier im Nordosten ist sehr klein, da fallen solche Verwerfungen schnell auf.
 

berlinreporter

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Ja Mensch Küstenguru - da ist doch Deine neue Jobchance: Du entwickelst ein neues Befragungssystem, das besser und gleichzeitig kostengünstiger ist und schon kannst Du Dich vor Aufträgen nicht retten.

Ich kanns leider nicht - obwohl ich die MA mit all ihren Unausgewogenheiten auch nicht mag. Aber da alle Menschen, die mit und von diesen Zahlen leben, auch nicht perfekt sind und keinen Guru-Status haben, brauchen sie eine Orientierungslinie.
 

Steinberg

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ich versteh auch nicht, warum andauernd auf den Erhebungsmethoden rumgehackt werden muß. Es ist halt so, es kann bestimmt acuh anders sein. Aber im Grunde sollten wir alle froh sein, daß unser MEßinstrument alle halbe Jahre mal daherkommt, dann geweint wird oder die Korken knallen und dann alle wieder ihrer Arbeit nachgehen können. Schaut doch nur die armen Tropfe vom Fernsehen. Da kann von mir aus der ein oder andere halbe Prozentpunkt nicht allzu exakt sein - die Tendenz stimmt doch und wir haben alle weniger MAgengeschwüre.
Darauf erst mal nen Sektchen.
Prosit
 

RadioSuleyman

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@großstädter
du kannst obskure zahlen herauspicken wie du willst, nur die hörerzahlen bestimmen die werbepreise - und sie sind runtergegangen (übrigens ein ununterbrochener trend, seit dem pd becker das sagen hat - ist das das beispiel dafür, was passiert, wenn man mönnis vorschläge ungefiltert durchsetzt?).
 

wilde sau

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@ Großstädter:

A.) Bei RadioSalü mag das ja noch funktionieren, da die Hörer im Saarland noch nich gemerkt haben, wie sie eigentlich verarscht werden. Warten wir es mal ab!

B.) RPR! Toll 2,5% Seit dort ein N.Schneider das Sagen hat, geht es auch bergab, weil er wie meine Vorredner schon sagte, die Vorgaben von Mönninghoff einfach umsetzt, egal wie! Möge man von Frigge halten was er will, aber schlußendlich hat er entschieden, was läuft und was nicht. Dies hat man auch an den Zahlen gesehen.

C.) Sunshine Live
Mönninghoff ist dort seit über einem Jahr nicht mehr, weil er das Handtuch geworfen hat. Begründung: Er kennt sich mit dieser Musik nicht aus, seitdem macht die Musikredaktion mit der gesamten Redaktion das Programm (so wie es eigentlich auch sein sollte). Bei solch einem Sender müssen Leute arbeiten, die am Puls der Zeit sitzen und wissen, was in den Clubs etc. abgeht und nicht ein Mönninghoff, der nicht mal den Unterschied zwischen Trance & Hardtrance kennt.

Wenn dieser Mönninghoff der Radiogott ist, der meint alle Sendungen die zulegen absetzen zu müssen, warum gewinnt dann z.B. HR 1 mit abendlichen Spezialsendungen, wie auch SSL jeden Abend hat?

Toll, wenn ich 10 Sender berate und in der MA dann 8 durch meine verzapfte Super/Mega/Dildohits abkacken und ich immer noch behaupte, ich wäre auf dem richtigen Wege, dann sollte ich mal meine Scheuklappen absetzen!

Aber lieber Großstädter, bleib ruhig in deinem Mönninghoffwahn! Auch du wirst aufwachen!

<small>[ 07-03-2003, 10:27: Beitrag editiert von wilde sau ]</small>
 

mic

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Hallo hallo,

wer der MA glauben schenkt:
Habt Ihr schon mal von Varianz, Streuung und Konfidenzintervallen gehört?
Man sollte die MA-Macher mal danach fragen...
Dann sieht man, das die ganze Hochrechnerei von Stichprobenbefragungen ziemlich ..ähem... gewagt ist. Von Wellengewichtung ganz zu schweigen. Das grenzt nämlich an Betrug.
Gruss, mic
 

OWLer

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@Grossstädter

Also das du nicht auf Mönnis Gehaltsliste stehts kann ich mir eigentlich nicht so recht vorstellen - naja vielleicht täusch ich mich ja auch. Und was dein Hamburg Beispiel angeht: Bei der MA ist es eben leider noch nicht so (auch wenn viele Sender das gerne hätten) das man der Werbewirtschaft Sand in die Augen streuen kann. Es zählt eben keine tolle Marktführerschaft in der Zielgruppe der 18 3/4 bis 23 1/2 Jährigen mit blonden Locken und grünen Augen sondern die absoluten Zahlen. Und wenn ein Sender über 5 Prozent verliert dann sind die Hörer weg. wenn der Sender so ein tolles Programm machen würde wie du sagst dann würden die Hörer nicht einfach irgendwo im Nirvana verschwinden sondern ihren Lieblingssender länger hören. Abschalten tu ich auf jeden Fall nur wenn ich von etwas die schnauze voll habe und nicht wenn ich es gut finde.

Und by the way: Ich habe Mönni auch schon persönlich kennengelernt und halten ihn für extrem unfähig - meine Meinung!

<small>[ 07-03-2003, 11:57: Beitrag editiert von OWLer ]</small>
 

Rob Green

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hehe mic dein wort in gottes ohr :)

aba immerhin im vergleich zu anderen ländern (england / holland) ist die MA recht represäntiv.

glaubt nur die trends und keine einzelnen std. sonst heult ihr umsonst rum.
 

der beobachter

Benutzer
Sehr schöne Diskussion, was die MA-Zahlen so alles hergeben und was nicht. Leider ist das wohl nicht sehr entscheidend. Die Werbewirtschaft will die aktuellen Zahlen sehen und entscheidet dann, ob sie investiert oder nicht. Da können wir hier lange diskutieren, ob die Zahlen repräsentativ sind oder nicht. Die Werbewirtschaft rechnet eben in der Währung "MA". Insofern müssen wir die Zahlen zur Kenntnis nehmen und fertig. Alles weitere klärt ohnehin nur der eigene Research des Senders, was bei kleinen Lokalstationen schwer genug ist, wenn überhaupt möglich.
Und was Mönninghoff angeht: Ich habe ihn auf einem Seminar kennengelernt. Gut reden kann er, etwas verkaufen auch. Ziemlich genial sogar, wenn man ihm allzu sehr an den Lippen hängt. Wenn man mitdenkt und sich von ihm nicht einlullen lässt, merkt man aber leider schnell, dass er die Phrasendrescherei draufhat und der Inhalt ein wenig zu kurz kommt. Auf Rückfragen hat er jedenfalls kaum geantwortet, ist nur ausgewichen, bis man sich genervt abgewandt hat.
Aber das ist vielleicht das Wesentliche: ob ich ihm (oder irgendeinem anderen Berater) glaube oder nicht, ist doch meine Sache. Wer schlecht berät, ist ein Depp. Wer sich von einem schlechten Berater schlecht beraten lässt, ist selbst schuld. Aber offenbar ist Mönninghoff noch nicht schlecht genug, sind die anderen Berater auf dem Markt noch schlechter oder die PDs und GFs sind zu blöd. Liegt das an Mönninghoff?
 

Tom2000

Gesperrter Benutzer
Also dieser Herr Mönninghoff rät den Sendern, die Playlist möglichst klein zu halten?
Wieviel dürfen denn danach gleichzeitig rotieren? Wie oft werden wieviel der in der Rotation befindlichen Titel (%) ausgetauscht? Wieviel spielbare Titel umfasst das Gesamt-Archiv nach Mönninghoff?
 
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