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Die Zukunft des rbb wird robi-genial

Doch noch einmal darauf zurückkommend:
War da nichtmal an zentraler Stelle vor paar Jahren was mit ca. 400.000 CDs, die danach nicht mehr waren? Ohne dass die auch nur ansatzweise alle als File vorliegen würden?
Der CD-Bestand der ZSK in Frankfurt und des BR in München ist "entsorgt" worden, richtig.
Was ich in #44 meinte, ist das, was MPN als "ARD-Archiv" bezeichnet, also eine rein digitale Ablage.
 
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„Tiefschlag“ ist relativ, eher ein neuer Name für bereits zwei vorhandene Abteilungen, die jetzt zusammengelegt wurden.
Solche „Kommunikationsabteilubgen“ sind in wie auch immer gearteten Unternehmungen ab einer gewissen Größe nichts besonderes.
Für mich ist ein Tiefschlag sowas wie ein Tritt in die E., aber klar, bei Rambo & Co. war Schmerz sowieso relativ.

Du hast mich überzeugt, da die bisherigen Leitungen der "zwei vorhandenen" Abteilungen ohne Cent vom Hof gejagt werden und jemand, der für Meta und SAP tätig war, in den untersten Gehaltsstufen startet, ist die Ersparnis gigantomanisch. Und ab "einer gewissen Größe" im ÖRR ist wissenschaftlich bewiesen, dass man aus dem eigenen Haus kein geeignetes Personal finden kann. Also legen wir uns wieder hin: hier ist "nichts besonderes" zu beobachten. Ach je, das stimmt für den rbb ja nun wirklich.
 

Also das finde ich nun wirklich schräg. Klar, für seine unmittelbare Verwandtschaft kann man erstmal nichts, aber dennoch hätte dem rbb doch klar sein müssen, dass das für bestimmte Kreise ein gefundenes Fressen sein wird. Hätte sich da wirklich niemand anderes gefunden?
 
Für mich ist ein Tiefschlag sowas wie ein Tritt in die E., aber klar, bei Rambo & Co. war Schmerz sowieso relativ.
Chuck Norris ist leider verstorben, irgendwer muss den Job ja jetzt machen.

Du hast mich überzeugt, da die bisherigen Leitungen der "zwei vorhandenen" Abteilungen ohne Cent vom Hof gejagt werden und jemand, der für Meta und SAP tätig war, in den untersten Gehaltsstufen startet, ist die Ersparnis gigantomanisch. Und ab "einer gewissen Größe" im ÖRR ist wissenschaftlich bewiesen, dass man aus dem eigenen Haus kein geeignetes Personal finden kann. Also legen wir uns wieder hin: hier ist "nichts besonderes" zu beobachten. Ach je, das stimmt für den rbb ja nun wirklich.
Ich bin ebenso unüberzeugt wie Du, allerdings ist das kein auf den rbb reduzierbarer, skandalträchtiger Vorgang; leider (persönliche Meinung) weitestgehend üblich, wo Gelder der öffentlichen Hand verwendet werden.
Kann und sollte man kritisieren, für einen exklusiven rbb-Tiefschlag halte ich es nicht.

Georg Heil, weiter oben erwähnt, war zuvor freier Journalist, u. A. wohl für Spiegel
TV und in den 2010er-Jahren für den WDR, da war sein Bruder Hubertus Heil zwar schon im SPD-Parteivorstand, aber noch kein Minister. Genauere Daten geben die öffentlich einsichtlichen Quellen, nach zugegebenermaßen sehr schnellen Recherche, nicht her.
Ein Geschmäckle kann sicher gut herbeigeredet werden, aber handfeste Indizien gibt es nicht.
Wäre aber auch schwierig, einem Menschen mit Qualifikation einen Job abzusprechen, bloß weil die Geschwister diesen oder jenen ausüben…
 
@Ralle_Köln Zu Herrn Heil hatte ich mich gar nicht geäußert (werde ich auch nicht) und das leicht abgenutzte Wort "Skandal" kam auch nicht vor. Aber du hast einen Punkt, dass eine Fokussierung nur auf den rbb der Sache nicht gerecht wird. Aber das haben sie sich eben selbst eingebrockt.
 
Wäre aber auch schwierig, einem Menschen mit Qualifikation einen Job abzusprechen, bloß weil die Geschwister diesen oder jenen ausüben…
Zumal man mit seinem Bruder auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Anders ist die Lage beispielsweise bei Christine Strobl - eine geistige Nähe ist bei einem CDU-Ehepartner naheliegend; sie ist ja davon ab auch selbst CDU-Mitglied.
 

Die rbb-Berichterstattung zur Besetzung neuer Führungspositionen verdient noch eine ergänzende Betrachtung (das Neue radioeins Medienmagazin ließ das Thema gestern völlig überraschend unbeachtet).

Die offizielle PM unterscheidet sich in einigen Punkten von dem Text, der auf rbb24 (in der Rubrik Panorama (!)) eingestellt wurde.

Ins Auge sticht der Passus:

"Noch eine Besonderheit: Fünf von sieben Positionen werden von Kolleginnen und Kollegen mit ostdeutscher Biografie übernommen."

Ich habe die PM mehrmals gelesen, vorher aber nichts gefunden, was als weitere "Besonderheit" erkennbar wäre. Dass man mal wieder zig neue Planstellen schafft, soll es vermutlich nicht sein?

Aber zum inhaltlichen: Man hält es also im Jahr 2026 für nachzählenswert, wer eine "ostdeutsche Biografie" hat. Erwartbar wird vergessen zu definieren, was darunter verstanden wird.

Nur im rbb24-Text wird ausdrücklich erwähnt, dass Jana Cebulla eine "gebürtige Ost-Berlinerin" sei. In der PM fehlt das. Zur Wiedervereinigung war sie 13 Jahre alt, das genügt dicke, sie mit einer "ostdeutsche Biografie" zu framen. Also haben vier Mitarbeiter das Glück, nicht öffentlich an den Ost-Pranger gestellt zu werden, intern ist die Botschaft aber ganz sicher angekommen.

Den Lesern von rbb24 wird stattdessen das zweite Zitat der Intendantin nur gekürzt geboten. Die Langfassung:

"Unser wichtigster Auftrag ist journalistische Qualität und relevantes Programm, dem müssen alle Strukturen dienen. Ob und wie das geht, wissen unsere Kolleginnen und Kollegen im Haus am besten. Ihr Beitrag wird entscheidend für die weiteren Schritte sein. Ein rbb-weites Projekt dazu ist bereits aufgesetzt, gelingen kann uns der umfassende Umbau nur gemeinsam."

Puhh, bei Holder und Guse neulich im Podcast reagierte Frau Demmer ziemlich eingeschnappt, als Su Holder ihre journalistische Tätigkeit beim SPIEGEL nicht ausreichend hochlobte.

Nun lässt sie sich mit einer solchen Aussage offiziell zitieren. Der "wichtigste Auftrag" sei also "journalistische Qualität und relevantes Programm". Also nicht sind und nicht wichtigste Aufträge! Da facepalmen schon mal sicher die Deutschlehrer der Intendantin sowie der rbb-Presse-Mitarbeiter. Was der rbb praktisch unter "journalistischer Qualität" versteht, kann man bspw. gerade daran ablesen, wie über die anstehenden Landratswahlen im Barnim und die Panketal-Bürgermeisterwahl berichtet wurde. Aber es wird ja noch besser: Sie relativiert das gleich wieder mit "ob das geht". Dafür kann sie selbst keine Hand ins Feuer legen, denn "am besten" wüssten das ihre "Kolleginnen und Kollegen im Haus". Und: ein Umbau würde "nur gemeinsam" gelingen. Also: nur. Nun, wenn man die "Gemeinsamkeit" der letzten Jahre im rbb zu Grunde legt, bedeutet der Satz wohl durch die Blume gesprochen, dass man eine Umsetzung nicht erwarten sollte.
 
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Zur Wiedervereinigung war sie 13 Jahre alt, das genügt dicke, sie mit einer "ostdeutsche Biografie" zu framen.
Frage: Ostdeutschland hörte 1990 schlagartig auf Ostdeutschland zu sein, nur weil die DDR der BRD angegliedert wurde? Oder wie soll man deine Einlassung sonst verstehen? Bayern bleiben immer Süddeutsche so wie Schleswig-Holsteiner immer Norddeutsche bleiben. Nur den Ostdeutschen willst du eine "ostdeutsche Biografie" absprechen, weil es ja nicht sein kann das jemand den größten Teil seines Lebens im Osten der Republik gelebt hat? Selbstverständlich ist es für einen solchen Job durchaus von Vorteil, wenn jemand die Gegebenheiten vor Ort und in der Region kennt, sprich eine ostdeutsche Biografie hat. Mit Mauerfall, DDR, Jahreszahlen und sonstigen Ereignissen vor inzwischen bald 40 Jahren hat das überhaupt nichts zu tun. Vielleicht sollten manche West-Sozialisierte endlich mal ihre in Teilen durchaus bewußt falsch gesetzten Framings überdenken. Zu diesem seit langem nervenden Spiel gehören nämlich beide Seiten, nicht nur die "Jammer-Ossis".
 
Was der rbb praktisch unter "journalistischer Qualität" versteht, kann man bspw. gerade daran ablesen, wie über die anstehenden Landratswahlen im Barnim und die Panketal-Bürgermeisterwahl berichtet wurde.
Es bleibt einem das Lachen im Halse stecken: Der Beitrag zur Uckermark-Wahl musste sogar mit zwei Korrekturhinweisen als zuerst fehlerhaft markiert werden. Und dass die Panketaler heute ein "Stadtoberhaupt" wählen, steht so immer noch groß in der rbb24-Überschrift.
 
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Man liest mit :-D

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Bayern bleiben immer Süddeutsche so wie Schleswig-Holsteiner immer Norddeutsche bleiben.
Wird dort dann auch in PM der jeweiligen ARD-Anstalt Wert darauf gelegt, dass eine bestimmte neu gewählte Führungskraft eine süddeutsche bzw. norddeutsche Biographie haben?

Die Frage ist ernstgemeint, weil ich das wirklich nie selbst verfolgt habe.

Eine regionale Zugehörigkeit hervorzuheben würde ich nur bei wesentlich enger gefassten Regionen und wenn es sich im Falle des Rundfunks um z.B. jemanden neues für die Lokalredaktion handelt. Wenn sie/er die Region, "Land und Leute" bestens kennt, ist das auf dieser Ebene sehr von Vorteil.

Auf mich wirkt das mit der "ostdeutschen Biographie" seit Jahren nur noch nervig, egal von welcher Seite es kommt. Ich habe dieses Einfordern einer bestimmten Herkunft nie selbst anderswo erlebt - nur im Osten. Es wirkt peinlich und zeigt mir, dass es eben keine wirkliche Wiedervereinigung gab. Hätte es diesen Prozess gegeben, würde nicht so auf diese Formulierung Wert gelegt im Osten.

Es ist hier im Falle des rbb aus meiner Sicht der Versuch einer Anbiederung an bestimmte Kreise, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vermutlich sowieso längst nicht mehr nutzen. Das geht also auch noch am Ziel vorbei.

Die "ostdeutschen Wurzeln" wurden in diesem Fall übrigens schon 2022 beim MDR strapaziert:


Eine Warnung an Gremien oder Institutionen, die die "ostdeutsche Biographie" hervorheben wollen, muss man inzwischen ja auch aussprechen: in anderen Landesteilen kann das inzwischen - und das kann ihnen niemand verübeln - eher als Warnung aufgefasst werden bzw. für die so Bezeichneten zur schweren Vorverurteilung reichen. Ich möchte z.B. möglichst nicht als jemand mit "ostdeutscher Biographie" erkannt werden, wenn ich irgendwo neue Leute kennenlerne. Mich belastet das Erklären, warum "wir so" seien und dass "nicht alle so" sind, ziemlich. Ich gehöre da nicht dazu, ich bin als gebürtiger Ostdeutscher definitiv nicht "ostdeutsch" genug, um als "ostdeutsch" zu gelten. Irgendwie so.

Die Personalie ist aber auch so interessant. Energy Berlin, Fritz, Radio SAW, BB Radio, 94,3 RS2, MDR Jump, MDR Sputnik (post-Markuse-Ära). Und jetzt Programmmanagement beim rbb.
 
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Ich habe dieses Einfordern einer bestimmten Herkunft nie selbst anderswo erlebt - nur im Osten. Es wirkt peinlich und zeigt mir, dass es eben keine wirkliche Wiedervereinigung gab. Hätte es diesen Prozess gegeben, würde nicht so auf diese Formulierung Wert gelegt im Osten.

Ich muss sagen, dass ich darauf auch keinen Wert lege, aber z. B. mein berufliches Umfeld nutzt den Begriff Ossi oder von drüben oder ihr aus dem Osten häufig , um einen wie auch immer gearteten Unterschied zu manifestieren. Gehe ich mit denen in den Dialog, was das denn immer bezwecken soll, folgt meist ein Augenrollen und dass man das doch nicht so ernst nehmen solle. Daraufhin entgegne ich meist: dann könnte man solche Bemerkungen ja auch gleich bleibenlassen. Es ist also im Grunde eine Unsicherheit der Leute, die diese Zuschreibung oft abwertend verwenden, um ja nicht selbst in Erklärungsnot zu kommen und unter Gleichgesinnten "also jenen, die denselben Blick auf die Lage haben" nicht zugeben zu müssen, dass die Bemerkung Mist ist.

Es wird halt gesagt, weil es schon immer so gemacht wurde. Und da sage ich dann immer: entwickelt euch mal weiter. Fachlich wie auch menschlich sind Menschen aus dem Westen auch nicht zwingend vorbildhaft. Aber deswegen werte ich "Wessis" nicht ab. Ich benutze den Begriff überhaupt nicht. Nur weil jemand aus dem Osten kommt, muss man sich ja auch nicht mit allen Klischees und Befindlichkeiten einverstanden erklären. Ich tus jedenfalls nicht. Aber auf Intoleranz trifft man ziemlich oft. Und auch im Osten gibt es Menschen die anderen gegenüber Befremdlichkeiten hegen und das ist auch nicht immer angenehm für die Betroffenen. Kurzum: ich bin weltoffen und für mich ist es absolut nebensächlich, woher jemand ist. Ich betrachte den Menschen, der vor mir steht und interpretiere und erwarte dorthinein nichts. Und somit brauche ich auch keine Herkunftsbetitelungen, weil es keine Rolle spielt. Ist für mich die angenehmste Art. Und wenn jemand es von sich aus bemerken möchte, kann dies getan werden, aber ich kann auf diese Angabe durchaus verzichten. Es entsteht jedenfalls keinem ein Nachteil dadurch.
 
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