Man müsste also die Politik in die Pflicht nehmen
Die hat ganz andere Probleme zu lösen…Wirtschaft, Rente, Verteidigung, Wohnungsknappheit, Pflege, Gesundheitswesen, Fachkräftemangel usw.
Und die gegenwärtigen Strukturen in der deutschen Rundfunklandschaft geben die geforderte Effizienz, den Abbau von Redundanzen und die Förderung von Kooperation einfach nicht her. Also behilft man sich zwangsläufig mit Verwässerung, Verflachung und Kahlschlag und verkauft uns das als den großen Wurf. Dazu braucht man nur einmal die Programme von NDR 2, WDR 2, SWR 1, SWR 4 usw. einzuschalten und mit älteren Mitschnitten vom DigiAndi, Youtube oder dem, was man selber noch an Aufzeichnungen besitzt zu vergleichen.
Und es geht ja beim ÖR nicht nur um Programme und Inhalte, sondern auch um Posten, Gehälter und Strukturen. Das Salär so mancher Intendanten und Programmdirektoren und die aufgeblähten Verwaltungsapparate der „Anstalten“ lasten nicht minder schwer auf dem Geldbeutel der Gebührenzahler und sind politisch am Ende genau so gewollt und machen effiziente Veränderungen schlichtweg unmöglich. Da hackt eine Krähe der anderen doch kein Auge aus und fängt plötzlich an, von Effizienz zu reden. Wer gibt schon gerne seinen hübschen Posten her und verzichtet auf seine üppige Pension? Richtig, Niemand!
Das, was die öffentlich-rechtlichen da in den Äther blasen, sowohl im Radio als im TV, ist zudem das Ergebnis demokratischer politischer Entscheidungen und somit der Ausdruck mehrheitlicher gesellschaftlicher Willensbildung.
Und wenn wir jetzt damit kommen, der ÖR müsse sich wieder auf seine früheren Zeiten besinnen und seine Programme wieder so gestalten, wie sie vor 30 oder 40 Jahren einmal waren, mit Schlagern, hohem Wortanteil und dem ganzen Firlefanz, dann ist das doch allenfalls mehr eine Form von persönlicher anekdotischer Evidenz (nach dem Motto: „Weisst Du noch, wie‘s früher war?“) und weniger Sinn für Realität, insbesondere in dem naiven Vertrauen darauf, ausgerechnet die Politik könne oder wolle hier etwas ändern.
Wollen muss es am Ende der Hörer, aber der bezahlt jeden Monat mehr oder weniger brav seine Rundfunkbeiträge, regt sich aber mit der geballten Faust in der Tasche über das schlechte Programm auf, schaltet es trotzdem jeden Tag ein. Und wenn er dann mal im Rahmen eines Gewinnspieles auf den Sender genommen wird geht die „Lobhudelei“ los, wie toll das Programm ist, statt mal zu sagen, was wirklich Phase ist. Und jeder Politiker, der Radio hört, wird dadurch Tag für Tag in seiner Auffassung bestätigt, dass er alles richtig macht.
Ein paar Mitmenschen engagieren sich vielleicht sogar noch und wenn dann wieder mal die Musikfarbe verändert oder am Programmschema etwas geschoben wird flattern deren Beschwerdebriefe dann auch auf die Schreibtische der Intendanten. Das war so, als man z.B. die Hansawelle, hr1, NDR 1 NDS, WDR 4 vom dem, was sie waren zu den bekannten Oldie- und Softpopdudlern „reformiert“ hat. Was hat es am Ende gebracht?
Bei diesen - ich wiederhole mich - politischen gewollten und geforderten Reformen wurde dem Hörer doch die Sau von Hof geklaut und am Ende kam ein Kotelett in Form von „Musikklubs“ (die nichts anderes sind als eine Sparmaßnahme) „Hitparade“ oder „wildem Wunsch-Wochenende“ zurück und alle sind zufrieden.