Empfangssituation im und um das Grenzgebiet Brandenburg-Sachsen

Eine einzige Schönebergfunzel konnte ich vor einigen Monaten hier bei Leipzig empfangen, und zwar die 104,1, als sie noch mit lulu.fm sendete. Ging aber nur im hochempfindlichen TEF6686, denn aus ähnlicher Richtung drückt hier auch MDR Kultur auf 104,0 noch sehr stark rein. Der TEF6686 macht das aber.
Wie auch immer es diese Funzel zu mir geschafft hat, die Antennen dort sind doch ziemlich niedrig.

Wer ein bisschen Geld aufbrinngen kann und Interesse hat, sollte sich den TEF gern mal genauer anschauen. Er vereint all dies, was in Autoradios oft Standard ist und das im Taschenformat mit USB-C Ladebuchse. Trennscharf, sehr empfangsstark und robust verarbeitet. Sehr zu empfehlen, auch mit den tollen Anzeigemodi.
 
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Interessant finde ich auch die 91.1. Vor wenigen Wochen konnte ich nahe Elsterwerda in einem VW-Autoradio einen tschechischen Sender empfangen. Möglicherweise R-Zurnal vom Klet' (um die 300 km Luftlinie!), der nicht weit weg von dem Dreiländereck DE/AT/CZ ist. R.SA aus Torgau und Radio Dresden aus Gompitz betreiben auf der Frequenz Minifunzeln, Antenne Brandenburg aus Casekow in der Uckermark einen größeren Sender. Interessant, das liegt wohl auch an der Topographie.
 
Das ist richtig, fmscan.org zeigt ja auch wirklich einen großen Schatten in Richtung Polen. Casekow geht also auch nicht gut nach Süden. Auch bei schwächeren Frequenzen des Alex. Brauchbar sind höchstens noch die 95.8, 97.7 und 99.7 in normalen Radios, wenn man die Füllsender ausblendet. Alles andere wird größtenteils von den Bergtürmen "gefressen". Beispiel RTL: 93.6 vom Buková hora, 104.6 vom selben Berg + Collmberg und 105.5 von Geyer + Löbau.
 
Dlf Kultur auf der 106.7 vom 413 m hohen Keulenberg bei Pulsnitz ist mit nur 0.5 kW auch reichweitenstark und wird im Gebiet eher mehr bevorzugt als die auch vom Buckova hora gestörte 90.8 aus Calau oder die schwache Stadt- und Ballungsraumfrequenz 93.2 aus Wachwitz.

Die Finsterwalder Füllfrequenzen für 104.6 RTL und 94.3 rs2 sind hingegen ein Witz. Keine paar Kilometer entfernt schon durch Gallunberg und Wiederau auf den Nachbarfrequenzen gestört.
 
Beim Thema Netzabdeckung ist eher der rbb das Problem:
Ja, weil ers versäumt hat UKW Füllsender an den kritischen Stellen aufzustellen. Das ist die einzige mir bekannte Rundfunkanstalt, deren UKW Netze fast ausschließlich nur aus Grundnetzsendern bestehen und die sind oft auch nicht wirklich stark oder kollidieren mit Nachbarfrequenzen aus dem Ausland, besonders im Süden.
Selbst in Ost-Berlin betreibt er keinen UKW Füllsender als Unterstützung zu den Scholzplatzfrequenzen, ähnlich wie das zum Beispiel in Österreich beim Standort Wien Himmelhof als Ergänzung zum Hauptsender Kahlenberg gemacht wird.

Die Qualität des Ausbaustandes des rbb ist auf UKW etwa mit der des 2. Bundesmuxes (auf gesamt Deutschland bezogen) vergleichbar.

Zum Glück gibts ja den 10B auf DAB+.
Hätte der rbb die Standorte dort alle auch auf UKW gehabt, wäre dessen Versorgung weit besser gewesen.
 
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Ja, weil ers versäumt hat UKW Füllsender an den kritischen Stellen aufzustellen.
Da, wie Mischpult geschrieben hat, die äußersten Ecken Brandenburgs nicht wirklich besiedelt sind, anders als im Berliner Ballungsraum. Vielleicht war dem rbb das egal. Aber in diesen äußersten Ecken leben auch nette Leute.

Das ist die einzige mir bekannte Rundfunkanstalt, deren UKW Netze fast ausschließlich nur aus Grundnetzsendern bestehen [...]
Vielleicht weil Brandenburg nur aus Flachland besteht, dachte man, dass z.B. Calau reicht, um den gesamten Süden gut abzudecken. Da hatte man wirklich einen Fehler gemacht, und so bestehen die Probleme bis heute, zumal man auch DAB+ nur in Schneckengeschwindigkeit ausbaut.

Zum Glück gibts ja den 10B auf DAB+.
So gut deckt er Brandenburg nun auch nicht ab. Schau dir mal diese Empfangskarte an und vergleiche mal den 10B mit den Muxen vom MDR und vom NDR. Sagt viel mehr nur den aktuellen Zustand des rbb aus. NDR Mecklenburg-Vorpommern: Krass, wie viel sich der NDR für den DAB+-Ausbau in diesem dünn besiedelten Bundesland leistet.
 
Da, wie Mischpult geschrieben hat, die äußersten Ecken Brandenburgs nicht wirklich besiedelt sind, anders als im Berliner Ballungsraum. Vielleicht war dem rbb das egal.
Ich erinnere mal an den Brand des Sendemastes im Calauer Funkturms im April 2011, welcher zur Folge hatte das auf den angestammten Frequenzen wochenlang nicht gesendet werden konnte. Es dauerte damals nur ganze zwei Tage bis erste Ersatzfrequenzen freigegeben waren. Soll heißen, es gab (und gibt) sehr wohl koordinierte "Füllfrequenzen". Man war und ist beim rbb nur nicht willens diese auch zu nutzen bzw. scharf zu schalten.

zumal man auch DAB+ nur in Schneckengeschwindigkeit ausbaut.
Der geplante Füllsender des rbb in Senftenberg soll nach aktuellem Stand bis Ende des Jahres aufgeschaltet werden. Dann sollte sich zumindest das DAB-Empfangsproblem des rbb im Süden Brandenburgs deutlich relativiert haben.
 
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So gut deckt er Brandenburg nun auch nicht ab.
Naja, soo schlecht ist das da jetzt auch nicht suf der Karte. Die Abdeckung dort ist doch schon wirklich gut, ganz im Gegensatz zum BRB Privatmux auf 12D.
Mag sein, dass es da noch kleinste Lücken vielleicht gibt, aber das ist nix im Vergleich zu den Zonen, in denen UKW stark verzischelt/gar nicht mehr zufriedenstellend zu empfangen ist.
Ich war schon mehrmals in Brandenburg unterwegs, und kann das etwas einschätzen. Will man da den rbb abseits des Berliner Speckgürtels gut hören, macht man das am besten auf DAB+.
Selbst hier auf sächsischer Seite ist der rbb bedeutend besser über DAB+ zu empfangen, als über die UKW Großsender Belzig und Calau.
Das ist so auch eher die Ausnahme als die Regel.

Ich bin ja mal sehr gespannt, wie sich der Empfang im Raum Dresden verändern/verbessern wird, wenn Senftenberg irgendwann dazu kommt.
War da nicht auch mal was in Elsterwerda geplant? Vom gleichen Standort kommt ja auch 104.6 RTL auf einer 500W Funzel.
Diese ist sogar noch bis ins nördliche Chemnitzer Umland hörbar, ich empfing sie einst bei Mittweida und staunte nicht schlecht, wie gut sie da noch reinkam.

Dann sollte sich zumindest das DAB-Empfangsproblem des rbb im Süden Brandenburgs deutlich relativiert haben.
Das hat es doch jetzt auch schon an vielen Orten. Mit Herzberg 5KW, Calau 10KW und Cottbus 1KW erreicht man schon viel mehr indoor, als mit UKW.
 
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Die Abdeckung dort ist schon wirklich gut, ganz im Gegensatz zum BRB Privatmux auf 12D.
Also "gut", das kann ich nicht sagen, wenn ich auf die Karte schaue. Sachsen besteht ja mehr aus Hügeln, liegt höher als Brandenburg und da ist der Empfang kein Wunder, ich denke, das verbindest du mit "gut". Aber gleich in den südlichen Ecken Brandenburgs ist alles wieder flach. Weder Herzberg noch Calau kommen da in den Raum Elsterwerda/Lauchhammer. Auch in Spremberg sieht es nicht so gut aus. Senftenberg wäre also ein guter Standort.

Aber ansonsten sehe ich auf der Karte weitere, große Lücken. Storkow/Mark, Lieberose, Guben, Strausberg, Rathenow, Lenzen, und ganz besonders um Rheinsberg, Neuruppin und Lindow. Ist ein Armutszeugnis für eine ÖR-Anstalt. UKW ist laut fmscan in den meisten dieser Ecken auch nicht besonders dicke.

Vom gleichen Standort kommt ja auch 104.6 RTL auf einer 500W Funzel.
Diese ist sogar noch bis ins nördliche Chemnitzer Umland hörbar, ich empfing sie einst bei Mittweida und staunte nicht schlecht, wie gut sie da noch reinkam.
In den höheren Lagen nördlich von Dresden kommt sie im Auto sogar noch mit RDS an.

Das hat es doch jetzt auch schon an vielen Orten. Mit Herzberg 5KW [...]
Dem stimme ich zu. Ist sogar in Torgau noch sehr gut.
 
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Also "gut", das kann ich nicht sagen, wenn ich auf die Karte schaue. Sachsen besteht ja mehr aus Hügeln, liegt höher als Brandenburg und da ist der Empfang kein Wunder, ich denke, das verbindest du mit "gut".
Nein, so meinte ich das nicht. Ich hab mich auf den gesamten Versorgungsgrad überall in Brandenburg bezogen. Der ist recht ordentlich, vor allem wenn man bedenkt, wie stiefmütterlich der rbb DAB+ jahrelang behandelt hat.
 
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Da, wie Mischpult geschrieben hat, die äußersten Ecken Brandenburgs nicht wirklich besiedelt sind, anders als im Berliner Ballungsraum.

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Hier nochmal als Karte mit Daten auf Basis eines 10-km-Gitters in der Darstellung der Statistischen Ämter (Zensus 2022, https://atlas.zensus2022.de/). Die Skala ist etwas ungeschickt: das ganz dunkle Blau beginnt ab 80.000 Einwohner im Kästchen. Berlin liegt aber noch deutlich darüber: in der Innenstadt leben in einem Kästchen (Fläche jeweils 100 km²) 951.000 Menschen. Im Brandenburger Umland bis zu 120.000 Menschen. In Südbrandenburg gibt es ein Kästchen, da leben auf der gleichen Fläche ganze 851 Menschen (= 8,5 Menschen pro Quadratkilometer). In dem Kästchen mit dem Drei-Länder-Eck Brandenburg/Sachsen-Anhalt/Sachsen leben sogar nur 7 Einwohner pro Quadratkilometer. Wenigstens etwas dichtere Besiedlung (> 100 Einw./km²) gibt es in Südbrandenburg nur im direkten Umfeld von Cottbus, Senftenberg, Elsterwerda, Finsterwalde, Lübbenau und Spremberg.
 
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Und da ist sie schon wieder, diese etwas suspekt wirkende Aussage die klingt wie: Wozu sollen wir da vernünftig versorgen, da wohnt doch keiner. Wenn ich nach Sachsen schaue, wieviele teils völlig unnötige Füllsender dort von verschiedensten Programmen in Betrieb genommen wurden, sollte man sich beim rbb mal Gedanken machen, ob diese Strategie vielleicht doch die falsche ist. Einen Aspekt unterschlägt zudem diese Grafik, die rein von Einwohnerzahlen, sprich dort behördlich gemeldeten Bewohnern, ausgeht. Senftenberg, mittlerweile durch seinen See (der geflutete ehemalige Tagebau Niemtsch) eine der Touristenhochburgen im Süden Brandenburgs. Lübbenau, Tor zum Spreewald, ebenfalls Brandenburger Touristen-Hochburg. Finsterwalde, größte Stadt in Elbe-Elster und durch ihr Sängerstadt-Getue ebenfalls bei Touristen nicht unbeliebt. Da sind überall tagtäglich deutlich mehr Menschen unterwegs als behördlich gemeldet sind. Kurzum, es hat durchaus Gründe warum fast überall in der Republik, ausser im Dunstkreis des rbb, die Empfangsmöglichkeiten so ausgebaut wurden, wie man sie ausgebaut hat. Hier und da wars zu viel, keine Frage, siehe mdr. Beim rbb war und ist es aber deutlich zu wenig.

War da nicht auch mal was in Elsterwerda geplant? Vom gleichen Standort kommt ja auch 104.6 RTL auf einer 500W Funzel.
Der Mast war im Ursprung ein Füllsender fürs rbb-Fernsehen, welcher mit dem Ende des analogen TV sang- und klanglos abgeschaltet wurde. Er war bei der BNetzA mal für den privaten Brandenburger DAB-Mux koordiniert. Ob das noch so ist, kann ich im Moment nicht sagen. Da sich in absehbarer Zeit bei den Privaten in Brandenburg in Sachen DAB+ vermutlich nochmal was verändern wird, könnte der Mast dort aber durchaus noch eine Rolle spielen. Ich will hier aber keine bisher noch "ungelegten Eier" öffentlich breit treten.
 
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Weiß eigentlich jemand, wie gut die UKW Frequenzen vom Collm nach Südbrandenburg reingehen?
Die 105.9 konnte ich letztens in Jüterbog im Autoradio empfangen, klar und mit RDS. Ich könnte mir vorstellen, sogar noch stärker als die Frequenzen des rbb24 Inforadios.

Das trennscharfe VW-Autoradio brachte den Collmberg sogar auch in der Radiostadt Königs Wusterhausen sehr hörbar. Nicht nur die 105.9, auch die 104.7 von Hitradio RTL war hörbar, die 104.6 machte der Frequenz überhaupt keine Probleme. Sogar noch stärker als die 105.2 aus DD-Wachwitz (die dort allerdings von einem Lokalsender aus Königs Wusterhausen von der Nachbarfrequenz 105.1 gestört war).
 
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Oh soweit hoch noch?
Cool.
Der einzige Sachsenempfang, der mir dort in der Nähe mal gelang, war die 100,4 von MDR Sachsen in der sorbischen Regionalversion aus Hoyerswerda, empfangen in Teltow. Ist aber schon ewig her.
An sich aber nicht wirklich verwunderlich, die Berliner Frequenzen gehen umgekahrt ja auch noch schwach bis hier her.

Jetzt wärs noch interessant, wie weit der Collm noch bis Cottbus oder Frankfurt/Oder geht (ob es da wohl eine Zone gibt, wo sich MDR Aktuell und Paradiso in die Quere kommen?) In der Lausitz bei Bautzen sind die Frequenzen noch wahrnehmbar. Hitradio RTL auf 104,7 kämpft dort bereits gegen einen polnischen Gleichkanal.
 
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Wie ist eigentlich mit dem Collm auf der 105.9 (MDR Info )von Hoywoy, in Richtung Weißwasser. Dort ist doch die 106.0 für Radio Zachod aktiv.
 
mdr aktuell hat sowohl in Weißwasser als auch in Hoy Stützfrequenzen. Der Collmberg kommt dort so oder so nicht mehr an.
 
Inzwischen habe ich eine Vermutung für den Grund, dass es so viele Füllsender für 104.6 RTL und 94.3 rs2 in Südbrandenburg gibt, nämlich um Stammhörer nicht auf Dauer zu verlieren, die die Sender durch später aufgeschaltete Nachbarkanäle (Hoyerswerda 94.2, Oschatz 104.7) nicht mehr empfangen konnten.
 
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