Frage zu Netzwerk im Studio


Moderator

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Es ist zwar klassisch eine Computer-Frage, aber sie betrifft mein Studio, und deshalb erlaube ich mir, diese Frage hier zu stellen.

Meine drei Studio-Rechner sind (ältere) Windows-PCs. Zwei mit XP und einer mit Windows 7, was für meine Zwecke vollkommen ausreicht. Alle drei Rechner und einer, der als Server fungiert, sind über den gezeigten Switch (Allnet ALL 0460) miteinander verbunden, sodass ein kleines Netzwerk entsteht. Jedem dieser Rechner muss ich dazu von Hand eine IP-Adresse zuweisen. Bis dahin funktioniert alles einwandfrei.

Nun soll einer dieser Rechner ins Internet. Verbinde ich den Uplink des Switches mit dem LAN-Ausgang an der Fritzbox, muss ich dem Rechner sagen, dass er die IP-Adresse automatisch beziehen soll. Dann kommt er zwar ins Internet, findet die anderen Rechner in seinem Netzwerk aber nicht mehr und wird auch nicht mehr gefunden. Ich habe aktuell also die Wahl zwischen Internet und Intranet.

Ihr merkt: Ich bin kein Netzwerkprofi, und ich kenne leider auch keinen. Deshalb die Frage an die Experten hier: Was muss ich wo wie einstellen, damit einer der Rechner aus dem Intranet auch ins Internet kommt und trotzdem gefunden wird? Zu dem Switch habe ich leider keine Doku und auch keine gefunden.
 

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kojak

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Es ist ganz einfach: Die Fritzbox vergibt automatisch Deinem Rechner eine IP-Adresse aus dem IP-Bereich der Fritzbox (192.168.178.xxx). Du hast manuell Deinen Rechnern wahrscheinlich einen anderen IP-Bereich gegeben (192.168.1.xxx). Die Rechner die miteinander kommunizieren sollen, müssen aber in einem IP-Bereich sein, oder könnten über einen Router kommunizieren den Du jetzt vermutlich nicht hast.
Lösung: Stelle am Besten alle Rechner auf DHCP (Automatik) um und sie erhalten eine IP-Adresse von der Fritzbox. Damit könnten sich alle Rechner mit dem Internet verbinden. Wenn Du das nicht möchtest, kannst Du im Portal der Fritzbox den Rechnern den Zugang zum Internet sperren (Kindersicherung Fritzbox).
Als weitere Lösung könntest Du auch den "nicht Internetrechnern" manuell eine IP-Adresse aus der Fritzbox-IP Range geben z.B. 192.168.178.240 - Subnetz 255.255.255.0 Gateway = Leerlassen. Dadurch können die Rechner untereinander Kommunizieren, aber nicht in ein anderes Netzwerksegment = Internet.
Ich hoffe das verständlich rübergebracht zu haben aber so geht es.
 

goessi

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Sorry das ich mich einmische, doch ich würde weder mit Windows 7 und schon gar nicht mehr mit XP ins Internet gehen da beide Betriebssysteme keine Sicherheitsupdates mehr bekommen.

Bei der Fritzbox kann man auch einstellen dass die Geräte zwar Dynamisch (per DHCP) ihre IP Adresse bekommen, diese aber immer gleich ist. Siehe Punkt 2:
 

Moderator

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Vielen Dank für diese beiden Antworten, die mir schonmal weiterhelfen.

Mit XP gehe ich nicht ins Internet. Nur mit 7, aber auf kurz oder lang steht da auch eine Neuanschaffung an. Ansonsten laufen eher ältere Programme darauf, die einwandfrei funktionieren und unter neuen OS-Versionen wohl nicht mehr laufen dürften. Aber das ist ein anderes Thema.

@kojak: Ja, bislang haben sie 192.168.1.1 bis 192.168.1.4
Ich würde das dann umstellen auf 192.168.178.1 bis 4. Bei den anderen Rechnern, die mit im WLAN sind (Büro-PC, Laptop, Handy...) würde ich die dynamische Vergabe der IP so belassen, denn die sollen ja nach wie vor ins Internet.

Die Rechner die miteinander kommunizieren sollen, [...] könnten über einen Router kommunizieren den Du jetzt vermutlich nicht hast.
Was müsste das für einer sein, und wo und wie müsste er angeschlossen werden?

Wenn ich das richtig verstehe, brauche ich den Allnet-Switch gar nicht mehr. Die Fritzbox würde dann als Switch fungieren. Korrekt?
Müssen dann alle Studio-Rechner an die LAN-Ausgänge der Fritzbox angeschlossen werden? Da sind nur 4 Ausgänge, was also gerade so reichen würde. Kann man das ggf. erweitern?
Sind dann alle Studio-Rechner nach wie vor in derselben Workgroup? Bislang muss ich unter Windows im "Heimnetzwerk" ja einen Namen für eine Workgroup vergeben, in der sich alle Rechner befinden (bei mir "STUDIO"). Dann sind auf ihnen verschiedene Ordner freigegeben, damit sie von den anderen Rechnern gefunden werden können.
Brauche ich an irgendeiner Stelle gekreuzte Netzwerkkabel, oder reichen normale aus?
 
Zuletzt bearbeitet:

goessi

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Also ich würde hier eher früher wie später eine ablöse für Win 7 angehen.

Ich würde zuerst prüfen ob die Hardware vielleicht auch ein Win 10 (das Update ist nach wie vor kostenlos) schaffen würde.
Wenn ja, könnte man ein Acronis Image erstellen, und dann ein Update auf Win 10 wagen, meiner Erfahrung nach laufen so ziemlich alle Programme die unter 7 gelaufen sind auch unter Win 10. Notfalls könnte Win 7 auch in einer Virtual Box laufen.

Alternativ könnte man sich auch Linux ansehen...

Zum Netzwerk:
Den Switch könnte man sich sparen wenn man mit den 4 Ports der Fritzbox auskommt.
Ein Switch ist im Prinzip nicht anderes wie eine Mehrfachsteckdose nur halt fürs Netzwerk.

Bei der Vergabe von fixen IP Adressen wäre ich zumindest mit der IP 192.168.178.1 vorsichtig da diese die Fritzbox auch selbst nutzen könnte. Ich würde wie vorher erwähnt (wenn die Fritzbox das kann) alles auf DHCP (Dynamisch) lassen und die fixen IP Adressen per Fritzbox den Geräten zuweisen. Dies hätte den Vorteil wenn sich einmal der Netzbereich ändern sollte (zb. auf 10.0.0.x) können die Geräte weiter Kommunizieren ohne das etwas umgestellt werden muss.

Bezüglich Workgroup, das ist Windows Standard, und andere Rechner hast du bisher wahrscheinlich nur nicht gesehen weil du eben für ein Studio einen anderen Netzbereich genutzt hast wie die anderen Geräte im Netzwerk. Es kann also leicht sein dass nun alle Geräte sichtbar sind.

Gekreuzte Netzwerkkabel braucht man in der Regel nur wenn man 2 PCs direkt miteinander verbinden möchte. Sobald ein Switch oder Router dabei sind sind diese nicht notwendig.
 

kojak

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Oha ist ne größere Sache, wo fange ich an. Ich schließe mich den Aussagen von goessi an.
1. ganz wichtig! Die Fritzbox hat die IP-Adresse 192.168.178.1 somit darfst Du keinem anderen PC diese Adresse geben.
2. In der Fritzbox siehst Du im Netzwerk die vergebenen IP-Adressen. Unter den Netzwerkeinstellungen - IP-Adressen - IP-Einstellungen siehst du den DHCP Bereich. Adressen in diesem Bereich werden automatisch vergeben. Alle anderen könntest Du statisch vergeben. Mein Tip: Lasse den Rechner auf Automatisch und wenn erforderlich wähle beim Netzwerk und dem erkannten PC "Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen."
3. Die Fritzbox ist mit den 4 LAN-Ports ein Switch. Reichen diese nicht aus, kannst Du den Allnet mit dem Uplinkport an einen der LAN-Ports anschließen und so das die Anzahl der LAN-Ports erweitern (= Mehrfachsteckdose)
4. Die erkannten PC's die nicht ins Internet sollen in der Fritzbox die "Kindersicherung" aktivieren und dem PC ein Profil zuweisen, dass keinen Internetzugriff erlaubt. = Die Rechner können untereinander kommunizieren aber nicht ins Internet.
5. Die Workgroup ist nur ein Logischer Name. Ja im Heimnetz kann man einfacher Freigaben erzeugen. Technisch wäre es meiner Meinung nach egal. Wenn Du von einem PC auf Freigaben des anderen zugreifen möchtest muss der gleiche Username mit dem gleichen Passwort auf den jeweiligen PC's angelegt sein. Sichtbar / erreichbar sind alle PC's in einem Netzwerksegment. Es gibt keine Firewall dazwischen die das Verhindern könnte. Wenn Du Die Studiorechner in die WG Studio legst würdest vermutlich Du in der Netzwerkübersicht 2 Workgroups mit den darin befindlichen PC's sehen. NW-technisch ist das aber egal.
6. Gekreuzte LAN-Kabel werden nur für die direkte Verbindung zw. 2 PC's benötigt. Schließt man 2 Switche mit einem LAN-Kabel aneinander, drehen diese entweder elektronisch die PIN's oder man nutzt den Uplink Port.
7. Win7 ist immer noch updatebar auf Win10.

Ich hoffe Du kannst was damit anfangen - viel Erfolg.
 

Moderator

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Danke für die ausführlichen Antworten! Ich bin zeitlich gerade etwas eingeschränkt, weil ich mich tagsüber viel ums Baby kümmern muss und es nicht aus den Augen lassen kann. Außerdem lässt mich einer der Studio-PCs gerade im Stich. Den muss ich erst wieder flott kriegen. Aber ich versuche, mich am Wochenende mit der Sache zu befassen und melde mich zurück, sobald ich was berichten kann.
 

Wombel

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Hab jetzt nicht alles gelesen, aber schon einmal an einen KVM-Switch gedacht?

KVM-Extender - KVM-Switches - LCD-Konsolen und KVM ...

https://kvm-switch.de

Also nur ein Monitor, eine Tastatur, eine Maus. Und man kann zwischen den Rechnern hin- und herschalten.
Mit Windows ME und XP klappte das. Über Netzwerk verbunden. Aber im Netzwerksetup "Internet" angegeben, obwohl nicht ans Internet angeschlossen. Es gibt da aber ein Skript, das man per Ikon auf dem Desktop anklicken kann, und damit wird die jeweils gewünschte Netzwekkonfiguration ausgewählt, die man vorher eingerichtet hatte. Probleme gibt es wahrscheinlich nur, wenn die Hardware/bzw. Betriebssysteme zu "weit" auseinanderliegen.
Mit Win10 habe ich es noch nicht ausprobiert.
"...Ein schnelles Umschalten zwischen unterschiedlichen Netzwerkkonfigurationen erreichst du, indem die gewünschten Netzwerkeinstellungen in einer Textdatei gespeichert werden und diese dann durch den Befehl Netsh in einer Batchdatei per Mausklick aufgerufen werden..."
 
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Moderator

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So. Wochenende ist rum, und inzwischen bin ich schlauer.

Danke an @kojak für die ausführlichen Erklärungen! So hat's geklappt! Ich habe den Studio-PCs über die Fritzbox jetzt 192.168.178.10x zugewiesen. Die XP-Rechner haben sich von selber wieder gefunden. Die Windows 7-Kiste musste ich von Hand neu konfigurieren und die Ordnerfreigaben neu einrichten. Das funktionierte unter XP etwas einfacher, finde ich.

Den Allnet-Switch habe ich jetzt über den Uplink mit der Fritzbox verbunden, weil es mir praktischer erschien, nur ein langes Kabel zu verlegen anstatt vier lange aus dem Studio bis zum Anschluss an die Fritzbox.

Nebenbei habe ich durch diese Sache gelernt, dass ich meinen Büro-PC, weitere PCs sowie einen Drucker auch über dieses Netz betreiben und dort ebenfalls Ordner freigeben kann, auf die ich vom Studio aus zugreifen kann. Das kann auch für andere Zwecke praktisch sein.

Also, nochmal vielen Dank besonders an @kojak und @goessi! An den veralteten Betriebssystemen will ich übrigens festhalten, weil darauf Programme laufen, die auf einem 64 Bit-System nicht laufen würden. Und in moderne Rechner würde ich Teile der Hardware (z. B. Terratec Phase 28 oder ESI Juli@) wohl nicht mehr reinbekommen.
 
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