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Gigi D'Agostino: Song-Verbot und Platz 1 der Download-Charts

Im Zusammenhang mit dem Song und die Diskussion über mögliche Verbote habe ich an einen Satz des mittlerweile verstorbenen Jazzgitarristen Coco Schumann denken müssen, der im 2. Weltkrieg im KZ war und es überlebt hat. Er hat auf Wunsch der SS mit seinen Musikerkollegen immer "La Paloma" spielen müssen, wenn u. a. die KZ-Insassen in die Gaskammer geführt wurden. In dem Film "La Paloma - erzählt er von der Situation im KZ und auch davon und sagt: "Ich sage immer, was kann das Lied dafür, dass die Nazis es missbraucht haben":


Mir ist durchaus bewusst, dass das zwei völlig unterschiedliche Situationen sind. Aber irgendwie lässt sich diese Aussage schon auf die Geschehnisse auf Sylt übertragen: Es ist letztendlich nur ein ganz normaler Dance-Track und was kann dieses Lied von Gigi D'Agostino dafür, dass es von ein paar Idioten auf Sylt und anderswo in erschreckender Weise missbraucht wird, wobei ich diese Scheiß-Aktionen in keinster Weise verharmlosen will. Im Gegenteil: Es ist mehr als grausam. Aber ein Verbot wird meiner Meinung nicht bewirken, dass dieses Lied nirgendwo mehr gespielt wird auch wenn es jetzt irgendwo gebrandmarkt ist.
 
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Ich halte selbstverständlich auch nichts von einem Verbot. Vielmehr würde ich es sogar begrüßen, wenn der Song jetzt verstärkt in den Programmen eingesetzt würde, und zwar bewusst ohne irgendwelche Kommentare zu der Causa Sylt. Man sollte jetzt nicht so tun, als wäre es nicht mehr legitim, diesen Titel ohne entsprechende Bekundungen zu verwenden, damit bläst man die ganze Sache nur noch unnötig weiter auf. Außerdem, wie lange wollte man das dann durchhalten? Ein Jahr, fünf Jahre, zehn? Bezeichnend finde ich es allerdings hier wie anderenorts auch, wie sehr alle darum bemüht sind, unbedingt möglichst übertrieben zu betonen, wie schrecklich und furchtbar sie die Partyszenen finden. Diese Art von Realitätsverweigerung, mit Blick auf all die wirklich schweren Verbrechen, die jeden Tag überall im Land geschehen, sucht einfach ihresgleichen – aber auch hier gilt: Wie im Großen, so im Kleinen, und immer schön mitmachen.
 
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Es ist letztendlich nur ein ganz normaler Dance-Track und was kann dieses Lied von Gigi D'Agostino dafür, dass es von ein paar Idioten auf Sylt und anderswo in erschreckender Weise missbraucht wird
Es könnte auch jedes andere Lied sein. Idioten nehmen sich ihre Mucke zum Zweck: Ein Verbot bringt gar nichts. Wie schrecklich die Nazi-Zeit war, weiß ein jeder & ist lange her. Niemand muss sich für ein paar aus der Zeit gefallenen Idioten für DE rechtfertigen, während Terroristen in Gaza 2024 morden.🧐
 
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Bezeichnend finde ich es allerdings hier wie anderenorts auch, wie sehr alle darum bemüht sind, unbedingt möglichst übertrieben zu betonen, wie schrecklich und furchtbar sie die Partyszenen finden. Diese Art von Realitätsverweigerung, mit Blick auf all die wirklich schweren Verbrechen, die jeden Tag überall im Land geschehen, sucht einfach ihresgleichen
Diese Verbrechen werden ja nicht weniger schlimm, bloß, weil man das Absingen von Neonazi-Parolen verurteilt, genauso wie dieses Absingen für sich genommen ja aber auch nicht weniger schlimm wird, bloß, weil es noch Schlimmeres gibt.
Wie schrecklich die Nazi-Zeit war, weiß ein jeder
Daran könnte man, auch und gerade beim Betrachten von Phänomenen wie diesem, so seine Zweifel bekommen.
Niemand muss sich für ein paar aus der Zeit gefallenen Idioten für DE rechtfertigen, während Terroristen in Gaza 2024 morden.🧐
Ich kann hier nicht erkennen, wie irgendwer sich hier für diese Leute und ihr Verhalten rechtfertigt. Wie und warum auch? Und ansonsten gilt für mich das eben geschriebene: Bloß, weil irgendwo auf der Welt Schlimmeres geschieht, kann das keine Legitimation für Fehlverhalten sein. Dieses wird ja nämlich nicht weniger zum Fehlverhalten, bloß, weil es weniger schwerwiegend ist.
 
Aber ein Verbot wird meiner Meinung nicht bewirken, dass dieses Lied nirgendwo mehr gespielt wird auch wenn es jetzt irgendwo gebrandmarkt ist.
Treffen sich die Leutchen halt privat und feiern das da ab, die Möglichkeiten sind immens. Und das heißt nicht, dass ich das gut finde, im Gegenteil. Wer sich dafür nicht schämt, findet Wege es dennoch zu tun.
 
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