Mittelwellenempfang in Deutschland

Früher hatten die Hausgemeinschaftsantennenanlagen noch Line-Verstärker mit LMK-Verstärkung. Mit Einführung des CB-Funks (1975) wurden diese Verstärker als Ursache für Einstreuungen des CB-Funks angesehen, und in der Folge nur passive LMK-Weichen verbaut. Schließlich fielen die LMK-Ruten auf den Dächern ganz weg, und damit die Einspeisung des LMK-Bereiches in die Hausantennenanlage. Die Einführung des CB-Funks hat also in gewisser Weise auch zur "Abschaltung" des Lang- und Mittelwellenbereiches beigetragen.
 
Wahnsinn wie das Thema doch wieder "Fahrt" aufnimmt. ;) Es ist halt schon irgendwie in den Köpfen.

Ich habe jetzt hier viele Argumente für und wieder gelesen. Fazit? Wird die Reaktivierung einer Frequenz für Deutschland in irgendwelchen höheren Gremien denn noch besprochen?

Ich denke an den Kosten kann es aktuell nicht mehr liegen. Es ist das sicherste Mittel in Katastrophen Fällen meiner Meinung nach immer noch.

Grüße
Steffen
 
Es ist das sicherste Mittel in Katastrophen Fällen meiner Meinung nach immer noch.
An entsprechenden MW-Empfängern mangelt es immer mehr.

So ein sicheres Mittel ist das auch nicht. Sendemasten/-anlagen können auch beschädigt/zerstört werden/ausfallen. Da braucht man schon viele Ausweichmöglichkeiten. Wo sich dann Frage stellt, ist dies überhaupt noch gutes Mittel für den Katastrophenfall. Bislang sieht man das auch international nicht so, dass man es bräuchte.
 
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Wird die Reaktivierung einer Frequenz für Deutschland in irgendwelchen höheren Gremien denn noch besprochen?
"Die Menschen zahlen ja Rundfunkgebühren in Deutschland, zum Hören in Deutschland, und nicht mit der Mittelwelle noch weit über die Grenzen hinaus."
Zitat aus:
 
Dass die Mittelwelle nachts auch weit ins Ausland reichte war technisch bedingt, aber nicht der Hauptzweck der Ausstrahlung.

Im Grunde hat man die Mittelwelle ganz „organisch“ überflüssig gemacht.
Erst hat man das Programm ausgedünnt (statt populären Programmen überwiegend nur noch Wortprogramme, z. B. beim SWR, hr, mdr, NDR, SR), dann hat man die Sendeleistungen deutlich reduziert, wodurch der Empfang zunehmend erschwert bis unmöglich gemacht wurde.

Eigentlich wäre dieses Vorgehen die Blaupause für die Transformation von UKW zu DAB+.
Aber da traut man sich dann doch nicht so richtig… ;)
 
Zum heutigen "Welttag des Radios": Es gibt noch einen kleinen MW-Sender, der u.a. den MDR auf MW umsetzt. (Zumindest mit ausgelegter Drahtschleife zur sehr losen Ankopplung der alten Empfänger.)

*** ACHTUNG * PÖSER LINK ZUM FERNSEHEN * BEI BEDARF PITTE MELDEN ***
*** ACHTUNG * PÖSER LINK ZUM FERNSEHEN * BEI BEDARF PITTE MELDEN ***


PS: Man möge die KH aufsetzen. Ich höre typische Kabelgeräusche vom Headset, mit dem der Text im Beitrag mit hoher Wahrscheinlichkeit eingesprochen wurde. Das Headset- Mikro "hört" diese "Körperschall-Geräusche" vom Kabel natürlich auch. (Ich dachte erst, es ist mein Kabel vom KH.)
 
Was ich befremdlich finde, dass die Kommentatorin von "blechernem" Klang redet.
Mein Röhrensuper aus dem Jahre 1955 hat bereits eine Art "Zweiwegebox". Also einen Bass-Mitteltöner und einen Elektrostat-Hochtöner.
Und ein Klangbeispiel im Anhang mit Sennheiser Kondensatormikrofon aufgenommen.
Wenn Mittelwelle so "mies" war, dann hauptsächlich durch "man made noise" und wegen der Überlagerungen und den Trägeroffsets, die das Gewappere hervorriefen.
So ein Röhrensender, wie im Film gezeigt, muss aber von der BNetzA abgesegnet werden. Wenn jetzt auf den Bereichen auch nichts mehr los ist, heißt das keineswegs, dass dort jeder nach Wildwestmanier rumfunken darf, wie er will.
 

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Ich habe noch mal etwas im Internet recherchiert. In Bonn Gibt es noch einen Sender vom wdr, welcher zwar schon abgeschaltet wurde aber es ja seinen könnte, das die Sendetechnik noch vorhanden ist. Hier der Link zu Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Bonn-Venusberg Ich habe daraufhin mal den WDR kontaktiert aber bis jetzt noch keine Antwort erhalten. Falls eine kommt melde ich mich. Außerdem habe ich herausgefunden, dass sie MW Technik des Sender Lingen abgebaut wurde.
Einen Schönen Sontagabend noch!
 
Ich habe noch mal etwas im Internet recherchiert. In Bonn Gibt es noch einen Sender vom wdr, welcher zwar schon abgeschaltet wurde aber es ja seinen könnte, das die Sendetechnik noch vorhanden ist.
Ich musste noch mehrfach bei der KI nachfragen, bis sie mir auch die genaueren Quellen für die bereits zuvor getätigte Aussage "MW: alles abgebaut und Platz für DAB zu schaffen" nannte.

Zitat Gemini AI:
1)
  • Technischer Hintergrund: Die Sendeanlage auf dem Venusberg nutzte zuletzt einen Transmittersatz, der speziell für die 774 kHz und eine Leistung von 5 kW ausgelegt war. Nach der Abschaltung 2015 wurden diese Anlagen aus den Betriebsräumen entfernt, um Platz für die massiv ausgebaute DAB+ Infrastruktur zu schaffen.
  • Fachpublikationen: Portale wie Radio eins (RBB) und spezialisierte Technik-Dokumentationen vermerken für den Venusberg, dass die MW-spezifischen Komponenten (Sender und Abstimmittel) nach 2015 „rückgebaut“ wurden."
2)
Hier sind die konkreten Quellen und Details:

1. Fachpublikationen und Fachportale​

Die Information über den technischen Rückbau stützt sich auf Portale, die von Rundfunktechnikern und passionierten Beobachtern (DXern) gepflegt werden:

  • Senderfotos.de: Die Seite von Arne Wiechern gilt als eine der detailliertesten Dokumentationen deutscher Senderstandorte. Unter dem Eintrag Bonn/Venusberg wird explizit auf die Abschaltung der 774 kHz am 06.07.2015 hingewiesen. In den dortigen Updates und Kommentaren wird der technische Umbau des Standorts hin zu reiner UKW/DAB-Nutzung dokumentiert.
  • Rundfunkforum (radioforum.foren.mysnip.de / rundfunkforum.de): In diesem Experten-Forum diskutieren aktive und ehemalige Techniker. Dort wurde bereits kurz nach der Abschaltung 2015 über die Entkernung der MW-Sendeanlagen berichtet. Der Konsens der Fach-Community ist, dass am Venusberg (anders als in Langenberg, wo die Reserve-Sender oft länger stehen blieben) die Technik zügig demontiert wurde, um Platz für die neuen DAB+ Multiplexe (Kanal 11D und 9D) zu schaffen.
  • Radio eins (RBB) – Das Medienmagazin: Das Team um Jörg Wagner dokumentiert in seinem „Radio-Logbuch“ und den begleitenden Fachbeiträgen das Sterben der Mittelwelle. In den Archivbeiträgen zur Abschaltung des WDR-Mittelwellennetzes (Juli 2015) wurde der physische Rückbau der Sender als notwendige Folge der KEF-Auflagen (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs) beschrieben, um Betriebskosten einzusparen.
 
Die Frage ist aber, ob die KI auch die Wahrheit gesagt hat. Vor allem muss man beim Thema Mittelwelle da Aufpassen. Die Ki überlegt sich da manchmal auch irgendeinen Quatsch.
Zum Beispiel will die Ki mir verkaufen, dass Antenne Saar immer noch auf Mittelwelle sendet oder das es Legal wäre in DE auf MW zu senden.
MfG
 
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Außerdem habe ich rausgefunden dass der Sendemast für Mittelwelle beim Sender Burg noch steht. Könnte man nicht bei einer Krisensituation auch die Zeitzeichensender für den Rundfunk verwenden?
 
Die Zeitzeichensender sind Langwellen-Sender, und zwar noch unterhalb der Rundfunk-Langwelle. Für eine Verwendung als MW-Sender müsste der Mast in der Länge geändert oder neu abgestimmt (bzw. per Schaltglied angepaßt) werden. Beim Empfang kostet eine nicht abgestimmte Antenne nur Leistung, beim Senden schluckt sie Leistung und zerstört bei krasser Fehlanpassung die Ausgangsstufe des Senders.

Also: nein, so lange der Mast selbst als Strahler dient. Wenn die eigentliche Antenne nur am passiven Mast aufgehängt ist, vielleicht - wenn man sie auf die gewünschte Frequenz stimmt.
 
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Ah okay, ich meinte aber das einer dieser Sendeanlagen also die Technik nicht Masten zum Beispiel auf den Anderen sendemast (welcher ebenfalls für LW geeignet ist) in Burg gespeist wird und die Frequenz des Sender auf das Rundfunkband abgestimmt wird.
 
Dass ein Zeitzeichensender auch durchaus Sprache übertragen kann, wissen wir vom amerikanischen Zeitzeichensender WWV. Dazu beansprucht jener eine entsprechende Bandbreite. Der EFR-Sender Burg (139 kHz) sendet ausschließlich in FSK-Modulation und hat eine begrenzte Bandbreite, die für "CW", also Telegrafie optimiert ist. Hier auf Knopfdruck eine Sprachdurchsage zu ermöglichen oder in einer anderen Modulationsart zu senden, erforderte zusätzliche Technik, die momentan nicht vorgesehen ist. Es gibt zwar "Optimod"-Einschübe, die können zwischen AM breit, AM schmal, USB, LSB, und last not least DRM umschalten. (Sowas habe ich bei einem Radio Australien-Video gesehen.) Simultan mit der jeweils gewünschten Modulationsart muss aber zwingend auch die Sendeleistung angepasst weden. (Und das ist offensichtlich, wie es die Beispiele von Radio Rumänien zeigen, noch eine besondere Herausforderung eines automatisierten Betriebes.)
 

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Das französische Zeitsignal auf 162kHz hat bis 2015 "France Inter" als Sprachsignal übertragen. Die Zeit-Information ist in der Phasenmodulation des Trägers 'versteckt'. Mittlerweile steht dort nur noch ein leerer Träger (mit Zeitsignal), das wäre aber vermutlich die einfachste Möglichkeit, einen Langwellensender für Sprache zu reaktivieren.
 
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Du könntest jeden UKW-Sendemasten per Reusenantenne auch für die Mittelwelle nutzen. Der Mast dient dabei nur als Halterung und er muss nicht isoliert werden. Die Effizienz ist jedoch geringer als bei einem echten MW-Sendemasten. Und ein Erdnetz dürfte bei einem immer schon nur UKW-Standort auch nicht vorhanden sein.
Sofern ein MW-Transmitter besorgt werden kann, ließe sich das in 1-2 Wochen realisieren.

Würdest Du den Masten jedoch zum Selbststrahler für MW umbauen wollen, musst Du mit 6-12 Monaten Zeitaufwand rechnen. Und sehr hohen Kosten, allein schon für das Erdnetz.

Hat die Bundeswehr eigentlich noch MW-Sender im Bestand? Oder setzt die BW ausschließlich auf UKW-Sender?
 
Ich weiß nur, dass die Bundeswehr ihr Soldatenprogramm ausschließlich über UKW und Digital verbreitet. Ob die Mittelwellensender betrieben werden, keine Ahnung.
 
Eine nicht ausführliche Recherche ergab: Nein, keine MW-Sender mehr. Zu Wartungsintensiv und viel zu leicht zu orten und zu zerstören. Statt Bahnwaggons mit MW-Sendeanlage setzt die Bundeswehr auf UKW-Sender in normalen 20-Fuss-Containern, die per LKW oder Flugzeug verlegt werden können.

Viel zu leicht zu orten und zu zerstören gilt natürlich auch für normale MW-Sender. Für den Kriegsfall wären die also heutzutage nicht mehr geeignet, da sofort zerstört. Für den Katastophenfall evtl. - wenn es genug Strom dafür gäbe.
 
Im Notfall könnte man ja auch ganz viele umgebaute Amateufunkanlagen zusammenschalten und an eine Reusenantenne Speisen. Im Notfall ist der BnetzA auch Egal, auf welcher Frequenz wo wann und mit welcher Leistung gesendet wird
 
Es gibt beim THW 'Mastkraftwagen', damit kann man ca. 40m Plattformhöhe erreichen. Teilweise sind auch mobile Sendemasten ds ehemaligen Telekom-Katastrophenschutzes ans THW übergeben worden. AM Modulation findet da aber nicht statt.
 
Das heißt also das das Zeitzeichen auch via DRM übertragen wird
Nein. Das heißt nur, daß Du im Video einen (nicht nur) DRM-Empfänger in Australien siehst.
DCF77 sendet nur in AM und zusätzlich seit 1983 in einer digitalen Phasenmodulation BPSK (jedoch wesentlich einfacher als DRM, im Einträger-Verfahren). Letztere liefert die Zeit deutlich genauer als AM.
 
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