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Funkhaus Weimar: Saal 1 wieder in Betrieb

senderweimar

Benutzer
Hallo zusammen,

der historische Saal 1 im alten Weimarer Funkhaus ist wieder zurück im Dienst der Musikproduktion. Letztes Wochenende nahm dort das Thüringer Bach Collegium seine neue CD auf. Fotos folgen.
Auch nach 36 Jahre Pause, Plünderung und Vandalismus klingt der Saal immer noch hervorragend. Alle Beteiligten waren und sind begeistert.
Vielleicht könnte jemand aus dem Forum Frau Herzog die Info weitergeben. Wäre super !

Gruß aus Weimar
 
Zuletzt bearbeitet:
Das sind großartige Neuigkeiten! Ich habe soeben Frau Herzog angerufen - sie kann sich spontan nicht erinnern, ob sie den Saal gemacht hat oder jemand anderes. Es waren später dann im RFZ weitere Leute mit sowas betraut, u.a. Herr Kaulfuß. Ob er noch lebt, weiß sie nicht, sie will versuchen, ihn morgen zu erreichen. Sie hat einfach in zu vielen Funkhäusern kleinere und größere Projekte gemacht, so dass ihr nach einem halben Jahrhundert oder länger die Details teils fehlen. Die Unterlagen sind mit dem Ende des RFZ auch fast komplett untergegangen.

Aber in Weimar war sie auf jeden Fall irgendwann für irgendwas:

Anhang anzeigen Gisela Herzog - Arbeit fuer DDR-Regionalstudios.mp3

Unabhängig davon, ob Frau Herzog für den Saal gearbeitet hat oder nicht, sie freut sich auf jeden Fall, dass der Saal wieder seiner Bestimmung entsprechend verwendet wird.

Du hattest mitbekommen, dass Gisela Herzog am 23.4.2026 100 Jahre alt geworden ist?



Wann wurde der Saal eigentlich so ausgestattet, wie er bis Anfang der 1990er Jahre stand? War das 60er Jahre? Oder zweites Drittel der 1950er Jahre?

Ist die vierte Wand frei geblieben (also Tageslicht) oder wurde da wieder ein dem ursprünglichen Zustand nahe kommender neuer Wandaufbau installiert?

Der Saal in Weimar, Zustand vor der Zweckentfremdung (der MDR hatte 1991/92 nach Übernahme des Betriebs ein Großraumbüro draus gemacht und dafür auch eine Akustikwand entfernt, um wieder Tageslicht zu bekommen) und vor der vorsätzlichen weitgehenden Zerstörung des Gebäudes und seiner Inneneinrichtung in den Jahren ab ca. 2000:

Sender Weimar - Saal 1.jpg

Sender Weimar - Saal 2.jpg

Die Fotos stammen aus der Sammlung erhalten gebliebener Relikte von Gisela Herzog.
 
Bis auf die vom MDR entfernte Nordwand ist dieser Zustand immer noch derselbe. Die akustischen Einbauten dürften aus der letzten Saal-Reko 1975/76 sein. Danach wurde meines Wissens nur Ende der 1980er Jahre noch eine neue Saalregie nebenan im alten DEFA-Studio gebaut. Dann kam die Wende, der MDR und es war aus mit eigenen Produktionen in Saal 1. Vom Verfall, Vandalismus und Plünderungen blieb der Saal bis auf leichte Beschädigungen zum Glück verschont.

Trotz der fehlenden Wand ist der Klang immer noch ausgezeichnet. Der Tonmeister war begeistert, die Musiker auch. Selbst meine während der Session gedrehten Videos klingen absolut super. Ohne jegliche Nachbearbeitung.

Saal 1 in Weimar dürfte der letzte überlebende Saal der Bezirksfunkhäuser der DDR sein. Leipzig weg, Dresden weg, Halle ?, Meck-Pom ?, Cottbus ?
Wer Infos hat, gerne hier reinschreiben.

Als Anlage die Fotos vom Wochenende.

Wann wurde der Saal eigentlich so ausgestattet, wie er bis Anfang der 1990er Jahre stand? War das 60er Jahre? Oder zweites Drittel der 1950er Jahre?

1975/1976

Ist die vierte Wand frei geblieben (also Tageslicht) oder wurde da wieder ein dem ursprünglichen Zustand nahe kommender neuer Wandaufbau installiert?

Ist frei, Tageslicht soll genutzt werden. Die Wand soll aber weitestgehend (bis auf die Fenster) wieder rekonstruiert werden.

Den 100. von Frau Herzog habe ich mitbekommen. Wow !!!
 

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Wunderbar!

Der Regieplatz (?) ist eines der einstigen Sende-/Produktionsstudios aus der Zeit von MDR Thüringen?

Falls die blauen Elemente im Saal schall(teil)durchlässig sein sollten: Vorsicht bei einer neuen farblichen Behandlung. Nicht dass sich dadurch der frequenzabhängige Absorptionsgrad ändert.

In Gera im Haus der Kultur (KuK) hat man irgendwann die nicht mehr schön weißen Deckenplatten offenbar mit der Farbspritzpistole wieder optisch hübsch gemacht. Das sind aber so Gipsstuck-Lochplatten ("Waffelplatten") mit Wolle drüber und Rieselschutz dazwischen. Der ist nun zugejaucht mit Farbe und lässt nichts mehr durch. Die Foyers klingen bei regem Publikumsverkehr dann halt auch wie eine Bahnhofshalle. Die gedämpfte Akustik ist nicht mehr da.

Nun ist das in Weimar ein ganz anderer Aufbau, aber dennoch von mir der Hinweis: Vorsicht bei farblichen Beschichtungen, wenn die Fläche noch andere Aufgaben als reflektierende Schallzerstreuung oder Plattenschwinger für den unteren Frequenzbereich hat.
 
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Der Regieraum ist der Rest des (ganz alten) Sprecherraums 2. Wurde später zum Selbstfahrerstudio.
Natürlich alles geplündert und demoliert.

Dank für die Info mit der Farbe ! Werde das weitergeben.
Für die Reko wäre das Buch von Steinke/Herzog enorm wichtig. Ich komme aber nicht mehr so richtig ran. Habe gestern nochmal die Druckerei angeschrieben. Gibt es noch andere Bezugsquellen ?
 
Natürlich alles geplündert und demoliert.
Da hatte offenbar jemand genau wie in Block E in der Nalepastraße festgestellt, dass die Fenster Metallrahmen haben...

Wegen des Buches... so richtig "Arbeitsanleitung" für andere Räume ist das ja nicht, eher eine Zustandsbeschreibung der Räume in Block B Nalepastraße über die Jahrzehnte. Gerhard Steinke hat das bis zuletzt noch mit der Druckerei schrittweise aktualisiert (die Druckerei hat die Änderungswünsche immer ins PDF eingearbeitet, also waren größere Umbauten im Layout nicht mehr möglich). Die finale Version nach dem Ableben von Gerhard Steinke beinhaltet laut Gisela Herzog eine dreistellige Anzahl an (kleineren) Fehlern, ich vermute aber, dass es da zu keiner Änderung mehr kommen wird.

Soweit mir bekannt, druckt Herr Richter immer einige Exemplare nach, wenn entsprechend Bestellungen reinkommen. Frau Herzog wollte sowieso mit ihm reden, ich melde Dein Interesse noch mal zu ihr.
 
Danke ! Herrn Richter hatte ich gestern angeschrieben.
2 Exemplare möchten wir auf jeden Fall.

Ich sehe das Buch als Wissenspeicher. Auf jeden Fall gut das es sowas gibt.
 
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