Innovative Ideen für Radio 2.0 im Internet


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Der Radiotor

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Die Zukunft des Radio liegt im Internet. Diese wunderbare Floskel höre ich seit ein paar Jahren immer wieder von Radiomachern auf Panels, zumeist um kräftig gegen DAB+ zu hetzen, was ja von den großen Privatradios außer weniegn Ausnahmen nach wie vor keiner so recht will. Jetzt gibt es endlich mal ein paar Ideen wie eine solche Zukunft des Radios aussehen könnte, und zwar in zwei Imagefilmchen:



Was glaubt ihr? Könnte SO die Zukunft des Radios aussehen?
 
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Ich will nix konfigurieren müssen. Das ist alles Spielkram für leute die gerne ihre Lebenszeit verschwenden.
Und ich nehme gerne ein wenig Zeit in Kauf, um dem musikalischen Einheitsbrei, der mir auf den konventionellen Programmen geboten wird, zu entgehen.
Das Manko reiner Musikstreams sind die fehlenden Wortbeiträge; wenn das Problem gelöst werden kann, umso besser.

Die Zukunft des Radio liegt im Internet. Diese wunderbare Floskel höre ich seit ein paar Jahren immer wieder von Radiomachern auf Panels, zumeist um kräftig gegen DAB+ zu hetzen, was ja von den großen Privatradios außer weniegn Ausnahmen nach wie vor keiner so recht will. Jetzt gibt es endlich mal ein paar Ideen wie eine solche Zukunft des Radios aussehen könnte, und zwar in zwei Imagefilmchen
Die Filme zeigen auch, warum DAB+ bisher noch keinen nennenswerten Durchbruch erzielt hat: Schlichtweg, weil es in so gut wie keinem Smartphone genutzt werden kann.
Eines haben die Macher der beiden Projekte richtig erkannt: Ist eine Übertragunstechnik nicht "smartphonekompatibel", hat sie keine Zukunft.
 
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WilliWinzich

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#1 könnte durchaus ein Senkrechtstarter werden. Allerdings dürfte das dam ein weiterer Sargnagel für das (lineare) Radio an sich sein und eben NICHT "die Zukunft des Radios".
Und: Das dürfte die konzentration bei kormmerziellen Content-Produzenten/Agenturen forcieren und es für unabhängige Angebote schwerer machen, wahrgenommen zu werden.
 
Derzeit laufen überall in den Funkhäusern Planungen für solche innovative Ideen wie sie oben beschrieben sind. Auch das Digital 5-Konsortioum plant Personal Radio. Das Smartphone wird zur zentralen elektronischen Schaltzentrale im Haushalt für alles, das klassische Radio wird auf längere Sicht aussterben. Medieninhalte werden langfristig à la carte angeboten, nur Radio-Personalities werden überleben mit ihren Shows (diese wird der Nutzer künftig aber auch in sein Streaming-Angebot einbauen wann immer er will). Spotify und Radio haben die einmalige Chance zusammenzuwachsen. Lassen sich die Sender hierauf nicht ein, könnte das Radio untergehen. Ausschlaggebend für das Radio der Zuzkunft sind junge Zielgruppen. Hier zeigt sich heute schon dass viele dem klasssichen Radio den Rücken kehren.

Diese Mediennutzung habe ich auch schon in den USA wahrgenommen (war ein Vierteljahr drüben): Dort ist es längst salonfähig per Bluetooth sein Programm zu streamen, in den eigenen vier Wänden. Auch die Autos haben in der Regel in der Regel Bluetooth eingebaut und zudem Zugang zu Satellitenradio (interessante Technologie, die aber "dank" der vielen Streuverluste aufgrund vieler Sprachen auf dem hiesigen, europäischen Markt keine Chance hat). HD Radio, das DAB-Pendant, ist dagegen ein Riesen-Flop, viele Sender sind schon ausgestiegen oder denken drüber nach. FM ist aber auch drüben nach wie vor Maß aller Dinge und Grundlage für alles was die Networks an IP-Diensten planen. Also der US-Markt ist weitgehend vergleichbar mit dem deutschen, wenn IP-basierte Dienste auch weit stärker auf dem Vormarsch sind. Aber der US-Markt hat ja schon immer die Trends für Deutschland vorgegeben :)
 
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CosmicKaizer

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Hat er das wirklich? FM war in Deutschland sehr viel früher Standard als in den USA, wo es auch heute noch einen nicht kleinen Anteil an AM-Stationen gibt.
 

Radiocat

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"nur Radio-Personalities werden überleben mit ihren Shows".
Aha. Kamen aus Deiner Ecke nicht immer Schmähreden gegen Personality Radio...von wegen "sowas von 80er" etc. pipapo? Das ist ja ein plötzlicher Sinneswandel. Aber trotzdem ist es richtig. Es ist mithin das einzige, das Radio auf jeden Fall als Alleinstellungsmerkmal besitzt. Musik, Nachrichten, Infos, Hörspiele, Features, Wetter, Verkehr...dafür gibt es in der Zukunft immer mehr Alternativen. Aber die Show on air, die kann eben nur Radio.
 
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WilliWinzich

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Eine aus Hörersicht viel viel interessantere Art des personalisierten Radios ist für meinen Geschmack übrigens diese Idee:
Da da ja wohl nach wie vor Radio drin wäre und kein Internet/Rückkanal benötigt würde.
Leider kaum Chancen auf Realisierung, da einerseits der Autor zugibt, noch keine Zeile Code zu haben, andererseits die Idee gegen die Interessen der ContentVerwertungsMaffia durchgesetzt werden müsste und da wenig Bereitschaft zur der Bereitstellung der notwendigen Metadaten zu erwarten ist. Unterstützung kann man da nur von ö-re. und nicht-kommerziellen Anbietern erwarten...
 
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ricochet

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Gegenstromanalage war außer Landes und hat resultierend aus den dort gesammelten Erfahrungen ganz vernünftige Ansichten entwickelt, die es durchaus zu würdigen gilt; alle bis auf eine ganz wesentliche: Dennn wenn die Gegenstromanlage behauptet, dass DAB in Deutschland zum Scheitern verurteilt ist vergisst sie in Rechnung zu stellen, dass DAB in Deutschland nur die Vielfalt an musikalischen Stilrichtungen abbilden will, die es auf der deutschen Ultrakurzwelle nicht, auf der amerikanischen aber sehr wohl gibt.

Am Beispiel des Schlagers hat sich in letzter Zeit vor allem in Bayern bewahrheitet, was in allen Radiomärkten als Binse gilt: Nimm den Leuten etwas weg, an das sie sich in langen Jahren gewöhnt haben oder enthalte es ihnen hartnäckig vor und sie werden Himmel und Hölle in Bewegung setzen um es an anderer Stelle konsumieren zu können. Lange war das nicht möglich, aber jetzt gibt es sogar mehrere dafür in Frage kommende technische Übertragungswege. Ähnliches gilt für Musikgattungen oder Interpreten, die nicht ins eigenartige 14-49-Hot-AC-Oldiestrickmuster der deutschen Radio-Werbeallianz passen - und im Prinzip haben doch 90% aller Menschen ihre eigenen musikalischen Vorstellungen, die im UKW-Band nicht mal ansatzweise befriedigt werden.

Niemand wird ernsthaft in Abrede stellen dass es das von mir häufig zitierte Werbekartell tatsächlich gibt und dass eingefahrene Denkweisen und starre Strukturen jeden Wettbewerb im Äther verhindern, zumal einige kollaborierende Großanbieter und ihre Exekutoren jeden möglichen wirtschaftlichen oder formattechnisch von der Verlegerformel abweichenden Konkurrenten sofort aus dem Feld schlagen; lässt sich ein "experimentierfreudiger" Neuanbieter nicht belehren, hetzen ihm die Zeitungsfürsten sofort einen Zwangsberater auf den Hals, der den Laden in Gutsherrenmanier umkrempelt, spielt der Rebell ganz und gar nicht mit, erledigen eben die zeitungshörigen Agenturen die Drecksarbeit und sorgen mittels Geldentzug für klare Verhältnisse.

So lief das bisher und von solchen Strukturen profitiert auch unsere "Gegenstromanlage", aber diese dirigistischen Methoden werden vom Hörernachwuchs mit Ignoranz gestraft und dank Neuorientierung ehemaliger Hörer langsam aber sicher ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage beraubt. Jetzt rächt sich das verengte Angebotsspektrum doppelt, denn die Jungen wenden sich den neuen Medien zu und die älteren (ungeliebten) Dauerhörer liebäugeln immer öfter mit DAB. Jahrelang standen die Radioanbieter in Zeitungshand, die genau wissen dass ihre Angebote im digitalen Umfeld nicht konkurrenzfähig sind, allen technischen Neuerungen feindselig gegenüber - schließlich wollte man Hörerwanderungen in die falsche Richtung verhindern und jüngeren Hörern jedwede Programmalternative verbauen, um am traditionellen "Printzuschussgeschäft" festhalten zu können.

Welche potentielle Werbezielgruppe bleibt dann noch übrig? Alle die altersmäßig dazwischenliegen, keine musikalischen Ansprüche haben, sich an den Einheitsbrei gewöhnt haben und mit Blick auf die neuen Technologien nicht gerade zu den "Early Adopters" gehören? Wie lange dauert es aber bis auch die umgestiegen sind und die hohen UKW-Fixkosten den Aufwand nicht mehr rechtfertigen, mittels dem über Doppelt- und Dreifachversorger Frequenzen blockiert werden um das Printradio konkurrenzfrei zu halten? Irgendwann ist der Umstieg selbst für die größten Trantüten so kinderleicht zu bewerkstelligen dass die unattraktive deutsche Ultrakurzwelle endgültig (wirtschaftlich) ausgedient hat.

Die jungen Radioleute, die Spotify mit klassischen Radiodienstleistungen komninieren wollen, setzen aufs richtige Pferd. Eigentlich hätten die großen Radioanbieter, d.h. Zeitungsverlage, schon längst eigene Musikdatenbanken für Social-Radio-Angebote mit personalisierten Streams in Auftrag gegen sollen. Aber daran hindert sie ihr fortschrittsfeindliches Geschäftsmodell, das am Ende doch vor die Hunde gehen muss. Auch das stellt vermutlich niemand in Abrede.

Die internetgebundenen Technologien sind eine tolle Sache, aber selbst die Gegenstromanlage wird nicht bestreiten können dass die Zeitungsverleger den Anschluss an die unüberschaubare Konkurrenz im Netz beinah schon verloren zu haben scheinen - wenn sie ihr Geschäftsgebaren nicht blitzschnell ganz radikal ändern - aber davon ist nicht auszugehen. Ehe man es mit Google und Apple aufnimmt schleift man lieber die Barrikaden und überlässt das stationäre Radiogeschäft anderen. Und die werden Erfolg haben! Mit DAB-Basisangeboten, die schon allein wegen der starken Stellung der Öffentlich-Rechtlichen, die keine neue Kostenschwelle akzeptieren dürfen (Providerentgelt), und wegen der immer billiger werdenden mobilen Kombi-Endgeräte zum Erfolg verdammt sind. Und mit ergänzenden Dienstleistungen im Internet.
 
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Also wenn ich in den letzten Monaten eine Lektion gelernt habe dann die dass die Diskussion über die Zukunft des Hörfunks nicht technisch geführt werden darf. Wobei sich alleine schon aufgrund der aktuellen Bedürfnisse der jungen Zielgruppe als Indikator heraus stellt in welche Richtung der Hase läuft. Denn Personalisierung kann nicht über UKW und DAB laufen, sondern nur über IP. Es kann Mischformen geben, das ist richtig. Aber es geht um viel mehr. Das Medium Radio steht vor einem Wandel. Leider gibt es nur wenige Visionäre im Radio-Biz, die den Mut haben sich mit dieser Zukunft zu beschäftigen. So wie die unter 20-jährigen heute Medien nutzen, so werden es in 10 Jahren die unter-30-jährigen tun usw. Es wird immer Live-Programm geben. Eine Fußball-Bundesliga will niemand zeitversetzt hören. Es wird aber Mischformen aus live und on-demand geben. Im Endeffekt wird jeder sein individuelles Radioprogramm erhalten. Das was momentan noch völlig utopisch erscheint wird in 10 Jahren vollkommen normal sein. Feste Programmabläufe werden der Vergangenheit angehören, Personality-Shows aber nicht. Ein John Ment wird nicht mehr nur Hamburg wecken, sondern auf Wunsch mit Shows immer verfügbar sein. Und wenn der Hörer abends um 22 Uhr Lust auf Ment hat dann bekommt er ihn. Wenn er morgens mehr Bock auf Rock hat bekommt er ihn. Wenn er abends vorm Einschlafen mehr chillen will bekommt er seine Musik. Beim Fernsehen geht die Mediennutzung längst in diese Richtung. Warum sind Maxddome, Netflix und Co. so erfolgreich? Beim Radio MÜSSEN die Sender reagieren, sonst wird ihr langsamer Tod eingeläutet. Geht man nicht Allianzen mit Spotify und Co. ein oder baut ein ähnliches Archiv auf, spielen Radioelemente in der künftigen Audionutzung keine Rolle mehr. Die Aufgabe, lieber ricochet, liegt also nicht im Schaffen neuer linearer Programme auf DAB, UKW oder sonstwo, sondern idealerweise im Aufbau eines senderübergreifenden Audio-Pools. 500.000 Musiktitel, 20.000 Wortbeiträge, Personality-Shows, Hörspiele, Hörbücher, von mir aus auch Gute Nacht-Geschichten wie Regiocast. Diese Aufgabe muss jedoch senderübergreifend bewältigt werden, das ist eine solch immense Herausforderung, dass es ein Einzelsender nicht schafft.
 
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thorr

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Das ist der Grund, @Gegenstromanlage, warum Privatsender und die öffentlich-rechtlichen Kopien mittelfristig ausgedient haben werden. Nur schade, dass man in dem Wettrennen, in der Zeit noch möglichst viel Kohle einzustreichen, die interessierten Hörer kläglich vernachlässigt. Das Modell, das du beschreibst, entspräche den Dashboards auf Smartphones, die einem aktuelles Wetter, Verkehr und wichtige News anzeigen, nur eben in auditiver Form. Dass aber jeder diese Dienste einem Live-Programm bevorzugen wird, halte ich für Vision. So hat man sich in den 40ern das neue Jahrtausend als totalitäre Überwachungswelt vorgestellt. So sehr wir der Dystopie teils erschreckend nahe gekommen sind, so gibt es doch immer Gegenströmungen in der Gesellschaft und in der Politik. Wenn ein Moderator live durch eine Sendung führt, Informationen zu Musiktiteln gibt und spontane Bemerkungen abgibt, wirkt das immer noch lebhafter als ein Mix aus vorgefertigten Wortbeiträgen und Musik, die in Reihe abgespielt werden. Gar nicht hören wollen würde ich eine wissentlich aufgezeichnete Begrüßung à la "Guten Morgen, soundso!" - Speech-Engineering macht zwar vieles möglich, aber das ist doch gruselig.
 

WilliWinzich

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Denn Personalisierung kann nicht über UKW und DAB laufen, sondern nur über IP. Es kann Mischformen geben, das ist richtig. Aber es geht um viel mehr. Das Medium Radio steht vor einem Wandel. Leider gibt es nur wenige Visionäre im Radio-Biz, die den Mut haben sich mit dieser Zukunft zu beschäftigen.
Für Personalisierung über IP braucht es keine Visionäre, das ist Realität, nennt sich Podcast und on Demand. Das Problem dort ist die digitale Wegelagerei, die z.B. für die Nutzung GEMA/GVL-Pflichtiger Inhalte unverhältnismäßig hohe Zusatzkosten (im Vergleich zur linearen Nutzung) erfordert und man nur als Großabnehmer oder Institution Rabatte bekommt. Und man kann sicher noch einiges nutzerfreundlicher machen, aber das alles sind keine wirklichen "Inovationen" (im Hörerinteresse) sondern nur Überlegungen, wie die Platzhirsch-Dominanz gerettet werden kann.

Es wird aber Mischformen aus live und on-demand geben.
Sagen wir doch "hybrid" dazu, dem Nutzer ist u.U. egal, auf welchem Weg der gewünschte Inhalt zu ihm kommt.

Im Endeffekt wird jeder sein individuelles Radioprogramm erhalten. Das was momentan noch völlig utopisch erscheint wird in 10 Jahren vollkommen normal sein.
Im Prinzip ist das jetzt schon so möglich, bloß die Frage ist, welche Trägermedien da welche Anteile haben werden und ob bisherige Platzhirsche da noch irgendeine Rolle spielen werden...

Feste Programmabläufe werden der Vergangenheit angehören, Personality-Shows aber nicht.
Och nö, der Irrglaube, dass die Person mehr bedeutet, als Art und Form des Inhaltes, wird nicht überleben. Zumindest wird's nur ein kleiner Teil des Ganzen bleiben - so wie es Boulevard und seriöse Medien aller Couleur nebeneinander gibt...
 
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ricochet

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Die Aufgabe, lieber ricochet, liegt also nicht im Schaffen neuer linearer Programme auf DAB, UKW oder sonstwo, sondern idealerweise im Aufbau eines senderübergreifenden Audio-Pools. 500.000 Musiktitel, 20.000 Wortbeiträge, Personality-Shows, Hörspiele, Hörbücher, von mir aus auch Gute Nacht-Geschichten wie Regiocast. Diese Aufgabe muss jedoch senderübergreifend bewältigt werden, das ist eine solch immense Herausforderung, dass es ein Einzelsender nicht schafft.

Ich frage mich nur warum die Gegenstromanlage als Vertreter der Radiowirtschaft derart konstruktive Vorschläge macht, aber offiziell wie gehabt nichts passiert.

Schöne Worte sind zu wenig und Vertröstungen auf die Zukunft klingen nach Ausreden, mit denen die mangelnde Handlungsbereitschaft kaschiert werden soll (siehe oben). Wenn die klassischen Radioveranstalter nicht handeln tun es unter Garantie andere.

Wenn ein Moderator live durch eine Sendung führt, Informationen zu Musiktiteln gibt und spontane Bemerkungen abgibt, wirkt das immer noch lebhafter als ein Mix aus vorgefertigten Wortbeiträgen und Musik, die in Reihe abgespielt werden

Die vorgefertigten Berichte und Rubriken eines automatisch generierten Musikstreams müssen ohnehin eine Anmoderation enthalten, die fester Bestandteil des Audiofiles ist. Musikansager sind in Zeiten der Display-Titelanzeige überflüssig wie ein Kropf, es sei denn es handelt sich um eine vorproduzierte, abrufbereite Genresendung mit kompetenter Fachmoderation.
 
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Radiocat

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@Gegenstromanlage: Also wenn Du eins in den letzten Monaten nicht gelernt hast, dann ist es eine korrekte Syntax, sprich Kommasetzung. Allerdings bist Du auch nicht konsequent genug geworden, gleich alles klein zu schreiben. Dann wären die Ergüsse noch etwas schlechter lesbar.

Inhaltlich hast Du Dich hingegen tatsächlich weiterentwickelt. Chapeau! Ist viel Wahres in dem, was Du oben schreibst.
 
@Radiocat: Ich habe mich immer schon als Visionär gesehen, im Vergleich zu vielen anderen in der Szene. Wir haben hier übrigens aufgrund aktueller Gegebenheiten und europäischer Forschungsergebnisse ein Szenario Radio 2020 erstellt. Berücksichtigt man die aktuelle Entwicklung der Verbreitungswege wird in 5 Jahren die Hörfunknutzung in der Zielgruppe 30+ immer noch zu 75 Prozent über UKW erfolgen. Rund 12 Prozent werden webbasierte Dienste nutzen, rund 8 Prozent DAB (vor allem ältere und weniger technisch versierte Personen), der Rest fällt auf Satellit und Kabel ab (diese beiden Wege werden stagnieren oder rückläufig sein). Ganz anders wird es bei der Zielgruppe bis 30 ausschauen, da prognostizieren wir in 2020 nur noch 50 Prozent UKW als Hauptweg, gut 40 Prozent fällt dann schon auf IP-basierte Dienste ab (wobei hierzu auch Audio-Dienste wie Spotify zählen). Kabel und Satelliten erreichen 8, DAB hier maximal 2 Prozent (spielt laut Jugendmedienstudie schon heute überhaupt keine Rolle bei den Jungen, die Zahl ist gar rückläufig). Die Radiosender müssen sich also für diese Zukunft rüsten, das bedeutet: Für junge Zielgruppen muss es verstärkt verknüpfende Elemente aus klassischem Broadcast und Broadband geben, idealerweise mit Personalisierung. Schon heute ist es für Senderchefs eine Herausfoderung für die unterschiedlichsten Geschmäcker der jungen Zielgruppe eine passende Musikfarbe zu finden. Bislang lautete die Devise "wir gehen in die Mitte". Personal Radio wird dieses Problem künftig lösen.
 
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WilliWinzich

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@Gegenstromanlage, Wenn Du eine Umfage/Studie in Norddeutschland durchführst, wo DAB+ tw. nur sehr rudimentär verfügbar ist, wundert eine Aussage "spielt keine Rolle" in Bezug auf DAB+ nicht sonderlich. Und bei den Zukunftsstudien kommen die Antworten raus, die Du fragst...
Insofern würde ich Deine Forschungsergebnisse lediglich im Sinne des Verhälnisses zwischen überwiegend linearer Verbreitung (d.h. UKW, DAB+, Kabel und Satellit zusammen) einerseits und IP-basierter Individualisierung andererseits (also Streamingdienste und Podcast/OnDemand, ersteres Anbieter gesteuert, zweites Nutzergesteuert) als von der Tendenz plausibel ansehen. Die Verschiebung innerhalb dieser beiden Gruppen hingegen zu bewerten ist Kaffesatzleserei und hängt sehr stark von Deinen konkreten Interessen ab und Du kannst die Entwicklung eben auch durch Crosspromotion stark beeinflussen und Deine Hörer vom einen zum anderen Verbeitungsweg (um)lenken...
 
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WilliWinzich: Natürlich haben wir bundesweite Ergebnisse einfließen lassen und nicht bloß norddeutsche! Ich verstehe nach wie vor nicht warum man den Sendern einen technischen Standard aufzwängen möchte der in der Bevölkerung die mit Abstand geringste Akzeptanz hat. Wie gesagt: Technische Argumente zählen nicht, es muss refinanzierbar sein. Auch nach 20 Jahren hat mir noch niemand ein ernstzunehmendes Geschäftsmodell zu DAB präsentiert. Derzeit liegt die reale Nutzung von DAB bei nur 1,1 Prozent (Digitalisierungsbericht Landesmedienanstalten), bei unserer eigenen Berechnung gehen wir von maximal 5 Prozent in 2020 insgesamt aus (etwas mehr in älteren Zielgruppen), möglicherweise eher weniger. In jungen Zielgruppen, um die es in diesem Thema geht, besitzen laut Jugendmedienstudie 2014 nur 1% ein DAB-fähiges Radio, die reale Nutzung dürfte bei vielleicht 0,1% liegen. Das Wachstumspotenzial im Audio-Bereich liegt in personalisierbaren Diensten, die nur via IP möglich sind. Sicher ist hier die mobile Nutzung noch optimierbar, was aber auch nur geht wenn die Mobilfunkunternehmen ihre Netze ausbauen. Allerdings betrifft das ohnehin nur rund 20 Prozent der aktuellen IP-Audionutzung. 80% sind über WLAN-Netze bereits optimal versorgt. Ein Riesen-Potenzial für attraktive Geschäftsmodelle. Und, nicht vergessen: Das Internet ist immer mit seinen Anforderungen gewachsen und wird es auch weiter tun.
 

ricochet

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WilliWinzich: Natürlich haben wir bundesweite Ergebnisse einfließen lassen und nicht bloß norddeutsche! Ich verstehe nach wie vor nicht warum man den Sendern einen technischen Standard aufzwängen möchte der in der Bevölkerung die mit Abstand geringste Akzeptanz hat. Wie gesagt: Technische Argumente zählen nicht, es muss refinanzierbar sein. Auch nach 20 Jahren hat mir noch niemand ein ernstzunehmendes Geschäftsmodell zu DAB präsentiert.

Die Privatsender können ja gern auf "Personal Radio" setzen, sie bräuchten dafür nur starke Partner aus der Automobilwirtschaft um ihre Dienste anschieben zu können, denn auf dem WLAN-Radio oder Smartphone findet sie niemand. Dass ich diese Idee im Prinzip gut finde weißt du, schließlich mache ich mich seit Jahr und Tag dafür stark, nur bezweifle ich dass es irgend jemandem aus dem Privatradioumfeld ernst damit ist. Wer die Sache selbst jetzt noch nicht anpackt kann es gleich ganz bleiben lassen. Ich sehe die Zeitungsradio künftig höchstens in der Rolle des Zulieferers, der journalistische Häppchen, Servicebausteine (Wetter, Verkehr), Nachrichten und Unterhaltungselemente an Drittanbieter weiterreicht, als Komplettanbieter scheidet es wohl weitgehend aus. Aber das wäre weißgott nicht die schlechteste Lösung, denn irgendjemand muss ja für die redaktionellen Inhalte der kommerziellen Musik- und Radiodienstleister sorgen, die bald überall den Ton angeben werden.

Dass DAB im Gegensatz zu Nord- und Westdeutschland durchaus zum Erfolgsmodell werden kann beweist das massive Engagement des Bayerischen Rundfunks, der das Digitalradio aktiv bewirbt und bereits Millionen Hörer zum Umstieg bewegen konnte.
 
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In jungen Zielgruppen, um die es in diesem Thema geht, besitzen laut Jugendmedienstudie 2014 nur 1% ein DAB-fähiges Radio, die reale Nutzung dürfte bei vielleicht 0,1% liegen.
Die Zahl wundert mich nicht: Der Musikkonsum bei Jugendlichen geht heute mit der Verwendung von Smartphones einher und solange DAB+ nicht in diese Geräte integriert wird, wird es auch keinen wirklichen Durchbruch im Hinblick auf den Verbreitungsgrad jener Technik geben.
Wer kauft sich denn heute noch ein Radio, das nichts anderes als "Radio" kann?
 
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Domian

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es ist schon traurig, das dass traditionelle Radio wohl immer mehr verdrängt wird ich sehs schon kommen irgendwann läuft alles nur noch über`s internet und wenn dass dann mal ausfällt hat man nix mehr.
 

br-radio

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Sicherlich nicht dieses blöde WhatsApp-Getue da allerweil... Ich hasse es, wenn es heißt: "der Mike aus Tuntenhausen hat über WhatsApp eine Blitzermeldung auf der Staatsstraße zwischen Wamperlfing und Gröbenzell durchgegeben."... Das ist auch verkehrssicherheitsgefährend wenn man unterm Fahren die WhatsApp dann an den Sender schickt.

Daher finde ich die Entscheidung vom BR sehr löblich, bisher auf Blitzermeldungen zu verzichten.

Aber Radio 2.0 sollte vor allem dem Hörer den Raum einräumen, sich kritisch mit dem Medium "Radio" auseinanderzusetzen. Mal unabhängig von jedem Sender: welcher Ottonormalhörer setzt sich kritisch mit dem Radio auseinander?! Viele sind zufrieden. Aber es gibt Schwachstellen. Und vielleicht wäre es gut, dass diese Schwachstellen im Radio 2.0 doch soweit vorbereitend unterbunden werden, dass man im analogen Radio dann diese nicht mehr hat. Ich fände es gut, wenn es bei jedem Sender einen "Hörerbeauftragten" gibt, der auch die Mittel des Internets zur Verfügung hat, um hier auch Stimmungen und Trends aufzunehmen... Es kann auch sein, dass ein "Hörerbeauftragter" zum Ergebnis kommt: "Leute, so, wie wir das bisher gemacht haben, geht es nicht mehr. Den Hörern gefällt das nicht mehr... Wir müssen uns neu ausrichten..." und wenn der Hörer spürt, dass er Ernst genommen wird, dann wird er auch bereit sein, das Radio 2.0 anzunehmen.
 

Der Franzen

Gesperrter Benutzer
Sicherlich nicht dieses blöde WhatsApp-Getue da allerweil... Ich hasse es, wenn es heißt: "der Mike aus Tuntenhausen hat über WhatsApp eine Blitzermeldung auf der Staatsstraße zwischen Wamperlfing und Gröbenzell durchgegeben."...

'türlich ist Radio kein ort wo man Blitzermeldungen verbreiten sollte.

ABER!!!

Jeder der von so einem Blitzer verschont wurde weil er gewarnt wurde hat Geld gespart und fühlt sich in seiner Entscheidung bestätigt, genau diesen Sender zu hören der die blitzermeldung verbreitet hat.
 
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