• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

ELLA Radio (zuvor Jazz im Radio)

Auch hier in Niedersachsen ist "Ella" eine Bereicherung und im Vergleich zum Jazz-Radio hat man auch den Eindruck, einem richtigen Radioprogramm zu folgen und nicht einem "Insider-Stream". Allerdings finde ich es unglücklich, den Moderator der Abendsendungen in der Woche, am Wochenende als Moderator der Morgensendung zu platzieren. Gleiches gilt für den Nachmittagsmoderator, der auch am Wochenende auf Sendung ist.
Oder finde nur ich das wenig authentisch und anderen fällt das gar nicht auf?

Etwas OT, aber ergänzend schon länger meine Fragen in diesem Zusammenhang:
1.
Warum gibt es eigentlich in Frankreich so viele Programme mit Jazz, Soul, Crooning? Ist dort das Interesse an dieser Musikrichtung tatsächlich so viel größer als in Deutschland?
2.
Ich glaube, hier vor ganz langer Zeit einmal gelesen zu haben, dass sich die Till-Brönner-Show für Klassik Radio eigentlich finanziell nicht lohnt und Brönner deshalb selber Geld für den Sendeplatz bezahlt. Stimmt das so?
 
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Ja ist gut, ich überhöre irgendwas. Was auch immer. Eine vernünftige Antwort erwarte ich auch diesmal nicht von dir. Kannst auch gleich lassen - ich werde es sowie nicht lesen.
 
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Ich habe in der vergangenen Woche immer wieder stundenweise Ella gehört, insgesamt wahrscheinlich insgesamt rund 20-30 Stunden. Und muss sagen, dass ich insgesamt mittelmäßig angetan bin – und von Dunk mehr erwartet hätte.

Zunächst einmal finde ich, dass sie hörbar die meisten Gedanken in die Musikauswahl gesteckt haben. Den Move, aus einer reinen Jazzlizenz ein modernes Programm mit Jazz, Soul, Blues und zitathaften Ausflügen in die Welt des Pop zu machen, ist für eine Großstadt wie Berlin sicher der richtige Ansatz. Ich musste kurz an Schwenkows jfk98,2 aus den 90ern denken. Insgesamt merkt man, mit wie viel Fingerspitzengefühl sie bekannte Jazz-Hymnen, Currents, aber auch B-Seiten mischen – und mit der Soul- und Blues-Beimischung auch der melodiöse Flow nicht zu kurz kommt.

Damit holen sie immer wieder Umschalter ins Programm, die bei bekannten Tönen hängen bleiben. Umgekehrt kommen sich die Jazz-Interessierten aber auch nicht wie auf einer Softie-Welle vor, wo alles auf Biegen und Brechen weichgespült wird (also das, was manche Soft-AC-Formate machen oder Klassikradio in seinem Programm inzwischen beinhart durchpaukt). Insgesamt finde ich Musikauswahl und -flowsteuerung richtig gelungen. Einziger Kritikpunkt: Für die Verhältnisse eines Jazzprogramms geben sie die Power-Rotationstitel zu häufig in die Rotation. Nach einer Woche Hören gab es bei mir schon ein paar Ermüdungseffekte, die aus meiner Sicht mit Blick auf das Jazzpublikum nicht sein müssten. Das ist dann aber schon Mäkelei im Detail.

Wirklich enttäuscht bin ich von der inhaltlichen Aufstellung des Programms, denn da ist: fast nichts. Gerade in den ersten Tagen hatte man das Gefühl, die Moderatoren wissen selbst nicht, worüber sie überhaupt reden sollen. Immer nur zu sagen „Ihr seid bei Ella“ oder Moderationen wie „Egal ob ihr auf dem Weg zur Arbeit seid oder euch noch eine Stulle schmiert, Ella ist euer perfekter Begleiter“ waren in meiner Ausbildung noch absolute No-Gos. Deutlich positiv sticht für mich Petra Schwarz heraus, die es auch rein mit Stimme und Präsenz schafft, eine passende Atmosphäre zu schaffen.

Insgesamt verstehe ich nicht, warum sie so wenig in Inhalte investiert haben. Dunks Oldiestar/B2 war in einer Zeit zwischen (aus der Erinnerung) 2005 und 2012 absolut vorbildlich darin, mit mutmaßlich begrenzten Ressourcen etwas Tolles auf die Beine zu stellen. Mir ist nicht ganz klar, wieso sie nicht wenigstens einige Rubriken produzieren oder einkaufen. Bei Oldiestar hatten sie früher mal die „Yesterdays News“, was am entsprechenden Tag vor 50/100 Jahren passierte – das würde für ein Berliner Jazzprogramm aus meiner Sicht ideal passen und müssten sie ja noch auf der Festplatte haben. Ebenfalls bei Oldiestar hatten sie über Jahre eine ganze, zweistündige Kultursendung. Warum nicht wenigstens die Kinotipps von der dpa-Rufa ins Programm setzen? Warum die „Chefsache“ von den Interviewpartnern her (wie früher) wieder mit weniger Schlagerstars positionieren, sodass sie auf beiden Sendern sendefähig wäre?

Gute Vorbilder wären aus meiner Sicht das FluxFM von etwa vor zehn Jahren und Klassikradio von vor 20 Jahren. Flux hat damals mit sehr geringen Mitteln ein tolles Szeneradio produziert (bevor sie inhaltlich massiv abgebaut haben). Einfach indem sie mit Kieznews, Szenenews, Kinotipps, der „Listomania“ eine Menge Kurzrubriken produziert haben und sich damit als Szeneradio positioniert haben (noch ein paar Jahre zuvor hatten sie ja richtig viele lange Interviews, davon rede ich nicht einmal).

Ähnlich das Klassikradio von circa 2005, das mit einem Haufen Kurzrubriken damals ein elegantes, zurückgenommenes Klassik-Formatprogramm für Großstädter machte. Medianews, Börsennews, CD-Tipps, Veranstaltungstipps, ein paar moderierte Breaks mit Kostenlosmaterial (ntv-Material etc.) Hier bekommt man einen Eindruck davon: https://web.archive.org/web/20030205093953/http://www.klassikradio.de/schema/index.php3

Alternativ könnte bei einem modernen Metropolen-Jazz-Programm auch auf Kolumnisten setzen. Wozu haben Sie jemanden wie Ernst Elitz im Programmbeirat. Neulich hatte Dunk Rafael Seligman im Interview, der ja auch BZ-Kolumnist ist. Börsenexperte Markus Koch aus den USA ist bekanntermaßen selbst Hobby-Jazzmusiker...

Oder noch kreativer (und bewusst zwei Beispiele aus Formatprogrammen): In der Jazz-Themensendung auf NDR1 Radio MV improvisieren der Landesfunkhausdirektor und sein Kollege immer ein Jazzstück live. Bei NDR1NDS machen sie mittags zwischen 12 und 13 Uhr oft eine musikalische Themensendung, die durchhörbar bleibt, aber beispielsweise ganz viele Songs zu einem speziellen Thema zusammenstellt.

Das alles wäre auch innerhalb eines Formatradios möglich, wenn man denn nur will. Ich würde mir wünschen, dass Dunk mit Ella wieder etwas mehr an das anknüpft, was er bei Oldiestar/B2 jahrelang vorbildlich gemacht hat.
 
Ganz schön beeindruckend, dass die gleich zum Sendestart 46 Musikstreams bereitstellen – das scheint eine Übernahme von jazzradio.com zu sein, die haben nämlich genau die gleichen Streams im Angebot

Das dürfte noch zum Problem werden. Jazzradio.com ist kostenpflichtig. Deren Abonnenten werden zurecht rebellieren. Und wer soll in Zukunft unter diesen Bedingungen überhaupt noch ein Abo abschließen? Damit ist für Jazzradio.com die Geschäftsgrundlage entfallen.

Ich habe starke Zweifel daran, dass es zwischen Jazzradio.com und Ella überhaupt eine Kooperation gibt. Sollte es doch eine Kooperation geben, dann dürfte der jetzige Zustand nur vorübergehend sein. Das bedeutet, die 45 Kanäle sind nur vorübergehend offen. Sicherheitshalber habe ich den Machern des Pay Radios einen Hinweis sowie eine Anfrage geschickt.
 
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Also: Die 45 Kanäle, die namentlich exakt den 45 Kanälen des Pay Radio Anbieters "Jazzradio.com" aus den USA entsprechen, könnten Kopien der Playlisten des amerikanischen Anbieters abspielen. Das wird derzeit geprüft. Es existiert somit keine Kooperation zwischen den beiden Anbietern.
 
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Nach anfänglichen Überschwang setzt nun doch leichte Ernüchterung ein, mir ist die Musikauswahl schon jetzt zu Soullastig, das wirkt natürlich immer frisch und modern aber es ist nicht das was ich von einem Jazz Sender erwarte. Abends und nachts sind schon ganz gute Ansätze dabei aber tagsüber wird das so nicht mein Favorit! Gut finde ich natürlich die fast durchgehende Moderation, die Veranstaltungshinweise und Kooperationen bei Konzerten. Wobei die Moderation oft nach dem Schema "toll das ihr bei Ella seid" abläuft und nicht wirklich was rüber kommt.
 
Also: Die 45 Kanäle, die namentlich exakt den 45 Kanälen des Pay Radio Anbieters "Jazzradio.com" aus den USA entsprechen, könnten Kopien der Playlisten des amerikanischen Anbieters abspielen. Das wird derzeit geprüft. Es existiert somit keine Kooperation zwischen den beiden Anbietern.
Wäre es nicht fairer gewesen zunächst eine Anfrage bei ELLA Radio zu stellen. Sorry ich mag das nicht so nach dem Motto der Anzeigenhauptmeister.
 
Wäre es nicht fairer gewesen zunächst eine Anfrage bei ELLA Radio zu stellen. Sorry ich mag das nicht so nach dem Motto der Anzeigenhauptmeister.
Es geht aus dem vorherigen Post gar nicht hervor, ob ELLA angefragt wurde oder nicht. Und selbst wenn nicht, ist man einem profitorientierten Medienunternehmen keine übertriebene Art von Fairness schuldig (anders wäre mMn. bei einem Bürgerradio).
 
Wäre es nicht fairer gewesen zunächst eine Anfrage bei ELLA Radio zu stellen. Sorry ich mag das nicht so nach dem Motto der Anzeigenhauptmeister.

Ich habe seinerzeit beide Anbieter parallel angeschrieben. Ella schrieb sinngemäß zurück, die Ähnlichkeiten wären rein zufällig. Nur soviel: Ella ist mit 45 Sub-Kanälen gestartet, deren Namen bis heute exakt den Namen bei jazzradio.com entsprechen.

Soweit ich in die Kanäle reingehört und in die Playlisten geschaut habe, sind die Ella-Channel verdammt nah an dem Original dran. Ella schrieb übrigens zurück, daß die Musiktitel aus ihrem umfangreichen Archiv stammen.

Ich halte Ellas Antwort für überwiegend unzutreffend. Mal sehen, ob und wie jazzradio.com reagiert.
 
Ich halte Ellas Antwort für überwiegend unzutreffend. Mal sehen, ob und wie jazzradio.com reagiert.
Das ist jetzt nicht „Kritzel.fm“, „Stadt.fm“, „NEIS Radio“ oder „Radio Wellenbrandung“.
Mich würde es sehr wundern, wenn dort nicht alles rechtlich geklärt worden sei. Und die Radio Now LLC (jazzradio.com) wird Anfragen aus Ländern, von denen sie nicht genau wissen, wo sie liegen, kaum interessieren.
 
@Ralle_Köln
Hast Du in Deine Kugel gekuckt, oder woher weißt Du, wie meine Kommunikation mit jazzradio.com verläuft? Ich habe seit Jahren sehr gute Kontakte zu den Machern von jazzradio.com. In diesem Fall haben sie mir detailliert mitgeteilt, wie sie mit Kopisten umgehen. Natürlich schreibe ich hier nicht alles rein, was ich mit den Amerikanern bespreche, dazu zählen insbesondere juristische Fragen. Egal ob das Vorgehen von Ella justiziable ist oder nicht: Ich bevorzuge das Original ohne permanente Ella-inserts und nerviger Werbung sowie streams mit 320 KBit MP3.
 
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