• Diese Kategorie ist für die Diskussion über die Programminhalte der Sender gedacht. Über Senderstandorte und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden. Wir bitten um Beachtung!

hr plant massive Kürzungen bei seinen Radiosendern

Interessant, dass es schon zum jetzigen Zeitpunkt um Stellen geht, um Jobs. Und dass sich ein Verband darum kümmert. Da kann ich nur neidisch drauf schauen.
Das ist aber im öffentlichen Dienst ganz normal. Die Gewerkschaften und der Personalrat vertreten die Interessen der Beamten und der Beschäftigten, und hier war die Rede von den Über-50-Jährigen, die sind schon mindetens 20, wenn nicht 30 Jahre im Betrieb und sind natürlich Veränderungen gegenüber abgeneigt. Der Konflikt, der daraus folgt, wird normalerweise umgangen, indem man solange wartet, bis diejenigen in Rente sind und erst dann reformiert. Was ich hier gehört habe, deutet darauf hin, dass diese Regel hier nicht eingehalten werden soll. Deshalb wählt sich der relativ junge Intendant eine ebenso relativ junge Programmchefin, die er zudem nicht aus dem Hause, sondern ganz woanders her holt, um die internen Seilschaften zu umgehen bzw. auszuhebeln und die nächste Generation zu installieren. Wie gesagt, alles meine Interpretation, ich habe da keinen Einblick. Aber das schiene mir eine plausible Interpretation. An dem Podcast des DJV Hessen kann man aber sehen, dass viele Gesichtspunkte, die hier auch schon angesprochen wurden, intern auch so gesehen werden.
 
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Was ich nicht verstehe: Wenn die Jüngeren kein lineares Radio mehr hören, sondern Musik auf Abruf haben wollen, dann spräche das doch dafür, die Jugendwelle einzustellen, aber stattdessen einen öffentlich-rechtlichen Streamingdienst anzubieten. Ohne datenschutzrechtliche Misere, ohne problematische Algorithmen, für jede/n. Warum wird das nicht gemacht? Am Rundfunkbegriff kann es nicht liegen, denn der hat sich weiter entwickelt und ist in jeder Hinsicht offen auszulegen.
Diese öffentlich-rechtlichen Streamingangebote gibt es bereits: Die Media- und Audiotheken von ARD und ZDF. Du bist doch nicht allen Ernstes der Meinung, der ÖRR sollte ein vergleichbares Angebot wie Spotify anbieten.
 
Vor allem können ARD und ZDF als stinkreiche und nicht dem Sparzwang unterlegene Medienkolosse den schmächtigen und klammen Streaming-Zwergen wie Spotify, Netflix, amazon und anderen unbekannten Minifirmen finanziell absolut die Stirn bieten.

Oder habe ich da was falsch verstanden?
 
Wenn sich der politische Wind in unserem Land noch weiter dreht - was zu befürchten ist - wird unser ÖR-System nicht mehr mit einem "Stürmchen im Wasserglas" davonkommen. Dann wird es existenziell.
 
Du meinst also, es wäre möglich, dass die Bürger dieses Landes sich erneut einer populistischen, autoritären Führungsfigur zuwenden, die ihnen per gleich geschalteten Medien vorgibt, was sie wissen/denken sollen, so dass eine anstrengende diversifizierte Informationsbeschaffung und faktenbezogene Analyse sowie die Mühen der demokratischen Teilhabe sie nicht mehr belasten?
 
Ich meine, dass es Parteien gibt, die ÖR abschaffen wollen, und dass diese Parteien durchaus demnächst Landesregierungen bilden könnten.
 
Die Bild schreibt, dass You FM eingestellt wird: 😎

Nö, da steht, dass noch nicht klar ist, welche Wellen gestrichen werden. Natürlich wäre YOU FM als Jugendwelle naheliegend.

Ich spekuliere ohnehin, dass ALLE so genannten Jugendwellen der ARD mittelfristig linear den Stecker ziehen und durch sowas wie "funk im funk" ersetzt werden, also als Pendant zum Bewegtbild-Content-Network was ähnliches für Audio.

Genau genommen sollten die ARD-Anstalten schon heute darüber nachdenken, das entspricht in jedem Fall der heutigen Audio-Nutzung viel mehr. Alle ARD-Anstalten könnten hier ja mitmachen und ihren Content zusteuern.
 
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Dass dem linearen Radio die Beine gebrochen werden, auf denen es steht, für die Jugend, die eh kein Radio hört, macht mich traurig & fassungslos. Denn sie wissen nicht, was sie tun! 😎
Weil die Jugendlichen von heute die Erwachsenen von morgen sind und sich erlernte Mediennutzung fortsetzt. Wer heute kein Radio hört, hört es sehr wahrscheinlich in zehn Jahren auch nicht. Die Radiohörer sterben also weg. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Weiter großflächig auf lineares Radio zu setzen, würde bedeuten, langfristig mit ihnen zu sterben.

Und die Idee, ein öffentlich-rechtliches Spotify aufzubauen, ist zwar nett, aber hochgradig naiv. Mal davon abgesehen, dass ich mir vorstellen könnte, dass das rechtlich ein Problem sein dürfte, weil da bis auf ein paar Wortinhalte nichts Eigenproduziertes drin wäre (für die eigenproduzierten Inhalte hätten wir ansonsten ja bereits die ARD Audiothek, die aber so gar nicht mit Spotify konkurrieren kann) und Spotify und Co. den ÖRR daher mit Klagen überziehen würden, hat der ÖRR auch finanziell überhaupt nicht die Möglichkeit, technisch etwas vergleichbares auf die Beine zu stellen. Bestes Beispiel Mediathek. Die ist auch nach Jahren eine sichtbare Baustelle. Komplexe Empfehlungsalgorithmen wie bei Spotify oder Apple Music wären mit der vorhandenen Manpower und der technischen Basis aktuell überhaupt nicht denkbar. Der technische Vorsprung der Marktführer ist für den ÖRR mit seinen Mitteln praktisch nicht aufholbar. Selbst Apple hat es nach all den Jahren nicht geschafft, qualitativ mit seinen Empfehlungsalgorithmen zu Spotify aufzuschließen. Und da soll der ÖRR gegen anstinken? Keine Chance.

Und könnten wir bitte mit diesen ganzen „Man müsste …“-Nummern aufhören? Ja, man könnte sich hinstellen und der Jugend erzählen, was für tolle Hörspiele der ÖRR produziert und wie toll die Radiosendungen früher waren und was da alles gemacht wurde. Das würden die Jugendlichen sich anhören, „Ah, interessant“ sagen, sich ihre AirPods in die Ohren schieben und ihre Playlists und Podcasts hören.

Die Frage nach den Mikrofonhelden kann ich übrigens nicht beantworten, weil ich alter Sack in dem Game nicht drin bin. Und auch gar keine Lust dazu habe, weil mir dafür schlicht die Zeit fehlt, mich näher damit zu befassen. Ich habe aber diverse junge Kolleginnen und Kollegen, die mit irgendwelchen Namen von Creators von den besagten Plattformen um sich werfen, von denen ich noch nie gehört habe und die in deren Bubble ungefähr so angesagt sind wie bei uns früher Ray Cokes, den von denen übrigens niemand mehr kennt. Was übrigens für fast alle großen Namen gilt. Selbst ein Thomas Gottschalk ist für die Meisten von denen nur ein alter Sack, der früher mal irgendsoeine Fernsehsendung im Alte-Leute-Programm ZDF hatte, von dem sie aber noch nie etwas gesehen haben. Aber das hat jetzt eher wenig mit dem Thema dieses Threads zu tun.
 
Wer heute kein Radio hört, hört es sehr wahrscheinlich in zehn Jahren auch nicht. Die Radiohörer sterben also weg. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Weiter großflächig auf lineares Radio zu setzen, würde bedeuten, langfristig mit ihnen zu sterben
Bei allem Respekt: Unsinn! Ich sterbe, wenn ich den Löffel abgebe. Ob mit oder ohne Radio. Generell (Nicht du) kann ich den Trend, zum x-ten Mal die Vorteile von Spotify & Co in den Himmel zu loben, nicht nachvollziehen. Wo bleiben die Argumente für das lineare Radio. Es gibt so viele. Bin ich der Einzige,
der kämpft?! Zurück zum hr. :cool:
 
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Generell (Nicht du) kann ich den Trend, zum x-ten Mal die Vorteile von Spotify & Co in den Himmel zu loben, nicht nachvollziehen.
Vielleicht hast du den Anschluss verloren?

Wo bleiben die Argumente für das lineare Radio. Es gibt so viele.
Es gab so viele.
Alles außerhalb belangloser, ewig gleicher Musiksoße und Larifari-Moderationen wurde und wird eingestellt und abgeschafft. Dieses Radio, das viele hier im Forum so lieben, gibt es nicht mehr. Seine Aufgaben haben inzwischen andere Medien (überwiegend besser, vielfältiger, schneller und zielgerichteter) übernommen.
Ich bin dankbar, das Radio zu seinen Glanzzeiten erlebt zu haben, freue mich über meine Erinnerungen, weiß aber auch, dass diese Zeiten niemals zurück kommen werden. Und das ist nicht die Schuld der Hörer, sondern der Anbieter, ö-r und privat. Sie haben den Funk mit aller Kraft zu einem stromlinienförmigen, anspruchslosen und verzichtbaren Begleitgeräusch gemacht, nachdem kaum noch jemand fragt, der unter 40 ist.
 
Gut. Dann stellen wir uns darauf ein: Was wir gerade noch sehen, ist das Abendrot des Hörfunks, wie wir ihn kannten, und jeden Tag geht die Sonne ein bisschen früher unter, bis sie irgendwann am darauffolgenden Morgen nicht mehr aufgehen wird. Das ist ein Naturgesetz, aber es gilt nur im Zuständigkeitsbereich der ARD. In den anderen Ländern um uns her in Europa ist man weiterhin anderer Ansicht. Dort wurden sogar vereinzelt aufgehende Sonnen gesichtet.
 
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€chte €insparungen sind schwer durchsetzbar, da der Beamten-Lobbyismus in Deutschland sehr ausgeprägt ist und eingefahrene Strukturen nur schwer aufweichbar sind.

Am deutlichsten erfahren das junge Leute, die sich in der ARD bewerben möchten, da wird stark selektiert und sehr gute Menschen bleiben chancenlos und den Rest dürfen wir täglich hören und zwangsbezahlen!

Falls es doch zu €insparungen kommen sollte, würde ich den Wasserkopf dezimieren und den jungen Leuten welche es hinein geschafft haben, freie Hand lassen und deren gute Ideen verwirklichen.

Vielleicht - und nur vielleicht hätte der Staatsfunk noch eine Überlebenschance......

Wie denkt Ihr?

R.

Fechten.gif
 
Am deutlichsten erfahren das junge Leute, die sich in der ARD bewerben möchten, da wird stark selektiert und sehr gute Menschen bleiben chancenlos und den Rest dürfen wir täglich hören und zwangsbezahlen!
Das war einmal! Die paar Bewerbungen für Stellen in der Redaktion kann man meist an einer Hand abzählen. Dabei könnten gerade junge Leute beim ÖRR hemmungslos ihre Skills in Sachen "Social Media" verbessern. Bei häufig relativ guter Bezahlung.

Aber nach einem jahrelangen Studium irgendwo verstehe ich natürlich, wenn man lieber für einen hohen, fünfstelligen Betrag im Jahr in Richtung "PR" geht. Bei Festanstellung.
 
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