Eignung und Charakteristika diverser Studiomikrofone

Pianist_Berlin

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Aus dem Studiobilder-Thread:
Ich denke, es sind U89. Sind ja auch besser als das U87.
Das kommt darauf an, wie man "besser" definiert. Sie klingen etwas feiner und bieten mehr Richtcharakteristiken, so wie auch das TLM 170, welches ja die gleiche Kapsel verwendet (so wie auch das TLM 193 als reine Niere). Problem dabei: Das TLM 170 rauscht schon ein wenig mehr als neuere Entwicklungen, und das U 89 rauscht erheblich mehr. So lange die Sprache in Musik und/oder Atmo eingebettet ist, spielt das natürlich keine Rolle. Aber wenn die Sprache für sich alleine steht, dann muss man da schon über digitales Entrauschen nachdenken, was ich beim M 930 nicht machen muss, selbst wenn ich davon ausgehe, dass ein Audioguide per Kopfhörer in einem leisen Museum gehört wird. Beim TLM 103 müsste man das auch nicht machen, aber das finde ich für Sprachaufnahmen eher nervig.

Matthias
 
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ADR

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Neumann sagt ja selbst, das U 89 ist als Nachfolger des U 87 entwickelt worden und ist technisch gesehen das bessere Mikro. Das U 89 ist auch nur ein TLM 170 mit Übertrager und das TLM 193 ein 170 in reiner Niere. Ob nun eins von denen oder ein U 87, alle werden bis heute verwendet in allen Studiobereichen. Da achtet keiner auf die Rauschwerte. Alles jammern auf hohem Niveau.
 
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Pianist_Berlin

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Das U 89 ist auch nur ein TLM 170 mit Übertrager und das TLM 193 ein 170 in reiner Niere.
Wird immer behauptet, aber meine Ohren kommen zu dem Ergebnis: Die klingen trotzdem alle ein wenig anders. Das sind drei eigenständige Mikrofone, die sich lediglich die Kapsel teilen. Sie verhalten sich auch anders. Das TLM 170 neigt zum Beispiel sehr zur Übertragung von Körperschall, da muss der 100-Hz-Hochpass eigentlich permanent eingeschaltet sein. Das gilt nicht nur bei Nutzung des Haltebügels, sondern auch in der Spinne. Das TLM 193 ist dagegen ausgesprochen gutmütig.

Und was den Signalrauschabstand angeht: Zwischen 77 dB (U 89) und 84 dB (TLM 193) liegen Welten. Noch deutlicher beim Gefell M 930 mit 87 dB. Da ist selbst dann kein Rauschen hörbar, wenn jemand einen Audioguide in einem leisen Museum hört. Wenn ich da erst mal mit einem Entrauschungs-Plugin (z.B. Acusonus Era6) anfangen würde, und wenn es nur mit geringstem Eingriff zu lösen ist, greife ich trotzdem hörbar in das Nutzsignal ein. Wenn das dann anschließend noch MP3-codiert wird, ist man deutlich im Nachteil gegenüber einer Lösung, die von Anfang an sauber ist. Vorverstärker natürlich ADT TM 101.

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Ja, kenne ich. Beide sind trotzdem nicht klanglich identisch. Das finde ich aber überhaupt nicht schlimm, weil sich beide mittels EQ gut in die gewünschte Richtung bringen lassen. Sie setzen sich in einer Mischung eben nicht ganz automatisch so leicht durch wie ein U 87.

Auch ein U 87 und ein USM 69 klingen nicht identisch, obwohl sie die gleiche Kapsel nutzen.

Ein Gefell M 1030 ist auch nicht, wie manche behaupten, ein M 930 in einem größeren Gehäuse, sondern hat eine eigene Klangsignatur.

Daher ist es immer gut, verschiedene Mikrofone griffbereit zu haben und vor einer umfangreichen Produktion mal ein paar Probeaufnahmen zu machen. Manche Auftraggeber (und auch manche Sprecher) wollen unbedingt ein bestimmtes Mikrofon. Wenn sich der erfüllte Wunsch positiv auf die Performance auswirkt - um so besser.

Ich nehme mich selbst auch manchmal lieber mit dem U 87 und manchmal lieber mit dem M 930 Ts auf. Mikrofone mit Übertrager scheinen insgesamt besser zu mir zu passen. Manchmal nehme ich auch das USM 69 und stelle es auf Breit- oder Hyperniere.

Matthias
 

ADR

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Gleiche Kapsel heißt nicht automatisch gleicher Klang. Dazu müssten die Elektronik und die Luftverhältnisse im Korb auch gleich sein. Ich kann aber sagen, dass sich für mein Gehör ein 193 wie ein 170 in Nierenstellung anhört.
 

Pianist_Berlin

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Aber wenn Neumann, dann auch Microtech Gefell. Ich mache nachher mal eine Vergleichsaufnahme mit TLM 170 R in Stellung Niere und einem TLM 193. Und dann von mir aus auch noch eine Vergleichsaufnahme mit U 87 ai und USM 69 in Stellung Niere.

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Von mir erst mal eine Zwischenbemerkung: Wer auf Youtube nach Klangvergleichen schaut, weil er vielleicht ein Mikrofon kaufen möchte, findet dort zum ganz überwiegenden Teil Gesangsaufnahmen. Dabei bin ich immer noch der Meinung, dass Gesangsaufnahmen den weitaus kleineren Teil der Gesamtzahl von Aufnahmen ausmachen, wenn Menschen vor Mikrofonen in Studios sitzen oder stehen. Wenn man mal die ganzen Radiosender addiert, dann noch die Off-Sprecher im Fernsehen dazupackt, dann noch die ganzen Hörspiel-, Hörbuch- und Audioguide-Leute, dann noch die Audiodeskriptionen für Barrierefreiheit, komme ich zu dem Ergebnis, dass vermutlich das Gesamtvolumen an Sprachaufnahmen die Menge der Gesangsaufnahmen bei Weitem überwiegt. Von daher lohnt es sich, immer mal wieder zu schauen, wie man die schönste, beste, tollste Sprachaufnahme hinbekommt.

Ich werde jetzt mal nacheinander diverse Aufnahmen machen, dabei auf gleiche Position und gleichen Besprechungsabstand achten, und sämtliche klangbeeinflussenden Geräte aus der Kette rausnehmen. Als Vorverstärker nutze ich den ADT TM 101 und werde auch dort den Hoch- und Tiefpass ausschalten. Poppschirm ist der Pauly. Bei umschaltbaren Mikrofonen nehme ich die Niere.

Matthias
 
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Pianist_Berlin

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Ach, ich wollte beim USM 69 eigentlich den zweiten Kanal gegenphasig zumischen, in Anlehnung an "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen"... :)

Aber mal im Ernst: Natürlich nehme ich nur einen Kanal. An dieser Stelle mal wieder ein echter Sengpiel: "Warum nur ein Kanal? Wir haben doch zwei Ohren!" - korrekte Antwort: "Ja, aber nur einen Mund".

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Aber auch mehr Nutzpegel, so dass der Geräuschspannungsabstand vermutlich gleich bleibt, oder? Das ist jetzt eine Elektroakustik-Ingenieursfrage. Ich war bei den Tonmeistern nur Gasthörer und das Rechnen mit dB liegt mir nicht gerade im Blut. Hier lesen aber sicher Leute mit, die das präzise ausrechnen können.

Ich frage mich eher was anderes: Reden wir von einem Hörspielkomplex, wo beide Systeme gegeneinander verdreht benutzt wurden, um XY-Stereo zu machen, oder war das ein gewöhnlicher Sende- oder Aktualitätenkomplex? Da würde ich es schon eigenartig finden, wenn man jemanden auf diese Weise überträgt. Dass man das zweite System als Reserve nutzt, geht ja in Ordnung. Aber regulär zwei Kapseln übereinander im gleichen Winkel, und dann die eine nach links und die andere nach rechts und nicht etwa in die Mitte summiert? Da wäre mir irgendwie nicht wohl bei. Aber probieren geht über studieren.

Hier beide Systeme auf links und rechts verteilt:

Anhang anzeigen Matthias_USM69_stereo.mp3

Und hier beide Systeme auf mono summiert:

Anhang anzeigen Matthias_USM69_mono.mp3

Die Stereo-Variante klingt schon irgendwie anders, aber das ist natürlich ein reines Zufallsprodukt, und sowas würde ich im Echtbetrieb nicht machen. Ist das damals wirklich so gemacht worden? Was ich mir noch eher vorstellen könnte, wäre MS-Stereo, wo der Sprecher in der Mitte ist und man über das Seitensignal etwas Raum dazugibt. Das wäre dann aber etwas für Situationen, wo man größere Räume mit interessanter Akustik hat und nicht so einen kleinen Sprecherraum.

Matthias
 

ADR

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Von mir erst mal eine Zwischenbemerkung: Wer auf Youtube nach Klangvergleichen schaut, weil er vielleicht ein Mikrofon kaufen möchte, findet dort zum ganz überwiegenden Teil Gesangsaufnahmen.

Ich finde, Gesang eignet sich garnicht zum Vergleichen. Schon garnicht bei weiblichen Stimmen. Männliche Sprache hat den größten Frequenzumfang dafür. Bei Gesang geht die Stimme unweigerlich nach oben und durch das Halten von Tönen wirken die betroffene Frequenzbereiche überbetont.
 

Pianist_Berlin

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Ja, so sehe ich das auch. Nur bei gesprochener Sprache so etwa 30 cm vor dem Mikrofon kann man wirklich beurteilen, wie es klingt, und wie fein es die Nuancen der menschlichen Stimme rüberbringt.

Unsere Arbeitshypothese war ja, dass das TLM 193 immer als reine Nieren-Version des TLM 170 bezeichnet wird, ich jedoch der Meinung bin, dass die nicht total gleich klingen.

Das TLM 170 R:

Anhang anzeigen Matthias_TLM170.mp3

Und hier das TLM 193:

Anhang anzeigen Matthias_TLM193.mp3

Für alle, die erst später eingeschaltet haben: Das U 89, das TLM 170 und das TLM 193 nutzen die gleiche Kapsel. Trotzdem bin ich der Meinung, dass sie nicht komplett identisch klingen. Ein U 89 habe ich nicht in meinem Mikrofonpark, weil ich mir mal vorgenommen habe, kein Großmembranmikrofon unterhalb von 80 dB Signalrauschabstand zu kaufen. Das TLM 170 und das TLM 193 gelten als eher "dunkle" Mikrofone, die nicht die Präsenz und das "Mittenfleisch" eines U 87 haben. Sie sitzen daher von Hause aus in einer Mischung nicht so weit vorne, man kann sie aber mittels EQ gut formen. Meiner Meinung nach sitzt das TLM 170 ohne EQ-Bearbeitung noch weiter "hinten" als das TLM 193. Das TLM 170 rauscht deutlich mehr als das TLM 193, aber ich nutze da auch gerne mal die Breit- oder Hyperniere.

Nun das U 87 ai:

Anhang anzeigen Matthias_U87ai.mp3

Gelegentlich wird das USM 69 als die Stereo-Version des U 87 bezeichnet. Im Prinzip stimmt das, weil in beiden Mikrofonen die gleiche Kapsel arbeitet. Im USM 69 sogar zwei davon.

Hier ist das USM 69:

Anhang anzeigen Matthias_USM69.mp3

Auch hier kann man meiner Meinung nach wieder sagen, dass beide Mikrofone nicht komplett identisch klingen. Das USM 69 hat nicht ganz so viel "Mittenfleisch" wie das U 87, und es fehlt ihm etwas Fundament in den Tiefen. Lässt sich per EQ leicht optimieren. Der Ausgangsübertrager gibt dem U 87 und dem USM 69 etwas mehr "Biss" als bei den transformatorlosen Mikrofonen vorhanden ist. Männliche Stimmen wirken etwas "männlicher".

Und dann gibt es ja noch eine Paarung, wo man davon ausgehen kann, dass sie sehr nahe bei einander sind: Das Microtech Gefell M 930 und das M 930 Ts, also die beiden Varianten mit und ohne Ausgangsübertrager.

Hier das M 930:

Anhang anzeigen Matthias_M930.mp3

Und hier das M 930 Ts:

Anhang anzeigen Matthias_M930ts.mp3

Ich höre da einen Unterschied, aber der ist wirklich ziemlich minimal. Der Übertrager nimmt dem Mikrofon ein wenig von seiner "Kühlheit", alles ist etwas abgerundeter.

Gerade habe ich einen recht umfangreichen Audioguide für ein Besucherzentrum aufgenommen, und zwar mit dem M 930 Ts, bei dem ich fast nichts gemacht habe. Die S-Laute sind von Hause aus so sauber, dass ein De-Esser, wenn überhaupt, nur minimal eingreifen muss. Und ich brauche bei jedem Mikrofon eine ganz leichte Absenkung bei 150 Hz, da liegt sonst zu viel Energie in meiner Stimme. Das merkt man hier bei den vollkommen unbearbeiteten Aufnahmen gelegentlich bei Vokalen, vor allem beim "U". Ansonsten habe ich das total unbearbeitet gelassen und mit diversen Kopfhörern probegehört, klingt super. Ist von Hause aus auch fast vollkommen rauschfrei, so dass ich da auch nichts digital entrauscht habe, was ja auch schnell das Nutzsignal angreifen kann.

Da wir hier in den Radioforen sind und es gelegentlich auch mal zum Einsatz von Kleinmembranmikrofonen kommt, zum Beispiel bei Studiogästen, kommt hier auch noch das Neumann KM 184:

Anhang anzeigen Matthias_KM184.mp3

Beim Deutschlandfunk waren früher viele Schoeps-Mikrofone im Einsatz, vielleicht auch heute noch. Daher hier noch das MK 41, mit dem ich ansonsten als Filmemacher draußen meine O-Töne angele:

Anhang anzeigen Matthias_MK41.mp3

Für O-Töne draußen im Leben leistet es mir wirklich sehr gute Dienste, aber im Sprecherraum gefällt es mir nicht. Gilt auch für das KM 184. Beide sind mir zu "dünn" und auf der kurzen Distanz zu scharf bei den S-Lauten. Und für mich gilt: Je weniger ich das Originalsignal bearbeiten muss, um so besser.

Außerdem unterscheide ich zwischen kurzen Sachen, also beispielsweise einem aktuellen Beitrag oder einem Informations- oder Imagefilm, wo ich das Signal stärker bearbeite, und auf der anderen Seite den längeren Sachen wie Audio-Guide, Hörbuch oder von mir aus auch einem gesprochenen Wikipedia-Artikel (nun gut, das wäre eher Hobby), wo man über längere Strecken entspannt zuhören können muss.

Soweit meine Probeaufnahmen.

Matthias
 
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Südfunk 3

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Reden wir von einem Hörspielkomplex, wo beide Systeme gegeneinander verdreht benutzt wurden, um XY-Stereo zu machen, oder war das ein gewöhnlicher Sende- oder Aktualitätenkomplex?
Wir reden hier von Sendekomplexen und Schallaufnahmen, wo das SM 69 in allen Sprecherräumen Standard war, siehe hier exemplarisch das Nachrichtenstudio. Anbei die Original-„Dienstanweisung“ zu dessen Bedienung. Ich weiß im Moment leider nicht, ob standardmäßig in XY- oder MS-Technik gefahren wurde, kann mir aber (aus Gründen) vorstellen, daß es XY war. In der Regel stand das Mikrofon sowieso auf Einzelsprecherbetrieb.

Also, für alle Leute mit SM oder USM 69, die schon immer mal wissen wollten, wie es funkioniert:
 

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  • SM69.pdf
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Pianist_Berlin

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Schau mal an - das ist ja toll, was die sich damals für Gedanken gemacht haben, und wie sie das für die Kollegen aufbereitet haben. MS-Stereo scheint da womöglich bei Einzelsprechern üblich gewesen zu sein. Was da alles steht, gilt übrigens heute noch genauso, macht aber keiner mehr. Wird meistens auch nicht mehr funktionieren, weil die Akustik und Möblierung der Räume das nicht hergibt. Heute müssen die Leute aus fünf Zentimetern Abstand in ein BCM 104 sprechen. Das USM 69 ist wirklich ein Wunderwerk der Technik, und vermutlich das vielseitigste Mikrofon der Welt. Daher wollte ich schon lange eins haben und habe mich in diesem Jahr endlich mal getraut. Schade, dass es die Original-Spinne EA 30a nicht mehr gibt. Wer mal eine in -mt zu greifen bekommt, bitte Meldung an mich. Bis dahin muss die Rycote-Lösung reichen, die lustigerweise USM heißt. Steht dort für "Universal Studio Mount".

Der Tisch dürfte aber eine ganz erhebliche Reflektionsfläche ergeben haben.

Ist das eigentlich nur bei mir so, dass meine Audiodateien nicht mehr funktionieren? Da scheint derzeit eine Störung zu bestehen. Ich habe sie hier noch mal bereitgestellt:


Matthias
 
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Pianist_Berlin

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Auf ganz alten SFB-Fotos mit Alfred Braun und einem M 49 ist zu sehen, dass die Tischplatte gelocht war. Also das Thema hatte man schon damals "auf dem Schirm". Ich hatte hier (oder war es bei recording.de) ja mal vorgeführt, wie es klingt, wenn ich bei mir eine Holzplatte auf den Tisch lege, der ansonsten mit Schaumstoff auf Lochblech ausgestattet ist. Riesiger Unterschied.

Matthias
 

Pianist_Berlin

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Wie bewerten wir denn nun die Aufnahmen? Kann man die Aussage aufrecht erhalten, dass das TLM 170 R und das TLM 193 identisch klingen? Ich meine: Sie klingen so ähnlich, aber nicht gleich. Ich würde jedenfalls aus einem TLM 170 R und einem TLM 193 kein Stereo-Pärchen bilden. Schon wegen des unterschiedlichen Rauschverhaltens. Bei einem M 930 und einem M 930 Ts hätte ich damit jedoch kein Problem.

Matthias
 

ADR

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Die Unterschiede sind marginal. Die Stimme variiert ja auch von aufnahme zu Aufnahme. Man müsste das in Dual Mono machen, also als Pärchen, um wirkliche Unterschiede zu hören. Also U87 und USM, 170 und 193 und 930 und 930 TS. Unterschiede zwischen den U, TLM und M sind eher auszumachen. Mikros mit Übertrager haben irgendwie immer mehr Konsistenz. Die Mittenfärbung bei den Us ist äuffällig. Jedoch alles durchweg amtlich, auch die Kleinmembraner, die etwas dünner sind aber glasklar.
 

Pianist_Berlin

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Meiner Meinung nach lösen die thüringischen Produkte feiner auf und bilden die S-Laute sauberer ab. Aber das U 87 setzt sich von ganz alleine in der Filmtonmischung besser durch. Ich schwanke immer, ob ich meine eigenen Sprachaufnahmen nun mit dem M 930 Ts oder dem U 87 machen soll...

Matthias
 

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Ja, das ist eine Luxusfrage, die sich stellt, wenn man alles zur Verfügung hat. Ich hab das 103, das 193 und das 930. Für alles, was zum längeren Zuhören ist, nehme ich das 193. Es ist auf Dauer angenehmer für die Ohren. Wenn’s kurz und knackig sein soll (Werbung oder Stationvoice), nehme ich das 930. Zusammen mit dem VTRC mit der regelbaren Röhre drückt das wie ein 990. Da es bei dir keine Entscheidung zwischen gut und besser ist, sondern zwischen sehr gut und sehr gut, ist das wohl am Ende ne Geschmacksfrage. Aber ich hatte dir ja schonmal gesagt, dass ich das TS besser finde.
 

Pianist_Berlin

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Blöderweise hat sich jetzt auch noch ein M 1030 dazugesellt, ich konnte nicht anders. Und was soll ich sagen? Ich habe noch nie so saubere S-Laute gehört. Und irgendwie muss ich an dem Signal überhaupt nichts machen, außer meine übliche Überhöhung bei 150 Hz etwas absenken. Für längere Sachen, die für sich selbst stehen, meiner Meinung nach optimal. Es stimmt tatsächlich, dass es eine Spur anders klingt als das M 930.

Eine Versuchsreihe mit M 930, M 930 Ts, M 1030 und U 87 ai ergibt allerdings, dass ich das U 87 ai am besten in die Mischung reinbekomme, bei erstaunlich sauberen S-Lauten dank TM 119. Wenn ich dem M 1030 breitbandig ein wenig bei ca. 2 kHz dazugebe, passt es da aber auch gut rein.

Das bedeutet: U 87 zum schnellen Einsprechen kurzer Sachen direkt am Schnittplatz, und das M 1030 als Hauptmikrofon im Sprecherraum, was ich im Einzelfall mal gegen TLM 170 oder USM 69 ersetze, wenn ich weiß, dass Leute kommen, die sich damit wohler fühlen.

Matthias
 
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