Ich schäme mich für die ARD


claudia_do

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Es wird jetzt etwas platt, aber ich versuche es trotzdem ;)

Das Ziel ist eigentlich sehr einfach : Mehr auf Qualität statt auf Quantität setzen.

Rund um die Uhr Krimis in zig Versionen hat z.B. nichts mit Qualität zu tun - das ist einfach sinnlose Massenproduktion um die Menschen zu berieseln. Genauso die ganzen Kochsendungen, Schlagersendungen etc. Das reichen doch auch nur ein paar Sendungen? Müssen es 50 Krimis aus jedem Ort sein?

Meine Frage war nicht: "Was ist NICHT Qualität", sondern "Was bedeutet "mehr Qualität"" (Deine Aussage) - und das auch noch objektiv, da sich alle, die mitbestimmen, auf das Ziel einer Reform (Ausgangspunkt der Debatte) einigen müssen.
Eigentlich sind wir ja hier im Radio-Forum und ich schätze mal, das vieles von dem, was die ÖRR in ihren Kulturwellen senden (aber auch z.B. in Cosmo, Kiraka, WDR 5 etc.) von einer Mehrheit der Bürger als Qualitätsradio eingestuft würde. Auch das TV-Programm in Arte, 3Sat oder die hochwertigen ARD-Mittwochsfilme, die investigativen Sendungen etc. würden von den meisten Menschen wahrscheinlich als Qualitätsfernsehen eingestuft werden.

Also:
a) Von genau was erwartest Du nun "mehr"?
b) Ist das, von dem Du mehr erwartest, auch das, was OBJEKTIV in dieser Gesellschaft als "Qualität" verständen wird?
c) Soll es MEHR MINUTEN an "Qualitätsfernsehen/Qualitätsradio" geben oder soll die Qualität INNERHALB der Produktionen mit guter/hoher Qualität nochmal gesteigert werden?
d) "Mehr" von dem, was typischerweise als TV/Hörfunk mit hoher Qualität wahrgenommen wird, ist besonders teuer (bei fiktionalen TV-Produkten kann man das klar sehen). Wie soll das finanziert werden? Das, was Du als Massenproduktion gerne verbannen willst, kostet z.T. weit unter 2000 €/min. Eine richtig gute fiktionale Serie oder ein Nachrichtensendung, die u.a. auf einem Netz von Auslandskorrespondenten aufbaut, das zigfache... Wer soll die Mehr-Kosten für die Mehr-Qualität bezahlen?

Und es bleibt wieder die Frage, die Du nicht beantwortet hast:

Was macht man, wenn Menschen unterschiedliche Vorstellungen von Qualität, von einer Reformnotwendigkeit, von Reformzielen haben?
Wenn sie unterschiedliche Vorstellungen haben, was es "mehr" geben soll - aber vor allem sehr unterschiedliche Vorstellungen von dem, was man "weniger" machen soll!


Zu sagen: "Die sollen es einfach mal so machen, wie ich persönlich das für richtig halte" ist selten eine Lösung ;)
 
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da_hooliii

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Unterhaltung kommt aus Hollywood. Warum die ÖR-Sender so gut wie nichts davon mehr im Programm haben, ist mir schleierhaft. Stattdessen schnell runtergekurbelter Unfug ohne Spannung, ohne Thrill, ohne alles. Aber offenbar sind die Hollywood-Lizenzen teurer als die Produktion im eigenen Land.
Das vermisse ich auch sehr und damit vergrault man ein riesiges Publikum. Nur mit deutschen TV-Produktionen lockt man heutzutage ganz sicher nicht mehr die Mehrheit hinterm Ofen hervor. Vorallem wenn man bedenkt, dass die meisten erfolgreichen Serien aus den USA kommen und die von den Öffentlich Rechtlichen gar nicht gezeigt werden (Breaking Bad mal ausgenommen was eine Weile im Programm war).

Eigentlich sind wir ja hier im Radio-Forum und ich schätze mal, das vieles von dem, was die ÖRR in ihren Kulturwellen senden (aber auch z.B. in Cosmo, Kiraka, WDR 5 etc.) von einer Mehrheit der Bürger als Qualitätsradio eingestuft würde. Auch das TV-Programm in Arte, 3Sat oder die hochwertigen ARD-Mittwochsfilme, die investigativen Sendungen etc. würden von den meisten Menschen wahrscheinlich als Qualitätsfernsehen eingestuft werden.
Da sind wir uns wohl auch einig. Je nach persönlichen Präferenzen gibt es wohl Unterschiede aber was die Qualität an sich angeht kann man das zum größten Teil stehen lassen. Wo es die großen Meinungsverschiedenheiten gibt und wo auch die Lebensrealitäten extrem auseinander gehen ist das Thema "Unterhaltung".


Also:
a) Von genau was erwartest Du nun "mehr"?
b) Ist das, von dem Du mehr erwartest, auch das, was OBJEKTIV in dieser Gesellschaft als "Qualität" verständen wird?
c) Soll es MEHR MINUTEN an "Qualitätsfernsehen/Qualitätsradio" geben oder soll die Qualität INNERHALB der Produktionen mit guter/hoher Qualität nochmal gesteigert werden?
d) "Mehr" von dem, was typischerweise als TV/Hörfunk mit hoher Qualität wahrgenommen wird, ist besonders teuer (bei fiktionalen TV-Produkten kann man das klar sehen). Wie soll das finanziert werden? Das, was Du als Massenproduktion gerne verbannen willst, kostet z.T. weit unter 2000 €/min. Eine richtig gute fiktionale Serie oder ein Nachrichtensendung, die u.a. auf einem Netz von Auslandskorrespondenten aufbaut, das zigfache... Wer soll die Mehr-Kosten für die Mehr-Qualität bezahlen?
a) Sich auf die Stärken berufen: Information, Bildung, Dokus, Polittalk, Nachrichten etc - und Unterhaltung anderen überlassen, die es auch können und nicht künstlich aufblähen mit Krimis aus jeder Stadt und ständig gleichen oder ähnlichen Formaten.
b) Die Diskussionen hab ich meistens mit Leuten, die im Alter meiner Eltern oder Großeltern sind - jüngere Menschen interessieren sich überhaupt gar nicht mehr für den Blödsinn, der da läuft und für den sie zahlen sollen weil sie das in besserer Qualität und mit viel viel mehr Auswahl woanders schauen und auch noch freiwillig dafür zahlen - also KLARES ja. Viele Millionen Menschen erreicht man mit dieser Qualität der Öffentlich Rechtlichen im Unterhaltungssektor überhaupt nicht mehr.
c) Ideales Bezahlmodell:
9,99 € (man kann sich drüber streiten ob ein Euro mehr oder weniger) für Information, Bildung, Dokus, Polittalk, Nachrichten)
Alles was mit Unterhaltung zu tun hat nur noch verschlüsselt anbieten und wer es wirklich sehen will soll noch mal 9,99 € zahlen. Wenn die Rundfunkanstalten so von sich überzeugt sind werden sich doch bestimmt ganz viele freiwillige Zahler finden. Außerdem sollen sie sich genauso wie andere auf dem Markt behaupten und die Leute nicht zwingen für diesen sorry die Ausdrucksweise "TV-Müll" Geld auszugeben.
d) Siehe C. Was sie noch alles einkaufen können richtet sich nach den Einnahmen, die sie durch die 9,99 € einnehmen. Dann erledigt sich das mit den 50 Krimisserien wohl von alleine. Dann hat man auch mal Geld für was anderes.

Was macht man, wenn Menschen unterschiedliche Vorstellungen von Qualität, von einer Reformnotwendigkeit, von Reformzielen haben?
Wenn sie unterschiedliche Vorstellungen haben, was es "mehr" geben soll - aber vor allem sehr unterschiedliche Vorstellungen von dem, was man "weniger" machen soll!


Zu sagen: "Die sollen es einfach mal so machen, wie ich persönlich das für richtig halte" ist selten eine Lösung ;)
Ich habe den Eindruck, dass bei diesen Rundfunkanstalten Leute in den Räten sitzen, die sich überhaupt nicht mehr damit beschäftigen was die Menschen überhaupt sehen wollen. Ganz ganz viele Dinge, die ein großes Publikum haben finden schlichtweg NICHT statt bei den Öffentlich Rechtlichen. Man sendet an den Menschen vorbei.

- Horrorfilme/Mystery/Grusel ? Gibt es bei den Öffentlich Rechtlichen nicht
- Gute Komödien ? Gibt es auch nicht. Es gibt nur die drittklassigen deutschen TV-Komödien, die total krampfhaft sind
- Packende Action und Thriller? Sucht man auch vergeblich. Krimi bis zum Erbrechen und alles langweilig und vorhersehbar gedreht
- Animes? Die Verantwortlichen wissen wahrscheinlich nicht mal was das ist
- Auch viele andere Genres werden schlichtweg ausgeschlossen. Dafür hat man dann Krimis, Zombie-Schlagersendungen usw. bis zum geht nicht mehr.
- Formate zum Thema zocken? Millionen Menschen spielen Konsolenspiele aber das findet auch nicht statt. Muss man sich die Let's Plays bei YouTube reinziehen oder zu Twitch gehen.
- Neue und gute Serien? Ich muss zu Prime, Netflix etc. ausweichen. Die bieten es.
- Ein gutes Sportprogramm? Wintersport bis zum Erbrechen und mal die ein oder andere Randsportart und bei Fußball gibt es seit Jahren viel nicht mehr zu sehen. Ich muss zu Eurosport, Dazn, Sky

und und und..

Das was die Öffentlich Rechtlichen zeigen begegnet mir dann wenn ich bei Eltern oder Leuten im gleichen Alter zu Besuch bin und da mal der Fernseher läuft. Es ist weit weit weg von der Lebenswirklichkeit der meisten jüngeren Menschen und dafür soll man dann extra zahlen obwohl man für das was man sehen will seine monatlichen Abos hat und dafür gerne bezahlt (auch wenn man nicht rund um die Uhr schaut aber wenn man mal was sehen will weiß man wo man es sehen kann). In dem Fall ist es auch Generationenkonflikt weil man jüngere Menschen nicht mehr erreicht mit diesem Renterprogramm.
 

claudia_do

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Es steht nicht mehr Geld zur Verfügung? Ich habe nicht den Eindruck, dass die Öffentlich Rechtlichen am Hungertuch nagen. Die armen Intendanten. Oh nein sie können sich ihre Luxusyacht nicht mehr leisten. Dafür habe ich kein Mitleid sorry... Die Öffentlich Rechtlichen leben im Überfluss. Um B-und C-Klasse Schauspieler in lausigen deutschen Fernsehfilmen zu bezahlen ist immer genug Geld da. Es gibt YouTuber, die nebenbei noch richtige Jobs haben und ihre Zeit dafür opfern guten Kontent zu machen und da gibt es die Öffentlich Rechtlichen, die zig Doppelt-und Dreifachverwaltungen haben und verschwnederisch mit den Gebühren umgehen. Man könnte das locker mit weit weniger als 8 Milliarden finanzieren.

Ein verschwurbelter Mix von Behauptungen, Vermutungen, Verärgerung und Meinung!

"Ich habe nicht den Eindruck..." - genau! Ein Eindruck, kein Wissen.

Niemand behauptet, dass es nicht Einsparpotentiale bei den ÖRR gäbe. Die Frage ist: Gibt es eine Mehrheit / einen Weg / eine Möglichkeit dazu, sie zu heben?

Beispiele?

Altersversorgung: Ohne Zweifel sind die RentnerInnen der ÖRR (insbesondere mit Vertragsbeginn bis 2016 - da ist die Versorgung reformiert worden) sehr gut versorgt und diese Versorgung ist für die Anstalten in Zeiten niedriger Zinsen sehr sehr teuer. Die ehemaligen MitarbeiterInnen haben eine Auszahlungszusage und die muss erstmal erwirtschaftet werden. Bei vorsichtiger Geldanlage ist dies heute kaum möglich. Also werden Zuschüsse aus dem Rundfunkbeitrag finanziert (z.B. 25ct-Anteil).
Aber wer kann diesen Teil des Beitrags "sparen"? Niemand, denn die Zusage ist tarif- und individualvertraglich vereinbart und kann nicht einseitig aufgekündigt werden. Eine Reduzierung erfolgte 2016 in einer Vereinbarung der Tarifpartner, dass die Renten zumindest nicht mehr mit den Einkommen steigen. Aber mehr ist nicht drin, wenn die Gewerkschaften nicht mitmachen.

kleine Anstalten: Die sehr kleinen Rundfunkanstalten sind immer wieder unter Beschuss, da sie sich strukturell nicht komplett aus den Rundfunkbeiträgen ihrer jeweiligen Bundesländer finanzieren können. Es gab die Vorschläge, sie aufzulösen und einzugliedern. Das müssen aber die Landesparlamente des jeweiligen Bundeslandes beschließen. Und dieses ist kaum vorstellbar. Also werden sie von den anderen ARD-Anstalten querfinanziert, auch um die Stärke in der regionalen Berichterstattung zu bewahren (gerade in Zeiten, in denen der Lokaljournalismus schwindet).

Auf Begriffe wie" Luxusyacht", "lausige Spielfilme" etc. geh ich gar nicht ein.

Deine Behauptung: "Man könnte das locker mit weit weniger als 8 Milliarden finanzieren."
Und hier ist die Frage: Was ist "das"?
Was genau soll das ÖRR-System leisten (definiert durch Medienstaatsvertrag, Einzelgesetze und Staatsverträge der Länder)? Oder geht es nur darum, dass der ÖRR das leistet, was DU für richtig hältst?

Im Moment ist die Rundfunkkommission in einem Prozess, den Auftrag der ÖRR neu zu bestimmen. Danach wird die Finanzierung neu geregelt, aber sie folgt dem vorher beschlossenen Auftrag. Und die KEF wird kontrollieren und analysieren, welcher Beitrag für die Bürger dabei rauskommt und sie wird darauf achten, dass die Finanzierung allen Regeln von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit folgt.

Es wird also geschaut:
Welchen Auftrag gibt die Politik (Anzahl der Programme, Einschränkungen in Themen?) und wieviel wird der auf vier Jahre gesehen kosten. Diese Anmeldung prüft die KEF, eine unabhängige Kommission, da sitzen ne Reihe von Rechnungshofspräsidenten und Wirtschaftsprüfern drin. Und dann wird der Bedarf berechnet und der Beitrag pro Haushalt ausgerechnet. Ein Verfahren streng nach Vorschrift.

Und jede größere Ausgabe IM Sender wird wiederum von den Gremien - u.a. von mir - geprüft auf Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit. Und die großen Programmvorhaben werden von den Rundfunkräten geprüft und beschlossen. Oder auch mal nicht beschlossen.

Und der Haushaltsplan und die MifriFi werden ebenfalls von den Gremien geprüft. Und der Jahresabschluss vom Wirtschaftsprüfer, den Gremien und dem Rechnungshof.

Alles in allem ein extrem aufwändiger Prozess mit sehr sehr viel Kontrolle!!!

Die Frage bleibt: Bist Du an einer ernsthaften Auseinandersetzung überhaupt interessiert oder wolltest Du Dich nur mal auskotzen?
 
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lg74

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Eigentlich sind wir ja hier im Radio-Forum und ich schätze mal, das vieles von dem, was die ÖRR in ihren Kulturwellen senden (aber auch z.B. in Cosmo, Kiraka, WDR 5 etc.) von einer Mehrheit der Bürger als Qualitätsradio eingestuft würde.
Schon da wäre ich mir nicht sicher. Kulturwellen sind, wenn sie nicht zum flachen Tagesbeleitdudler formatiert wurden, durchaus eine Herausforderung. Eine halbe Stunde Wort am Stück, vielleicht noch zu einem "schwierigen" Thema, ein philosophisches Magazin, danach eine Sendung mit experimenteller neuer Musik, ... - statt einer Anerkennung als "Qualitätsradio" würde es da wohl oft heißen "da wo soviel gelabert wird" oder "das ist ja langweilig". Wer würde so etwas sagen? Die Mehrheit der Radiohörer, die einfach nur Hits oder die Hits ihrer Jugend hören wollen, unterbrochen von Werbung, gefühlten Stauzeiten und gefühlten Temperaturen. Und dem Hinweis, dass es nur noch 2 Tage bis zum Wochenende sind.

"Cosmo" könnte aufgrund seines nichtdeutschen Ateils an Wort und Musik auch inzwischen als "linker Staatsfunk" durchgehen. Ich habe ähnliches auch schon über Bayern 2 zu hören bekommen, kein Witz. Kommt dann natürlich auch den entsprechenden "Ecken", die in manchen Landesteilen mehr als 30% der Bevölkerung umfassen. Aber da kann man eh nix mehr machen. Da kann man nur noch versuchen, darauf zu achten, dass sie in ihre Schranken verwiesen werden oder bleiben.

Bei Menschen, die sich ernsthaft mit Kultur befassen, fallen aber Programme wie Cosmo oder Kiraka gnadenlos durch, Programme wie MDR Kultur und RBB Kultur inzwischen auch, vgl. z.B.


oder die Links im Eingang des folgenden Artikels


Bei anderen Anstalten wird noch gewarnt vor einer weiteren Entwicklung in diese Richtung:


Ich habe zwei Menschen in meinem Bekanntenkreis, die ich beide als hoch gebildet, hoch intelligent und kulturell sehr offen und interessiert einstufen würde. Gegen beide bin ich geistig eine Amöbe. Beide sind für ihre Form von Kulturverständnis eher jung bis sehr jung (einer knapp 50, einer Anfang 30). Beide sind prinzipiell dem Medium "Rundfunk" sehr aufgeschlossen gegenüber, einer arbeitet auch als Fachjournalist für den Hörfunk, der andere ist als Elektronikentwickler mit der technischen Seite des Rundfunks vertraut. Beiden sind Opernhäuser, Klassik etc. keine Fremdworte. Einen würde ich als Opern-Experten bezeichnen wollen. Das hat er sich spät erarbeitet, das war ihm nicht in die Wiege gelegt und die Schule hat sich auch hervorragend bemüht, in ihm die heftigst möglichen Berührungsängste mit dieser "Hochkultur" einzuimpfen. Der "Dammbruch" vor einigen Jahren könnte für ihn sogar lebensrettend gewesen sein.

Diese beiden Menschen haben die Entwicklung der ARD-Kulturwellen genau beobachtet und anfangs gewiss auch begleitet - inzwischen nicht mehr. Sie sind sich zu schade für Frustration durch verdudelte Programme, durch nicht mehr gesendete "richtige" (vom Sprecher gelesene) Nachrichten, durch Vertreibung von Stimmen und Charakteren, die sie am Mikrofon geschätzt haben.

Da bekommt man dann auch mal sowas verlinkt:


Wenn mir das ein etwa 30-jähriger schickt, mit Verweis darauf, dass eine ihm vertraute Stimme nicht mehr zu hören sein wird und das, was es stattdessen zu hören gibt, ihn mindestens deutlich weniger anspricht, eher sogar abschreckt, bekommt das

Es geht darum, neue Hörerschichten zu erreichen, gerne sollen es auch jüngere Hörer sein, das Ganze soll lebendiger, moderner und vor allem emotionaler moderiert werden, vielleicht auch kürzer, vielleicht verständlicher und weniger abgehoben.

eine ganz andere Dimension. Man will offenbar keine jüngeren erreichen, sondern andere. Menschen, die mit Ernsthaftigkeit und Tiefgang offenbar weniger anfangen können. Menschen, die vielleicht etwa smehr "Show" brauchen?

Das ist einer der Punkte, die dazu führen können, Kulturwellen nicht mehr als "hochwertig" zu empfinden: Verflachung in der Ansprechhaltung, Erzählen von Banalem, von Lifestyle vielleicht. Und dieses Abwenden kann dann halt auch bei Vertretern der jungen Generation geschehen.

Und damit sind wir hier:
Meine Frage war nicht: "Was ist NICHT Qualität", sondern "Was bedeutet "mehr Qualität"
Die Frage ging zwar nicht an mich, aber ich kann für mich gerne darauf antworten.

"Mehr Qualität" bedeutet für mich unter anderem Authentizität derjenigen am Mikrofon. Ich möchte nicht "verkauft" bekommen, weil es verkauft werden soll, weil es irgendwelche Berater gesagt haben, weil es angeblich die Einschaltquote erhöhe oder die Verweildauer verlängere. Ich möchte Leidenschaft für das Präsentierte fühlen können, nur so kann ich es ernstnehmen. Ich möchte nicht herabgewürdigt werden, indem man in Ansprechhaltung und Inhalt der Moderationen auf ein niedriges Niveau geht und dann behauptet, "auf Augenhöhe" mit den Hörern sein zu wollen - so etwas ist einfach unverschämt. Ich ertrage Sprechroboter nicht, ich möchte es mit Menschen zu tun haben.

Thema Inhalte: ich kann Programme nicht ausstehen, die einfach nur "Zeitdiebe" sind, die mir Lebenszeit stehlen. Also das Prinzip "MDR Kultur", ich versuche es mal zur Verdeutlichung überspitzt zu beschreiben:

Nach den Nachrichten (immerhin noch richtige, gelesene Nachrichten, das hat inzwischen Seltenheitswert in der ARD!) kommt ein verbimmeltes Wetter, gefolgt von einem verbimmelten Verkehrsservice (was soll der auf der Kulturwelle, dafür gibt es EON). Dann der Stundenopener, die Namensnennung des Moderators und die erste Lala. Drei Minuten Belanglosgkeit. Dann die Abmoderation dieser Lala, inklusive der Ankündigung, dass man in dieser Stunde von der Eröffnung der Kunstausstellung auf Burg Nimmtsichnenstein berichten wird. Es folgt eine Lala. Nach Dreidreißig dann die Abmoderation dieser Lala inklusive des Hinweises, dass die Lala-Verursacherin ein neues Album rausgebracht habe. Es folgt ein Klassikhäppchen - dann ist es Viertel nach. Auf das Klassik-Häppchen folgt eine kurze Zwischenmoderation, dass man nach der nächsten Lala von der Eröffnung der Kunstausstellung berichten wird. Es folgt wieder Lala, die sich auch gut als Aufzugsbeschallung in einem Edel-Kaufhaus machen könnte, dann ist es zwanzig nach. Nun kommt der Beitrag über die Eröffnung der Kunstausstellung. Er ist drei Minuten lang und man erfährt, dass die Kunstausstellung eröffnet ist und bis wann man sie besuchen kann. Dann folgt ein Chanson - dann ist es halb und es bimmelt für Wetter und Verkehr.

Das ist das, was ich "Zeitdieb" nenne. Dafür brauche ich kein "Kulturprogramm". Die Lala gibt es im "Classical-Chillout"-Stream oder im "Ambient Chillout"-Stream auf Youtube, in viel größerer Vielfalt, ohne Verkehrsmeldungen. Für die Kunstausstellung lohnt sich vielleicht eher eine Suche auf Google, die einen direkt auf die entsprechende Webseite führt.

"Mehr Qualität" bedeutet für mich eine Präsentation des gesamten Programms, die mit weniger Tara, dafür mit mehr Netto daherkommt. Keine O-Ton-Roulette-Nachrichten, bei denen ich mich in 3 Minuten an 5 Stimmen adaptieren muss und letztlich außer den Ankündigungen, wer da gleich schnell was herunterhaspeln wird, nicht viel mitbekomme. Keine Musikbetten und keine Anbiederung an die "Generation Stau" (die hat seit langem mehrheitlich EON im Autoradio).

"Mehr Qualität" bedeutet, dass sich mit Themen tiefgreifend befasst wird und nicht nur an der Oberfläche gestreichelt wird (es wird ja oft nichtmal an der Oberfläche "gekratzt"). Gefragt werden sollte, bis die Neugier gestillt ist, nicht bis Dreidreißig erreicht sind. Gegen Dreiminüter als Musik in wortlastigen Magazinen muss ich da absolut nichts haben - wenn sie als Zäsur dient oder um das Gesagte setzen zu lassen.

In Musik-Sendungen erwarte ich, dass sich diejenigen, die präsentieren, mit dem präsentierten Inhalt identifizieren und das in den Moderationen erkennbar wird. "Staubsaugervertreter" für berateroptimierte Musikteppiche kann ich nicht ausstehen.

Ich kann "Qualität" auch erkennen und wertschätzen, wenn mich das Genre oder das Thema nicht interessiert. Vielleicht eher: "anfangs" nicht interessiert, denn wenn die Qualität der Sendung hoch ist, wirkt sie einladend, ansteckend. Also das, von dem manche Leute sagen, sie wären am Zielort im Auto sitzengeblieben, um die Sendung zuende zu hören. Ich besitze kein Auto, saß aber mal mit meinem besten Freund nach der Rückkehr von einem Besuch bei meinen Eltern im Auto vor dem Haus, in dem ich wohnte. Wir hörten damals eine Sendung auf dem DLF zuende, die uns beide ansprach. Danach ging ich rein und er fuhr zu sich nach Hause.

Aber selbst, wenn mich etwas thematisch nicht anspricht, kann es natürlich "hochwertig" sein - dann ists halt einfach nichts für mich.

Ist das, von dem Du mehr erwartest, auch das, was OBJEKTIV in dieser Gesellschaft als "Qualität" verständen wird?
Gibt es dieses OBJEKTIVE Verständnis von "Qualität" in "dieser Gesellschaft" überhaupt? Es gibt aus meiner subjektiven (!) Sicht höchstens eine Art "Lehrmeinung", was "Qualität" zu bedeuten habe, wenn überhaupt. Diese Lehrmeinung kommt dann aber natürlich aus der Hochkultur selbst. Und solche Aussagen werden ja zunehmend in Frage gestellt und irrerweise als "links" hingestellt. Auf mich wirkt es seit Jahren zunehmend so, als ob alles, was einem eher kleinen Licht als zu groß, zu komplex und zu vielfältig erscheint, in die Schublade "links" gesteckt wird. Ich warte auf den Tag, an dem Mathematik und Physik als "links" deklariert werden und mit ihrer Bekämpfung begonnen wird.

"Qualität" sehe ich in der Bevölkerung eher subjektiv wahrgenommen. Dafür wird aber nicht der Begriff "Qualität" verwendet, sondern zum Ausdruck gebracht, dass man es mag. Was man mag (oder was man akzeptiert) ist "gut".


Sorry, bin müde. War ein langer Tag, wieder ein frustrierender Tag. Mein Hirn ist ausgelaugt. Muss aufhören jetzt mit "schwerem" Stoff.
 
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claudia_do

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Da sind wir uns wohl auch einig. Je nach persönlichen Präferenzen gibt es wohl Unterschiede aber was die Qualität an sich angeht kann man das zum größten Teil stehen lassen. Wo es die großen Meinungsverschiedenheiten gibt und wo auch die Lebensrealitäten extrem auseinander gehen ist das Thema "Unterhaltung".

Und die Unterhaltung kostet nur einen kleinen Teil des Rundfunkbeitrags.

Im Ersten 22 ct
plus ggf. Tatort und Polizeiruf, wenn man den dazu zählt 15 ct.
Und in den Dritten 45 ct.

Dass die ÖRR Unterhaltung senden sollen, ist höchstgerichtlich entschieden: Rundfunkurteil von 1986.

Der Beginn meiner Nachfrage zu Deinem Statement war ja, dass ich versuchen wollte zu erklären, dass es mit Reformen nicht so einfach ist wie Du behauptet hast, da die relevanten Akteure sich schon in der Zielsetzung für den ÖRR nicht einigen können. Die einzige klare Entscheidung für die Entwicklungsrichtung des ÖRR kommt vom BVerfG. Und die sagt klar: Unterhaltung gehört dazu. Punkt.

Und dass die ÖRR keine Netflix-ähnlichen Produktionen hinbekommen liegt nicht daran, dass sie zuviel Geld haben, sondern dafür haben sie tatsächlich zu wenig. Babylon Berlin (in Zusammenarbeit und Kostenteilung mit Sky entstanden) war mit einem Produktionsbudget von etwa 40 Mio. € (laut Presse) am unteren Rand dessen, was Netflix für eine Serie ausgibt. Die sind ja inzwischen bei ca. 200 Mio. € angekommen (laut Presse).
 

lg74

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Doch noch schnell einen:
plus ggf. Tatort und Polizeiruf, wenn man den dazu zählt 15 ct

Die kompatible und hochwertige Hörfunkverbreitung via Satellit und Kabelnetze, die sich derzeit derzeit in Einstellung / Umstellung auf einen heftig inkompatiblen Standard mit meist niedrigerer Audioqualität befindet, kostet hingegen ca. 0,9 ct je Monat. Dafür ist kein Geld mehr vorhanden. Diese Hörfunkverbreitung via DVB ist aber der einzige hochqualitative Weg zu den ARD-Hörfunkprogrammen gewesen, der es erlaubte, die Reste an interessanten Sendungen zusammenzusuchen und komfortabel aufnehmen zu können.

Allein diese Prioritätensetzung der ARD zeigt mir, dass man den eigenen Hörfunk nicht mag.
 

CosmicKaizer

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Die Fritz Lang-Filme in den 30er Jahren sind auch nur bei den Kritikern hochgelobt.

Unterhaltung kommt aus Hollywood.
Fritz Lang emigrierte in den 30er Jahren - nach Hollywood. Die Fritz-Lang-Filme als erfolglos darzustellen, halte ich für gewagt. Sie haben ihr Publikum gefunden, halt ein bisschen später. Genies sind ihrer Zeit oft voraus.

In Deutschland hatte man sehr wohl Ahnung von Unterhaltung. Die Kassenschlager, vor allem der Ufa und der Tobis wurden oft in mehreren Sprachen gedreht, da Synchronisationen technisch noch nicht möglich waren. Der Aderlass nach der Machtergreifung durch die ersten Nationalsozialisten hat die deutsche Filmindustrie über Jahrzehnte intellektuell und handwerklich zurück geworfen.

Das Hollywood der 40er und 50er Jahre hat von Leuten wie Josef von Sternberg, Fritz Lang, Erich Pommer, Marlene Dietrich nur profitiert.
 

s.matze

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Werbung ist Werbung gleich Propaganda, egal was da beworben wird.
Vor allem wenn dafür an den Inhalten gekürzt wird.!

Immer weiter die Gebürhen erhöhen und gleichzeitig immer mehr Werbung, das kann es nicht sein?

Gebührenerhöhung ja, aber dafür Verzicht auf jegliche Werbung/Schleichwerbung(="Sponsoring") und Wahlpropaganda!

Die ö.r- rühmen sich doch immer mit ihrer vermeintlichen, angeblichen Unabhängigkeit...
Und dann Werbung von politischen Parteien im DRITTEN senden statt im ERSTEN wo es hingehört, pfui!
 
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claudia_do

Benutzer
Schon da wäre ich mir nicht sicher. Kulturwellen sind, wenn sie nicht zum flachen Tagesbeleitdudler formatiert wurden, durchaus eine Herausforderung. (...)

Und damit sind wir hier:

Die Frage ging zwar nicht an mich, aber ich kann für mich gerne darauf antworten.

"Mehr Qualität" bedeutet für mich (...)

Gibt es dieses OBJEKTIVE Verständnis von "Qualität" in "dieser Gesellschaft" überhaupt? Es gibt aus meiner subjektiven (!) Sicht höchstens eine Art "Lehrmeinung", was "Qualität" zu bedeuten habe, wenn überhaupt. Diese Lehrmeinung kommt dann aber natürlich aus der Hochkultur selbst. Und solche Aussagen werden ja zunehmend in Frage gestellt und irrerweise als "links" hingestellt. Auf mich wirkt es seit Jahren zunehmend so, als ob alles, was einem eher kleinen Licht als zu groß, zu komplex und zu vielfältig erscheint, in die Schublade "links" gesteckt wird. Ich warte auf den Tag, an dem Mathematik und Physik als "links" deklariert werden und mit ihrer Bekämpfung begonnen wird.

"Qualität" sehe ich in der Bevölkerung eher subjektiv wahrgenommen. Dafür wird aber nicht der Begriff "Qualität" verwendet, sondern zum Ausdruck gebracht, dass man es mag. Was man mag (oder was man akzeptiert) ist "gut".


Bäng! Womit wir beim Ausgangspunkt der Debatte wären!
siehe hier ->

Ich weiß auch nicht wieso man da nie endlich mal eine Reform vorantreibt (...)

Weil man sich schon über das ZIEL der Reform nicht einigen kann! (...)

Das Ziel ist eigentlich sehr einfach : Mehr auf Qualität statt auf Quantität setzen. (...)

Ich habe nicht geschrieben, dass man kein Ziel definieren könne, sondern dass diejenigen, die entscheiden, sich auf keines einigen können. (...)

Und dazu: Definiere "Qualität", definiere "Quantität" - so dass niemand sagt: "Ich verstehe darunter etwas anderes."! (...)

Und nun?

@da_hooliii Weißt Du jetzt, warum es nicht so einfach ist "endlich mal eine Reform" voranzutreiben...?

So, ich gehe jetzt ins Stadion und feiere dort meinen Geburtstag 😍
 

RadioBrB

Benutzer
Werbung ist Werbung gleich Propaganda, egal was da beworben wird.
Vor allem wenn dafür an den Inhalten gekürzt wird.!

Immer weiter die Gebürhen erhöhen und gleichzeitig immer mehr Werbung, das kann es nicht sein?

Gebührenerhöhung ja, aber dafür Verzicht auf jegliche Werbung/Schleichwerbung(="Sponsoring") und Wahlpropaganda!

Die ö.r- rühmen sich doch immer mit ihrer vermeintlichen, angeblichen Unabhängigkeit...
Und dann Werbung von politischen Parteien im DRITTEN senden statt im ERSTEN wo es hingehört, pfui!
Ist dir das nicht selber peinlich? Da sterben einem ja die Gehirnzellen ab....
 

s.matze

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Jaja, so unabhängig sind ARD und DLF. Die sollten sich einfach mal weigern, die Propaganda zu senden.
In den heutigen Zeiten kann sich jeder "nonlinear" informieren übers Internet. Ist doch sonst so wichtig.
 
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Spaceman

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Jaja, so unabhängig sind ARD und DLF. Die sollten sich einfach mal weigern, die Propaganda zu senden.
In den heutigen Zeiten kann sich jeder "nonlinear" informieren übers Internet. Ist doch sonst so wichtig.
Ja klar, weil das Internet ja so wahrhaftig ist und (fast) alles stimmt, was da steht...
Und weil alle Menschen sofort erkennen, was vielleicht nicht so ganz stimmt.
Sorry, aber bei derartigen Aussagen muss ich ernsthaft an der Intelligenz mancher hier zweifeln...
 

Topfgucker-SFX

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Altersversorgung: Ohne Zweifel sind die RentnerInnen der ÖRR (insbesondere mit Vertragsbeginn bis 2016 - da ist die Versorgung reformiert worden) sehr gut versorgt und diese Versorgung ist für die Anstalten in Zeiten niedriger Zinsen sehr sehr teuer. Die ehemaligen MitarbeiterInnen haben eine Auszahlungszusage und die muss erstmal erwirtschaftet werden. Bei vorsichtiger Geldanlage ist dies heute kaum möglich. Also werden Zuschüsse aus dem Rundfunkbeitrag finanziert (z.B. 25ct-Anteil).

Oder wie der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow zur Entscheidung der obersten Richter, kurz nach deren Einladung zum Merkel-Essen, sagte:

"Die Entscheidung versetzt uns in die Lage, in den kommenden Jahren weiter das bestmögliche Programm für die Menschen zu machen."

Hätte er nicht auch, imho ehrlicher, sagen können:

["Die Entscheidung versetzt uns in die Lage, in den kommenden Jahren, trotz niedrigen Zinsniveaus, weiter die üppigen Pensionen unserer aus Altersgründen ausgeschiedenen ehemaligen MitarbeiterInnen bezahlen zu können."]

Erinnert mich an die Post und deren Beamten-Altlasten. Auch für jene offenbar kein Thema, das man an die große Glocke hängen sollte.

„Was glauben Sie was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden, was hier los ist!"

(Volker Pispers)

Der WDR-Intendant Tom Buhrow hat im Jahr 2020 eine Grundvergütung von 404.000 Euro erhalten und bleibt damit der Top-Verdiener unter den ARD-Spitzen. Der Senderverbund veröffentlichte die Grundvergütungen seiner Intendantinnen und Intendanten am 23. Juni auf seiner Internetseite. Ulrich Wilhelm, Vorgänger von BR-Intendantin Katja Wildermuth, die ihr Amt im Februar antrat, landete mit 403.000 Euro auf dem zweiten Platz.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/feuille...e-an-der-spitze-von-ard-und-zdf-17424628.html

Noch Fragen, Pispers?
 

freiwild

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["Die Entscheidung versetzt uns in die Lage, in den kommenden Jahren, trotz niedrigen Zinsniveaus, weiter die üppigen Pensionen unserer aus Altersgründen ausgeschiedenen ehemaligen MitarbeiterInnen bezahlen zu können."]
Nein, die Pensionen gehören nicht zu den flexiblen Kosten, sondern sind vertragliche Verpflichtungen, derer man sich nicht einseitig entledigen kann. Das sind Altlasten aus den Siebziger Jahren, als Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Anstalten beamtenähnliche Beschäftigungsbedingungen erhielten. Die, die eine weitere Aussetzung der Gebührenanpassung getroffen hätte, wären die Mitarbeiter von heute gewesen, vor allem die Freien, die von solchen Bedingungen der ehemaligen noch nicht mal träumen können. Dann hätte es noch mehr Programm aus der Konserve gegeben. Und dadurch noch mehr "und wieso zahle ich dafür Gebühren?".
 
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s.matze

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Ja klar, weil das Internet ja so wahrhaftig ist und (fast) alles stimmt, was da steht...
Nö, aber da steht es immerhin jedem frei, ob er einen DSL-Anschluss legen lässt und ein Abo für eine der Nachrichtenseiten abschließt. Das ist der kleine aber feine Unterschied zum "unabhängigen" Rundfunk.

Wenn das, was die ARD seit 10 oder 15 Jahren bietet, das "bestmögliche" ist, dann kann sie einpacken!
 
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Zwerg#8

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@s.matze: Ich warte eigentlich schon auf deine Einschätzung bzgl. Gleichschaltung. Stichwort: Staatsakt. Dass das SWR-Fernsehen überträgt - okay. Phoenix war mit Gebärdensprache auch drauf. Aber mal ehrlich, DasErste tat ja gerade so, als ob der Staatsakt völlig überraschend stattgefunden hat. Programmverschiebungen praktisch ohne Ankündigung (selbst unter Programm auf der Website nicht). Und dann noch das gezirkele (Zeit schinden) mit einer ellenlangen Sonderausgabe der Tagesschau nach dem Ende der Übertragung. Tja, die "Rentner-Cops" wurden abgesetzt, "Gefragt-Gejagt" begann dann mit gut 43 Minuten Verspätung. Es ist aber auch eine Krux mit den "unvorhersehbaren" Ereignissen. Überträgt das Erste aber nicht, gibt es auch wieder Mecker.
 

Zwerg#8

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Ach waren das noch Zeiten, als bei der legendären PK von Günter Schabowski das gut platzierte "RIAS 2"-Mikrofon unzensiert über die Kanäle des "Fernsehen der DDR" flimmern konnte. Aber vielleicht wollte der MDR-Mitarbeiter auch nur mal das "Motion-Tracking" in der Schnittsoftware ausprobieren. Das BILD-Logo im Vordergrund bot sich halt zum üben an. Reichlich Weichzeichner drüber - fertig.

Gar nicht amüsant ist, daß (jetzt) in der Mediathek die unzensierte Fassung des "Sachsenspiegel" vom Donnerstag zu finden ist.
 

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Aber vielleicht wollte der MDR-Mitarbeiter auch nur mal das "Motion-Tracking" in der Schnittsoftware ausprobieren.
Kann er gern machen. Er hätte es auch mit dem mdr-Logo probieren können. Im Schnitt-Studio beim Verplempern von Arbeitszeit. Am Ende müssen originale Bilder gesendet werden.
Gar nicht amüsant ist, daß (jetzt) in der Mediathek die unzensierte Fassung des "Sachsenspiegel" vom Donnerstag zu finden ist.
Amüsant ist nichts von alledem. Aber jetzt ist es richtig.
 
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