• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Ist Radio für das Wiederaufleben eines großen Hörerinteresses gewappnet?

der dimi

Benutzer
Ich möchte die These wagen, dass die Nachfrage nach anspruchsvollem Radio in großem Maße steigen wird, entgegen aller Prognosen.

Zugleich stelle ich fest, dass viele erfahrene Radiomacher, Moderatoren, Redakteure, Musikexperten in den Ruhestand gegangen sind oder bald gehen werden.

Und ich frage mich: Gibt es noch genügend Menschen, die Radio können, die aktuelle Berichterstattung mit langen Wortstrecken schaffen, die fundiert Interviews und Diskussionsrunden leiten können?
Gibt es noch ausreichend Hörfunk-Korrespondenten, Programmstrategen, wortgewandte Persönlichkeiten?
Wer wären diese Leute? Welche Namen kommen euch in den Sinn?
 
Ich würde sagen: nein! Jedenfalls nicht mehr in Form von linearem Radio.
Die Nachfrage nach den anspruchsvollen Inhalten aber schon - in Form von Podcasts. Die boomen ja jetzt bereits.

Einige der Musikexperten befinden sich jedoch bereits im Unruhestand und sind jetzt bei verschiedenen Internetradiosendern zu finden. Oder planen das.
(Für einen suche ich aktuell einen Sender mit einer legalen Mediathek, die den zeitversetzten Abruf über einen öffentlichen Link erlaubt... Bereich: Weltmusik).
 
Die gibt es alle noch, manche wissen gar nicht, dass sie in die aufgezählte Kategorie gehören. Man müsste sie mal loslaufen lassen, bzw. kundig anleiten.
Die entscheidende Frage ist: Gibt es noch Programmdirektoren, die diesen Namen verdienen und die bereit sind, Programme der geschilderten Art zuzulassen, auch wenn man Frequenzen mit viel weniger Aufwand und deutlich weniger Grips vollmüllen kann, ohne dass einem der Geldhahn abgedreht wird.
 
Das europäische Ausland bietet noch reichlich kommerziell erfolgreiche und gleichzeitig niveauvolle, journalistisch herausragende Programme an.

In Deutschland hemmt vermutlich die Kleinstaaterei und die in der Folge zu klein lizensierten Sendegebiete die Finanzierbarkeit von Programmen mit ambitionierten Inhalten. Aber möglich ist vieles, wie z.B. das landesweit über UKW empfangbare RTL in Frankreich zeigt.
 
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Die ganzen eingangs gestellten Fragen stellen sich nicht, weil es ausgeschlossen ist, dass das Medium Radio nochmal steigenes Hörerinteresse erfährt. 40 Jahre Erziehung der Hörer zum reinen Nebenbeihörer sind nicht mehr zu korrigieren, das Medium Radio ist tot für alles, was über bloßes Nebenherdudeln hinaus geht.

(Jaja, es gibt noch DLF und ein paar Kulturprogramme, aber deren Veranstalter und Hörer kennen sich fast schon persönlich, von dem her kann man die getrost beiseite lassen)
 
Die ganzen eingangs gestellten Fragen stellen sich nicht, weil es ausgeschlossen ist, dass das Medium Radio nochmal steigenes Hörerinteresse erfährt.
Dem stimme ich zu.


40 Jahre Erziehung der Hörer zum reinen Nebenbeihörer sind nicht mehr zu korrigieren, das Medium Radio ist tot für alles, was über bloßes Nebenherdudeln hinaus geht.
Das ist aber meiner Meinung nach nicht der Hauptgrund. Sondern vielmehr, dass sich Hörgewohnheiten aufgrund der vielen Möglichkeiten heutzutage schlichtweg verändert haben. Lineares Zuhör-Radio hat immer noch seine Daseinsberechtigung, teilt sich den Kuchen aber mit On-Demand-Angeboten.

(Jaja, es gibt noch DLF und ein paar Kulturprogramme, aber deren Veranstalter und Hörer kennen sich fast schon persönlich, von dem her kann man die getrost beiseite lassen)
WDR 5 erreicht in NRW laut MA immerhin 900.000 Hörer täglich (5,8%), der Deutschlandfunk deutschlandweit 2,6 Millionen (3,7%). Schwierig, diese Menschen alle persönlich zu kennen.
 
Die ganzen eingangs gestellten Fragen stellen sich nicht, weil es ausgeschlossen ist, dass das Medium Radio nochmal steigenes Hörerinteresse erfährt.
Die Hörer sind nicht das Problem! Solange die Entscheider der ARD das lineareRadio bis zur Unkenntlichkeit kastrieren & alles, was Radio je ausgemacht hat, entfernen, braucht man keine Werbung fürs Radio zu machen! Da sind Entscheider am Werk, die das Radio nicht lieben,geschweige denn,fürs Radio brennen & es fördern, statt es mit seelenlosen Mediatheken zu ersetzen& finanziell auszubluten! Hat das je ein Hörer gewollt?! Nein! Hätte ich nur einen Muchs zu sagen,würde ich das Radio stärken, statt es sinnlos zu zerstören! Solange die falschen Entscheider am Werk sind & Radio teils nur noch Playlisten dudelt,macht es nicht den Unterschied! Kein Grund, zu bleiben!:cry:
 
Die ehemalige Informationsleitwelle des WDR, WDR 2, war erfolgreich, ebenso die Magazine auf SWR 1. Sogar HR 1 mit hohem Wortanteil hatte für den damit verbundenen hohen Anspruch eine ordentliche Quote.

Niemand hat die Intendanten der ARD dazu gezwungen, trotz dieser Erfolge die genannten Programme in belanglose Dudelsender umzuprogrammieren.

PS: Die ARD versucht überall an ihrem eigentlichen Auftrag zu sparen. Dieser Tage wird sogar das Flagschiff "Tagesthemen" von 35 auf 20 Minuten fast halbiert. Magazine und Polit-Talkshows wurden in den Urlaub geschickt. Trotz der vielen aktuellen weltweiten Entwicklungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Henne oder Ei? Allzu gerne wird das "geänderte Hörverhalten" als Rechtfertigung für "geändertes Angebot" angeführt, obwohl eigentlich ein "geändertes Angebot" zwangsläufig zu einem "veränderten Hörverhalten" geführt hat.
Es ist jedenfalls bewiesen, dass man die Masse der Hörer über Jahre zu einem Blödprogramm hin erziehen kann, ohne spürbar an MA-Zahlen zu verlieren. Kann man sie aber je wieder zurück zu einem Qualitätsprogramm erziehen?
 
Es ist jedenfalls bewiesen, dass man die Masse der Hörer über Jahre zu einem Blödprogramm hin erziehen kann, ohne spürbar an MA-Zahlen zu verlieren. Kann man sie aber je wieder zurück zu einem Qualitätsprogramm erziehen?
Nein. Das sieht man ja daran, dass die ganzen hochwertigen Programme, egal, ob terrestrisch oder im Netz, äußerst überschaubare Hörerzahlen haben, oder inzwischen eingestellt wurden, und wenn dann bei solchen Programmen die Hörer am Zug sind, egal, ob in Wunschsendungen oder Hörer-Hitparaden, verlangen auch dort die Hörer wieder nur den üblichen Mainstream.
 
@der dimi , danke für den Faden! - Zentrale Frage in #1:
Gibt es noch genügend Menschen, die Radio können, die aktuelle Berichterstattung mit langen Wortstrecken schaffen, die fundiert Interviews und Diskussionsrunden leiten können?
Gibt es noch ausreichend Hörfunk-Korrespondenten, Programmstrategen, wortgewandte Persönlichkeiten?
Wer wären diese Leute? Welche Namen kommen euch in den Sinn?

In #3 ergänzt @Maschi :
Die entscheidende Frage ist: Gibt es noch Programmdirektoren, die diesen Namen verdienen und die bereit sind, Programme der geschilderten Art zuzulassen, ...

Das kratzt etwas an der Frage: "Was ist Radio?" - Bietet Radio weiter die berühmte Grundversorgung, rechtfertigt weiter die Fnanzierung über die leistungsunabhängige Zwangs-Abgabe per Rundfunkbeitrag?
 
In Deutschland hemmt vermutlich die Kleinstaaterei und die in der Folge zu klein lizensierten Sendegebiete die Finanzierbarkeit von Programmen mit ambitionierten Inhalten. Aber möglich ist vieles, wie z.B. das landesweit über UKW empfangbare RTL in Frankreich zeigt.

Ja, es ist die fehlende Rechtsgrundlage für gemeinsame, bundesweit oder länderübergreifend ausgestrahlte Radioprogramme, die diesen Wildwuchs fördert und die Landesrundfunkanstalten darin bestärkt, regionale Senderketten um jeden Preis zu behalten und mit nutzlosem Dudelkram zuzumüllen.
 
In Deutschland hemmt vermutlich die Kleinstaaterei und die in der Folge zu klein lizensierten Sendegebiete die Finanzierbarkeit von Programmen mit ambitionierten Inhalten. Aber möglich ist vieles, wie z.B. das landesweit über UKW empfangbare RTL in Frankreich zeigt.
Wir haben doch ambitionierte, bundesweit ausgestrahlte Programme, wie beispielsweise Schwarzwaldradio. Und auch wenn DAB+ noch nicht DER Empfangsweg ist, so sind doch die Hörerzahlen dort sehr überschaubar.

Und was ist mit den sehr gut gemachten Webradios wie Matchbox oder Memoryradio? Wieso haben die nicht die großen Hörerzahlen, sondern auch nur wieder die Streams der Dudelsender? Der Empfangsweg ist ja der gleiche.
 
KI-Marktforschung ist das "Next Big Thing" und in Marketingkreisen in aller Munde. Bei der ARD ist sie noch nicht angekommen.

RICOCHET:

Die BBC setzt in ihren Programmen auf Tiefe und Gehalt, die ARD-Sender hingegen wollen durch Trivialisierung und Banalisierung die sogenannten "Abschaltreflexe" eliminieren. An das Axiom der "Durchhörbarkeit" glauben in Deutschland vermutlich nur noch die Macher, lang erträgt die Mini-Rotation wohl kaum jemand.

GEMINI 5:

Das ist ein treffender Punkt, der die aktuelle Krise des deutschen Radio-Managements im Jahr 2026 beschreibt. Das Dogma der Durchhörbarkeit (die Vermeidung jeglicher „Einschaltwiderstände“) hat
paradoxerweise dazu geführt, dass das lineare Radio für viele Hörer austauschbar geworden ist.

Es gibt drei Gründe, warum dieses Modell im Vergleich zur BBC-Struktur zunehmend scheitert:

1. Die „Playlist-Falle“
In Deutschland wird die Musikrotation oft von Algorithmen und Marktforschungstests bestimmt, um bloß niemanden zum Umschalten zu bewegen. Das Ergebnis ist eine Mini-Rotation, die gegen die unendliche Vielfalt von Streaming-Diensten verliert. Die BBC hingegen setzt bei Sendern wie Radio 6 Music bewusst auf Kuratierung durch Experten. Dort ist der „Einschaltwiderstand“ (ein unbekannter Song) das eigentliche Produkt, weil die Hörer Neues entdecken wollen.

2. Moderation vs. „Personality“
Während deutsche Wellen Moderatoren oft in enge Zeitkorsetts zwängen (Back-to-back-Moderation, maximal 90 Sekunden Wort), erlaubt die BBC ihren Größen mehr Freiraum. Das schafft Bindung. Wenn die Inhalte trivialisiert werden, um niemanden zu verschrecken, verliert der Sender seine Relevanz als Gesprächspartner.

3. Die Abwanderung in die Nische (Podcasts)
Die Hörer, die „Hochwertiges“ suchen, sind in Deutschland längst zu Podcasts oder zum Deutschlandfunk abgewandert. Die Landesrundfunkanstalten reagieren darauf oft mit noch mehr Verjüngung und noch kürzeren Beiträgen, was die verbliebenen Stammhörer weiter entfremdet.

Die Ironie dabei: Die BBC beweist mit Radio 4 (Wort) und Radio 2 (Musik/Unterhaltung), dass man mit Profil und Ecken und Kanten die höchsten Marktanteile erzielt. In Deutschland hingegen führt die Angst vor dem Abschalten dazu, dass das Radio oft nur noch als „akustische Tapete“ wahrgenommen wird – ein gefährlicher Zustand für ein beitragsfinanziertes Medium.
 
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Der ÖR hat sich selbst in die Ecke manövriert. Das Konzept der ARD ist so simpel wie schwach: In den Massenprogrammen (Oldies, Pop, Schlager usw) wird fast nur noch Musik gedudelt - Radio soll dort Begleitmedium sein, nicht mehr. Für ein paar Musikfans gibt es dann noch Sendungen wie die "Musikclubs" oder Hitparaden. Mehr will man gar nicht.
Anspruchsvolleren Hörern bietet man Kulturwellen, auf denen neben viel Klassik ein paar typische Wortprogramme (Hörspiel, Feuilleton usw), sowie vielleicht noch etwas Nischenmusik vorkommen. Wer Infomationen will, der findet diese im höchst lustlos gemachten Info-Radio, wo sich die immer gleiche Information in bestimmten Zeitabständen wiederholt. Das war es. Wer Hintergrund will, soll Podcasts hören.

Bleiben die wenigen Ausnahmen: DLF, Bayern 2, WDR5, z.T. Radio Eins.

Radio war mal ein Medium, das vor allen Dingen durch seine Schnelligkeit überzeugte. Noch dazu brachte es mindestens stündlich Informationen, hatte mal ein Monopol.

Die Zeiten sind vorbei. Dennoch kann Radio Zukunft haben. Wenn es zum Einen endlich wieder regionale Programme sendet,, die Menschen über das informiert, was in ihrer Umgebung stattfindet. Und wenn es andererseits gut gemachte Infoprogramme liefert. Wobei man tatsächlich die "Zersplitterung" überwinden muss: Wozu muss HR-Info neben SWR-Aktuell, MDR-Aktuell oder NDR-Info parallel überregionale Beiträge bringen? Es geht ja um Information, nicht um Meinungsvielfalt.

Das Ausland macht es mal wieder vor: BBC Radio 5 oder France Info sind vielgehörte Live-Programme, die noch gar nicht soo alt sind.

Wer allerdings glaubt, der ÖR könnte mit "den größten Hits" überleben, der wird sich noch wundern.
 
„Was ist Radio?" - Bietet Radio weiter die berühmte Grundversorgung, rechtfertigt weiter die Fnanzierung über die leistungsunabhängige Zwangs-Abgabe per Rundfunkbeitrag?
Grundversorgung? Nein, die Grundversorgung bieten inzwischen das Internet und Social Media und nicht mehr das (lineare) Radio. Ich schätze mal, die Mehrheit der Menschen in diesem Land könnte inzwischen eher mal drei Tage ohne Radioempfang leben als drei Tage offline sein zu müssen.

Wer allerdings glaubt, der ÖR könnte mit "den größten Hits" überleben, der wird sich noch wundern.

De facto ist es aber doch so, der ÖR „überlebt“ doch im Grunde nur noch durch seine alle gleich klingenden Festplattendudler mit Tassenverlosung und belanglosem Hörer-Smalltalk, die in früheren Zeiten teilweise anspruchsvolle Einschaltradios waren, die irgendwann nur niemand mehr eingeschaltet hat.
 
Die Antwort satammt natürlich von Gemini 3, GPT hat ja aktuell die Versionsnummer 5.

Am vernünftigsten wäre es die Politik davon zu überzeugen den Staatsvertrag über den Rundfunk dahingehend zu ändern, dass Landesrundfunkanstalten die Möglichkeit bekommen grenzüberschreitend zu kooperieren und gemeinsame Spartenkanäle einzurichten, die dann über eigene Frequenzen verbreitet werden. So käme Dynamik ins Geschehen, die Funkhäuser müssten keine Sender abgeben und könnten die vorhandenen Angebote - regionale wie überregionale - qualitativ aufwerten.

Man müsste also die Politik in die Pflicht nehmen, die geht aber wieder mal nur den Populisten auf den Leim und drischt leeres Stroh. Dass gespart werden muss ist klar, am besten spart man aber durch Effizienzsteigerungen, Abbau von Redundanzen und intensive Kooperationen, nicht durch Verwässerung, Verflachung oder Kahlschlag.
 
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Ein Blick quer durch die Themenlandschaft dieses Forums sagt alles über die Zukunft des Radios aus. Außer dem ein oder anderen Nostalgiker will keiner mehr hochwertiges Radio. Schuld sind in erster Linie die Macher selbst, allen voran der ÖRR, der seit geraumer Zeit die Menschen für dumm verkauft, ihnen Meinung aufzwingt und das Ganze noch durch unser Geld zwangsfinanziert. Hier ist Musik für mich eher Zweitrangig. Die Privaten sind direkt hintendran...

Wäre ich persönlich nicht auch ein wenig nostalgisch veranlagt oder hätte ich kein Interesse z.B. an Sounddesign, dann würde mich der ganze Radio-Quark völlig kalt lassen. Hoffnung auf Besserung habe ich jedenfalls keine mehr, zumindest solange sich Gesetzgeber, Radiomacher und Hörer so wunderbar einig sind, dass alles super läuft.

Nach aktuellem Trend wird Radio gleich nach linearem Fernsehen zeitnah in der Versenkung verschwinden. RIP
 
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Man müsste also die Politik in die Pflicht nehmen
Die hat ganz andere Probleme zu lösen…Wirtschaft, Rente, Verteidigung, Wohnungsknappheit, Pflege, Gesundheitswesen, Fachkräftemangel usw.

Und die gegenwärtigen Strukturen in der deutschen Rundfunklandschaft geben die geforderte Effizienz, den Abbau von Redundanzen und die Förderung von Kooperation einfach nicht her. Also behilft man sich zwangsläufig mit Verwässerung, Verflachung und Kahlschlag und verkauft uns das als den großen Wurf. Dazu braucht man nur einmal die Programme von NDR 2, WDR 2, SWR 1, SWR 4 usw. einzuschalten und mit älteren Mitschnitten vom DigiAndi, Youtube oder dem, was man selber noch an Aufzeichnungen besitzt zu vergleichen.

Und es geht ja beim ÖR nicht nur um Programme und Inhalte, sondern auch um Posten, Gehälter und Strukturen. Das Salär so mancher Intendanten und Programmdirektoren und die aufgeblähten Verwaltungsapparate der „Anstalten“ lasten nicht minder schwer auf dem Geldbeutel der Gebührenzahler und sind politisch am Ende genau so gewollt und machen effiziente Veränderungen schlichtweg unmöglich. Da hackt eine Krähe der anderen doch kein Auge aus und fängt plötzlich an, von Effizienz zu reden. Wer gibt schon gerne seinen hübschen Posten her und verzichtet auf seine üppige Pension? Richtig, Niemand!

Das, was die öffentlich-rechtlichen da in den Äther blasen, sowohl im Radio als im TV, ist zudem das Ergebnis demokratischer politischer Entscheidungen und somit der Ausdruck mehrheitlicher gesellschaftlicher Willensbildung.

Und wenn wir jetzt damit kommen, der ÖR müsse sich wieder auf seine früheren Zeiten besinnen und seine Programme wieder so gestalten, wie sie vor 30 oder 40 Jahren einmal waren, mit Schlagern, hohem Wortanteil und dem ganzen Firlefanz, dann ist das doch allenfalls mehr eine Form von persönlicher anekdotischer Evidenz (nach dem Motto: „Weisst Du noch, wie‘s früher war?“) und weniger Sinn für Realität, insbesondere in dem naiven Vertrauen darauf, ausgerechnet die Politik könne oder wolle hier etwas ändern.

Wollen muss es am Ende der Hörer, aber der bezahlt jeden Monat mehr oder weniger brav seine Rundfunkbeiträge, regt sich aber mit der geballten Faust in der Tasche über das schlechte Programm auf, schaltet es trotzdem jeden Tag ein. Und wenn er dann mal im Rahmen eines Gewinnspieles auf den Sender genommen wird geht die „Lobhudelei“ los, wie toll das Programm ist, statt mal zu sagen, was wirklich Phase ist. Und jeder Politiker, der Radio hört, wird dadurch Tag für Tag in seiner Auffassung bestätigt, dass er alles richtig macht.

Ein paar Mitmenschen engagieren sich vielleicht sogar noch und wenn dann wieder mal die Musikfarbe verändert oder am Programmschema etwas geschoben wird flattern deren Beschwerdebriefe dann auch auf die Schreibtische der Intendanten. Das war so, als man z.B. die Hansawelle, hr1, NDR 1 NDS, WDR 4 vom dem, was sie waren zu den bekannten Oldie- und Softpopdudlern „reformiert“ hat. Was hat es am Ende gebracht?

Bei diesen - ich wiederhole mich - politischen gewollten und geforderten Reformen wurde dem Hörer doch die Sau von Hof geklaut und am Ende kam ein Kotelett in Form von „Musikklubs“ (die nichts anderes sind als eine Sparmaßnahme) „Hitparade“ oder „wildem Wunsch-Wochenende“ zurück und alle sind zufrieden.
 
solange sich Gesetzgeber, Radiomacher und Hörer so wunderbar einig sind, dass alles super läuft.
Sind sie das?
Es läuft nicht super, es wird lediglich ignoriert, dass es nicht super läuft.
Bei den Radiomachern handelt es sich um beschönigende Selbstsuggestion.
Beim Gesetzgeber um einen Fall von "Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen"
Bei den Hörern um die im KI-Faden von @ricochet beschworene Borniertheit.
 
@Mannis Fan: Solange Medien dank dem Gesetzgeber das senden dürfen/sollen, was Hörer denken sollen und diese ohne nachzudenken den Spuk mitmachen, solange scheint heiter Einigkeit zu sein. Alle sind glücklich... [ich hoffe es kommt genug Ironie mit rüber]

Die Mehrheit scheint demnach mit allem zufrieden zu sein, denn es gibt für mein Verständnis zu wenig Beschwerden und daraus resultierende Konsequenzen. Ja und in diesem Zusammenhang kann man schon auf die Idee kommen, dass selbst die primitivste KI dem heutigen Menschen überlegen ist... [ups]
 
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