• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

hr1: Werner Reinke

Die Arbeit von Moderatoren und Redakteuren steht genauso auf dem Prüfstand, wie der Einsatz von geklonter Musik.
Das ist dennoch ein Unterschied. KI-generierte Musik ohne Interpreten aus Fleisch und Blut wird zukünftig vermehrt angeboten werden. Ob sie Eingang ins Programm findet, wird abzuwarten sein. Die Diskussion wird sein, ob es für das Medium Radio zur Chronistenpflicht und zum Auftrag der Unterhaltung gehört, Ki-Produktionen einzusetzen oder nicht. Ich hoffe Letzteres.
 
Fassen wir zusammen: Reinke hat die gefakte Hotel California-Version nicht einmal, sondern zweimal gespielt. Beim ersten Mal hat er eindeutig nicht erwähnt, daß KI im Spiel war. Das ist das Gegenteil von Chronistenpflicht. Die Hörer, die die nächste Sendung nicht eingeschaltet haben, wurden eben nicht aufgeklärt. Von Herrn Reinke, der hier immer in den Himmel gehoben wird, erwarte ich deutlich mehr Sensibilität bei diesem wichtigen Thema. Von dem Münchener Gerichturteil hat er bestimmt auch nicht berichtet.
 
Sobald KI-Titel Hitparaden stürmen und gut testen, finden sie selbstverständlich EInzug ins Programm. Alles andere wäre eine illusorische Annahme. Das sie aus Sendungen wie der von Reinke fernbleiben, ist anzunehmen, was auch zweifelsfrei zu begrüßen ist. Allerdings ist seine Sendung eine der letzten wenigen Inseln, wo noch Radio mit Herzblut gemacht wird. Und auf das er es mir verzeihen möge, aber der Jüngste ist Werner Reinke jetzt auch nicht mehr, womit sich die ganze Thematik leider (!) in einer mehr oder weniger absehbaren Zeit von selbst erledigt haben wird...
 
Und natürlich ist es richtig, daß Menschen auf Computer einwirken, um KI-Werke zu erstellen. Ob deren Leistung vergleibar ist mit der von Lennon/McCartney, darf sicher bezweifelt werden.
Nun ja, gerade McCartney dürfte sich da gerade in einem ziemlichen Dilemma befinden, welches ihm selbst offenbar noch nicht aufgefallen ist. Aktuell macht er Schlagzeilen mit einem Track auf einem Anti-KI-Album. Vor nur wenigen Monaten wurde er aber gar nicht mehr fertig damit die KI in den Himmel zu heben, weil sie ganz maßgeblich zur Vollendung des "Now and then"-Tracks der Beatles verantwortlich war, welcher dann ganz nebenbei auch noch einen Grammy gewann.
 
KI wurde bei der Produktion dieses Tracks (und auch bei anderen Remixes) im wesentlichen dafür verwendet, die Spuren der originalen Aufnahme besser zu separieren, als es bisher möglich war. In diesem Fall ging es vor allem um John Lennons Gesang.
Das ist eine ganz andere Baustelle als das Komponieren, Arrangieren, Performen und Mixen von kompletten Musikstücken durch KI.
Insofern sehe ich da nicht wirklich ein Dilemma.
 
Ich dafür sehe es um so deutlicher. Es wirft nämlich die Frage auf, wo denn die Grenze liegen soll. Bis zu welchem Grad ist der Einsatz von KI für einen Werner Reinke, für eine Lidia Antonini oder sonst einen Radioschaffenden OK? Und ab wo nicht mehr? Warum dann gerade ab da? Und wer legt das fest, wann die KI gut und wann sie böse ist? Ich hatte ja auf der vorherigen Seite einige Situationen beispielhaft benannt, in welchen KI nicht für den kompletten Song verantwortlich zeichnen, wohl aber entscheidend zu seinem Gelingen beitragen würde. Da irgendwie sinnvoll zu definieren und abzugrenzen, stelle ich mir mal mindestens schwierig vor.
 
Ist es auch, TORZ, ist aber nicht nötig. Entscheidend ist die Kenntlichmachung des KI-Einsatzes. Die ermöglicht dem rechtschaffenen Radioschaffenden, das Werk entweder nicht aufzuführen oder (Chronistenpflicht) doch zu senden und zu kommentieren, um dem Hörer bei der Urteilsbildung zu helfen.

Wenn er allerdings wiederholt die neue australische Superband "Torture Of Running Zebras" hochgejubelt hat, bevor er feststellt, dß deren Akronym TORZ ist und in Wirklichkeit Du als KI-Artist dahintersteckst, dann hat er sich final blamiert...
 
Ja gut. Dass KI-Produktionen problematisch sind, welche von ihren Erstellern nicht als solche kenntlich gemacht werden, darauf können wir uns denke ich einigen. Über alles Weitere, also Musik, bei deren Produktion eine KI irgendwie beteiligt war und bei der dies auch offen kommuniziert wird, kann man glaube ich viel diskutieren, ohne einen einheitlichen Umgang damit zu finden. Zumindest momentan dürften diese "ehrlichen" Produktionen aber überwiegen, denn aktuell ist KI ja immer noch so eine Art Zauberwort. Wer sagt, dass er damit arbeitet, wirkt im Allgemeinen sehr am Puls der Zeit, was man allein daran schön sieht, dass heute alle möglichen Algorithmen als KI vermarktet werden, auch wenn sie das genau genommen eigentlich gar nicht sind.
 
Die Einführung von DAWs, Softwareinstrumenten und -effekten vor rund 25 Jahren führte zu ähnlichen Diskussionen, und letztlich zu einer Demokratisierung in der Musikschöpfung.
Fakten:
  • Es starben ein Teil der Recording-Studios. Aber es blieben welche.
  • Software-Instrumente beendeten die goldenen Ära der Synthesizerhersteller. Aber es blieben welche.
  • Es konnten jetzt Menschen Musik produzieren, denen es zwanzig Jahre früher aus wirtschaftlichen Gründen völlig unmöglich gewesen wäre.
  • Ansonsten änderte sich wenig.
KI führt zu einer weiteren Demokratisierung in der Musikschöpfung. Diesmal betrifft es nicht die Kunst der Aufnahmetechnik, sondern den Job des Studiomusikers und die Kunst des Songwriting.
Prognose:
  • Produzierte Musik wird weiter entwertet.
  • Künstler werden noch mehr als heute ihr Geld auf Live-Bühnen verdienen.
  • Reine Studio-Bands und -Projekte werden in den Hobby-Bereich verdrängt.
  • Es wird noch mehr auf die Verpackung der Musik ankommen als auf den Inhalt.
  • Das Nachahmen eigener musikalischer Erfolgsrezepte wird dauerhaft nicht mehr nachhaltig sein.
  • Ansonsten ändert sich wenig.
 
Ich dafür sehe es um so deutlicher. Es wirft nämlich die Frage auf, wo denn die Grenze liegen soll. Bis zu welchem Grad ist der Einsatz von KI für einen Werner Reinke, für eine Lidia Antonini oder sonst einen Radioschaffenden OK? Und ab wo nicht mehr?
Ich sehe es noch anders: Geht nicht schon eine Musikgestaltungssoftware wie ein MusicMaster in Richtung KI? Eine KI "lernt" nur das was man vorsetzt und gibt nur das aus was an Parametern gesetzt wird.
Und schon hat man den Salat. Überall Programme die mindestens ähnlich sind, alte Titel die dann überall gleichzeitig wieder auftauchen. Ich würde mir das anders wünschen. Ganz anders!
Und ja, KI-generierte Musik möchte ich mir nicht anhören. Nirgendwo. Auch nicht Beethoven die 10.

Nun, vielleicht geht auch dieser Hype vorbei. Ich hoffe doch sehr!
 
Eine KI "lernt" nur das was man vorsetzt und gibt nur das aus was an Parametern gesetzt wird.
Und schon hat man den Salat. Überall Programme die mindestens ähnlich sind...

Interessanterweise nein. Man kann völlig neue Arrangements erschaffen, Instrumente und Stilrichtungen neu kombinieren und absolut kreativ, höchst flexibel ungewohnte Wege gehen. Ich habe es mehrfach ausprobiert (siehe KI-Musik-Thread), und es funktioniert einwandfrei.

Etwa eine Steelband mit Streichern, die Tanzmusik jeder Couleur spielt, abspeichern oder ein großes Philharmonieorchester mit einer Soul-Disco-Band vermählen und die so erzeugten Crossover-Songs von klassisch ausgebildeten Stimmen interpretieren lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
So schnell wird sich Frau Swift aber auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.
Und immerhin haben wir es doch auch sehr gut geschafft, K-Pop fast vollständig zu ignorieren.
 
Es besteht selbstverständlich keine vorrangige, geschweige denn eine höchstrangige Verpflichtung, Handlungen vorzunehmen, die auf die Sicherung oder Fortführung der wirtschaftlichen Lebensgrundlage der Frau Swift abzielen. :p
 
Ich sehe das größte Problem eigentlich auch nicht so sehr darin, dass Musik, die mit KI generiert wird, nichts wert wäre (obwohl ich es gruselig finde, wenn der Mensch, der da singt, gar nicht existiert). Aber wenn Musikschaffenden das Einkommen noch mehr als bisher wegbricht, wird das nicht letztlich zu einer Verarmung im Bereich handgemachter Musik führen? Die Motivation, sich selbst professionelle Fähigkeiten anzueignen, wird jedenfalls nicht gerade ansteigen. Ähnlich ist es bei den Cartoonisten auch, die Zeichnungen werden schon jetzt immer simpler, weil man für ein aufwendiges Bild trotzdem nur die selben 50 EUR von den Zeitung bekommt, leben kann davon schon jetzt kaum jemand, und auch diese Situation wird sich durch KI nochmal verschlechtern, weil man jetzt noch nicht mal mehr zeichnen können muss, man braucht nur noch eine witzige Idee und einen guten Prompt dafür.

Ja, Livemusik wird nach wie vor gefragt sein, ich selbst liebe Konzerte und würde darauf nicht verzichten wollen. Aber es gibt ja auch schon jetzt Avatar-Shows, die offensichtlich gut ankommen. Und wenn sogar KI-Influencerinnen Heiratsanträge bekommen, obwohl völlig klar ist, dass sie nur virtuell existieren, dann konkurrieren echte Musiker vielleicht sogar in diesem Segment zunehmend mit virtuellen. Auch wenn die ganze Technik echt faszinierend ist, will sich das alles für mich nicht so richtig gut anfühlen...
 
Spielt das denn am Ende wirklich noch eine Rolle? Die Hörer der entsprechenden Sender wollen unterhalten werden. Das WIE ist den meisten doch am Ende egal, genauso wie die Frage, ob da jetzt eine Sprecher sitzt, eine Stimme vom Band kommt, oder die KI Witzchen reißt und gute Laune verbreitet.
Und was passiert bitteschön, wenn KI-Musik sogar besser ankommt? Wie groß ist denn der Schritt von elektronischer Musik zu Ki-generierter?

Gut, für Musikfans, die nostalgischem Gerät namens Gitarre oder Schlagzeug nachhängen, mag noch eine Rolle spielen, wie Musik entsteht. Und ob der Sänger tatsächlich Freddy Mercury war und nicht ein Klon.
 
Wieso? KI kann doch Gitarre.

In der Musikbranche ist der Siegeszug der KI nicht mehr aufzuhalten, es sind dennoch verhältnismäßig wenige Menschen existenziell durch sie bedroht (Studiomusiker, kleinere Produzenten und Studiotechniker, Jinglelieferanten etc). Alle anderen konnten schon vorher nicht vom Musikvertrieb leben.

Wirklich hart trifft es die Grafik-, Webdesign- und die Werbebranche, die Programmierer sind als nächstes dran.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben