Wie der overall DC-Offset da hineinkommt, kann ich mir nicht ohne weiteres erklären.
Und den DC-Offset des Sprechers bemerkt in der Sendeendkontrolle niemand?
Lass doch mal spaßenshalber eine DC-Offset-Berechnung drüber laufen. Ich mache das jetzt nicht, ahne aber: die zeigt keinerlei DC-Offset an.
Das sind sehr wahrscheinlich Unsymmetrien in der Wellenform. Treten ganz natürlich auf - auch unabhängig von der Art der Elektronik, durch die das Audio irgendwo zwischen Membran des Mikrofons und Deinen Wave-Editor gelaufen ist. Es sollen solche Unsymmetrien (der Beleg fehlt mir hierfür, ich las das nur irgendwo vor zig Jahren) sogar per Mikrosokop in den Rillen alter rein "mechanisch" erstellter Schellack-Platten oder Lackfolien etc. feststellbar sein.
Diese Uns<mmetrie, die vor allem bei Männerstimmen aufzutreten scheint, limitiert natürlich die Aussteuerung. Deshalb sind findige "wir bekommen alles bis ans Limit laut"-Leute darauf gekommen, sowas mit einem Allpass zu verschmieren, damit es nicht mehr auftritt. Der Phasenrotator macht genau das:
Die entsprechende Funktion ist wohl in allen größeren Rundfunk-Audiobearbeitungs-Kampfmaschinen drin und hat freilich Nebenwirkungen. Also sei besser dankbar, dass man das beim DRadio nicht verwendet.
Richtig böse sieht übrigens natürliche Unsymmetrie in der Sprache in Tateinheit mit UKW-Begrenzung aus. Hier bei BR Klassik zu einer Zeit, als auf der 320er MP2-Sat-Spur noch das UKW.Processing drauf war, weil irgendwelche Füllsenderchen da dran hingen:
Möglicherweise ist die Wellenform der damaligen 448er AC-3-Spur auch nicht korrekt. Keine Ahnung, wie es der VLC macht, aber FFmpeg decodiert AC-3 von Haus aus ohne weitere Parameter an der Kommandozeile mit Dynamikkompression. Man muss Decoding mit voller Dynamik explizit erzwingen, warum auch immer. Das könnte durchaus also noch dynamischer gewesen sein.
Um 2020 hat man diese Zuführung geändert und danach BR Klassik auch auf der 320er MP2-Spur des Hörfunktransponders vom UKW-Processing befreit. Resultat: ich musste in der Kopfstelle meines Heimatnetzes BR Klassik in der UKW.Umsetzung etwas dimmen, weil es mir vor allem bei Sprecherinnen in S-Lauten in den Überhub gelaufen ist => Spuckeffekt.
Herkunft des Files: DLF-Seite zum Nachhören. Nehme an, dass das auch die Tonqualität ist, mit der die UKW-DAB+-Sender angesteuert werden. Also der Ton, wie er aus dem Studio herauskommt. "Best quality".
Vorsicht. Ich habe in Nachhörfiles beim Runterladen magere 128 kBit/s MP3 gefunden, im Player auf der DRadio-Webseite waren es aber 128 kBit/s LC-AAC und das ziwschelte dann nicht. UKW wird meist über 384 kBit/s MPEG 1 Layer II versorgt und kommt aus einem separaten Processing, das den UKW-Transientenlimiter mit Berücksichtigung der Preemphasis berücksichtigt, einen entsprechenden Tiefpass beinhaltet und mehr Kompression hat. Es gibt auch einen IP-Zuführungsweg, der sehr wahrscheinlich aus dem gleichen Processing kommt, aber soweit ich mich erinnere irgendwas mit E-aptX hat.
DAB+ wurde zumindest 2019 über einen Axia Livewire-Node separat abgegeben, ich vermute, dass das 24 Bit PCM 48 kHz war. Der Encoder steht vermutlich bei der MB. Ob das für DAB+ verwendete Audio aus anderem Processing stammt, kann ich spontan gar nicht sagen.
"Best Quality" beim DRadio ist schwierig zu entscheiden für mich, wenn es um offiziell zugängliche Wege handelt.
384 kBit/s MPEG 1 Layer II sind schon fein - aber halt für UKW aufbereitet mit verringerter Dynamik und Transientenlimiter sowie Tiefpass. Der Astra-Transponder ist dazu auch noch nur mit weigen dafür geeigneten Receivern / Empfangskarten zu knacken, Symbolrate 940 kymb/s sind für die meisten Consumergeräte nichtmal zugänglich.
256 kBit/s MPEG 1 Layer II beim ZDF auf Astra sind weniger Bitrate und damit mehr Artefakte, aber ohne das UKW-Processing. Kann man das gegeneinander aufwiegen?
Und dann wäre auch noch der 192er LC-AAC-Stream der D-Radios, der hat die besten Mono-Eigenschaften, da AAC bei Stereo mit Mid-Side-Encoding arbeitet und echtes mono auch bis auf winzigste Artefakte echtes mono bleibt. MPEG 1 Layer II encodiert munter mit Kanalunterschieden, die am Ende in der Kanaldifferenz ein Rascheln / Fauchen zeigen, das hat LC-AAC nicht. Die Streams haben auch nicht das UKW-Processing. Hier sind sie:
Zwischen diesen Streams und dem Sat-Signal beim ZDF müssen sich "Normalsterbliche" wie wir entscheiden. Alles andere dürfte schlechter sein.