Einnahmen mit Webradio durch Werbung


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chapri

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Er meint sicherlich: Gibt es Webradios, die sich erfolgreich durch Werbung finanzieren? und meint damit Webdingens, die sich kostendeckend durch Werbung finanzieren.
Das dürfte dann eine seeehr überschaubare Menge und in Folge eine einstellige Ziffer werden, wenn man die auf UKW ebenfalls sendenden fairerweise weglässt
 
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Bernd O.

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Also mich interessiert eigentlich - meint Ambientbaby mit den 10.000 Hörern wirklich nur seine Senderecke bei Laut.fm oder sind diese 10.000 Hörer etwa auf das ganze Laut.fm Imperium pro Tag ausgelegt?
Ich denke mal, wer glaubt das man mit Webradio einfach so Geld verdienen kann muss entweder ein absolut super cooler Verkäufer sein der wirklich aus Schei... Gold macht oder ein Träumer...
 

Oddy

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Das dürfte dann eine seeehr überschaubare Menge und in Folge eine einstellige Ziffer werden, wenn man die auf UKW ebenfalls sendenden fairerweise weglässt

Da hier die Zahlen der infrage kommenden Stationen ein ungelüftetes Geheimnis bleiben dürften, wird wohl die weitere Diskussion von reinen Spekulationen genährt. Aber auch ohne die Simulcaster bleibe ich weiterhin im unteren zweistelligen Bereich - schaut man sich mal das Portfolio der Vermarkter an.

Ich denke mal, wer glaubt das man mit Webradio einfach so Geld verdienen kann muss entweder ein absolut super cooler Verkäufer sein der wirklich aus Schei... Gold macht oder ein Träumer...

... oder den richtigen Vermarkter haben.
 

chapri

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Da der Threaderöffner sich keinen Vermarkter leisten kann, habe ich die natürlich nicht berücksichtigt.
 

MikeBatt

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10.000 Hörer pro Tag ? oder 10,0000 ? Sorry aber das kann ich mit nicht vorstellen.

Zum Thema Werbeeinnahmen, Du hast ja erst mal Ausgaben, Server, GEMA , GVL, jetzt lass mich nicht lügen, als nicht komerz. Sender darfst Du glaube ich 400 Euro Einnehmen ? Bin mir aber nicht sicher, solltest Du aber tatsächlich 10.000 Zuhörer am Tag haben, was ich bezweifle, dann lass es, das wird teuer
 

audimark_TR

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Mein Name ist Thomas Rogg, ich bin einer der Geschäftsführer der audimark GmbH. audimark ist der klare Umsatzmarktführer in der Webradiovermarktung und eine Vielzahl der großen Webradiostationen vertrauen uns.

Es gibt bei uns einige Webradiostationen, die 7-stellige Umsätze im Monat auf ihr Konto überwiesen bekommen. Und die Umsätze der Sender wachsen mit der Etablierung des Webradios immer weiter.
Somit ein klares Ja: Mit einer Webradiostation lässt sich genug Geld verdienen, dass man selbst (+Mitarbeiter) davon leben kann. Kostendeckend, d.h. dass sowohl GEMA/GVL, Streamingkosten, etc. gedeckt sind, arbeiten fast alle der durch uns vermarkteten Webradiostationen.
Der hier vorliegende Fall ist schwierig bewertbar. Zuhörer am Tag ist beim Webradio keine definierte Einheit - die Zahl der durchschnittlich eingeschalteten Endgeräte oder die Tune-ins in einem bestimmten Zeitraum würden mehr aussagen. Viele Hörer werden es jedoch nicht sein. Grundsätzlich kann man diese Zahl an Hörer - wenn überhaupt - nur durch eine Kombination eines Vermarkters mitvermarkten lassen. Da Laut.FM jedoch Werbung ausstrahlt, wenn auch ohne Ausschüttung an den eigentlichen Sender, fällt jede weitere Kombivermarktung leider flach.

Viele Grüße,
Thomas Rogg
 
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Es gibt bei uns einige Webradiostationen, die 7-stellige Umsätze im Monat auf ihr Konto überwiesen bekommen. Und die Umsätze der Sender wachsen mit der Etablierung des Webradios immer weiter.
Somit ein klares Ja: Mit einer Webradiostation lässt sich genug Geld verdienen, dass man selbst (+Mitarbeiter) davon leben kann. Kostendeckend, d.h. dass sowohl GEMA/GVL, Streamingkosten, etc. gedeckt sind, arbeiten fast alle der durch uns vermarkteten Webradiostationen.
Sie würden also sagen, dass es heute noch möglich ist, ein Webradio zu eröffnen und ohne eine gezielte Verschleierung der Zuhörerzahlen nach einem Jahr damit einen vierstelligen Gewinn pro Monat zu erwirtschaften?
Wenn ja: Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem dies geglückt ist?
 

audimark_TR

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Da habe ich zuviel mit unseren Technikern zusammengesetzt und in Cent gedacht. Fünfstellig im Monat ist korrekt. Bitte unterstellt mir da keine Absicht.

>Sie würden also sagen, dass es heute noch möglich ist, ein Webradio zu eröffnen und ohne eine gezielte Verschleierung der Zuhörerzahlen nach einem Jahr damit einen vierstelligen Gewinn pro Monat zu erwirtschaften?
>Wenn ja: Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem dies geglückt ist?

Das erreichen über 20 Sender in unserem Portfolio.
Nach einem Jahr sehe ich das dennoch nicht so leicht. Das hat allerdings weniger mit der Monetarisierung, mehr mit dem schwierigen Aufbau der Hörerreichweite zu tun.

VG, Thomas Rogg
 
Bei solchen Umsätzen wird einem natürlich leicht mal schwindelig. Da kann es schon mal passieren, dass man in Einzelfällen um 990.000 Euro daneben liegt.

Wie der Herr, so's Gescherr.

Und ja, #36 war Ironie ;)
 
Es tut mir echt leid, aber das erscheint mir fast schon symptomatisch für die gesamte "Branche". Da wird mit angeblichen Werbeeinnahmen genau so schludrig umgegangen, wie mit angeblichen Hörerzahlen. Das kann passieren, aber seriös wirkt das nicht.
 

audimark_TR

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Mit Umsatz meine ich Nettowerbeerlöse nach Rabatte, Skonti, AE, Vermarkterprovision exkl. Umst. Durch "überweisen" wollte ich darstellen, dass alle möglichen Abzüge bereits eingerechnet sind.

Gewinn kam in einem anderen Kontext auf, nämlich in der Frage von Internetradiofan. Bei diesem Punkt bin ich auf seine Frage eingegangen und habe von den Nettowerbeerlösen Streaming- und Lizenzkosten pauschal abgezogen. Klar kann man den Gewinn noch weiter schmälern durch bspw. eigenes Gehalt, aber ich glaube nicht, dass das gemeint war.
Auch konkretisiere ich da meine Ausführungen: 20 Sendergruppen bzw. -Inhaber. Auf einzelne Spartenkanäle mit unterschiedlichem Programm heruntergebrochen sind wir bei mindestens 40, also fast die Hälfte unseres Senderangebots. Bei dieser Auswertung habe ich die pauschal angesetzten Streaming- und Lizenzkosten weiter unterteilt, da ein Sender mit mehreren Spartenkanälen niedrigere Kosten pro Spartenkanal hat.

Ich hoffe, dass meine Ausführungen jetzt klarer sind.

VG, Thomas Rogg
 
@audimark_TR: Vielen Dank für die Antwort auf meine Frage! :thumbsup:

Es zeigt sich einmal mehr, dass es für Newcomer extrem schwierig ist, in die Gewinnzone zu gelangen.
Die gewaltige Konkurrenz im Webradiosektor stellt m.E. ein erhebliches Problem dar: Wie kann man unter mehr als 50.000 Streams allein im Shoutcast-Verzeichnis überhaupt wahrgenommen werden?
Der Werbeaufwand müsste so gewaltig sein, dass er von kleinen Veranstaltern, die auf dem Markt Fuß fassen möchten, nicht finanziert werden kann.
Die heute wirklich erfolgreichen Webradios sind zu einer Zeit auf Sendung gegangen, als das Internetradio noch gerade in den Kinderschuhen steckte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es 2004/05 gerade mal circa 8.000 Streams in dem besagten Verzeichnis gab (was ich damals als eine gewaltige Zahl ansah). Die Zuwachsraten sind enorm, wovon natürlich Hörer mit "abgefahrenen" musikalischen Vorlieben profitieren, da sie nach einer gewissen Suche i.d.R. ein passendes Angebot finden. Wer jedoch Radio machen möchte, um damit Geld zu verdienen, oder wer wenigstens kostendeckend arbeiten möchte, hat es sehr, sehr schwer.

Bitte übrigens nicht von einigen Beitrag-Schreibern hier im Forum verunsichern lassen! In der Radioszene gilt halt ganz besonders: "Gott weiß alles, aber manche Leute wissen alles besser." ;)
Ich freue mich jedenfalls, wenn Personen, die so wie Sie wirklich aus der Branche stammen, hier das ein oder andere interessante Posting verfassen.
 
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Oddy

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Wer jedoch Radio machen möchte, um damit Geld zu verdienen, oder wer wenigstens kostendeckend arbeiten möchte, hat es sehr, sehr schwer.

Schwer ist es sicherlich, aber nicht unmöglich. Wer jedoch glaubt, von heute auf morgen "oben" zu schwimmen, der irrt gewaltig. Beispiele finden sich ja genügend. Es ist nun mal ein langer und steiniger Weg, auf dem schon so manche Station gestolpert ist, weil man den schnellen Erfolg wollte.

Bitte übrigens nicht von einigen Beitrag-Schreibern hier im Forum verunsichern lassen! In der Radioszene gilt halt ganz besonders: "Gott weiß alles, aber manche Leute wissen alles besser."

Das versuchte man 2007 auch schon bei uns. Damals wurden wir hier im Forum durch eine uns unbekannte Person "vorgestellt" und man attestierte uns maximal ein halbes Jahr zu überleben. Egal, man kann sich ja mal irren...

Aber ich schweife ab.
So wie ich Thomas in den letzten Jahren kennengelernt habe, werden ihn die Kommentare einiger Schreiber sicherlich nicht aus der Fassung bringen. Warum auch.
 

audimark_TR

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Wir sind nur für die Monetarisierung von Reichweite zuständig und arbeiten dafür mit den Sendern zusammen, die die Reichweite bereits aufgebaut haben. Daher kann ich von keinen Erfahrungen aus erster Hand berichten.

Meine persönliche Meinung:

Falsch läuft da nicht wirklich immer was. Einige der Seiten sehen sehr professionell aus, bestimmt ist das Programm auch gut.
Die Frage ist eher, was man machen muss, um die Reichweite aufzubauen.

Warum sollte jemand einen Sender hören? Keiner geht auf eine Website, die er nicht kennt, und schaltet ein. Und selbst wenn man bei radio.de oder sonstigen Platformen gelistet ist, nützt es nicht viel. Man ist einer von tausend Angeboten.
Und selbst wenn man dann prominenter platziert ist... Die Hörer schauen sich die Liste an und klicken auf das, was sie kennen.
Jeder kennt es - es wird einem beispielsweise ein Restaurant empfohlen, bspw. Vapiano, und plötzlich sieht man die Filialen überall. Vorher ist man überall einfach dran vorbeigelaufen. Das ist das gleiche Prinzip.

Genau gegen das Problem kann man ja arbeiten und dann kann es auch klappen. Denke ich. Ist nur Arbeit. Hörer, und damit Geld (mit Vermarkter :) ) lag nur noch nie auf der Straße.
 
Warum sollte jemand einen Sender hören? Keiner geht auf eine Website, die er nicht kennt, und schaltet ein. Und selbst wenn man bei radio.de oder sonstigen Platformen gelistet ist, nützt es nicht viel. Man ist einer von tausend Angeboten.
Und selbst wenn man dann prominenter platziert ist... Die Hörer schauen sich die Liste an und klicken auf das, was sie kennen.
Man soll ja nicht von sich auf andere schließen, aber bei mir ist es genau offen gestanden umgekehrt.
Warum höre ich Webradio? - Weil ich dort genau das finde, was mir auf UKW (und DAB) gerade nicht geboten wird!

Da mir Funk, Soul und 70s Disco zusagen, wähle ich ganz gezielt Stationen aus, die diese Genres mit im Programm haben. Und jetzt kommt es darauf an: Werden in erster Linie nur die bekannten Stücke gespielt, ist das Radio für mich relativ uninteressant, weil ich diese Nummern bereits zig mal gehört habe und daher in und auswendig kenne. Sobald sich aber Titel in der Playlist befinden, die keinen hohen Bekanntheitsgrad aufweisen, wird die Webradiostation für mich interessant. Dann mache ich auch schon mal gerne ein Lesezeichen im Winamp-Player oder übertrage die Streamadresse auf mein WLAN-Radio.

Jeder kennt es - es wird einem beispielsweise ein Restaurant empfohlen, bspw. Vapiano, und plötzlich sieht man die Filialen überall. Vorher ist man überall einfach dran vorbeigelaufen. Das ist das gleiche Prinzip.

Genau gegen das Problem kann man ja arbeiten und dann kann es auch klappen. Denke ich. Ist nur Arbeit.
Nicht nur Arbeit, sondern m.E. vor allem Geld.
Ich zitiere von der Webseite des Restaurants:
»Chi va piano, va sano e va lontano«: »Wer alles im Leben locker und gelassen angeht, lebt gesünder und länger«, so ein italienisches Sprichwort. Und genau dieses Lebensgefühl wird tagtäglich in unseren Vapianos gelebt – von unseren Gästen und von unseren Mitarbeitern, den Vapianisti. Und das seit dem 22. Oktober 2002, denn an diesem Tag wurde das erste Vapiano in Hamburg / Deutschland in den „Hohen Bleichen“ eröffnet. Zwei Jahre später entschieden sich die Gründer, Vapiano als Franchise-Konzept in die Welt reisen zu lassen. Bis heute wurden rund 150 Vapianos in 29 Ländern auf 5 Kontinenten eröffnet. Und auch in Zukunft sind noch viele weitere internationale Eröffnungen geplant.
Quelle: http://de.vapiano.com/de/ueber-uns/philosophie/

Um aus einem einzelnen Restaurant eine Franchise-Kette zu machen, braucht man Investoren und die findet man im Hinblick auf neue Webradioprojekte praktisch gar nicht. Das obige Motto würde ich übrigens sofort unterschreiben, auch wenn man damit garantiert nicht wirtschaftlich erfolgreich ist. Ich kenne übrigens nicht wenige Italiener, die von Deutschland wegen des hohen Lebensstandards und der niedrigen Arbeitslosenquote schwärmen; - trotz des schlechteren Wetters, der größeren Gefühlskälte und der viel geringeren Auswahl an Hörfunksendern, aber das ist ein anderes Thema.

Als Frank Otto vor über zwei Jahren bei RauteMusik eingestiegen ist, war das eine Überraschung. RauteMusik gehört jedoch mit zu jenen Webradios, die die Gunst der Stunde genutzt haben und bereits 2003 "on air" gingen.
674FM, das von einem Teil der ehemaligen Verantwortlichen von Evosonic Radio vor gut einem Jahr gegründet wurde, erreicht ungeachtet der Tatsache, dass es sich um ein sehr professionelles Projekt handelt, tagsüber auch nur um die 10 Hörer, siehe: http://94.249.254.20:8200/index.html?sid=1

Der Webradiosektor ist somit für neue Anbieter in kommerzieller Hinsicht völlig uninteressant: Es lässt sich auf diesem Wege schlichtweg kein Geld mehr verdienen, vielmehr muss sogar noch Geld investiert werden, wenn man sich nicht so wie 674FM über Spenden finanziert.
 
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Raumschiff

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