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MDR-Ausstieg Thüringens denkbar?

Wenn das für ein so kleines Land wie Thüringen keine Medienvielfalt ist, was ist es dann?
Jap, das hatte ich nicht bedacht. Hast du recht.

Medienvielfalt an der Anzahl der Tageszeitungen festzumachen ist mitllerweile einfach nur blauäugig, zumal da oft genug aufgrund der Eigentumsverhältnisse sowieso in allen dasselbe steht.
Wird aber in der Journalistik oft noch als Indikator verwendet. Okay, ich sehe ein, dass ich zu wenig Hintergrundwissen habe und lese still mit 😊
 
Wird aber in der Journalistik oft noch als Indikator verwendet.
Ja stimmt, weil sich die schreibende Zunft für was... egal, gehört nicht hier her. Die Vielfalt im Angebot ist meistens da, fast überall. Woran es fehlt ist ordentlicher und fundierter Journalismus. Und für den fehlen wiederum zu oft die Finanzen. Das ist der Knackpunkt der in absehbarer Zeit gelöst werden muss.

Okay, ich sehe ein, dass ich zu wenig Hintergrundwissen habe und lese still mit
Alles gut. Wer was beizutragen hat, soll das ruhig tun! Sich mal irren oder daneben liegen ist ja noch kein Weltuntergang. ;)
 
WIrd Medienvielfalt jetzt an der Anzahl der Tageszeitungen festgemacht?
Ich glaube, bei der Aussage hat im Hintergrund noch die Studie der Otto-Brenner-Stiftung von vor ein paar Jahren weiß mitgerauscht. Vielleicht zurecht, denn so viel dürfte sich in diese Richtung nicht geändert haben.

Gruß
Skywise

P. S.: Ich verlink' mal den Artikel zur Süddeutschen; dort findet sich neben einigen Kernaussagen auch ein Link zur eigentlichen Studie. Der Firefox, der mir hier zur Verfügung steht, kommt mit dem Popup- und sonstigem Gedöns auf der Seite, an der man die Studie runterladen kann, nicht klar. Reicht ja, wenn mein Browser bei der Gelegenheit abstürzt.
 
Das "Problem" an der Studie ist aus meiner Sicht, dass sie die großen Zeitungsblätter zu sehr in den Fokus rückt und die Medien vor Ort kurzerhand vernachlässigt. Das diese bundesweiten Blätter ein Defizit in Sachen Berichterstattung aus und vor allem auch für den Osten haben, ist kein neues Phänomen. Das ist eine ziemlich schleichende Entwicklung der letzten Jahre, die auch viel mit ständigen Eigentümernwechseln der (Lokal-)Blätter zu tun hat. Selbst die Bild hat ja mittlerweile ihre ostdeutschen Lokalausgaben eingestellt, was im Grunde sehr bezeichnend ist.
Eine Chance wären aus meiner Sicht tatsächlich die lokalen Rundfunk- und TV-Stationen vor Ort, die noch immer weitestgehend unabhängig sind. Insbesondere die TV-Programme sind im Gegensatz zu ähnlichen Geschichten im Westen (ausser in Bayern) tief verwurzelt in der Region, weil es sie teils schon seit Anfang der 90er Jahre gibt und weil man da teils bewußt inhaltlich anders agiert hat als bei ähnlichen Projekten in Westdeutschland. Dort ist aber ein wirklich tiefgehender und damit auch investigativer Journalismus meist aus personellen, sprich finanziellen Gründen nur sehr selten möglich. Wenn man diesbezüglich irgendeine Möglichkeit finden würde, wäre der Medien- und Meinungsvielfalt schon viel geholfen. Vor allem im Osten wäre das dringend nötig, denn Medien sind Ländersache. Und damit könnte im Falle eines Falles tatsächlich sehr konkret von Seiten der jeweiligen Landesregierung zunächst in die ÖR-Medien deutlich eingegriffen werden. Und in den länderspezifischen Privatfunk natürlich auch. Wir leben zwar in einem Rechtsstaat, sich im Zweifel aber durch die Instanzen klagen zu müssen, kann ein sehr langer Weg sein.
 
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