• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

NDR2 - Einfach mehr Auswahl?

Einen so belanglosen Laberfunk wird niemand vermissen.
Der ÖR schafft sich schon selbt ab. Die grundsätzliche Frage - abseits dieses Forums - lautet doch: Was geht verloren, wenn ein Programm wie NDR2, oder SWR1 etc. nicht mehr sendet? Eine moderierte Playlist, mit ein wenig Boulevard, Pop-Klatsch und auch sonst Überflüssigem?

Wie will man denn mit einem solchen Magerangebot auch nur einen einzigen Cent an Gebühren rechtfertigen? Indem man auf die neuen tollen Angebote in der digitalen Mediathek verweist?

Und nein, es reicht nicht, die Musik ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten. Dadurch wird aus einer Playlist noch lange nicht (wieder) eine Radioprogramm.
 
Du machst den grundlegenden Fehler, den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf die Unterhaltungsprogramme einzelner Sender zu reduzieren. Wer fragt, wie sich die Rundfunkgebühren rechtfertigen lassen, wenn SWR1 oder NDR2 wegfielen, übersieht den eigentlichen journalistischen Kernauftrag des Systems. Was ohne den ÖRR tatsächlich verloren ginge, ist ein weltweites Netz an unabhängigen Auslandskorrespondenten, aufwendiger investigativer Journalismus, fundierte und werbefreie Regionalberichterstattung sowie tiefgründige Informationssender wie der Deutschlandfunk – Angebote, die der private Markt in dieser Form schlicht nicht profitabel abbilden kann.
Auch der Verweis auf die Mediatheken und Audiotheken ist keine Ausrede für ein vermeintliches Magerangebot, sondern die zwingende Antwort auf ein verändertes Mediennutzungsverhalten. Komplexe Dokumentationen, Reportagen und Podcasts finden heute genau dort statt, weil die Menschen sie gezielt auf Abruf konsumieren. Man kann in der aktuellen Debatte durchaus über Strukturreformen, Zusammenlegungen und Einsparungen streiten. Aber die Existenzberechtigung allein anhand der Musikauswahl und Moderation zweier Sender infrage zu stellen, ist so, als wolle man eine komplette Bibliothek schließen, nur weil einem die Zeitschriften im Eingangsbereich nicht gefallen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Würde man das Feld komplett den Privatsendern überlassen, käme die Frage nach der Legitimation der Rundfunkbeitragspflicht.
Der Rundfunkauftrag sagt NULL und NICHTS über Quoten aus. Aber Quoten beweisen z.B., dass das private Radio durchaus erfolgreich sein kann.

Dudelt das ÖR-Radio keine Hits mehr, wäre das nicht zu beanstanden. Selbst der Begriff Unterhaltung kann völlig anders gedeutet werden: Anspruchsvolle Unterhaltung hätte wahrscheinlich weniger als nichts mit den langweiligen Oldie-/Hit- oder sonstigen Programmen zu tun, auf die sich der ÖR in weiten Teilen zurückgezogen hat.

Wir brauchen, in aller Klarheit, einen ÖR, der informiert, berichtet, aufklärt usw. Alles andere ist Beiwerk, egal mit welcher Quote.
 
@gasthörer
Deine Logik bestehe ich nicht. Also darf der ÖRR an der Mehrheit der Beitragszahler vorbeisenden? Gezahlt werden muss trotzdem?

Ich habe nichts gegen anspruchsvolle Unterhaltung. Nur hat der Start der Privatradios gezeigt, dass streng formatierte Programme den größten Erfolg haben.
 
Deine Logik bestehe ich nicht. Also darf der ÖRR an der Mehrheit der Beitragszahler vorbeisenden? Gezahlt werden muss trotzdem?
Meine Logik basiert auf dem Auftrag des ÖRs: und der besteht nicht darin, maximale Unterhaltung zu liefern um bestmögliche Quoten zu erreichen.
Dass gute Quoten durchaus im Eigeninteresse liegen, ist klar: Schliesslich will man ja Werbesekunden verkaufen.

Was passiert, wenn es nur noch um Popularität geht, ist überall sichtbar. Nicht nur bei den schönsten Oldies oder größten Hits - mehr noch im TV: Wenn sich der ÖR Waschpulversendern annähert und nur noch alberne Pärchen-, Koch- oder Musikshows veranstaltet, unterbrochen von US-Billigserien. Alles populär. Bringt alles Quote.

Flache Unterhaltung gibt es bei den Privaten. Niveauloses Dauergedudel brauchen wir im ÖR nicht. Selbst wenn viele zuhören.
 
Hier mal im Vergleich zu heute dass NDR 2 - Programm aus der HÖRZU vom 22.2.1969 (57 Jahre ist das her). Das sich Radioprogramme im Laufe der Zeit verändern ist unbenommen, dass aus NDR 2 aber mal so ein Dudler wird hätte ich nie erwartet.
Ich bin schon über 65 und kann mich daher an die Zeit erinnern. Ich weiß nicht dass mich NDR 2 damals nicht vom Hocker gerissen hat (einige der wenigen Ausnahmen war die "Internationale Hitaparade").
Im Vergleich zur Programmauswahl zu heute war das Angebot damals mehr dürftig. Im Helmstedter Raum direkt an der Zonengrenze gab es neben NDR 1 bis NDR 3 nur BFBS, den DLF (auf Mittelwelle), die Sender aus der DDR und in mono h1, hr 2 und hr3.
Trotzdem wünsche ich mir manchmal das NDR 2 in einigen Teilen so klingt wie früher.
 

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dass aus NDR 2 aber mal so ein Dudler wird hätte ich nie erwartet.
Dass lässt sich heute über fast alle Programme sagen.

Ein paar Reste hat man noch für die Kulturprogrammeund die Infowellen aufgehoben.

Alle anderen Programme sind im Grunde überflüssig geworden - weil sie keine wirkliche Substanz mehr beinhalten.

Aber sie werden vielerorts gerne gehört. Spiel dem Hörer seine Lieblingsmusik, und er ist zufrieden! Mehr braucht man nicht, mehr gibt es nicht.
 
Die Quote zeigt, dass die Mehrheit der Gebührenzahler ein Programm wie NDR 2 hören will.
Bist du sicher? Nach den MA Zahlen hat NDR ca. 2,4 Millionen Hörer in der Durchschnittsstunde. Das Sendegebiet umfasst aber ca. 14 Millionen Einwohner, wovon sicherlich ein Großteil Gebührenzahler sind. Also eine "Mehrheit" sehe ich da jetzt nicht. Außerdem bedeutet das noch lange nicht, dass alle die NDR 2 hören auch damit zufrieden sind. Es wird bestimmt oft auch aus Gewohnheit und mangels (besserer) Alternativen eingeschaltet.
 
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