• Wie aus den radioforen.de-Nutzungsbedingungen hervorgeht, darf kein urheberrechtlich geschütztes Material veröffentlicht werden. Zur Identifizierung von Interpret und Titel (o. ä.) dürfen jedoch Hörproben bis zu 30 Sekunden angehängt werden. Was darüber hinausgeht, können wir nicht tolerieren.

Musik (und anderes) von der KI

Ich freu mich schon auf den Zeitpunkt ab dem auffällig viele vermeintliche Hochglanz-Produktionen den Schlagermarkt überschwemmen, die mit fettem Orchestersound und Spitzeneffekten die Musiklandschaft durcheinanderwirbeln.

Warner kooperiert neuerdings mit Suno und will seine Schallarchive für das Training neuer Modelle öffnen, die anhand unkomprimierter Originaldateien, in denen alle Einzelspuren enthalten sind, sogar anspruchsvollste Kunstmusik wie Klassik oder Koloraturgesang täuschend echt imitieren können sollen (Start im Laufe des nächsten Jahres). Andere Labels dürften bald nachziehen.

Studio-Abonnenten sollen bei Suno bald unbegrenzte Möglichkeiten haben, inklusive Downloads und uneingeschränkter Vermarktung - die Lizenzabgabe für die Industrie ist im Tarif ja schon inkludiert. Wer nicht zahlt kann auch nichts downloaden, sondern nur ein bisschen rumspielen.

Spätestens dann wird jeder Profi-Produzent mit Suno sein Auslangen finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich freu mich schon auf den Zeitpunkt ab dem auffällig viele vermeintliche Hochglanz-Produktionen den Schlagermarkt überschwemmen, die mit fettem Orchestersound und Spitzeneffekten die Musiklandschaft durcheinanderwirbeln.
Ich auch. Wird Zeit, dass das elende und ideenlose Pattern sein Ende findet. Wünschenswert sind meiner Meinung nach originelle Arrangements, egal, ob sie dem Einfall des Arrangeurs (den es de facto gar nicht mehr gibt) entspringen, oder der KI. Zu hoffen ist, dass die üblich verdächtigen "Discofox"-Radios dann ihre Format-Fessel abstreifen wollen und können.
 
Korrekt! Du musst ja nur einen dieser billigen, aber immerhin unter erheblichem persönlichem Einsatz hergestellten Discofox-Schlager nehmen und kannst ihn in kurzer Zeit unter Rückgriff auf fertige Arrangement-Prompts in opulente "Meisterwerke" verwandeln und nach Belieben veredeln bzw. bearbeiten. Alle Veränderungen werden dann automatisch gemastert. Ich würde es ja gern demonstrieren, habe aber keine lizenzfreien Schlager vorliegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wünschenswert sind meiner Meinung nach originelle Arrangements, egal, ob sie dem Einfall des Arrangeurs (den es de facto gar nicht mehr gibt) entspringen, oder der KI.

Das Arrangieren ist eigentlich kein Problem mehr, auch die Mehrfachverertung ein und des selben Titels in unterschiedlichsten musikalischen Kontexten. Ich habe allein vom zuerst geposteten Discofox-Titel bereits etliche Versionen erstellt, etwa diesen deutlich üppigeren Remix. Glaubst du nicht dass der Schlager sich in diese Richtung entwickeln könnte, und dem Popfach am Ende sogar den Wind aus den Segeln nehmen könnte?


Produzier so was mal unter konventionellen Bedingungen - unbezahlbar, wenn du kein großer Zampano bist und kein weltweit operierendes Label im Rücken hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich selbst finde je so etwas wie in Deinem Beispiel in #231 durchaus gut. Noch in den 2000er Jahren waren einige solcher Latin-Arrangements mit deutsch singenden Künstlern recht erfolgreich. 2raumwohnung, Annett Louisan, Roland Kaiser, Dana Winner fallen mir gerade spontan ein. Englisch- oder romanischsprachig sowieso. Heute ist deutschsprachiger Disxcofox im Schlagerradio beherrschend.

Eine darauf basierende KI-Produktion würde mich interessieren. Falls Du in diesem Genre nicht ganz sattelfest sein solltest, hier: https://radiocharts.com/html/charts_de_konservativ.htm
 
Jedes Jahr kommen in den USA dutzende neue Versionen vom berühmten "O Holy Night" von Adolphe Adam auf den Markt, die täglich im AC-Radio laufen - wo wochenlang nur Weihnachtsmusik zu hören ist und die Quoten des Formats in die Höhe treibt.

Meine 5 Versionen reichen von groovig bis alpenländisch.

 
Eine darauf basierende KI-Produktion würde mich interessieren. Falls Du in diesem Genre nicht ganz sattelfest sein solltest, hier: https://radiocharts.com/html/charts_de_konservativ.htm

Ich kann nur auf das Bezug nehmen was ich bisher selbst produziert habe, woran ich also die Rechte habe. Du kannst dich erinnern dass ich vor einiger Zeit einen Jazz-Schlager geschrieben habe. Um den auf Pop zu trimmen ohne die Qualität zu mindern bedarf es dezenter Eingriffe, um das Klangbild nicht zu zerstören. Also wieder klassisches Straight-Ahead-Dance-Feeling.

Beim Discofox hat man andere Möglichkeiten - man kann ihn in die Mainstream-Dance-Pop-Ecke manövrieren oder sogar in die Hard-Rock-Nische, Hauptsache er geht ordentlich ab (Latin nur bei geeigneter Melodieführung). Bei swingendem Jazz bieten sich eher R&B, Latin, Twist oder rockige Volksmusik an.

Hier das Original:


Hier die poppigere Variante:

 
Zuletzt bearbeitet:
Im Bereich Instrumentalmusik brechen jetzt wirklich alle Dämme. Hundertprozentig von KI komponierte und erschaffene festliche Barockmusik, das "Prunkstück" der klassischen Musik, klingt bereits sehr authentisch. Aber ein Fehler im Prompt und nichts stimmt mehr. Prompts sollte man hüten wie einen Schatz.

Ich halte das für einen Kulturschock, denn wer kann heute noch im Stil von Bach, Vivaldi, Händel, Telemann (Hochbarock) oder Salieri (Spätbarock) komponieren? Man möge mir nachsehen dass ich nur die komprimierte MP3 hochgeladen habe, die WAV-Datei klänge natürlich besser.

 
Zuletzt bearbeitet:
Für dieses Cover bekam ich drei Verwarnungen wegen des Inhalts! Microsoft lehnte es ganz ab und YouTube ließ es dann doch noch passieren. Prüdes Amerika!

 
Ein kleiner Nachtrag:

Ich kann mit einem Prompt die Kleidung verändern und die
Charaktere beibehalten. Das ist für Videos eminent wichtig, weil ich die Bilder als Ausgangsframe dafür verwenden kann. Bei Musikvideos muss man aber auf strengste Lippensynchronizität achten, damit es halbwegs authentisch wirkt. Noch ist das etwas kostspielig, manche verbrennen damit richtig viel Geld, denn Videoerstellung und YouTube-Promotion mit garantierten Klickzahlen bringen den meisten nur ein Taschengeld ein.

 
Zuletzt bearbeitet:
Ein ganz spannendes Thema ist das Veröffentlichen ein und des selben Songs in mehreren Sprachen. Schon vor geraumer Zeit haben wir diesen Song arrangiert, der stilistisch an die 70er und insbesondere an Bands wie ABBA erinnert. Dass man so etwas auch heute noch produzieren kann ist schon mal eine gute Nachricht.


Mit einem völlig anderen Arrangement kommt der gleiche Song daher, für den ich mal schnell einen deutschen Text geschrieben habe, der hoffentlich halbwegs hinkommt.

Ihr erinnert euch: Es gab mal eine Zeit, in der im Musikgeschäft fast konsequent mehrgleisig gefahren wurde und in der Original-Pop-Songs entweder vom selben Interpreten oder von anderen Künstlern in anderen Sprachen und gleicher Qualität gecovert wurden. Das ganze Oeuvre von ABBA auf Deutsch? Hierzulande sicher ein reizvoller Gedanke.

 
Zuletzt bearbeitet:
ABBA hat niemals 174 BPM produziert. Und deutschsprachige Hits mit diesem Tempo hat es niemals* gegeben. Ich vermute, Du bist da (leider) viel zu sehr von amerikanischen Hits beeinflusst.


* jedenfalls nicht 1970 - 2000
 
Sehr interessant. Aber das ist doch ein typisches Schlager-Arrangement, wie es damals üblich war. Man setzte in den 70ern doch auch verstärkt auf Disco-Rhythmen.

 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist bestenfalls Jive im strickten Tanzrhythmus (42–44 Takte pro Minute), aber kein hittaugliches Schlagerarrangement à la 70er. "Disco-Rhythmen" der 70er liegen zwischen 120 und 130 BPM.
 
Dieses Genre sollte im Radio stärker berücksichtigt werden: Beautiful Instrumentals, entspannende Instrumentalmusik, eventuell kombiniert mit Filmmusik oder Klassik-Pop. Die Formel schoss mir durch den Kopf, als ich tolle Film- und Fernseh-Soundtracks von Hans Hammerschmid, Paul Mauriat, John Barry und Martin Böttcher hŏrte.


Der Vintage-Sound kommt nicht von ungefähr. Er verleiht der Musik eine angenehme Patina.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Klangbild vergangener Zeiten originalgetreu bzw. authentisch zu imitieren ist aus meiner Sicht eine große Kunst, denn in den meisten Fällen klingt es zu modern, zu synthetisch, zu clean oder einfach nur nach einem typischen KI-Arrangement. Zufällig bin ich auf dieses Video gestoßen. Welche Rolle die KI tatsächlich spielt, darüber schweigt man sich aus, es ist von "using state-of-the-art technology" die Rede. Ob mit einem gewissen orchestralen Aufwand in einem großen Studio produziert wird, ist fraglich.

Überzeugend finde ich den wirklich gut gemachten 70er-Disco-KI-Sound im folgenden Link.
 
In meinem letzten Posting sind es eher die 60er- und frühen 70er-Jahre.

Ich habe einen Experten gefragt und er meinte es handelt sich um stilistische Einflüsse von Bert Kaempfert, Ray Conniff und James Last. Damals folgten wohl alle Orchester im Easy-Listening-Bereich ähnlichen Mustern, auch Hammerschmid, Mauriat und in gewisser Weise natürlich auch Mantovani.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben