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Musik (und anderes) von der KI

Das Produzieren mit KI ist zukünftig von menschlichen Ideen genau so abhängig wie seinerzeit die Ideen für ein stimmiges, originelles, einmaliges (?) und sympathisches Arrangement. Damals wurde der "Arrangeur" beschäftigt, nicht nur die Partitur und die Einzelstimmen für die Studiomusiker zu erstellen, sondern eben auch dafür, das magere Klavier-, Gitarren- oder Pfeif-Demo des Komponisten in ein orchestrales Werk zu verwandeln. Oftmals waren die Einfälle der Arrangeure mehr für den Erfolg verantwortlich als die Komposition selbst.

Heute braucht es den Menschen, der KI die richtigen Prompts aufzutragen, das "richtige" Arrangement zu liefern. Wer da als Mensch nicht das nicht das richtige Gefühl hat, nicht den richtigen "Bauch" für die Konsumenten-Tauglichkeit des Ergebnisses, wird auch die Vorschläge der KI nicht effizient selektieren können.

Wir sehen es an den vielen beeindruckenden KI-Hörbeispielen u.a. von @ricochet, die alle aber eins vermissen lassen: die Hitpotenz sowohl für den aktuellen deutschen Musikmarkt als auch eine angenommene, für die damalige Zeit vermutete Hitpotenz der Retro-Beispiele im Country-, Pop-, Rock-, Schlager-, Instrumental- oder Disco-Bereich.
 
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Was verstehst du unter Hitpotenz? Das ist doch rein subjektiv. Es sind schon viel schwächere Sachen Nr. 1 geworden, als die KI ausspuckt. Weil eben nicht sein kann was nicht sein darf.
 
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Zwiegespräch hier.

Was verstehst du unter Hitpotenz? Das ist doch rein subjektiv.
Ja, das ist es. Muss es auch sein. Und wenn es denn ein Erfolg wird, ist der aber rein objektiv feststellbar.
Das ist seit Jahrzehnten die Kunst im Musikgeschäft. Laien beurteilen - und immer ausgesprochen subjektiv - was schwach sei oder nicht. Egal. Beim Musikgeschäft zählt allein der Erfolg. Ihn zu erzielen ist die wahre Kunst aller Musikschaffenden. Ihn zu erkennen, maße ich mir bescheiden sogar an. Es gibt keine Hitrezeptur am Reißbrett.
 
Es gibt ja im Grunde zwei Arten, generative KI zu benutzen, und zwar einmal als kreatives Tool, aber auf der anderen Seite als billige Bullshit-Maschine mit dem einzigen Zweck, Geld über Klickraten einzunehmen. Ich sah die Tage eine interessante Doku auf arte zu dem Thema:


Praktisch zeitgleich bemerkte ich merkwürdige Musikvideos von Ed Sheeran auf YouTube und mir wurde schlagartig klar, dass es sich dabei um genau solchen "Slop" handelt, wie er in der Doku beschrieben wird, also automatisiert generierten AI Fake. Hier ist so ein Kanal, alle Videos darin stammen aus den vergangenen zwei Wochen:


Alles nur Schrott, von Trittbrettfahrern, die sich an den großen Namen bereichern. Auch Spotify wird wohl zunehmend von Slop geflutet, und dort wird es wohl noch nicht mal entsprechend gekennzeichnet. Alles wird nun mit diesem Abfall geflutet, und Google kommt aktuell wohl nicht gut damit klar, den ganzen KI Müll als solchen zu erkennen. Das finde ich tatsächlich eine sehr beunruhigende Entwicklung...

Im Cartoon-Bereich gibt es das übrigens auch, es tauchen in letzter Zeit massenhaft von KI nachgezeichnet Plagiate erfolgreicher Cartoons auf. Unschönst für alle, die aktuell noch versuchen, vom Zeichnen zu leben.
 
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Die Vorgehensweise ist immer die gleiche. Die Kanalbetreiber lassen sich von KI-Videogeneratoren ansprechende Clipserien erstellen, die sie dann mit einfach geprompteter, in Massen produzierter Musik unterlegen, die sie nicht ein einziges Mal probegehört haben.

Dann werden massenwirksame Titel und SEO-taugliche Meta-Tags erstellt und KI-generierte Inhaltsbeschreibungen eingefügt. Am Ende kauft man für teures Geld Reichweite bei YouTube, die viele Klicks garantiert. Wenn die Rendite bei 5% liegt hat man Glück gehabt, aber Agenturen im Multimedia-Bereich brauchen dringend Einnahmen, da darf man bei der Wahl der Mittel nicht wählerisch sein.

Die "Künstlerische Intelligenz" kostet Kreative jede Menge Aufträge und wird aus der Not heraus zur Einnahmequelle umfunktioniert.

HIER EIN TYPISCHES BEISPIEL
 
Gelungen. Es wird aber schwierig zu beweisen sein, dass die KI tatsächlich bei Dolly Parton trainiert hat.

Nein, jetzt weiß ich an wen mich der Sound erinnert. An den traditionalistischeren Country-Style der 80er, insbesondere Highway 101 und Paulette Carlson, aber auch an die Desert Rose Band. 75% der 80er waren ja Country-Pop, Pop mit ein paar hoch gepitchten Gitarren.

KLICK MICH
 
Diese neue Produktion heißt "Mountain Symphony" und umfasst entspannende Musik für die Feiertage mit E-Gitarren und üppigem Orchestersound. Frohe Weihnachten und schöne Feiertage so weit möglich!

 
Auf nobleren Silvester-Bällen sind ja wieder nostalgische Klänge angesagt.

Das ist eine Musik, die garantiert niemand mehr macht. Viel zu teuer, viel zu viel Arbeit. Mit KI lässt sie sich am Fließband produzieren, das Radio-Tanzcafé lässt grüßen. Aber seien wir ehrlich: So was übersteigt heutzutage sogar die Möglichkeiten der großen Rundfunkorchester.

 
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Es war immer sehr schwer typisch deutsche Arrangements zu erstellen, insbesondere im Bereich der volkstümlichen Musik. Der moderne volkstümliche Partysound wird insbesondere verkörpert durch die Klostertaler und neuerdings vor allem durch den voXXclub. Mittlerweile wissen wir auch wie (höherwertige) volkstümliche Schlager und Oberkrainer-Arrangements erstellt werden müssen, was sehr lang gedauert hat. Sie sind vom Original nicht zu unterscheiden, was mich selbst sehr erstaunt hat und Serienproduktionen in kürzester Zeit ermöglicht.

 
Wende ich nun die schon früher entwickelten "Alpendisco"-Formeln an bekomme ich völlig andere Ergebnisse - rockiger, aber dennoch Pop-adäquat und sehr tanzbar. Was wir können, können die Pop-Gurus natürlich auch, wenn auch jeder nach anderen Rezepten kocht. Denkt daran wenn die nächsten Singles ins Haus flattern... Die erste Version ist dezenter, die zweite hat mehr Drive.

 
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Zu guter Letzt noch eine tanzbare Après-Ski-Version, die mir am besten gefällt. Sie hat einen treibenden Beat und vollzieht zur Halbzeit einen radikalen Stilwechsel. Ist das nun Schlager, Pop, Rock oder Volksmusik? Egal.

 
Könnt ihr euch noch an die volkstümlichen Schlagermelodien der 80er- und 90er-Jahre erinnern? Die kann man auch sinfonisch produzieren.


Da vermeint man doch an manchen Stellen den Walter Scholz herauszuhören...

Was da wohl der Hans R. Beierlein sagen würde...
 
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Solche extravaganten Stilkreationen sind auf konventionellem Weg heute fast nicht mehr möglich, weil Orchester fast nur noch Altbekanntes neu aufwärmen. Diese Nummer wäre ein schöner Revue-Opener oder eine schmissige Tanzeinlage:

 
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Egal ob Plakate, Plattencovers, Poster oder Illustrationen aller Art - Grafiker sind um ihren Job derzeit nicht zu beneiden: In ihrem Gewerbe hat die KI faktisch alle klassischen Aufgabenbereiche übernommen. Andererseits kann ein 1-Mann- oder Frau-Betrieb heute Kampagnen fahren, für die man früher eine ganze Truppe benötigt hätte.
 

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Ich habe wieder mit Fusion-Music vom Alpenbogen bis nach Lateinamerika experimentiert und ihr werdet zugeben müssen dass hier niemand mehr merkt dass es sich um KI-Musik handelt. Man kann zu solchen Tracks leicht Vokalspuren hinzufügen und so innovative Songs für echte Sänger(innen) basteln, ganz ohne Band oder Kapelle.

Einfach den Gesang aufnehmen, nach Belieben bearbeiten und in einer KI-Workstation (DAW) mit der Instrumentalspur vereinigen. Die unvermeidlichen, bisher sehr schwer zu handhabenden Diskrepanzen werden automatisch bereinigt. Eine hochwertige Platte ist so schnell eingespielt, denn bei Party- und Disco-Songs sind die Texte zweitrangig und müssen sich noch nicht einmal zwingend reimen. So kann man die ganze Aufmerksamkeit der Musik widmen.

 
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Interessant sind die Variationsmöglichkeiten mit verschiedenen Stilprompts. Wandle ich die Formel minimal ab klingt das Ergebnis wie Santiano, allerdings mit mehr Power:


Das hier ist die Rave-Version von DJ Fieberrausch


So wird es wieder volkstümlicher, aber völlig abgefahren:


Wohlgemerkt: Das sind nur Stilvorlagen, die ich mit jeder Melodie kombinieren kann. Beim üblichen Fernseh-Playback merkt kein Mensch dass das reiner PC-Output ist.
 
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