Öffentliche Beschallung mit Radioprogrammen (z.B. in Berliner U-Bahnhöfen)


s.matze

Gesperrter Benutzer
Ich lese hier gerade rechts auf dr Seite bei dem Newsticker, dass die BVG in Berlin neuerdings ihre U-Bahnhöfe mit dem Prorgamm von Klassikradio beschallt. Ein richtig misslungener und ganz übler Marketinggag, wie ich finde.

In Hamburg (dem Stammsendegebiet von Klassikradio) wurden die Bahnhöfe und U-Bahnstationen jahrelang mit klassischer Musik beschallt, um die Obdachlosen zu vertreiben. In einer Lautstärke, dass man schon beim Benutzen der Rolltreppe einen Tinitus bekam.

Übrigens auch in vielen anderen Städten eine "beliebte" und "effiziente" Methode, um ungewollte Besucher fernzuhalten


Auch in Berlin gab es das schon:

"Der Deutsche Musikrat wendete sich gegen den Versuch der Deutschen Bahn, auf einem Berliner S-Bahnhof Obdachlose und andere dort unerwünschte Menschen mittels Dauerbeschallung zu vertreiben"


Was treibt die Leute von der BVG und insbesondere bei Klassikradio an, zu derartig schmutzigen PR-Aktionen zu greifen? Ekelerregend.
 

Tatanael

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Das Pilotprojekt wird nicht mit dem Programm von Klassikradio selbt bespielt, sondern mit vier verschiedenen Musikrichtungen zusammengestellt von Klassikradio in vier U-Bahnstationen:


Der erste Berufsempörte hat sich erwartungsgemäß schon gleich gemeldet.
 
In Leipzig am Hauptbahnhof nicht anders. Obs dort ebenfalls von Klassik Radio kommt, keine Ahnung. Funktionieren tut es nicht wirklich. Die Obachlosen sind so oder so trotzdem da. Wo sollen sie sonst auch hin? Glaube kaum, dass die in den direkt nebenan stattfindenden gefährlichen Großstadtverkehr flüchten möchten.

Warum probieren die nicht Beats Radio aus?
So wird deren 2. Programm vielleicht mal bisschen bekannter. Und so ne loungige Untermalung würde meiner Meinung nach viel besser passen. Klassische Musik taugt da eher weniger, da emotional oft zu sehr berührend.
 
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Sieber

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Kann die BVG (oder die Hochbahn in HH) ja gleich sich wiederholende Werbeblöcke ausstrahlen. Angepasst an die Zugfolge.
Ich empfinde es als Zumutung in einem U-Bahnhof musikalisch beschallt zu werden.
In M ist es bei der MVG am Königsplatz und Münchner Freiheit der Fall. Ersterer schon seit Ewigkeiten. Jeweils mit Klassik (aber wohl ohne Kooperation mit Klassik Radio).
 

s.matze

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Jeder Mensch, der schon einmal an einem Bahnhof einer Großstadt war, verbindet "klassische Musik" als reine politisch-willkürliche Vergrämungsmaßnahme ggü. "unerwünschten" Personen. Die Verbindung "Klassik" und "Bahnhof" ist unterschwellig negativ besetzt bei den Menschen.

Das kann aber jemand, der in Augsburg in seinem Elfenbeinturm sitzt und nie unter Leute geht, natürlich nicht wissen.

Daher: Komplett daneben diese Aktion. Die BVG müsste es besser wissen, nach entsprechenden Aktionen in zahlreichen deutschen Städten. Und Klassikradio sollte sich dafür nicht missbrauchen lassen.

Da reicht ein technischer Defekt und schon dröhnen Brahms und Beethoven durch die Tunnelsysteme. Der ÖPNV ist ein Bestandteil der öffentlichen Daseinsfürsorge und wird von uns allen (mehr oder weniger unfreiwillig) mitbezahlt. Eine Zwangsbeschallung ist daher nicht nur unangebracht sondern auch unerwünscht. Reine Stromverschwendung in diesen Zeiten.
 
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CosmicKaizer

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nochmal kurz zum Thema Klassikradio bei der BVG. Laut rbb24 geht es nicht um die Verdrängung Obdachloser. Zitat rbb24:

"BVG: Keine Maßnahme gegen Obdachlose
Ziel sei nicht, so ein BVG-Sprecher auf Nachfrage des rbb, damit bestimmte Menschengruppen wie Obdachlose oder Drogenabhängige aus den Bahnhöfen zu vergraulen. Die BVG wolle die Aufenthaltsqualität der Bahnhöfe verbessern, unter Berücksichtigung der speziellen Architektur. Zudem erklinge die Musik nur auf den Bahnsteigen, wo Zugverkehr herrscht, und sei im Hintergrund kaum wahrnehmbar."

Liebe BVG, warum muss überhaupt irgendetwas im Hintergrund dudeln, wenn es kaum wahrnehmbar ist? Guckt lieber, dass ihr das Graffiti-Problem in den Griff bekommt und U-Bahnen nicht mehr komplett beschmiert werden!

Kann Extra 3 mal vorbeikommen für den "Irrsinn der Woche"?

 

TS2010

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Ich lese hier gerade rechts auf dr Seite bei dem Newsticker, dass die BVG in Berlin neuerdings ihre U-Bahnhöfe mit dem Prorgamm von Klassikradio beschallt. Ein richtig misslungener und ganz übler Marketinggag, wie ich finde.

In Hamburg (dem Stammsendegebiet von Klassikradio) wurden die Bahnhöfe und U-Bahnstationen jahrelang mit klassischer Musik beschallt, um die Obdachlosen zu vertreiben. In einer Lautstärke, dass man schon beim Benutzen der Rolltreppe einen Tinitus bekam.

Übrigens auch in vielen anderen Städten eine "beliebte" und "effiziente" Methode, um ungewollte Besucher fernzuhalten
Ich bezweifle mal ganz stark, dass die BVG mit dieser Aktion unerwünschte Personen aus den Bahnhöfen vertreiben möchte. Bei den Testbahnhöfen handelt es sich nun nicht gerade um kriminalitätsbelastete Brennpunkte, eher das Gegenteil ist der Fall.
 

s.matze

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Wer sich das mit der Musik im Bahnhof ausgedacht hat, die zwar Stromkosten verursacht, aber angesichts von Verkehrslärm und Durchsagen im Sekundentakt gar nicht wahrgenommen wird, verdient eine Auszeichnung als Mitarbeiter des Monats. Ganz, ganz großes Kino! Auf solche Ideen kann man auch nur in Berlin kommen. Genau wie damals die Kinofilme an den Wänden im U-Bahn-Tunnel, die während der Fahrt an den Fenstern durchlaufen.
 
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Tatanael

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Bei dem ständigen Verkehrlärm der U-Bahnen, die alle paar Minuten fahren (meistens in diesen Teststationen kommen alle 5 Minuten U-Bahnen aus beiden Richtungen, dazwischen nichts) , verursacht es kaum Stromkosten, wird die Musik doch immer bei Durchsagen unterbrochen " die im Sekundentakt" kommen.
Hätten sie mal doch mal jemanden gefragt, der sich auskennt. s.matze ist so einer.
 

s.matze

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Hätten sie mal doch mal jemanden gefragt, der sich auskennt
Es hätte ja schon gereicht, wenn die verantwortlichen Anzugträger mal für einen Tag auf ihre Limousine verzichtet hätten und sich stattdessen ins wahre Leben stürzen und mit der Berliner U-Bahn fahren. Dann hätten sie auch mitbekommen, dass diese Aktion schlichtweg purer Unsinn ist, weil alle paar Minuten irgendein Getröte (Streik, Bauarbeiten, Verbote) aus dem Lautsprecher kommt.

Aber wenn man soweit weg von der Lebenswirklichkeit der Menschen lebt, kann man das nicht wissen. U-Bahnhöfe haben es generell an sich, dass es dort laut und zugig (buchstäblich, durch die Sogwirkung) ist und man sich dort nicht länger als unbedingt nötig, im Durchschnitt 2 Minuten, aufhält. Der Bahnsteig füllt sich etwa 1 Minute vor Ankunft des Zuges und leert sich 1 Minute nach Abfahrt.

In 2 Minuten schaffst du nicht mal eine Arie. Und wenn das so leise ist, dass das sowieso keiner hört, kann man es auch gleich bleiben lassen. Oder wird hier nur irgendetwas gemacht, um Aktionismus vorzutäuschen, nach dem Motto: "Wir verbessern Ihre Aufenthaltsqualität".?

Seltsam auch, dass man vorher nicht auf die Idee gekommen ist, Menschen, die diese Form der Musik als Vergrämungsmaßnahme gegenüber Wohnsitzlosen und Rauschgiftabhängigen aus anderen Städten kennen, könnten möglicherweise negative Emotionen gegenüber dieser Aktion entwickeln?

In der Tat schon traurig, dass ich als normaler Hörer erst darauf hinweisen muss. Mit sowas befasst man sich eigentlich vorher, bevor man auf so einen Unsinn kommt.
 
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Sieber

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Da bist du aber wohl schon länger nicht mehr an einem U-Bahnsteig gestanden. Es gibt Stationen da halten 2 Linien. Und die fahren in jede Richtung meist versetzt.
 

s.matze

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Umso lauter wird es durch ein- und ausfahrende Züge. Ist am Jungfernstieg in HH auch der Fall.
 

kwegener

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Dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu: ich bin auch gegen eine Zwangsbeschallung in (U-)Bahnhöfen, Supermärkten, Aufzügen etc. und finde dieses eigentlich eine Zumutung, da man selbst entscheiden sollte, ob man Musik hören möchte oder nicht.

Wenn aber denn schon zwangsbeschallt wird, hätte man doch das gleich Programm von Klassik Radio selbst hernehmen können. Somit hätte man vielleicht etwas "Werbung" für dieses Programm im Speziellen und für das Medium Radio im Allgemeinen gemacht. Anstatt dafür jetzt speziell kuratierte Programme zusammenzustellen, das finde ich übertrieben. Alternativ hätte man ja auch einen Repeater für die 101,3 MHz im U-Bahnhof installieren können. Das hätte niemanden gestört und wer es hören möchte, braucht nur ein kleines Radio... ;) Das fände ich besser als eine akustische NF Zwangsbeschallung, welche doch irgendwie an Nordkorea erinnert, wo man mit akustischer NF Zwangsbeschallung arbeitet.

In Frankreich, erinnere ich mich dunkel mal irgendwo gelesen zu haben, wird an einigen Straßenbahnhaltestellen FIP gespielt.
 
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s.matze

Gesperrter Benutzer
Themeneröffner
einen Repeater für die 101,3 MHz im U-Bahnhof installieren
Du wirst lachen, aber sowas gab es vor vielen Jahren in Jütland auf den Strecken von "Arriva" (DB-Tochter!). Dort wurden (außen) an und in den Zügen solche Repeater für ein Radioprogramm installiert, die dieses auf 90,7 MHz im Fahrgastinnenraum sowie im Bahnhofsbereich verbreiten. Dummerweise hatte man zuvor nicht in die Frequenzlisten geschaut und so war der Empfang permanent durch den Grundnetzsender von Danmarks Radio gestört, der auch auf 90,7 sendet. Daher hat man das recht bald wieder bleiben lassen...

Wenn schon, hätte sich doch BEATS RADIO angeboten! Als DAB-Promo sozusagen. Das ist auch Musik, die weit weniger polarisiert als Streicher und Sonaten oder Montette und Kantaten. Und was noch viel wichtiger ist: BEATS RADIO ist ein Prorgamm aus dem Hause KlassikRadio.
 
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CosmicKaizer

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BVG. Weil wir Dich lieben.

Ist doch schön, wenn man gerade der Zwangsbeschallung IN der Bahn gerade entkommen ist und die Geräuschkulisse nahtlos weitergeht. Wir brauchen in Großstädten dringend mehr Lärm!
 
Ich lese hier gerade rechts auf dr Seite bei dem Newsticker, dass die BVG in Berlin neuerdings ihre U-Bahnhöfe mit dem Prorgamm von Klassikradio beschallt. Ein richtig misslungener und ganz übler Marketinggag, wie ich finde.

Auch in Berlin gab es das schon:

Was treibt die Leute von der BVG und insbesondere bei Klassikradio an, zu derartig schmutzigen PR-Aktionen zu greifen? Ekelerregend.
Das ist kein "Marketing-Gag" von br-klassik oder Klassikradio. sondern ein Versuch, Personen vor Suizid zu schützen, wenn die U-Bahn nicht pünktlich kommt. In bayerischen Großstädten bereits gang und gäbe.
Diese Meldung kam heute früh auch auf anderen Berliner Stationen. Zum Beispiel beim Klassiksender 104 6 RTL.
 
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thorr

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In der Tat schon traurig, dass ich als normaler Hörer erst darauf hinweisen muss. Mit sowas befasst man sich eigentlich vorher, bevor man auf so einen Unsinn kommt.
Vielleicht handelt es sich bei deiner Meinung aber auch nicht um die eines "normalen Hörers", sondern um eine singuläre Meinung und hat daher im Vorfeld der Aktion keine Rolle gespielt? Ist ja nett gemeint, aber ich denke nicht, dass die Verantwortlichen "Hinweise" von dir benötigen.
 
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s.matze

Gesperrter Benutzer
Themeneröffner
ein Versuch, Personen vor Suizid zu schützen, wenn die U-Bahn nicht pünktlich kommt
Ich grüble noch, ob du das ernst meinst? Es wäre schlimm, wenn dies so wäre (also offizielle Begründung).

ich denke nicht, dass die Verantwortlichen "Hinweise" von dir benötigen.
Stimmt, sie wisssen es alle besser und hinterher wundern sie sich, dass ihre tolle Aktion so gar nicht ankommt und total durchfällt und können den Schietsturm gar nicht verstehen....😕
 
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Dann grüble mal weiter. Ich weiß nicht, was daran lustig Ist?

Einen Aircheck habe ich für dich nicht. Beim nächsten Mal vielleicht selber reinhören, anstatt Belege einzufordern.

Ich höre nicht für dich gleichzeitig Radio mit.
 
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Na, so ne schöne Untermalung mit solcher Musik könnte durchaus ankommen. Das ist genau die Musik, die auch häufig an diversen Ständen und in Bars läuft, passt also auch perfekt ins Umfeld eines Hauptbahnhofs. Ich würde diese Art Beschallung dann aber vorzugsweise im Bereich der Einkaufspassagen einsetzen, wo es ja viele in den Bahnhöfen gibt.
Ich höre nicht für dich gleichzeitig Radio mit.
Hat das jemals irgendwer von dir verlangt? Nein. Du hast zwar auf @s.matze reagiert, allerdings hast du diesen Satz auch schon mal bei mir gebracht, deshalb melde ich mich diesbezüglich zu Wort.
 
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