Die richtige Mikrofonansprache - wirklich?

Ich weiß, wer billig kauft... müssen wir nicht diskutieren.

Nun ist mir aber bei einem Radiokollegen der Klang des USB-Mikrofons untenrum bass-hallig aufgefallen. Ich bat ihn daraufhin, mir Fotos seines Sendeplatzes zuzusenden.
Schnelle Analyse: Er spricht das Mikrofon falsch an. 90° versetzt zur Membran, die in Wirklichkeit zur Tischplatte zeigt. Klingt doof, aber das Foto war eindeutig.
Wäre im übrigen in der Geschichte der radioforen nicht das erste falsch angesprochene Mikrofon im Webradiobereich.

Na ja, jedenfalls dachte ich das.

Dann ist es mir doch noch gelungen, anhand des Fotos das Modell zu identifizieren.
Auf der Herstellerseite sehe ich dann Produktbilder. Ab dem Moment war der Kollege entschuldigt: Die Platzierung des Popschutzes ist unmissverständlich. Er hat es richtig aufgebaut.


Das muss mir jetzt mal jemand erklären.
Klar, zu dem Preis kommt nichts vernünftiges dabei 'rum, da sind wir uns einig. Aber wenn so ein Mikrofon mit dem Aufbau und der Ausrichtung dem Webradiomoderator vorgaukelt "Des g'hört so!"™, dann schwant mir übles.

Bitte helft mir mal, das zu verstehen.
Vielen Dank.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gut, dass dieses Thema einmal angesprochen wird. Geradezu schauderhaft finde ich zum Beispiel den Fernsehton bei Verwendung von Lavaliermikrofonen, die irgendwo angesteckt wurden und dann die Resonanz des Brustkorbes und so weiter derart mit übertragen, dass es einen schon graust. Beispiel: "Leschs Kosmos". Oder bei einer Vielzahl von Live-Aufnahmen. Nicht nur kaum Konsonanten zu verstehen, weil Mikrofon durch Kleidungsstücke ganz oder teilweise verdeckt sind, nein ein undefinierbares Gebrummel und Atemgeräusche. Interessanterweise geht es bei Otto bulletproof sogar im tiefsten afrikanischen Busch doch auch mit Liveaufnahmen in guter Qualität. Dann noch die miserable Abmischung zwischen O-Ton, Musik, Originalsprecher und Übersetzung mit zu stark eingestelltem "Attack" bei Gate. Besonders negativ aufgefallenes Beispiel: NTV.
 
Vor längerer Zeit habe ich mir einige der Oktava-Mikrofone kommen lassen und teste die MK012 durch und das MK 219.

Letzteres hat intern auch einen blechernen Hall, da keine Abschirmung zur Kapsel verbaut wurde und die Schallwelle(n) nachmals als Diffusschall zur Kapsel zurückläuft - übel.

Vom Vertrieb habe ich nach meinem Verbesserungsvorschlag keine Resonanz erhalten...


Das MK012 funktioniert, haut mich klanglich aber nicht vom Stuhl, das können andere Produkte billiger und auch viele Fakes sind aus Chinesien über dem Umweg Trumpland unterwegs - deren Enten schmecken vorzüglich, aber Mikrofonbau haben 'se nicht drauf.

Bessere Erfahrungen machte ich mit den Thomännern (T-Bone) SC 1100 und dem Röhrenmic SCT 700 und SCT 2000.

Ein sehr angenehmer warmer Klang überaschte mich und erinnerte mich an des TLM 170 oder mein altes M269.

Nachteil:

Die Teile mögen keine hohen Amplituden und im Netz gibt es Baupläne mit Teilen, die es gegen bessere auszutauschen gilt - allen voran die billigen Kondensatoren, danach halten die und klingen lange!

Die anderen ostereierfarbenen im "Trabbi-Lack" taugen nichts und mögen Karaoke-Fans beglücken, meine Referenz sind die Produkte aus Berlin, an denen sich diese Neuvorstellungen messen lassen sollten.

Jeder sollte es mit sich selbst ausmachen, ob er ein U87Ai nutzt und sich bezahlen lässt, oder auf Alternativen umsteigt - die meisten Hörer der Produktion hören eh keinen Unterschied....

R.
 
Bessere Erfahrungen machte ich mit den Thomännern (T-Bone) SC 1100 und dem Röhrenmic SCT 700 und SCT 2000.
Dürften mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch aus chinesischer Fertigung stammen, zumindest garantiert das SC 1100.

In China wird die Qualität gefertigt, die der Kunde bestellt, hängt von der Gewinnmarge ab.

Da bin ich aber weitgehend raus, wir hatten mal Testläufe diverser Rode gegen sehr, sehr abgehangene Neumänner, die seit 50 Jahren im Bestand sind. Nur soviel: die Rode sind nicht schlecht, aber die alten Neumänner konnten es noch immer, trotz Alterung.

Kommt auf die Produktion an… mache ich Wort, bei dem eine ganze Armada an Processing hinterher kommt (erst in der DAW, dann auf dem Sendeweg), wird am Ende kein hörbarer Unterschied zwischen einem brauchbaren, günstigen Mikrofon und einem High-End-Mikrofon liegen, wobei beim günstigen ggf. mehr nachbearbeitet werden muss.

Nehme ich Instrumente für Musikproduktionen - Beispiel Kammermusik in einem nahezu perfekten Raum - ab, macht es einen deutlichen Unterschied.
 
Die Rode habe ich mal bei einem Freund getestet, sind aber schach im Tieftonbereich - Sprache geht.

Bei einem Mikrofontest hört man tatsächlich kaum Unterschiede, wenn ein nur Standard-Vorverstärker benutzt wird, da sollte es schon "etwas besseres" sein wie ein V476, V676 aus der Broadcast-Szene.

Auch der Billigbereich (z.B. Behringer VX2496) ist brauchbar, ihm geht aber rasch die Räumlichkeit per Shit, wenn man sich vom Mikro entfernt, die aber beim o.g. Vorstufen bis auf mehrere Metern erhalten bleibt.

Auch ich habe die Dinger aus Berlin sehr schätzen gelernt, da es keine unangenehmen Überaschungen gibt, wenn man von einem Mic (mit Raute) auf ein anderes umsteigt, so auch viele Tonmeister das feststellten!

Sollte man jedoch versuchen, seine Tests über's Net zu versenden, hapert es (leider) daran, dass viele privat nur "Musikerkram" stehen haben, sogar noch unsymetrisch arbeiten und so kaum erforderliche Auflösungen und so die Files unterscheiden zu können und teilweise schon kastrierte Dateien online stellen - auf der Empfängerseite steht auch nur handelsübliches....

Beispiel:

ein Bekannter von mir baut u.a. baugleiche Car-HiFi Verstärker in 4 verschiedene Gehäuse und 6 unterschiedlichen Marken drauf, bekommt aber 5 unterschiedliche Bewertungen von den Hochglanz-Magazinen attestiert.

Was geht da ab, sind die taub, hapert es mit der Messtechnik oder hört das Auge mit??

Klar, die berühmten MKHs sind excellent, aber leider auch zu analythisch so, dass man das Reiben der Wäsche der Musiker hört, das Umblättern der Noten und Atmen einiger aus dem Ensemble.

Genau das war der Punkt mich auf die Berliner Teile zu konzentrieren, bei denen der Sound stimmig ist incl. dem Ergebnis.

Von meinen Röhrenmikrofonen habe ich mich getrennt, da ein Sammler mir ein zu gutes Angebot machte und Großmembranen leider altern, so Stephan Peus zu mir.
Nach 4000 Betriebsstunden lässt die Kapazität von (neu) 37pF nach, der Pegel lässt nach und das Rauschen steigt, aber dennoch wird eine Höllenkohle für verrostete Altteile aufgerufen, es könnte ja eine Geldanlage werden wie eine Nagra....

R.
 
Zurück
Oben