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Gekürzte Musiktitel

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Zwar ist es mitunter ärgerlich wenn ausgerechnet ein persönlicher Favorit daran glauben muss, aber fehlt mitten im Stück eine Stelle auf die ich "warte", dann ist das noch ärgerlicher.
Ich verkompliziere: Ausblenden bei einer "guten Stelle" im Refrain ist okay, Ausblenden inmitten der Strophe ist ärgerlich. Beim Kürzen durch Herausschneiden darf eine Stelle, auf die nicht nur Du wartest, natürlich nicht herausgeschnitten werden. Aber welch Schnibbel-Praktikant hat so viel musikalisches Verständnis? 🤔
 
da werden teilweise Titel von 4 Minuten Länge nach 1:30 Minuten abgewürgt
Schnippeln sie nun an den Songs rum oder würgen sie diese nur früher ab?
Ich fürchte, der Begriff des Kürzens birgt hier die Gefahr des Missverstehens, weil der Titel ja für den Hörer auch bei frühzeitigem Ausblenden kürzer wird. Vielleicht wäre der Begriff "schneiden" besser, um die hier gesuchte Praktik zu benennen und abzugrenzen.
Provokante Frage zum Backtiming: Was ist besser: einen Titel wegen Zeitmangel auszublenden oder einen auf die benötigte Zeit geschnittenen Titel einzusetzen?
Hm, ich halte die erste Variante für die bessere, wenn auch nicht für idial. Schade finde ich, dass kaum noch jemand in diesem Zusammenhang auf Instrumentals setzt. Dabei gäbe es in diesem Bereich auch heute noch jede Menge sich gut ins Gesamtbild einfügender Musik.
 
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Aber welch Schnibbel-Praktikant hat so viel musikalisches Verständnis? 🤔
Wahrscheinlich kaum einer.
Aber zum Glück ist das bei den Radiostationen meiner Wahl eher nicht die gängige Praxis.

Schade finde ich, dass kaum noch jemand in diesem Zusammenhang auf Instrumentals setzt.
Bei "Grüße und Musik" auf kommt es noch regelmäßig bei Bedarf vor. Sehr beliebt ist dabei "Oygene 4" von Jean-Michel Jarre.
 
WDR 4 nutzte schon vor über 15 Jahren gerne Robert Miles mit Children als Backtimer ein, der Inbegriff von Backtimer.
Bei NDR 2 fällt mir auf, dass dort anscheinend nur der erste Teil von Guns N' Roses - November Rain im Musikarchiv liegt, also die schnulzentaugliche erste Hälfe. Der rockige zweite Teil ist komplett weggekürzt, die vollständige Version habe ich dort in den letzten Jahrzehnten nicht gehört.
 
Das stimmt. Da bei den Sendern, die die Nachrichten nicht Punkt Voll senden müssen, ist das Planen ein Kinderspiel, da es durch vorgegebene Zeit-Slots so gut wie keine unwägbaren Moderations-Längen gibt.:D

edit: Instrumentals mit Fadeout (z.B. Oxygene 4) sind fürs Backtiming eher suboptimal.
 
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Auch NDR 1 Niedersachsen kürzt viele Titel und will einem noch weiß machen, das das der Hörer schätze (genauso wie die extrem kleine Playlist und die fehlende Moderation ab 18 Uhr). Dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk ist keinen Cent m
mehr wert.
 
Bei NDR 2 fällt mir auf, dass dort anscheinend nur der erste Teil von Guns N' Roses - November Rain im Musikarchiv liegt, also die schnulzentaugliche erste Hälfe. Der rockige zweite Teil ist komplett weggekürzt, die vollständige Version habe ich dort in den letzten Jahrzehnten nicht gehört.
In diesem Fall muss ich NDR2 in Schutz nehmen. Von diesem Titel gibt es sowohl eine "Radio edit"-Version (also die, die NDR2 spielt) und die komplette Albumversion. Da ist (ausnahmsweise) mal nichts gekürzt, obwohl NDR2 dafür auch bekannt ist.

Der SWR (1 und 3) verfährt in diesem Punkt genau so: Wenn Zeit ist, die lange Version, ansonsten das erwähnte "Radio edit".
 
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Gerade bei SWR1 RP fallen mir desöfteren "gekürzte" Versionen auf. Bei HR1 eher weniger, aber liegt dann wirklich am "Backtiming'".
Bei hr1 läuft Radio Gaga von Queen in einer geschnittenen Version. Da fehlt ab 4:08 über eine Minute und man blendet meist direkt nach dem Schnitt, der das outro einleitet, raus.
Das ist an sich schon nicht das, was ich von einem öffentlich-rechtlichen Radio erwarte. Aber besonders bedauerlich ist es, wenn solch eine Version dann bei Werner Reinke läuft. 😠
 
Bei den Lokalradios in NRW gab es schon immer gekürzte Versionen von Charthits.
Zumindest damals, als ich Lokalradio gehört habe, bis ca. 2010, haben die Lokalradios an sich verhältnismäßig wenig geschnitten. Was es aber in den Rush Hours mit langen Werbeblöcken gab, waren Kurzversionen von Titeln, die als letzter Song vor den Nachrichten liefen, damit nicht so viel Zeit von der lokalen Sendestunde abgeht. (Damals in der Playlist immer erkennbar am Ausrufezeichen hinter dem Titel.)
 
Ich empfinde verspätetes Ein-oder eher noch verfrühtes Ausblenden als deutlich besser und respektvoller gegenüber einem Stück als selbst die Schere da anzusetzen oder auch es schneller abzuspielen.
In älteren Hitparaden-Mitschnitten von ffn etwa kommt es oft vor, dass nur wenig gestiegene (und/oder vom Moderator wenig gemochte) Titel vergleichsweise kurz gespielt wurden und auch in der letzten Stunde der hr1-Song Connection ist man nicht selten mal früher aus einem Stück raus um möglichst viele der Wünsche unterbringen zu können (auch hier vor allem wenn der Moderator den Titel nicht in voller Länge auf die Hörer loslassen wollte).
 
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Bei AC Sendern mit hohem aktuellen Anteil ist kürzen kaum noch nötig, weil die Songs eh sehr kurz sind. Außerdem haben die meisten Produktionen ein Cold-End - da zeigen sich dann gute Radio-DJs. Kürzen ist fast nur noch im Backpool möglich - hier fällt es dem Musikfan natürlich besonders auf, wenn "Nothing Else Matters" als Kurzversion läuft. Die meisten "Normalhörer" haben andere Sorgen.
 
Lasst es doch die Sender entscheiden, ob sie kürzen, ausblenden, "mit Schere schneiden", pitchen etc. oder ausspielen.
Den normalen Hörer interessiert das überhaupt nicht. Und hier wird das zigfach erwähnte Kürzen vor allem gegen ABY eingesetzt. Immer wieder.

Wenn der Titel länger ist als die "vorgesehenen" Nachrichten oder die Werbung, dann werden Nachrichten/Werbung halt verschoben. Die kümmert das nicht. Würde ich mir bei anderen Sendern auch mal wünschen. Ist es wirklich so wichtig, dass die Nachrichten immer um "Voll" beginnen?
News müssen nicht immer um voll beginnen. Gibt auch 5 vor und so was Wichtig ist, dass sie verlässlich immer immer in der gleichen Taktung beginnen und nicht einfach beliebig je nach Musikstück mal so oder so laufen.
Den Bus möchte man auch nach Fahrplan haben und nicht nach Gutdünken des Fahrers bzw. "Musikredakteurs".
 
Weiß jemand hier, ob sich Titelkürzungen irgendwie auf die GEMA-Gebühren auswirken? Ich kenne mich da nicht so aus, wird ein nur angespielter Titel oder ein vom Sender veränderter Titel genau gleich behandelt wie ein voll ausgespieltes Originalstück?
 
Die GEMA rechnet minutengenau ab. Wenn von einem 4:30 Minuten langen Titel nur knapp 3 Minuten gespielt werden, erhält der Urheber eine geringere Ausschüttung. Der Sender spart allerdings nur Geld, wenn in den eineinhalb weggekürzten Minuten kein anderes GEMA-pflichtiges Werk aufgeführt wird.
 
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Ich empfinde verspätetes Ein-oder eher noch verfrühtes Ausblenden als deutlich besser und respektvoller gegenüber einem Stück als selbst die Schere da anzusetzen oder auch es schneller abzuspielen.
Volle Zustimmung. So ein Musiktitel ist ja kein persönliches Best Of, dass man aus verschiedenen Teilen des ganzen Stücks beliebig zusammensetzen kann.
auch hier vor allem wenn der Moderator den Titel nicht in voller Länge auf die Hörer loslassen wollte
Gut, da wiederum hab ich dann doch etwas Bauchschmerzen. Ich weiß nicht, ob sich der - Du weißt es - von mir ansonsten sehr geschätzte Moderator einer Wunschsendung (im erweiterten Sinne war die SC ja eine solche) da mit seinem persönlichen Empfinden, was auf die Hörer "loszulassen" geht, wirklich auf diese Art ins Musikprogramm einmischen sollte.
Den normalen Hörer interessiert das überhaupt nicht.
Ach je. Ich glaube, wenn wir das als Maßstab nehmen würden, worüber hier noch diskutiert werden dürfte, würde es hier sehr viel ruhiger, allein schon, weil den normalen Hörer in aller Regel ja noch nicht einmal dieses Forum interessiert.
 
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Den normalen Hörer interessiert das überhaupt nicht.
Möglich. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es da einige gibt die das Kürzen und Pitchen bemerken, und sich darüber auch ärgern, dieses aber nicht öffentlich machen.

Und hier wird das zigfach erwähnte Kürzen vor allem gegen ABY eingesetzt. Immer wieder.
Das liegt aber vielleicht auch daran, dass Antenne Bayern wegen jedem anderen Kleinkram ins Gespräch gebracht wird.
 
Ich brauche keine Stoppuhr, um zu erkennen, dass Antenne Bayern Weltmeister im kürzen und pitchen ist. Hugel (letzte Woche als neu verkauft) wurde dermaßen vergewaltigt, dass einem die Ohren bluten. Bei anderen Sendern - von WDR bis RTL - dauert der Song doppelt so lange. Aber das können Experten wie Matrix nicht wissen, wenn sie so verfangen in VW sind.

"Wir lieben Musik" ist ein schlechter Scherz.
 
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Bei SWR und HR sind mir noch keine gekürzten Songs begegnet.
Mir war aufgefallen, dass bei DASDING (vom SWR) Empire State of Mind von Jay-Z feat. Alicia Keys für gewöhnlich in einer besonderen Version läuft, bei der der Teil von Alicia Keys (»One hand in …« ) fehlt. Auf Nachfrage teilte mir ein Mitglied der Musikredaktion Ende März 2023 mit, den (Zitat) »Edit« habe man
selbst erstellt und die Albumversion ein wenig gekürzt.
 
Noch so ein grausames Kürzungs-Beispiel von hr1: Da wird immer bei "Lucky Man" von Emerson. Lake und Palmer das für den Song so charakteristische Moog-Solo von Keith Emerson geradezu blasphemisch und brachial gekürzt. Oder auch bei Genesis' "No son of mine" kennt man bei hr1 keine Hemmungen und kastriert die zweite Songhälfte so gnadenlos zusammen, dass es beim zuhören schmerzt. Klar, ein für das Radio-Airplay schon recht langer Titel aber trotzdem, dann besser gar nicht spielen.
 
Den Bus möchte man auch nach Fahrplan haben und nicht nach Gutdünken des Fahrers
Und ich hätte gern die Titel so, wie sie veröffentlicht worden sind, denn in der Regel haben sich Autoren, Komponisten und Künstler auch was gedacht bei ihrem Werk. Wenn sich das dem Musikredakteur, soweit überhaupt noch vorhanden, nicht erschließt, ist das nicht das Problem des Hörers. Deshalb:
Lasst es doch die Sender entscheiden, ob sie kürzen, ausblenden, "mit Schere schneiden", pitchen etc. oder ausspielen.
Nein, denn das ist nicht nur dem Hörer gegenüber unanständig, sondern auch ein reichlicher Frefel gegenüber den Künstlern. Aus meiner persönlichen Sicht ist nur das faden aufgrund von Nachrichten oder anderen wichtigen Ereignissen, von mir aus Verkehr oder ähnliches, akzeptabel. Kürzen und/oder pitchen von Titeln passiert zumeist ohnehin nur aus "niederen Beweggründen", um beispielsweise behaupten zu können das man die "meiste" Musik spielen würde. Das ist bei genauer Betrachtung zwar ebenso Unfug, denn eine Stunde hat nun mal nur 60 Minuten. Und ob ich in dieser Zeit nun 12 Titel spiele oder 20 ist völlig gleich. Es bleiben so oder so 60 Minuten Musik, Aber das ist dann wieder eine völlig andere Baustelle.
 
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Es ist nur eine Frage des "Backtimings".

SWR3, beherrscht das pefekt. Meistens endet der letzte Titel exakt vor der Werbung oder den Nachrichten. Und das schon seit Jahren. Es ist also hinzubekommen ohne Kürzen oder Ausfaden. Nur eine Sache des Willens.

EDIT: Und wieder hats geklappt....
 
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Ich habe hier schon öfters kritisiert, dass SWR1 RP bewusst und auch nach einem vorhersehbarem Muster die Songs im letzten Drittel mehr oder weniger stümperhaft kappt. Sei es durch eine "plötzlich" aufkommende Verkehrsmeldung, der nächste Song wird reingeknallt, oder man schneidet den Song rapide ab, um die Moderation fortzuführen.

Was ich bei SWR1 RP festgestellt habe:
Im Tagesprogramm laufen in der Sendestunde exakt nur 2 Songs komplett und zwar gegen viertel nach und viertel vor. Die anderen Titel werden systematisch weit vor dem eigentlichen Ende gekappt.

Besonders gut sind Michael Lueg und Hanns Lohmann darin, aber auch die anderen sind wohl der Titelkürzung verpflichtet.

Was der Sinn dessen ist, erschließt sich mir nicht, denn es werden dadurch nicht mehr Titel in der Stunde gespielt, noch bekommt man dadurch mehr Informationen.

Das es natürlich auch anders geht, zeigen nicht nur die Schwestersender SWR3 oder SWR4, sondern ganz explizit die Hitparade Top 1000: da gibt es eine Woche lang kaum Verkehrsmeldungen außerhalb der Nachrichtenblöcke und da ist man plötzlich fähig (und auch gewillt), selbst Songs in überlänge von 15 Minuten und mehr bis zur letzten Rille auszuspielen.

Das alles zeigt auch, für wie blöd der Sender seine Hörer hält: man denkt wohl, die merken das nicht...

PS: bei SWR3 gibt es übrigens seit Jahren auch eine penetrante Unart: man spielt dort, warum auch immer, die "kastrierte" Clean-Version von "How You Remind Me" - Nickelback, also nur mit akustischen Gitarren. Dass es sich um einen klassischen und reinrassigen 2000er Rocksong handelt, muss man nicht extra erwähnen. Bei SWR3 verzichtet man halt auf den Punch, eigentlich untypisch für den Sender.
 
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