• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

hr plant massive Kürzungen bei seinen Radiosendern

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Bestimmte Entwicklungen lassen sich absehen und gesamtgesellschaftlich hat sich in der Vergangenheit ja schon gezeigt, dass sowas eher eine Einbahnstraße ist. Also dass 2032 lineare Radioprogramme auf einmal wieder der heiße Scheiß sein werden, kann man glaube ich ziemlich sicher ausschließen.
Nein ich würde es nicht ausschließen. Ich gehe davon aus, dass es weiterhin Bedarf an live-moderierten Audioformaten mit einem Mix aus Musik und Infos geben wird (=Radio). Einfach, weil es so bequem ist und die Livemoderation eine persönlichere Bindung herstellt. Es haben sicher auch nicht alle Menschen immer Lust darauf haben, Spotify oder andere Plattformen zu nutzen.
Am Ende kann ja niemand in die Zukunft schauen.
 
Das Thema Podcast macht in meinen Augen ja auch deutlich: die (vorallem auch jungen!) Hörer sind bereit, sich Wortbeiträge anzuhören - sie geben sich ja auch eine ganze Stunde Podcast, in dem nur geredet wird. Entscheidend ist, dass die Hosts Persönlichkeit haben und dass sie inhaltlich was zu sagen haben (oder zumindest das sagen, was die Lebenswelt trifft).

Beides hat Radio überwiegend in den letzten Jahren nicht hinbekommen. Die Angst vorm Wort in allen Redaktionen und wenn es die Stundenuhr dann doch mal erlaubt, dass man ein bisschen was moderieren darf, dann redet man von der kurzen Woche, vom langen Wochenende, vom Bergfest oder man liest die erstbeste Promimeldung vor, die man über die Google News-Suche findet.

Und nach Jahren inhaltlicher Verkümmerung auf allen Wellen wundert man sich, dass die nachfolgende Generation sich abgewandt hat.
 
Es gibt schon mehr Themen: Der Dauerregen, die Hitzewelle, der nahende Feierabend und die Konzerte, welche von hr1/3 präsentiert werden.

Gestern Abend habe ich auf wdr4-Legenden gehört. Schöne Sendung. Es ging zwar wieder um Musik, aber um singende DFB-Jungs.👍
 
Es reicht da eben nicht, den einen Hit des Monats für die nächsten 5 Jahre auf Hot Rotation zu dudeln.
Verstehst du den Begriff Hit? Hits möchten die breite Masse hören, egal ob ein Hit 1 Monat, 1, 5, 10, 20, 40 oder 50 Jahre auf dem Buckel hat.

Die ständig versprochene Abwechslung ist real gefragt, die ein Mensch eigentlich besser hinbekommt als jeder Algorithmus.
Manche halten sie schon für real, aber manche, die den "Dudelfunk" kritisieren, nicht.

Das deutsche Pop-Radio muss sich wieder als Trendsetter verstehen und nicht als Hinterherläufer.
Dazu gehört auch, "Lay Low" nicht mehr 4t/d zu spielen, es sei denn, die jungen Hessen stehen "voll" auf diesen Titel.

Viel besser fände ich ein Sender, der mehrere Generationen gleichzeitig abdeckt: Regionale Schlagerkünstler, Pop in unserer Muttersprache, bekannte Künstler von den Beatles über Madonna bis hin zu Ed Sheeran und die aktuellen Chartstürmer aus Pop/Rock/Dance/Country, damit hat man viel mehr Abwechslung und nach @indigo7-Logik keine "Playlist des Grauens". Einen privaten Lokalsender dieser Art gab es in Tschechien mit Radio Contact Liberec bis vor wenigen Jahren. Er war seinerzeit sehr populär. Nur musste man leider die starke Frequenz an ein landesweites Hörfunkprogramm abgeben und der traditionelle Sender wurde sofort eingestellt.
 
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Podcasts gibt es auf dieser Welt Millionen. Ich könnte mir vermutlich jede beliebige Ausuferung menschlicher Existenz in fast allen Sprachen unter irgendeinem URL als Podcast reinziehen. Das hat aber nichts, was auch nur im geringsten eine Art gesellschaftlichen Zusammenhalt oder auch nur ein Bewusstsein für die Existenz kultureller Strömungen in meinem Land bringen könnte, zur Folge.

verstehe ich nicht. setz' halt n filter auf podcasts aus deutschland, dann bekommst du ein bewusstsein für die existenz mannigfaltiger kultureller strömungen. eine gemeinsame öffentlichkeit gibt's davon nicht, das ist richtig, aber die muss eben auch nachgefragt werden. ich sehe nicht, wie das mit dem alten konzept noch funktionieren soll.
 
@radiopfleger: Ja, so ist es. Der hr-Hörfunk glänzte in der Vergangenheit mehr durch einzelne Juwelen im Programm als durch einen beeindruckenden Gesamtauftritt. Er glänzte durch eine exquisite Kultur- und Klassikwelle unter Leo Karl Gerhartz und Uwe Schultz, durch Menschen wie Verres oder Reinke oder Hanna Pfeil am Mikrofon, durch hervorragende lokale Berichterstattung zu Zeiten von Bernd Peter Arnold und dessen Vorgängern, durch klassische oder innovative Hörspielproduktionen unter Lauterbach und Buggert, durch sein grandioses Sinfonieorchester oder seinen Neue-Musik-Schwerpunkt - zu nennen sind hier Bernd Leukert oder Ernst Albrecht Stiebler.
Er glänzte durch seine seriösen, journalistisch präzisen und souverän vorgetragenen Hörfunk-Nachrichten...
Und dann kamen eben die Herrschaften, die nicht mehr in Inhalten dachten sondern in Marketingstrategien. Und Menschen, die zwar im Hörfunk sozialisiert waren, sich auf dem Sprung nach oben allerdings vom Radio, das sie selbst einst mit Herzblut machten, sagen wir, entfremdeten. Und m.E. trugen bereits eklatante Fehlentscheidungen am Ende der 90er und zu Beginn der 2000er auch zur Entfremdung der Hörer bei.
So ist es mir bis heute unverständlich, dass sich der Sender erst auf 8 Wellen aufblähte, dann zwei davon (leider auch hr-klassik) wieder kassierte, als wären Radioprogramme nichts weiter als eine billige Verschiebemasse beim Poker um Frequenzen und deren Besetzung.
Mögen sie walten.
Ein beitragsfinanzierter hr-Ruheständler mit eigener Meinung.
 
Warum soll ich mir Musik anhören, auf die ich keine Lust habe, wenn ich mir bei Spotify oder YouTube MEINE Musik auswählen kann?
Ich kann nur auswählen, was ich kenne. Ansonsten halt: von einem Algorithmus vorschlagen lassen. Die einst bei den Öffis auch im Gebiet der Popkultur vorhandene kuratierte Auswahl war da was ganz anderes. Ich habe "meine" Sendungen ausgewählt nach den Genres, die ich von den entsprechenden ModeratorInnen / RedakteurInnen erwarten konnte. Und lernte viel für mich neues kennen. Und das war nur der Musik-Inhalt. Gab ja nicht nur Musiksendungen, sondern auch Wortinhalte.

Dass der ÖRR die Menschen erreichen muss, liegt daran, dass niemand Gebühren für ein System zahlen will, das er nicht nutzt. Der ÖRR muss die Menschen erreichen, ansonsten muss er sich zurecht die Frage gefallen lassen, wozu man etwas am Leben erhält, das niemand einschaltet.
Und genau das passierte bei mir: eingestellte Sendungen oder komplett vernichtete Programme führten zu einem immer weiteren Rückgang meiner Radionutzung. Die "Fernstummschaltung" aller von mir verwendeten Empfangsgeräte im Dezember 2021 (Umstellung Satellit auf AAC) führte dann zum kompletten Bruch mit der ARD, da dabei auch noch mit Lügen / Falschaussagen hantiert wurde und die Geschädigten regelrecht verhöhnt wurden, was sich einfach für einen beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Anbieter nicht gehört.

Soviel zum Thema "Menschen erreichen", falls ich versehentlich noch als Mensch zählen sollte.

Ich müsste übrigens auch irgendwo noch ein Schreiben aus der MDR-Hörfunkdirektion liegen haben von geschätzt 1993, in dem mir schriftlich mitgeteilt wurde, dass man nicht beabsichtige, die von mir erwarteten Programminhalte zu berücksichtigen. Es waren keine unverschämten Erwartungen, es waren nur die Erwartungen, die sich daraus ergaben, dass ich in der Zeit vor dem MDR relevantes und anspruchsvolles Radio in diesem Gebiet hören konnte.

Ich nehme das Thema "ARD-Hörfunk" inzwischen also nicht mehr als unmittelbar Betroffener wahr, sondern nur noch als über einen Umweg Betroffener: mit dem weiteren Verschwinden relevanter Inhalte aus den linearen Programmen (so bislang noch vorhanden) werden der Öffentlichkeit auch immer mehr Inhalte entzogen, die gerade in der heutigen Zeit, in der Deutschland und Europa in eine zunehmend psychotische und hysterische Selbstvernichtungsspirale trudeln, dringender denn je gebraucht würden. Und das wirkt gewiss auch auf die Gesellschaft zurück (wie stark, steht auf einem anderen Blatt) und damit kommt es wiederum auch bei mir an. Beispielsweise in Form sozialethisch widerwärtigen Verhaltens von Menschen, mit denen ich mehr oder weniger unfreiwillig im Alltag zu tun habe.
 
verstehe ich nicht. setz' halt n filter auf podcasts aus deutschland, dann bekommst du ein bewusstsein für die existenz mannigfaltiger kultureller strömungen.
Das "ich könnte" war nur allgemein als Beschreibung der Möglichkeit gemeint. Podcasts interessieren _mich_ nämlich i.d.R. nicht. Wenn ich mal in die Versuchung kam, einen Podcast (Quelle: "irgendwoher") zu hören, störten mich oft schlechte technische Qualität, unangenehme Stimmen, viel Gegacker bei wenig Inhalt, teils auch das, was mich an Doppelmoderationen im Radio meist störte: das sich-gegenseitig-toll-finden.

Auch haben Podcasts einen verheerenden psychologischen Effekt auf mich: ich weiß, dass ich "vorspulen" kann. Also mache ichs auch, weils mir meist mit der "Informationsmenge je Minute" zu spärlich war. Und das nervt wiederum.

Selbst den inhaltlich so relevanten "Drosten-Podcast" habe ich nicht gehört, sondern als Transkription gelesen - geht viel schneller. Und umgekehrt: vor paar Wochen fand ich auf irgendeiner Seite (war es übermedien?) eine Überschrift gefunden, die mich neugierig machte: was hat denn nun Prof. xy zu diesem bestimmten Thema zu sagen? Ich klickte in Erwartung eines Textes auf den Link und fand mich in einem langen Podcast wieder. Den habe ich weggeklickt. Dann eben nicht.

Eine lineare Radiosendung zu fester Zeit habe ich hingegen, wenn sie mich fesselte, in Ruhe bis zum Ende gehört. Ist vielleicht komisch, ist aber so. Bei Podcasts habe ich diese Geduld nicht. Sie haben für mich nicht den Stellenwert, den eine gute lineare Radiosendung hatte.
 
Eingestellt wegen seiner großen Popularität? Genau.
Der Sender wurde ohne Rücksicht auf dessen Verluste von einem mächtigen Medienkonzern aufgekauft, der unbedingt sein Programm Blanik auf dieser Frequenz haben wollte.
Dieses Modell ist in Tschechien (leider) nichts ungewöhnliches, ich verweise mal nach hier und hier. Der Erfolg oder Nicht-Erfolg der geschluckten Sender spielt da leider keine Rolle, es geht einzig und allein ums Geld (und Macht) und soll wohl auch gehobenere Privatprogramme getroffen haben.
Wir können froh sein, dass es hier in Deutschland keinerlei solcher Bestrebungen seitens der großen Anbieter gibt.
Dagegen sind alle Kürzungen und Zusammenlegungen in unseren ÖR Programmen nichts, das sind in dem Vergleich simple Umformungen und Umverteilungen von Programmangeboten und Finanzmitteln. Während dort drüben ganze Sender, die stabil liefen, einfach "abgetötet" wurden, auf eine sehr freche, höhnische und geldgierige Art, die absolut unverschämt ist! Da ist die ARD mehr als transparent.

In diesem Sinne zurück zum HR.
 
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Ich sehe in dem Ganzen ein ganz anderes Problem. Podcasts sind ja bei der ARD meist keine langfristige Angelegenheit. Es gibt da nur wenige Ausnahmen, die Hörbar Rust zum Beispiel. Das Problem ist hier die Bezahlung und die maximale Flexibelisierung. Der Freie Mitarbeiter wird also noch prekärer beschäftigt, vielleicht auch nur noch über eine Produktionsfirma eingekauft und hat dann noch mehr Nachteile, die er in Kauf nehmen muss.

Die ARD wird zu einem Spielplatz, wo man mal eine Zeit lang gerne dabei war, um das als Erfahrung mitzunehmen, aber alt werden kann man da definitiv nicht mehr. Wer soll sich das alles in 10 Jahren noch antun? Es werden für diesen Podcastbereich bei der ARD keine Perspektiven für die Medienschaffenden aufgezeigt. So sieht das nicht nach Zukunt, sondern nach massiven Konsolidierung zum Nachteil für Hörer und Medienschaffenden, aus. Irgendwann kann dann der riesige Verwaltungsapparat dazu sich selbst verwalten...

Wenn der HR jetzt ganz klare Perspektiven auf der anderen Seite aufzeigen würde, dann würde die Welt schon anders aussehen. Die Leute riechen doch den Braten.
 
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Man wird die jungen Menschen nicht mehr für das Radio begeistern können, weil es nicht zu ihrer Lebensrealität passt. Warum soll ich mir Musik anhören, auf die ich keine Lust habe, wenn ich mir bei Spotify oder YouTube MEINE Musik auswählen kann? Warum soll ich mir Wortbeiträge zu festgelegten Zeiten und zu Themen, die mich vielleicht gar nicht interessieren, anhören, wenn ich Podcasts haben kann? Radio ist tot.
Ich sehe das genau so, obwohl ich einer dieser alten Knacker bin, die man auch Boomer nennt😉. Ich beobachte mich immer öfters dabei, dass ich auch bei Sendern, die mir an und für sich sympathisch sind, keine Lust mehr habe, darauf zu warten, dass endlich wieder einmal ein Song gespielt wird, der mir zu 100 % gefällt bzw. der mich zumindest NICHT nervt.....

Ich bin seit 2011 Abonnent von Spotify. In den letzten Jahren war es trotzdem so, dass ich zu ca. 70-80 % der dafür verfügbaren Zeit weiterhin lineares Radio gehört habe und eben nur zu 20-30 % Spotify. Das hat sich bei mir inzwischen vollkommen gedreht. Wenn ich lineares Radio höre, beschränkt sich dies inzwischen meist nur noch auf die Qualitätssender Ö1, FM4, DLF, DLF Kultur, Cosmo, Bayern 2 und WDR 5. Und dabei höre ich - gottlob - immer noch jede Menge interessante Musik, die ich bis dato nicht kannte und welche dann sogleich auf eine meiner Spotify-Listen wandert. Den Rest erledigt dann sozusagen der Algorithmus von Spotify. Ich bekomme in der Folge verlässlich noch mehr interessante Musik vorgeschlagen, die mir tatsächlich ebenfalls gefällt.

Ich hätte vor einiger Zeit nicht gedacht, dass ich das einmal sagen werde, zumal wir hier ja in den Radioforen sind. Radio in seiner jetzigen Form wird für mich immer unwichtiger. Und ja, ich meine @Dave hat recht, wenn er sagt, Radio ist - zumindest in seinem derzeitigen Stillstand - tot.....
 
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Ich muss immer wieder betonen: Radio ist mehr als Musik (auch wenn das manche Programmchefs anders sehen).
Alleine mit Musik ist Radio (gegenüber Spotify und anderen Anbietern, nicht einmal gegenüber der simplen CD-Sammlung) nicht konkurrenzfähig.
Radio ist aber auch mehr als Service (Wetter, Verkehr etc.) Nur mit Service hat Radio keine Chance gegen die diversen Apps, Navis etc.
Radio ist mehr als Nachrichten und Hintergrundinfos. Hier sind Spezialanbieter, Podcasts, ja, sogar Zeitungen und Zeitschriften und selbstverständlich das Internet die viel besseren Quellen.
Radio ist auch mehr als Unterhaltung, die mal besser mal schlechter gemacht ist, häufig infantil und abgedroschen, bisweilen aber auch mit echten Perlen oder genialen Einfällen.
Aber auch Unterhaltung können andere besser, Fernsehen, Netflix, ein gutes Buch.
Radio ist obendrein konkurrenzlos live und aktuell (wenn man diese Qualitäten zu nutzen weiß und nicht aus Kostengründen saußen lässt).
All diese Facetten, Musik, Service, News, Infos, Unterhaltung, Aktualität werden in der Summe zu dem, was außer Radio niemand als Gesamtpaket liefern kann. Der entscheidende Kitt, der daraus ein Gemeinschaftserlebnis, eine Community-Atmosphäre macht und Anhängerschaft kreiert, heißt: "Moderator". Wenn hier die richtige Persönlichkeit am Mikrophon sitzt, wird aus den diversene Bausteinen und ihrem Mix eine Marke.
In diesem Sinne: Radio ist unschlagbar (wenn man sein Potenzial nutzt).
Leider geschieht dies immer seltener und deshalb wird Radio an allen Fronten geschlagen und wird verlieren, wenn es sich nicht auf seine Qualitäten besinnt. Noch ist es nicht zu spät.
 
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Sehr gut zusammengefasst. Es ist der Mix, der es macht und vor allen Dingen muss es live sein. Eine Radiosendung aus der Konserve ist meistens (nicht immer) langweilig. Und du brauchst heute gutes, am besten sehr gutes Personal. Früher war es eine große Auszeichnung, beim Radio arbeiten zu dürfen. Das ist nicht mehr so und man hört es ganz deutlich, überall. Und irgendwelche abgehalfterten Stars wie z. B. T. Gottschalk etc. reißen es dann auch nicht mehr raus.
 
Ich würde wirklich gerne mal eine Aufschlüsselung der jährlichen Kosten einer ARD-Dudelwelle sehen. Wie viel geht da wirklich "ins Programm", wenn es doch teils schon lange kaum noch Programm gibt? Also: Personalkosten und Kosten für Arbeitsplätze in der Redaktion. Und wie viel geht in die Verbreitung, also Energiekosten für Sender, ggf. Miete von Antennen, Montagefläche für Antennen sowie den Kollokationsraum am Senderstandort?

Dann könnte man als Außenstehender mal abschätzen, was das Zusammenlegen von Dudelwellen sparen würde.

Die Selbstauskunft der Programmkosten (2021/2022 ) für hr3 lautet: 0,34 € von 18,36 € pro Monat:


Das ist übrigens keine neues Problem. Der ARD-Nachtrock, der in den 80ern auf den Popwellen lief, hatte noch einen breiten Genre-Mix, vor allem, wenn er vom WDR kam, weswegen SWF3, Bayern 3 und NDR 2 alsbald ausstiegen, aus Sorge, ihre Hörer könnten allzu sehr verschreckt werden, und die restlichen ARD-Oberen ihn dann durch die ARD-Popnacht ersetzten.

Und deshalb braucht es auch mindestens zwei bundesweite ARD-"Pop"-Wellen. Einmal SWR 3 und eine, die den musikjournalistischen, popkulturellen, Auftrag ausfüllt. Würde die ARD die Fähigkeit haben, alle vorhandenen Programmjuwelen zu identifizieren und zu einem Programm zu vereinen, so wäre dieses Programm - sogar heutzutage noch - bereits ausgefüllt.

Es gäbe "Programm für Alle" = Programminhalte bei dem Niemand vergessen wird. Konzept: Masse und Klasse.
 
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Und noch 2 Anmerkungen:

Das Geschäftsmodell der Streaminganbieter (für Bewegtbild noch mehr als für Audio) würde ich als unausgereift ansehen. Meine Prognose: das wird auch noch Auswirkungen auf das Angebot haben. Sich jetzt bereits "zu ergeben", scheint mir arg verfrüht:

Selbsttötung aus Angst vor dem Tod mag zwar ein beliebtes Konzept sein, es ist aber kein gutes.
 
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Schade das der HR junge Hörer aufgegeben hat, gerade in der heutigen Zeit wo viele nach rechts abdriften. Radios wie DLF Nova wären da eigentlich wirklich wichtig. Dieses Programm müsste mal anständig unter die Jugendlichen gebracht werden, und zwar über alle Verbreitungswege.
 
Eine lineare Radiosendung zu fester Zeit habe ich hingegen, wenn sie mich fesselte, in Ruhe bis zum Ende gehört. Ist vielleicht komisch, ist aber so. Bei Podcasts habe ich diese Geduld nicht. Sie haben für mich nicht den Stellenwert, den eine gute lineare Radiosendung hatte.
Gut, aber verlagerst Du da nicht ein Problem von Dir auf andere? :-) Notfalls selbst eine Lösung basteln, die zu einer festen Uhrzeit einen (Musik-)Podcast als Stream ohne Spulfunktion ausspielt?
 
Ernsthaft: Auch ich höre das SWR Forum meistens linear und nur ausnahmsweise als Podcast, und zwar unabhängig davon, ob ein Podcast vorab oder mittlerweile zur Verfügung steht. Die Ausstrahlung am Abend passt mir gut.

Sendungen von hr2 (Der Tag, Doppelkopf) höre ich dagegen ausschließlich als Podcast, wegen der Sendezeit. Wenn ich zufällig um 18 Uhr zuhause bin, schalte ich aber auch den Tag ein.
 
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