Journalistischer Verfall im Qualitätsrundfunk


Radiocat

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Nicht nur eigentlich seriöse Tageszeitungen, auch immer mehr öffentlich-rechtliche Qualitätsprogramme fallen mir in den letzten Jahren immer wieder negativ auf: Hier stimmt die Grammatik nicht, dort tauchen stilistische Fauxpas auf und manch Artikel wirkt in seiner Gesamtheit unaufgeräumt und mit der heißen Nadel zusammengestrickt. Insbesondere die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Anstalten sind da zu nennen. Bei jenen habe ich oft das Gefühl, dass sich dort Praktikanten austoben dürfen, obwohl doch mittlerweile immer wieder das Credo "Online first" in die Welt posaunt wird. Sollte man da nicht erwarten, dass besondere Sorgfalt auf Online-Artikel gelegt wird? Dies scheint mir aber mitnichten so. Gerade fiel mir dies wieder in besonderem Maße auf, als ich mir beim Morgenkaffee jenen Artikel zu Gemüte führte: https://www.deutschlandfunk.de/afgh...e-taliban.2897.de.html?dram:article_id=501723
Stilistisch bewegt er sich auf dem Niveau einer Schülerzeitung. Der Autor springt thematisch, reiht Einzelheiten und Fakten weitgehend ungeordnet aneinander. Es liest sich, als habe dort jemand einzelne Bausteine zusammengebastelt. Ich bin der Meinung: Das geht besser!
 

chapri

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Online bleibts für einige Zeit, akustisch "versendet es sich". Mir fallen sogar bei den DLF-Nachrichten immer wieder kleine Fehler auf, die Leute wie Meckermatze als "Flaschinfo" hervorheben und deklarieren könnten.
 

Adolar

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Stimmt leider. Nur ein Beispiel vom letzten Wochenende: Da lief den ganzen Tag im rbb inforadio die Meldung mit der Headline, dass die "Fußball-Legende" Gerd Müller gestorben sei. Warum nicht gleich "Kult-Kicker"? Dass sowas keinem "Chef vom Dienst" auffällt, spricht Bände.
 

Beyme

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Der Autor springt thematisch, reiht Einzelheiten und Fakten weitgehend ungeordnet aneinander. Es liest sich, als habe dort jemand einzelne Bausteine zusammengebastelt.
Die Ordnung geben die Zwischenüberschriften vor. Ich erlebe das seit einiger Zeit öfter, dass ich irgendwie so geeicht bin, Zwischenüberschriften zu überlesen (in der Erwartung, dass der Fließtext mich schon durch die Struktur leiten wird). Wenn Du dich zwingst, die Zwischenüberschriften zu lesen, ergibt es sinn. :) Dieser Artikel ist halt als FAQ zu unterschiedlichen Aspekten angelegt.
 

ndrgast

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Überschriften und
Zwischenüberschriften
geben zum Drüberlesen einen Sinn.
Leider fehlt dann oft im Fließtext die erwartete/erhoffte Info.
'Kleine' Fehler in den DLF-Nachrichten fallen auch mir manchmal - aber nicht oft - auf. Lob für die DLF-Redaktionen, dass die Nachrichten immer noch nachbearbeitet werden, die 'Fehler' dann zur nächsten Sendung der Nachrichten meist ausgebügelt wurden.
Zum Hörfunk:
DLF sehe ich zum Thema: "Verfall im Qualitätsrundfunk!" als nicht so vorgehoben zu kritisieren.
Als heißer Kanditat für diesen Vorwurf fällt mir spontan NDRinfo ein: Gerade frisch neu gelauncht ... und kann nicht so richtig überzeugen. Frage, ob NDR-Hörfunk - obwohl ÖR - sich überhaupt um journalistische Qualität bemüht. Ich höre auf NDR wenig davon.
 

chapri

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DLF sehe ich zum Thema: "Verfall im Qualitätsrundfunk!" als nicht so vorgehoben zu kritisieren.
Klar, aber sie haben den besten Ruf und sind daher unter "Wehret den Anfängen" zu führen ;) Ich war mal Mitglied der DW-"Hörerjury" oder wie das hieß - villeicht sollte nicht nur der DLF "HörerInnen-Qualitätsscouts" einführen und eine Chance, ein Forum und einen AP geben! Ich wäre dabei!
 
Zuletzt bearbeitet:

DelToro

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Bei jenen habe ich oft das Gefühl, dass sich dort Praktikanten austoben dürfen
Die muss ich mal wieder in Schutz nehmen. Praktikanten sind keine vollwertigen Mitarbeiter und müssen angeleitet und kontrolliert werden. Das Ergebnis von Praktikantenarbeit spiegelt also Anleitung und Kontrolle des Vorgesetzten wider, bzw. etwaige Mängel daran. Die Verantwortung liegt beim Abteilungsleiter, nirgendwo sonst. ;)
 
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