Philips - und andere ehemalige Qualitätsmarken

Mein TechniSat-Radio hat nach fast 4 Jahren Verwendung auch einige Gebrauchsspuren sowie einen Wackelkontakt, wenn man das Gerät an einer Stelle berührt, startet es manchmal neu - und das seit Sommer 2022. Ist aber nicht nervig. Kommt aber auch darauf an, wo und wie man es verwendet.
 
Früher, also zu Zeiten vor dem Mauerfall, waren solche Geräte unzerstörbar. Heutzutage ist man ja schon froh, wenn es beim Auspacken nicht defekt ist.
 
Also ich kann mal ein kleines Update bezüglich meinem Technisat Car 1 bringen.
So ein paar Positive Sachen:
Das Zubehör das mitgeliefert wird ist gut.
Der Empfang von DAB+ (in Ba-Wü und der Grenzregion von RLP und Hessen) ist auch ganz gut. Selten Aussetzer damit gehabt. Allerdings finde ich halt die ersten Macken.
Der Drehregler ist halt echt nicht der beste. Er fühlt sich schwammig an.
Befestigt man das Radio mit der Lüfter Befestigung kann das je nach Auto eine richtig Wacklige Geschichte werden.
Die Freisprech Qualität ist auch eher so naja für beide Seiten.
Man kann ja mit einer SD Karte MP3 hören aber WAS HABEN DIE SICH GEDACHT? Das Ding liest keine ID Tags aus. Hat man ein Radio mit Radio Text Support steht halt die wievielte MP3 in der Liste es ist und der Dateiname.
Auch scheint der manchmal Probleme zu haben die MP3 richtig zu laden. Weiß nicht ob es an zu hohen Bitraten liegt, der Speicherkarte von der das Gerät nicht schnell genug lesen kann oder das Gerät selber Probleme hat schnell zu lesen.
Ich glaub auch das Radio mag nicht wenn es über 100 Sender empfangen kann. Zumindest beim Zappen kann es dann vorkommen das es sagt: List Full und es geht für Minuten nichts mehr
Was ich also als Fazit sagen kann, wenn man DAB+ im Radio nachrüsten will ohne das alte Radio auszubauen (weil man es vielleicht nicht kann) ist es zumindest noch eine Überlegung wert. Aber als Dauerhafte Lösung sehe ich da eher schwarz.
 
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Was das angeht hatte ich bei einem Familienmitglied vor einiger Zeit auch das Problem. Die Person wollte erstens MDR Klassik empfangen und war zweitens mit dem UKW Tuner in ihrem Auto mehr als unzufrieden. Selbst nahe Grundnetzsender rauschen da sehr stark und das AF reagiert sehr zäh.
Aber darum soll jetzt nicht gehen.
Wir hatten erst eine Auto Lösung von Pure bestellt, die ähnlich aufgebaut war, wie dein TechnSat-Radio, nur ohne Drehregler. Allerdings waren die Empfangseigenschaften dieses Teils, mehr als enttäuschend, denn es empfing schlichtweg NICHTS. Egal was wir machten, das Teil brachte keinen dauerhaften Ton herraus, maximal Audiofetzen waren möglich. Also unbrauchbar.
Dann kam ich auf die Idee, mein altes Digitradio 100 zu spendieren. Dies pappte ich mittels Panzertape ganz einfach auf die Mitte des Amaturenbrettes, sodass es auch schön fest sitzt. Stromversorgung erfolgt über USB 5V via Zigarettenazünder und der Ton gelangt über AUX ins Werksradio. Bedienung geht ganz einfach über die Fernbedienung.
Der Empfang ist hier in der Region Leipzig auch sehr ordentlich, das einzige Manko ist das Umschalten zwischen den 3 MDR Muxen, wenn es mal etwas weiter weg geht. Das Teil schaltet wirklich erst dann um, wenn auf dem bisherigen Mux wirklich absolut kein Signal mehr kommt. Das ist gerade bei solchen Sendern, die "überall und nirgends" gehen relativ problematisch, die sind nie richtig weg, reichen aber auch nicht für volles Audio aus. So hängt es dann mitten in Thüringen trotzdem noch auf dem MDR Sachsen Kanal fest. Abhilfe ist da nur manuelle Umschaltung auf 8B Thüringen (die aber sehr umständlich ist).
Auch mit der Antennenkostruktion sind wir noch nicht ganz zufrieden, können im Auto allerdings auch nichts ordentliches verbauen, da sonst zu viel Kabel im Weg wären (die Antenne liegt horizontal neben dem Radio auf der Beifahrerseite des Amaturenbretts).
Hat da vielleicht jemand eine Idee, auf was ich da zugreifen kann, sodass es erstens schön aussieht, zweitens aber auch empfangsstark bleibt? Gibt es gute (Aktiv)Antennen fürs Auto, die man benutzerfreundlich verbauen kann?
 
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... perfekt konstruiert für den Shredder - so will das die Industrie!
Im Billigsegment geht es halt darum, im Moment der Auslieferung die beworbenen Eigenschaften zumindest zu suggerieren. Nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist (zumindest nach deren erstem Teil, in dem die Beweislast nicht bei den KäuferInnen liegt) ist dann alles egal. Oder eher: alles, was sich dann als überraschend lange haltbar herausstellt, war zu wertig / zu aufwendig konstruiert.

Unterhalb einer bestimmten Preisklasse gibt es deshalb nur Schrott. Mit dem dort gekauften Aufwand in Entwicklung, Fertigung und Materialeinsatz lässt sich kein Produkt konstruieren, das bestimmungsgemäß eingesetzt werden kann.

Interessant wird es knapp über dieser Schwelle. Da können sogar deutsche Hersteller teils noch in Deutschland (!) Massenprodukte (!) herstellen, die sehr lang Freude bereiten können.

Beispiel sind für mich im Bereich Unterhaltungselektronik die Firmen LaSAT und Bemondis:



Von dort stammten ab ca. 2009 viele für andere Marken hergestellte HDTV-Sat- oder Kabelreceiver. So ließen WISI, Pollin, Schwaiger, SKT, SEG, Hofer Austria, Triax-Hirschmann, MEGASAT, SMART und andere ihre Geräte dort fertigen.

Und diese Geräte spielen auch noch nach über 10 Jahren, es gibt sogar ein 2021/22 entstandenes Softwareupdate, dass auch 5.1 LC-AAC (MDR Kultur, WDR 3) unfallfrei wenigstens in Stereo ausgibt - das war zum Zeitpunkt der Entwicklung und des Verkaufs dieser Geräte nie absehbar. Die Fernbedienungen (klar, die sind China-Zukauf) gibt es heute noch im Webshop für 10 EUR zzgl. Versand, die Geräte sind aber durchgehend Made in Bavaria, die Platinen sind ordentliches FR4, die Elkos sind alles 105-Grad-Typen.

Einer meiner HDTV-Satreceiver (WISI OR 294) aus diesem Hause


war 2022 bei Tests mit einem obskuren Defekt ausgestiegen. Ich habe ihn nicht verschrottet, sondern erstmal eingelagert, weil ich wusste, das nur 50 km weiter jemand wohnt, der hobbymäßig mit diesen Geräten bestens vertraut ist und beruflich in einem Unternehmen arbeitet, das sowohl Leiterplatten bestückt als auch optische Inspektionssysteme für Leiterplatten herstellt. Es dauerte bis vor 2 Wochen, dass ich die Gelegenheit hatte, ihn zu besuchen und ihm das Gerät zu geben. Er hats noch am gleichen Abend angeschaut und den TOP Switch (das ist der gesteuerte "Zerhacker"-Schaltkreis primärseitig im Schaltnetzteil) als Ursache ermittelt. Tags drauf hat er einen TOP Switch aus seiner Bastelkiste eingelötet - spielt wieder.

LaSAT/Bemondis sind auch die Hersteller der Vistron-DVB-Kabelradios. Die bekamen alle noch AAC-Upgrades verpasst und es gab sogar Kooperationen mit Netzbetreibern zwecks automatischem Upgrade. Auch soll man wohl - das ist dann aber natürlich nicht gratis - sein Bemondis-Gerät bei Defekten auch 10 Jahre nach Kauf noch beim Hersteller prüfen und ggf. reparieren lassen können. Mittelständler halt.

Also selbst im Bereich Unterhaltunsgelektronik gibt es sowas noch aus Deutschland. Die Chips kommen freilich von überall her. Aber Design und Fertigung sind da tatsächlich noch im Land.

Im Premium-Segment ist das natürlich erst Recht oft so. Da zahlt man aber inzwischen Preise, die ich nie zu zahlen bereit wäre - ich brauche nicht 0 dB Qualität bezogen auf das maximal denkbare Niveau. Mir reichen da auch -3 dB Qualität, wenn bis zu -20 dB kein normaler Mensch merkt, dass das nicht die Maximalqualität ist.

Ein solches radikal auf Höchstleistung und höchste Qualität getrimmtes Unternehmen ist T+A. Das ist ihre Markenbotschaft und sie werden genau dafür gekauft - von denen, die es sich leisten wollen und leisten können.


Made in Herford.

Man kann diese extrem teuren Geräte durchaus "nachhaltig" nennen, denn sowas wirft man auch nach 10 oder 25 Jahren nicht weg. Ob dieser Anspruch bei schnellebigen Digitalstandards aufrecht erhalten werden kann, muss sich erst noch zeigen. Da hilft teils bester Ingenieurs-Wille irgendwann nichts mehr.

T+A verkauft auch nach China. Kannste dir nicht ausdenken, aber in bestimmten Kreisen ist dieser Wohlstand dort offenbar vorhanden:




Und wie wir alle wissen, kommt aus China meist Schrott.
Wenn man in China Billigschrott bestellt, bekommt man Billigschrott. Auch in China kann man ohne Geld keine wertigen Produkte fertigen. Mit entsprechend Geld, ggf. deutlich weniger, als würde man in Deutschland zu hiesigen sozialen und ökonomischen Bedingungen fertigen, bekommt man auch aus China Qualität.

Da fällt mir z.B. diese Firma ein:


Diese Kiste aus deren Sortiment


natürlich inzwischen mit deutschem Vertrieb


soll - glaubt man Tests und Rezensionen - einfach großartig sein, vor allem für diesen Preis.

Nix Schrott.

Ebensowenig Schrott scheinen diese um einen hundsgewöhnlichen Texas-Instruments-Schaltverstärkerchip aufgebauten Endstufenmodule zu sein:



Für einen Preis um 120 EUR inkl. Versand konnte man noch vor wenigen Jahren ein solches Produkt nicht anbieten. Natürlich geht "Schaltverstärker" noch paar Zehnerpotenzen hochwertiger:


Kommt auch nicht mehr ohne Asien aus, stammt aber aus Nordeuropa. Die Schaltverstärker-Module sind so gut, dass sie auch von absoluten Premium-Herstellern eingesetzt werden, statt das Rad nochmal neu zu erfinden. T+A hat in irgendeinem Gerät auch Puyrify drin, soweit ich mich erinnere.

Ein durchaus interessantes Feld sind beim Audio preiswerte (!) kostengünstige (!) Lautsprecher. Da hat sich trotz Inflation in den vergangenen 30-35 Jahren eine Situation ergeben, die ich grob so umschreiben würde: was man heute für teils 200 EUR, spätestens aber 280 EUR je Paar an Kompaktlautsprechern bekommt, hätte 1991 inflationsberienigt in etwa die gleiche Summe in DM gekostet. Damals bekam man diese akustische Qualität aber erst ab 500 DM aufwärts - also für das doppelte. Computerbasierte Modellierung in der Entwicklung, 30 Jahre längere Erfahrung, das Abgeben von Technologien, die man einst für hochwertigere Lautsprechersysteme entwickelt hat in die günstigeren Serien und gnadenlos kostengünstige Teilefertigung im Ausland machen es möglich.


Und jenseits der Unterhaltungselektronik ist Deutschland weiterhin mit zahlreichen kleinen ("Hidden Champions") und bekannten großen Unternehmen sehr gut aufgestellt. Im Industriebereich, bei Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt oder teils auch Automotive, wo es auf absolute Verlässlichkeit ankommt, gilt "Made in Germany" nach wie vor etwas.

Wer kennt Hans Helmut Plisch aus Viernheim? Nun, wenn DAB in diesem Land nicht aus nem Rohde&Schwarz-Sender kommt, dann kommt es aus nem Plisch-Sender:



Und von einem Servicetechniker weiß ich, dass er viel lieber mit Plisch arbeitet als mit R&S, weil Plisch noch familiär ist und man kein Ticket eröffnet, sondern jemanden "an die Strippe" bekommt.
 
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die Geräte sind aber durchgehend Made in Bavaria, die Platinen sind ordentliches FR4, die Elkos sind alles 105-Grad-Typen
Ich habe in einer von diesem Forum völlig unabhängigen Kommunikation erfahren, dass die Bestückung in Bayern war, die Roh-Platinen aber wohl nicht. Die wären in D nicht für den Verkaufspreis der gesamten Receiver zu haben gewesen.

Ich gebs mal so weiter...
 
Zufälligerweise decken sich die Niederländer mit hier abgeschriebener edeler analoger Hörfunktechnik ein von renomierten Herstellern wie Rohde & Schwarz und Telefunken, ganze Großsender wurden exportiert!

Warum wohl, wenn doch UKW so schlecht sein soll und DAB hochgelobt über allem steht??

Doch der gemeine Radiohörer hat ja gar keine Ahnung und kauft sogar zu maßlosen Preisen die asbachuralte Röhrentechnik zurück....

R.


Bild: WDR Versuchsstudio 1951:

WDR Versuchsstudio 1951.jpg
 
Zzmindest wird ihr das unterstellt. Wenn man mit jedem Gerät allerdings sorgsam umgeht, kann im Regelfall nichts passieren.
leider doch; Kondensatoren altern zu früh, Mechanik begeht Suizid, Arbeitspunkte laufen weg und viele Geräte aus den Großmärkten sind nicht mehr verschraubt, sondern verklebt, zugetackert und aufgrund miniaturisierter SMD-Bauteilchen unreparierbar.

Früher war der Fliegenmist nur auf schlecht lesbaren Schaltplänen, heute sitzt der Dreck auf den teilweise zugelackten Platinen...!


Also; ab in den Shredder!

Mikro VV.png

Werksbild Tascam zeigt den AD-Wandler mit nur knapp 5mm Länge vom Eingangs-Vorverstärker des DR-100 auf hauchdünner Platine, da kommt bei jedem mit der "Lizenz zum Löten" richtig Freude auf.
 
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