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hr1: Werner Reinke

Gibt es Belege für einen Zusammenhang zwischen dem Fehler in der Moderation und dem Alter des Moderators?
Belege nicht. Aber möglich ist es sicher, vielleicht sogar wahrscheinlich.

Ich habe Reinke oft genug hier gelobt, ich bin nach wie vor der Meinung, dass seine Sendung alleine durch seine Moderation aufgewertet wird - es liegt sicher nicht an der Musikauswahl.

Andererseits muss man natürlich einräumen, dass seine besten Tage wahrscheinlich vorbei sind - Werner Reinke ist schliesslich auch nur "Mensch". Das Dilemma liegt darin, dass er einer der letzten Moderatoren mit Persönlichkeit ist, was wiederum daran liegt, dass er dazu noch die Möglichkeit hatte, dies zu demonstrieren.

Heutzutage klingen viele Sprecher mit ihren "Gute-Laune-30-Sekunden-Ansagen" tatsächlich manchmal wie sprechende Automaten. Da bleibt kaum Gelegenheit, die Talente zu beweisen, die Reinke in seiner Radiogeschichte oft genug gezeigt hat.

Geht Werner Reinke, wird das sowieso schon erschreckend farblose HR-1-Programm noch armseliger. Eine "einzigartige" Musikmischung (heute morgen z.B natürlich Queen, dazu Blondie, Genesis oder Tina Turner gähn...) reicht bei weitem nicht.
 
Geht Werner Reinke, wird das sowieso schon erschreckend farblose HR-1-Programm noch armseliger.
Da gebe ich dir Recht. Aber für den Fall, dass er abtreten müsste, würde er bestimmt von einem anderen Sender vom Fleck weg engagiert werden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der hr bei seinem allerbesten noch immer aktivem Unterhaltungsmoderator wohl so stumpfsinnig wie der br agiert.
Heutzutage klingen viele Sprecher mit ihren "Gute-Laune-30-Sekunden-Ansagen" tatsächlich manchmal wie sprechende Automaten.
So ist es. Und genau deshalb höre ich solche Automatensender nicht. Leider verkommen immer mehr Sender. Schlimm finde ich, dass diese Spezies auch lange schon Einzug bei den durch Gebühren finanzierten Anstalten hält. Der WDR z.B. ist auf all seinen 3 "großen" Sendern (1-2-4) mit solchen "Automaten", die die Hörerschaft jetzt auch noch regelrecht frech duzt, durchsetzt. Für mich unanhörbar. Da ist der hr die letzte Radio-Oase, wo es noch etwas ruhiger zur Sache geht. Vor allem finde ich gut, dass sie die Finger vom hr4 Konzept gelassen haben und es auch noch Musik in Landessprache bringt. Aber auch die Stunden des hr sind wohl gezählt. Denke er wird wohl irgendwann im SWR aufgehen, was super Schade wäre.
 
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Der WDR, grösste "Anstalt" der ARD, ist in der Tat zum absoluten Gruselfunk verkommen. Personalities wie Reinke, derentwegen viele das Radio einschalten, gab es dort auch mal, ist aber lange her. Spätestens seit "Iron Valerie" dort mit dem eisernen Besen durchgekehrt hat, kann man es selbst mit dem besten Gehörschutz nicht mehr ertragen.
 
Und trotzdem ist das Enttarnen von KI in dem Bereich doch eigentlich recht einfach.

Sehr einfach ist das leider nicht. Auch etablierte Künstler können ihre Stimme klonen und ihr Album im Rechner "einspielen" lassen. Texte und Melodien kann man ja vorgeben. Ob das dann noch Fairplay ist sei dahingestellt, aber welcher DJ fragt schon nach?

Das neue Taylor-Swift-Album ist beispielsweise gestalterisch anspruchslos, fast nur synthetische Klänge und unkomplizierte Melodien. Über dieses Niveau ist die KI schon lange hinausgewachsen.
 
Versetzen wir uns mal kurz in die Lage von Frau Antonini beim Gestalten einer 3-Stunden-Sendung, wenn ein bisher unbekannter Song auftaucht:

Bisherige positive Entscheidung vor KI: "Find ich gut, kann ich den Hörern empfehlen, nehm ich in die Sendung und nehme mit dem Interpreten Kontakt auf."

Zukünftige Entscheidung: "Find ich gut, möchte ich senden. Kann ich das den Hörern empfehlen, kann ich den Interpreten interviewen, oder betrüge ich die Hörer, weil es KI ist, und es gibt daher kein Interview? Wie zügig kann ich das rausfinden, bevor ich das Lied in die Sendung einbaue?"

Diese Arbeitsweise muß man mögen.....
 
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Geschmack, gesunder Menschenverstand, umfassende Repertoire-Kenntnis. Dann klappt's auch mit der Bewertung von neuen Titeln. Und das ist beim Duo Reinke-Antonini immer gewährleistet. Da braucht's keine KI.
Das sagst Du so.
Letzte Sendung "Reinke am Samstag", letzter Song, der Rausschmeißer, bewußt ausgewählt: Eine Soul/Blues-Fassung des Eagles-Songs "Hotel California". Reine KI. Bewußt NICHT angesagt. Ein Test. Ergebnis: Eine Rekordanzahl von begeisterten Nachfragen...
 
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oder betrüge ich die Hörer, weil es KI ist
Auf die Gefahr, mich mit dieser Einlassung als Banause zu outen: Wieso muss Musik, die mit mehr oder weniger KI-Unterstützung entstanden ist, automatisch Betrug, also etwas Böses sein? Wenn ich Musik höre, dann für gewöhnlich, weil mir einfach die Musik gefällt. Natürlich, wenn der, der die Texte geschrieben, die Melodie komponiert oder die Instrumente gespielt hat, eine interessante Geschichte zu erzählen hat, dann höre ich mir die sehr gern an, zum Beispiel in Sendungen wie RaS. Und wenn nicht? Dann macht es die Musik für mich kaum weniger gut. Genauso wie ich mir auch keine Musik anhöre, die aus meiner subjektiven Sicht schlecht ist, und wenn ihr Produzent eine noch so spannende Geschichte zu erzählen hat.
Sicher, wenn ich weiß, dass das alles menschengemacht ist, staune ich vielleicht über die Texte, bewundere das virtuose Spiel, den wohlklingenden Gesang. Und wenn die Musik KI-unterstützt produziert wurde? Dann staune ich ebenso, aber über etwas Anderes. Mir fehlt bei der Diskussion um KI-generierte Musik oft so ein wenig der Aspekt, dass auch die KI nicht ganz von allein Musik ausspuckt. Da muss immer noch irgendwo ein Mensch dahinter sitzen, der der KI die Aufträge erteilt. Und von ihm und seinem Können hängt ganz maßgeblich ab, wie sich das Ergebnis anhört. Es klingt erst einmal so einfach: man lässt chatGPT einen Text schreiben, gibt den an Suno weiter und wenn die Stimme im daraus entstehenden Song noch nicht passt, legt man mit ElevenLabs halt eine andere drüber. Soweit die Theorie. Ganz so einfach ist es dann in der Praxis aber nicht, man muss schon ein gewisses Gespür dafür entwickeln, wie man die KIs prompten muss. Das kann man lernen, so wie man lernen kann, ein Instrument zu spielen oder zu singen. Aber genau wie diese Fähigkeiten ist es nicht jedem gegeben.
Und dann gibt es natürlich noch den Aspekt, dass Musik mit KI-Unterstützung ein sehr weites Feld ist. Natürlich, man kann heutzutage Musik machen, die komplett KI-generiert ist. Man kann aber auch durchaus mit einer gewissen Eigenleistung an die Sache rangehen, die über das Eingeben von Befehlen hinausgeht. Wenn ich mir eine Melodie ausdenke, einen Text dazu schreibe, die Melodie einsumme und dann die KI meinen Text sauber und schön instrumentiert auf diese Melodie singen lasse, wer hat dann wie viel zu dem Song beigetragen? Ohne mich gäbe es dieses Lied nicht, ohne die KI klänge es wohl lange nicht so gut.
Und auch das ist so eine Sache: Natürlich gibt es jede Menge KI-generierten Schund, in die Welt gerotzt von Leuten, die eben nicht anständig prompten lernen wollen oder können, gleichzeitig aber glauben, die Welt habe auf ihre Musik gewartet. Aber es gibt auch jede Menge kreative Köpfe, die grundsätzlich schon immer Spaß daran hatten, Gedichte zu schreiben, Melodien zu entwickeln oder zu singen, aber nie die Möglichkeit hatten, diese Hobbies weiter auszubauen. Einer hatte tolle Texte, tat sich aber mit dem Komponieren schwer. Ein Anderer hat tolle Melodien im Kopf, kann aber weder Noten lesen, noch ein Instrument spielen. Und wieder jemand anders singt gern vor sich hin, aber veröffentlichungstauglich wäre das wohl nie und nimmer. Und wenn diese Leute das nur mal so ab und an machen, dann werden sie sich oftmals auch keine Mitstreiter suchen, um dann gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, wie das freilich eine schöne Sache wäre. Stattdessen werden keine weiteren Texte mehr geschrieben, denn die wird man ja eh nie vernünftig umsetzen können. Und die, die schon da sind, verschwinden in irgendwelchen Schubladen oder in einem unübersichtlichen Dokumentenwust am PC, wo sie vielleicht, ganz vielleicht mal Jahre später wieder geöffnet werden. Die Melodien haben einen kleinen Auftritt in den eigenen Hirnwindungen, aber sind danach für immer weg. Warum festhalten, wenn man doch sowieso nichts mit ihnen machen kann? Und das Singen wird auch nicht weiter probiert, allenfalls dann, wenn man sich unter der Dusche ohne Zuhörer wähnt.
Jetzt aber sieht das völlig anders aus. Jeder von diesen Leuten kann sich nun mit dem, was er kann, einfach mal ausprobieren und sich dabei von KI unterstützen lassen. Wie und bis zu welchem Grad er das tut, kann dabei sehr unterschiedlich sein, genauso natürlich auch, wie überzeugend dann das Ergebnis ist. Aber dann ist da vielleicht ein Ansporn, diese Interessen, die schon vorher da waren, einmal auszubauen, ihnen konsequenter nachzugehen und sie am Ende vielleicht in eine richtiggehende Begabung verwandeln zu können. Und das eröffnet dann völlig neue Möglichkeiten. Natürlich in erster Linie mal denen, die Musik machen wollen. Aber auch den Hörern, die auf einmal professionell produzierte Titel präsentiert bekommen können, die sie andernfalls höchstens als übersteuert verrauschte Garagen-Demo zu Ohren bekämen, wenn überhaupt. Und die Radiomacher haben auf einmal jede Menge neue Menschen, die sie vorstellen können. Menschen, die sonst vielleicht nie die Möglichkeit gehabt hätten, ihre Musik so zu gestalten. Menschen, die vielleicht, wenn es hoch gekommen wäre, mal bei irgendeinem kleinen Label eine Auflage von ein paar hundert CDs rausgebracht hätten, die aber nicht bis zu den Redakteuren im Radio durchgedrungen wäre. Menschen, die vielleicht nur darauf gewartet haben, etwas in die Welt zu tragen, und die das in Form von Musik jetzt tun.
Ich denke also, dass man natürlich den Versuch unternehmen sollte, den Faktor Mensch in der Musik zu erkennen und den Hörern nahezubringen, denn wie gesagt: ganz ohne Menschen geht es nicht, egal wie viel KI dabei noch mitläuft. Genau dieses Wissen sollte einen aber eher ermutigen, interessiert nachzufragen, was Mensch und was Maschine ist, wo KI neue Möglichkeiten bietet, wo ihre Grenzen sind. Man kann mit den Hörern in den Dialog treten, was für sie OK ist. Die Antworten werden überraschen, weil sie vielfältig und zumindest manchmal durchaus gut begründet sind. Man kann kritische Stimmen zu Wort kommen lassen, man sollte es unbedingt. Man kann sich aber auch mal Leute von der Sorte einladen, wie ich sie gerade beschrieben habe, denen sich auf einmal ganz andere Möglichkeiten eröffnen. Man kann also durchaus auch im KI-Zeitalter musikjournalistische Sendungen anbieten, die sich auch und gerade mit Neuerscheinungen beschäftigen. Man muss sie vielleicht nur ein bisschen umdenken.
Und noch ein kleiner Denkanstoß, beziehungsweise eine Frage eines Spätgeborenen: War denn damals, als die Synthesizer aufkamen, der Aufschrei ähnlich groß, weil sich da plötzlich Leute Musikinstrumenten ermächtigten, die sie in der Realität gar nicht spielen konnten? Oder war Hermann Hoffmann in den 60er Jahren ähnlich umstritten, weil er in seiner "kleinen Dachkammermusik" ebenfalls massiv schummelte und durch Tonbandmontagen Sendungen produzierte, die er niemals ohne dieses Hilfsmittel so hätte machen können? Diese Fragen sind durchaus ernst gemeint.
 
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Das genau ist es, was Antonini und Reinke so betroffen macht und für täglich neue Überlegungen sorgt. Kann man sich noch wehren, begibt man sich unter die Ewiggestrigen, wenn man diese Entwicklung ignoriert? Und wenn man sie nicht ignoriert: Will man dann als Moderator bevorzugt die Wahl der Software kommentieren, mit der der KI-Song produziert wurde?
@TORZ: Hermann Hoffmann hat seine "Schummeleien" eindeutig als solche kenntlich gemacht. Ebenfalls Peter Frankenfeld in "Peters Bastelstunde". Und natürlich ist es richtig, daß Menschen auf Computer einwirken, um KI-Werke zu erstellen. Ob deren Leistung vergleibar ist mit der von Lennon/McCartney, darf sicher bezweifelt werden.
 
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@TORZ: Hermann Hoffmann hat seine "Schummeleien" eindeutig als solche kenntlich gemacht. Ebenfalls Peter Frankenfeld in "Peters Bastelstunde".
Jawoll. Genauso, wie viele (ja, leider nicht alle) auch heute kenntlich machen, wenn sie in ihren Musikproduktionen mit KI arbeiten. Bei dem Song, der Reinke am vergangenen Samstag zu seinem Statement bewegte, war dies zum Beispiel der Fall. Und von diesen Musikproduktionen, bei denen der KI-Einsatz kenntlich gemacht wird, wird es viele geben. Und es wird sicher auch viele Künstler geben, die sich wie Elton John offen gegen KI in der Musik aussprechen.
Und natürlich, es wird ganz viel dazwischen geben, vieles, bei dem man nicht weiß, wie viel Mensch und wie viel Maschine dahintersteckt. Ich könnte mir aber - gut, das hat eine einzelne Sendung für ein einzelnes Bundesland nicht in der Hand - vorstellen, dass auch da die Transparenz größer würde, wenn wir KI nicht als eine bedrohende oder minderwertige Methode der Musikproduktion wahrnehmen, sondern eher als alternativen Ansatz oder bestenfalls als Ergänzung. Nicht zwangsläufig schlechter als vollständig menschengemachte Musik, aber natürlich genauso wenig zwangsläufig besser. Eben anders. Meine Ansicht, die zugegebenermaßen nicht ganz unparteiisch ist, schließlich experimentiere ich selbst viel mit KI, auch und gerade im Zusammenhang mit Musik.
Ob deren Leistung vergleibar ist mit der von Lennon/McCartney, darf sicher bezweifelt werden.
Auf jeden Fall darf es das. Ich möchte aber ebenso bezweifeln, auch wenn ich denke zu wissen, wie Du es an sich meinst, dass Lennon/McCartney der Fixpunkt sein sollte, an welchem man alle Musik misst. Ich fürchte, dann dürfte so einiges nicht mehr gespielt werden.
 
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Wenn Beschiss der Hauptgrund gegen KI ist, kann man im Grunde gar keine neuere Musik mehr spielen.

Es ist doch wirklich kein Geheimnis, dass es seit Jahrenden in der Branche üblich ist und dass selbst Künstler, die es eigentlich gar nicht nötig haben, bei allen möglichen Gelegenheiten (Studioproduktion wie Liveauftritt), Software einsetzen, die ihren Gesang schön bzw. exakt auf die Note rechnet. Zur ganzen Problematik verweise ich gerne auf die diversen Videos im Youtube-Kanal "Wings of Pegasus".
Man kann nicht mal mehr einen Michael Buble mit gutem Gewissen spielen, weil er meint, den Hörer mit Hilfe des Computers "bescheissen" zu müssen. Aber davor wurde bisher noch nicht kapituliert.
(Lustigstes Video bei Wings of Pegasus ist das Video eines anderen Youtubers, der den Gesang einiger Mädels bewerten will und dabei die einzige nicht manipulierte Stimme auf den letzten Platz setzt.)
KI kann man nur möglichst umschiffen, wenn man drauf herein fällt, hat man eben für nächste Mal gelernt.
 
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Wenn KI der Grund für ein beabsichtigtes, aber noch(!) absolut vermeidbares Aus der Sendung ist, muss natürlich auch darüber diskutiert werden.
 
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Werner dürfte sich auch aus einem weiteren Grund im Zwiespalt befinden, denn noch immer läuft ja die Sendung mit dem Untertitel " Reinke Ukraine " und die Spendensammlung dauert diesbezüglich an. Er ist wohl - wie so ziemlich jede/r von uns - dabei nicht davon ausgegangen, dass dieser Krieg nun schon über mehr als 3,5 Jahre andauert und ein Ende derzeit leider immer noch nicht abzusehen ist. Wenn er seine frühere Ankündigung einhalten möchte, müsste er also mindestens solange weiter senden bis diese kriegerische Auseinandersetzung ( in hoffentlich friedlicher Form ) beendet wird. Nach den Vorstellungen des derzeitigen Kreml - Chefs könnte dies allerdings bis zum "St. - Nimmerleins - Tag" dauern. Dann werden sich Lidia und der Werner mehr oder weniger wohl auch mit KI - generierter Musik beschäftigen müssen, insoweit weiter neue Musiktitel bei RaS präsentiert werden sollen.
 
Wenn es danach ginge, könnten sie ja die Sendung auch einfach in eine Oldieshow umwandeln. Oder, um auf Deine anderen Bedenken einzugehen, ein Talkformat etablieren, um Putin und Selenskyj einzuladen.
 
Das bringt dann aber auch die Fans in einen Zwiespalt, denn wenn der Krieg doch unerwartet früher enden sollte und er seinen Auftrag als "erledigt" sieht...
 
Sehr gut erkannt, Neuling64.
Die grimmige Entschlossenheit des alten Mannes WR, durchzuhalten, kann zu Lasten des Anteils an neuer, interessanter Musik führen. Ob RaS dann zur Oldiesendung verkommt, wollen wir sicher alle nicht hoffen. Also Daumen drücken, daß Putin schnell zur Einsicht kommt und die KI umso langsamer fortschreitet. Oder der Moderator sich an sie gewöhnt und einen Modus Operandi findet...
 
Werner gerade sinngemäß in der heutigen Sendung anlässlich des Aufkommens von KI-generierter Musiktitel:
Lidia und ich befinden uns gerade in schwierigen Entscheidungsprozessen... das wollte ich Ihnen als treue Hörer nicht vorenthalten.
In der ersten Hälfe der dritten Stunde der heutigen Sendung griff Reinke das Thema nochmal auf (im folgenden Zitat stammen die Verweise von mir):
Da haben wir ja schwer was losgetreten am letzten Samstag. Unser Rausschmeißer war eine Soul-Blues-Coverversion des Eagles-Songs Hotel California und sie war komplett mit Hilfe von künstlicher Intelligenz produziert worden. Das hatte ich bewusst in meiner Absage nicht erwähnt. Und das Ergebnis war eine Rekordanzahl von begeisterten Nachfragen. Wer war das? Wer hat das gesungen, dieses Hotel California? Und meine Ansage vom letzten Samstag, in einer Welt, in der ein Radioprogramm vorwiegend aus KI-Produkten bestehen wird, habe das Redaktionsteam von Reinke am Samstag nichts mehr zu suchen, führte zu weiteren Nachfragen: »Wie, du hörst auf?« Eine Diskussion brach los in unseren Studio-Mails, Zuschriften und in Internet-Foren. Und die ging in etwa so, ich fass’ das mal zusammen: »Die von KI unterstützten Musikproduktionen stellen nur das vorläufige Ende einer sehr langen Reihe von Verfälschungen der natürlich hergestellten Musik dar«, sagten viele fachkundige Hörer. »Am Anfang war die menschliche Stimme. Schon wenn der Sänger ins Badezimmer geht, weil’s dort besser klingt, geht’s los mit der Verfälschung. Mit dem Eingriff des Toningenieurs, der Hall und Echo addiert, geht’s weiter. Synthesizer, Drumcomputer und so weiter waren auch schon keine natürlichen Instrumente mehr. Das Justieren eines schlechten Gesangs mit Hilfe der Auto-Tune-Software ist längst Standard, sowohl in Tonstudios wie auch bei Live-Auftritten. Und ihr beim Radio«, heißt es dann auch, »arbeitet ja auch mit elektronischen Signalverbesserungen, Stichwort Optimod. Also, Reinke, was willst du eigentlich? Entscheidend ist doch nur, ob der jeweilige Künstler ehrlich und aufrichtig mit seinem Publikum umgeht. Künstler wie Charlie Puth oder Jon Bon Jovi gehen mit ihrer Verwendung von Auto-Tune und anderen Hilfsmitteln offensiv um. Jeder kann uns soll es wissen, damit auch bei Live-Konzerten ein ähnliches Klangerlebnis erwartbar ist wie auf dem Tonträger. Solange der Radiomoderator diese Informationen weitergibt, kann man ja auch nicht von Betrug reden. Betrug geht so: Künstler arbeitet mit KI, bestreitet das aber. Infolgedessen hebt der Moderator den Künstler in den Himmel wegen dessen natürlichen Fähigkeiten. Das muss natürlich vermieden werden und das ist die Forderung des Publikums an die Lidias und Werners und ihresgleichen.« Tja, und daran haben wir jetzt zu knapsen. Wir, das Redaktionsteam dieser Sendung.
Nachdem Reinke das gesagt hatte, spielte er besagte Coverversion erneut – »für all diejenigen, die den Rausschmeißer vor einer Woche nicht gehört haben«.
 
KI ist der Brandbeschleuniger einer Entwicklung, an deren vorläufigem Ende der Großteil der Menschheit wirtschaftlich entkoppelt ist von den Eigentümern der Techfirmen. Ob die Demokratie in einem solchen Umfeld überleben kann, halte ich für sehr fraglich. Social Media und KI demonstrieren bereits heute, daß die Regeln, die sich eine demokratische Gesellschaft gegeben hat, auf diesen Techbereich nicht konsequent angewendet wird bzw. nicht konsequent angewendet werden kann. Um beim Thema Musik zu bleiben: Die KI wird mit der Musik von realen Künstlern trainiert, wobei der Nachweis, daß die KI geklaut hat, bei Texten wohl möglich ist, nicht aber bei Melodien, wie der von der GEMA am Landgericht München erfolgreich angestrengte Prozess gegen OpenAI gerade gezeigt hat.

Warum Reinke den Hotel California-Klon gespielt hat, kann ich nicht nachvollziehen. Es hätte gereicht, den Klon zu Demonstrationszwecken ausschnittsweise anzuspielen. So macht sich Reinke zum Unterstützer des Musik-Klaus.
 
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Warum Reinke den Hotel California-Klon gespielt hat, kann ich nicht nachvollziehen. Es hätte gereicht, den Klon zu Demonstrationszwecken ausschnittsweise anzuspielen. So macht sich Reinke zum Unterstützer des Musik-Klaus.
Der Erkenntnisgewinn bei vielen erschrockenen Hörern war entschieden größer als nur beim Anspielen eines Ausschniits aus Igittigitt-Gründen.
 
Es geht gar nicht um Igittigitt. Man nimmt eine unzweifelhaft geniale musikalische Vorlage und müsste schon viel falsch machen um sie zu verschlimmbessern. Wenn KI Anwälte und Ärzte übertrifft, eigenständig "erfolgreich" Drohnenkrieg führt oder "nur" Auto fährt, dann hat unser bisheriges Wirtschaftsmodell ein Riesenproblem. Das Ergebnis des Musikklaus bzw. die damit verbundene Perfektion darf eigentlich niemanden verwundern, der in den letzten Jahren mit offenen Augen durch diese Welt gegangen ist. Wäre ich Reinke, würde ich geklonter Musik diesen Raum nicht geben. Wie gesagt, ein einminütiger Ausschnitt hätte gereicht. Und was die ARD als Ganzes angeht: Wahrscheinlich reibt man sich beim Thema KI schon die Hände, wenn man an das damit verbundene, personelle Einsparpotential denkt. Die ARD ist den skandalösen Weg der vollen Kommerzialisierung gegangen, da wird sie wohl kaum vor dem weitflächigen Einsatz von KI in ihren Musikwellen haltmachen. Die Arbeit von Moderatoren und Redakteuren steht genauso auf dem Prüfstand, wie der Einsatz von geklonter Musik.
 
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Zustimmung, Basti! Daß WR die Absicht hat, in Zukunft sein Programm mit KI "anzureichern", ist allerdings nicht zu erkennen.
 
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