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Gekürzte Musiktitel

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Was ich bei SWR1 RP festgestellt habe:
Im Tagesprogramm laufen in der Sendestunde exakt nur 2 Songs komplett und zwar gegen viertel nach und viertel vor. Die anderen Titel werden systematisch weit vor dem eigentlichen Ende gekappt.

[…]

Was der Sinn dessen ist, erschließt sich mir nicht, denn es werden dadurch nicht mehr Titel in der Stunde gespielt, noch bekommt man dadurch mehr Informationen.
Zum Verständnis: was passiert dann mit der eingesparten Zeit? Läuft eine Minute Stille? Oder dauert die Stunde in Rheinland-Pfalz nur 58 Minuten?
 
In Sachen Backtiming mal kurz weitergedacht: Einfach weglassen den Firlefanz und die Nachrichten, Rubrik, oder was auch immer, erst dann starten, wenn der Titel vorbei ist.

In Zeiten, in denen das Radio zu einem der Leitmedien gehörte, war es vielleicht eine schöne Sache, Nachrichten, Service, Wetter etc. als Benchmark einer exakten Zeit zuzuordnen.

Aber heutzutage, in denen das Radio - teilweise selbst verschuldet - längst zum Nebenbei-Dudel-Medium verkommen ist, braucht man eigentlich keine richtig festen Zeiten mehr für irgendwelche Sendeinhalte.

Heutzutage hat jeder zehn Uhren um sich herum und kann Informationen on demand in Sekundenschnelle über zig Kanäle beziehen.

Aber die Mühlen der Macher mahlen langsam. Und so werden sie wahrscheinlich noch in zehn Jahren auf die vollkommen falschen Prioritäten setzen und das Medium immer weiter abwracken.

(Mit dem katastrophalen Musik-Programming, dem vollkommen überbewerteten Verkehrs-Service etc. pp. fange ich hier gar nicht erst an.)
 
Wenn die Zentralnachrichten um 0:00 anfangen, wird dies nicht möglich sein! Zum Thema Service: dies ist gesetzlich so geregelt und hat für viele noch immer eine hohe Relevanz. Grüße vom Brocken
 
Die GEMA rechnet minutengenau ab. Wenn von einem 4:30 Minuten langen Titel nur knapp 3 Minuten gespielt werden, erhält der Urheber eine geringere Ausschüttung. Der Sender spart allerdings nur Geld, wenn in den eineinhalb weggekürzten Minuten kein anderes GEMA-pflichtiges Werk aufgeführt wird.
Das finde ich als Analogi der frühen Radiozeit sehr interessant (ohne Ironie). In Musiksendungen war es beim hr in den 80ern und 90ern nur Usus, einen Titel auf dem maschinegeschriebenen Laufplan quer durchzustreichen, wenn er gespielt worden war. Wenn ein geplanter Titel nicht auf den Sender ging (z.B. aus Zeitgründen), dann wurde er "durchgewellt". Eine minutengenaue GEMA-Abrechnung lag damals noch fern jeglicher Realität.

Interessehalber: Wie funktioniert bei der GEMA eine minutengenaue Erkennung der Laufzeit?
 
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Sowohl in den Jahren zuvor durch BMAT in Spanien als auch jetzt durch SoundAware wurden und werden die Programme getrackt und die Spielzeit damit sekundengenau erfasst und an die Verwertungesgesellschaften gemeldet. Bei ARD konnten dadurch in jeder Anstalt die Abteilungen, die für die Übermittlung der Titellisten zuständig waren, aufgelöst werden.

Das spart ja fast die gesamte HoLi. 😇
So war das gedacht.

btw zum Verständnis: ARD zahlt natürlich für jede Welle die nach diversen Faktoren errechnete und dann vereinbarte Jahressumme an GEMA und GVL, unabhängig davon welche Titel aufgeführt worden sind. Erst dann verteilen die Gesellschaften diese Kohle nach den gemeldeten Listen an die Berechtigten.
 
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Manchmal ist es auch nur eine Wohltat, wenn der eine oder andere Titel gekürzt wird.
Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall.
Aber heutzutage, in denen das Radio - teilweise selbst verschuldet - längst zum Nebenbei-Dudel-Medium verkommen ist, braucht man eigentlich keine richtig festen Zeiten mehr für irgendwelche Sendeinhalte.
Sehe ich anders. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es gerade noch solche Elemente, allen voran die Nachrichten, sind, zu denen Leute gezielt lauter oder überhaupt erst einschalten. In einer Zeit, in der eben das immer seltener wird, halte ich es für sehr unklug, diese Einschaltimpulse bietenden Fixpunkte auch noch lustig in der Gegend herumzuverschieben.
 
Der Sender spart allerdings nur Geld, wenn in den eineinhalb weggekürzten Minuten kein anderes GEMA-pflichtiges Werk aufgeführt wird.
Da muss ich leider nochmal korrigieren: Sender sparen überhaupt kein Geld, wenn sie statt 52 Minuten nur 50 Minuten GEMA-pflichtige Musik senden. Sie zahlen wie oben erwähnt, eine jährlich vereinbarte Summe an GEMA und GVL, egal, wie stark sie ihre Stunden mit Musik füllen. Anhand der jährlichen Gesamt-Musikzeiten des Programms (die möglicherweise bei späteren Anpassungen zum Tragen kommen) bekommen die berechtigten Mitglieder der Verwertungsgesellschaften von denen halt etwas mehr oder weniger pro gespielter Musikminute abgerechnet.
 
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@count down das stimmt nur teilweise. Es gibt einen Prozentsatz an Musikanteil, wenn man den überschreitet wird es für die Sender deutlich teurer. Deshalb füllen manche Sender nachts auch nochmal mit Inhalten aus dem Tag auf, um eben diese Grenze nicht zu reißen.
 
Vielleicht sollte man unterscheiden zwischen dem was zum Beispiel die Öffis mit der GEMA/GVL ausgehandelt haben und dem was Privatsender an GEMA/GVL abführen. Da gibts dann doch teils deutliche Unterschiede. Da spielen ja letztlich auch Reichweite und weitere Komponenten einen Rolle.
 
Es gibt einen Prozentsatz an Musikanteil, wenn man den überschreitet wird es für die Sender deutlich teurer.
Deshalb schrieb ich ja, dass die jährlichen Gesamt-Musikminuten des Programms für eine kommende Berechnung herangezogen, angepasst werden. Und ja, Kulti, bei Privatsendern bildet erst die Reichweite und bei genügend Werbeerlösen diese die Grundlage zur Berechnung der GEMA- und GVL-Abgabe. Inwieweit der Musikanteil am Programm eine Rolle spielt, bin ich auf die Schnelle grad überfragt.

Bei der ARD hängt die Höhe der Abgabe vom prozentualen Musikanteil (Senderkoeffizient) des Programms ab, vom Kulturfaktor, von der Menge der Beitragszahler etc. und ich sprach allgemein von einer durch "diverse Faktoren errechnete und dann vereinbarte Jahressumme".

Am Ende: Ob dein Titel volle Länge oder geschnitten gekürzt läuft, ausgeblendet oder weggelassen wird, ist erstmal pekuniär für den Sender wurscht.
 
Es soll wohl darauf hin laufen "mehr Musik (Titel)" in die Stunde zu pressen.
Nein.... Der Hauptgrund für das "Herumschnippeln" an Songs sind lange Phasen, in denen einfach zu wenig passiert. Ein Klassiker hier ist "Hey Jude" von den Beatles, wo ab ca. 3:05 min das "Naaa.... na na nanana naaa" satte vier Minuten lang stupide wiederholt wird - hier kann man getrost nach ca. 2-3 Mal ausblenden. Aber auch z. B. bei Dance-Musik macht das Sinn. Viele Dance-Titel wiederum haben selbst in der auf 3:30 Minuten gekürzten Radio-Version mitunter am Anfang und am Ende lange monotone Drum-Loops, die zu "Abschaltern" mutieren würden, da die Aufmerksamkeitsspanne des Hörers nicht so lang ist. Leider tendieren viele Radiosender in so einem Fall eher dazu, den Titel gar nicht erst in die Rotation aufzunehmen, obwohl so mancher Titel prinzipiell durchaus AC-Radio-kompatibel wäre, wenn man sich nur auf den Melodie-Part beschränkt. Als Wegweiser kann hier die schon öfters mal erwähnte Sendung "Freiraum - Musik und mehr" auf Radio Wuppertal jeden Donnerstag von 20-21 Uhr genannt werden, wo man sogar Club-Trance-Klassiker à la Energy 52 oder System F AC-formatgerecht aufarbeitet.
 
Am Sonntag gegen 13:20 Uhr erwischte es auf NDR 1 Niedersachsen "Room with a view" von Tony Carey. Da wurde das Instrumental inmitten des Titels schlecht herausgeschnitten. Wer den Titel einigermaßen kennt merkt so etwas auch.
Genauso ist es auch heute früh gegen viertel nach vier in der ARD-Hitnacht von mdr Thüringen mit "Nikita" von Elton John gewesen. Da wurde auch aus der Mitte herausgeschnitten, und besonders gut hat man das auch nicht hinbekommen. Laut der Hitnacht-Playlist vom mdr hatte "Nikita" eine Laufzeit von 3 Minuten und 16 Sekunden, wohingegen auf swisscharts.com 4 Minuten und 54 Sekunden angegeben werden.
 
Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall.

Sehe ich anders. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass es gerade noch solche Elemente, allen voran die Nachrichten, sind, zu denen Leute gezielt lauter oder überhaupt erst einschalten. In einer Zeit, in der eben das immer seltener wird, halte ich es für sehr unklug, diese Einschaltimpulse bietenden Fixpunkte auch noch lustig in der Gegend herumzuverschieben.
Bei mir persönlich und in meinem Umfeld ist es so, dass niemand seinen Bedarf an "harten" Informationen über Dudelfunk-Nachrichten speist. Wohlgemerkt: Ich rede vom Dudelfunk, nicht von den - teilweise - wirklich gut gemachten Info-Radios.

Viele Radio-"Nachrichten" bestehen doch nur aus abgekupferten Texten der Regional-Ausgabe irgendwelcher Schmierenblätter und deren Online-Ausgaben.

Kurz: Ich brauche keine klassischen Nachrichten im Dudelfunk. Das meiste, was da vermeldet wird, könnte einfach moderativ auf die Antenne gebracht werden. Dann hätten Moderatoren auch endlich mal wieder "Inhalte" statt irgendwelche nervigen Claims etc. zu verkünden.

Wenn ich denn überhaupt noch mal Radio höre, sind klassische Nachrichten-, Wetter- und Service-Plätze mittlerweile ein echter Störfaktor für mich und bewegen mich zum weiterzappen. Ich will gute Musik und unterhaltsam-informative Moderationen.
 
Bei mir persönlich und in meinem Umfeld ist es so, dass niemand seinen Bedarf an "harten" Informationen über Dudelfunk-Nachrichten speist. Wohlgemerkt: Ich rede vom Dudelfunk, nicht von den - teilweise - wirklich gut gemachten Info-Radios.
Gut, das verstehe ich zu einem gewissen Grad. Tatsächlich schalten jene, die ich kenne und die gezielt nach Nachrichten suchen, dafür in der Regel die örtliche Infowelle ein. Und wo diese zu unbekannt ist (SWR) gern die Servicewelle oder gar den Deutschlandfunk. Der Grund dürfte ganz einfach sein, dass die Erwartungshaltungen an die verschiedenen Sender unterschiedlich sind. Um eines der umstrittensten Beispiele zu nennen: Wenn ich das Schwarzwaldradio einschalte, dann tue ich das in aller Regel wegen der dort gespielten Musik, nicht wegen DPA-Nachrichtenhappchen, die ich genauso auf einer Fülle anderer Sender auch hören könnte. Wenn ich dagegen hr-iNFO einschalte, dann mache ich das, um Nachrichten zu hören.
Allerdings: Wenn Nachrichten und Servicemeldungen für Dich so ein
echter Störfaktor
sind, warum möchtest Du dann
die Nachrichten, Rubrik, oder was auch immer, erst dann starten, wenn der Titel vorbei ist.
und nicht gleich ganz aus dem Programm wärfen? So, also einfach dann ins Programm geschmissen, wenn es halt gerade mal passt, wirkt das auf mich ziemlich lieblos, mehr wie eine Alibiveranstaltung, weil Nachrichten ja doch irgendwie dazugehören, aber nicht so, als würde ihnen der Sender selbst eine besondere Relevanz beimessen. Wenn das so ist, kann man es aber auch gleich sein lassen, außer freilich, die Lizenz schreibt das vor.
 
Der Hauptgrund für das "Herumschnippeln" an Songs sind lange Phasen, in denen einfach zu wenig passiert. Ein Klassiker hier ist "Hey Jude" von den Beatles, wo ab ca. 3:05 min das "Naaa.... na na nanana naaa" satte vier Minuten lang stupide wiederholt wird - hier kann man getrost nach ca. 2-3 Mal ausblenden.
Das ist mir zu subjektiv. Der eine gähnt sich weg, der andere wartet vielleicht gerade auf diese Passagen. Und ich denke, das ist bei vielen Songs so. Als ich z.B. vor Äonen "Hey Jude" zum ersten Mal hörte, war ich hin und weg (wie wir Alten sagen - also "geflasht"). Da hätte ich keine einzige Sekunde missen wollen. Mir kommt diese Titelkastration immer so vor, als wenn man bei Raffaels Sixtinischer Madonna die zwei gelangweilten Engel-Bengelchen ausschneidet, als komplettes Gemälde verkauft und den Rest samt Madonna in die Tonne kloppt.

Wenn ein Künstler von einem längeren Werk extra eine Radio-Edit-Version produziert (um überhaupt in die Playlist zu kommen), bitteschön. Wenn aber im Sender ein unmusikalischer Beschneider mit der Kettensäge einen Titel ramponiert, dann ist das für mich ein ziemlicher Frevel. Old School, yes.
 
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Man könnte ja auch einfach die Playlist extrahieren und und der GEMA/GVL zur Verfügung stellen. Mit Soundrecognizer geht es aber auch.
In den 90er (als es noch gutes Radio gab ;)) gab es vereinzelt die Situation, dass dein Sprecher bewusst in das Lied rein geredet hat und die Hörer auch mal darauf hingewiesen hat, dass dies rechtliche Gründe hat. ZB. weil Import oder der VÖ-Termin noch nicht war.
 
Bewusst hineingeredet mit der Begründung, dass dies rechtliche Gründe habe? Ich glaube Dir das, Nordi - mir persönlich ist eine solche Vorgabe allerdings nicht bekannt. Wenn reingeredet wurde, lief das immer auf dem Ticket "Flow" und "dynamisches Fahren" - bis hin zu internen Ramp-Talk-Weltmeisterschaften.
 
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