• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Power Radio - Ich (bald nicht mehr) on air?

Neue Antworten in diesem Thread stehen unter Moderation.

modrow

Benutzer
Nach langer Zeit habe ich heute mal wieder beim Berliner Power Radio („Ich on air“) reingehört und dabei festgestellt, dass auch das wenige, was es dort an „Inhalten“ in den letzten Jahren noch gab, mittlerweile gänzlich verschwunden ist. Vormittags keine Moderation, kein Wetter, kein Verkehr. Lediglich die Nachrichten der dpa Audio laufen zur vollen Stunde. Die Website power-radio.de lässt sich wegen abgelaufenen SSL-Zertifikates nicht ohne Warnung öffnen und die letzte Nachrichtenmeldung stammt vom 31. Dezember des vergangenen Jahres. Der Streamplayer auf der Website meldet Fehler 404.
Es wirkt als wäre dieses Projekt kurz vor dem endgültigen Ableben, nachdem ja schon letztes Jahr ohne Ankündigung alle UKW-Frequenzen in Brandenburg, bis auf die 102,1 in Potsdam, abgeschaltet wurden. Diese 102,1 wird aktuell neu ausgeschrieben. Power Radio ist außerdem über DAB+ Kanal 12 D in Berlin und Brandenburg zu empfangen.

Ehrlich gestanden ist mir bis heute schleierhaft, wie sich dieser Sender seit 20 Jahren ohne nennenswerte Werbung und entsprechende Einnahmen über Wasser gehalten hat. Dazu eine eklektische Musikauswahl, kein wahrnehmbares Konzept und vor allen Dingen nie eine Einzelausweisung in der MA (aber Teil der „Premium Kombi Berlin“ mit Radio Potsdam, Jazz Radio, Hitradio SKW und Radio Paradiso).
Weiß jemand mehr zur aktuellen Situation und den Umständen?

Zum Hintergrund:
Power Radio gibt es seit 2005. Der Sender ist ein Projekt von Thomas Timme, der letzter Geschäftsführer von Hundert,6 und Radio 100 und Wegbereiter für den Markteinstieg von Energy Berlin war. Neben Timme sind Norbert Schmidt (ehem. Hundert,6) und Andrea Dibelius an der Power Radio GmbH beteiligt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Programm bzw. die Moderation lassen schon eine Weile nach. Aber am Wochenende gibt's schon ewig nonstop Musik. Moderiert wird trotzdem weiterhin. So wie heute morgen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir werden diese Geschichte in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren sehr oft hören. Ausgerechnet in der größten Wirtschaftskrise bei stetig sinkenden Werbeeinnahmen befinden wir uns in einem Migrations-Prozess bei der terrestrischen Verbreitung, wo es noch nicht ganz ohne UKW geht, man aber mit DAB+ alleine auch nicht überleben kann. Dieser teure Simulcast bricht derzeit vor allem mittleren und kleinen Veranstaltern das Genick. Überleben werden letztlich nur die "Dickschiffe", die sich auf die Schultern klopfen können. Ihr jahrelanges Gejammer gegen eine UKW-Abschaltung zeigt jetzt beste Wirkung, weil viele Konkurrenten aufgeben werden.

Power Radio war aber auch immer so ein "Mauerblümchen". Ein Berliner Sender, der lange in Berlin gar nicht hörbar war. Jetzt bei DAB+ hat man keine Chance in einem völlig übersättigten Markt. Das Programm kennt keiner. Und da, wo man es vielleicht kannte, etwa in Schwedt, Eberswalde, Fürstenwalde, Bad Belzig und Co., hat man die UKW-Verbreitung aufgegeben, aber auch DAB+ kommt hier nicht ordentlich an. Da wundert sich also jemand wirklich, dass dort die Lichter ausgehen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir erleben doch überall, dass bei den Privatradios gespart wird. Ich nehme als Beispiel Radio Wuppertal. Einst noch gefeiert für die gute Berichterstattung bei der Flut vor ein paar Jahren, hat man sich mit der Übernahme von Radio EN übernommen. Lokales Programm gibt es nur von 6-10 und wenn Personal vorhanden ist, von 14-18 Uhr. Lokale Infos auch nur zu diesen lokalen Zeiten. Wochenende gibt es so gut wie kein eigenes Programm mehr. Vorher jede Stunde um halb lokale Informationen und Programm von 6-18 Uhr. Hier wurde also der Rotstift angesetzt. Nehmen wir Radio Essen (dank DAB gut hörbar in Wuppertal (wenn im Tal auch mit vielen Aussetzern) bieten ein Programm von 6-mindestens 18 Uhr mit lokalen Themen und lokalen Nachrichten an. Ebenfalls Sender wie Radio Köln oder Antenne Düsseldorf.

Nur bei großen Sendern bietet man wenigstens noch was, aber bei kleineren Sendern setzt man auf Sparkurs, welcher sich weiter fortsetzen wird
 
Ehrlich gestanden ist mir bis heute schleierhaft, wie die mabb immer und immer wieder die Lizenz sowohl von Power Radio als auch von pure FM verlängern kann.
Die beiden Programme lassen sich mitnichten vergleichen. PureFM hat so gut wie keine Inhalte. Bei Power Radio gibt es Moderation, Regionalnachrichten und durch die Wunschdendungen Hörerinteraktion. Das mag oftmals nicht wirklich professionell klingen aber der Wille ist schon da.
 
Heute auch moderiert die Morgensendung von 6 Uhr an. Geht eigentlich bis 10 Uhr.
Scheint live zu sein.🤔
Jetzt gerade liefen Nachrichten um 13 Uhr. Keine Moderation in der halben Stunde davor, kein Wetter oder Verkehr, keine Moderation nach den Nachrichten. Dann ist 6-10 Uhr also der einzige Zeitraum am Tag der noch moderiert wird.

Da wundert sich also jemand wirklich, dass dort die Lichter ausgehen?
Mich würde nicht wundern, wenn dort die Lichter ausgehen und darauf habe ich auch in meinem Ursprungsbeitrag schon hingewiesen.
Verwunderlich ist nur, wie lange dieses Programm erstens schon durchgehalten hat und zweitens, dass die MABB die Zulassungen immer wieder verlängert hat. Auf der MABB-Webseite finden sich übrigens noch alle abgeschalteten Frequenzen und die Beschreibung eines Programms, dass es so bei Power Radio in den letzten 10 Jahren nie gegeben hat.
 
Verwunderlich ist nur, wie lange dieses Programm erstens schon durchgehalten hat und zweitens, dass die MABB die Zulassungen immer wieder verlängert hat. Auf der MABB-Webseite finden sich übrigens noch alle abgeschalteten Frequenzen und die Beschreibung eines Programms, dass es so bei Power Radio in den letzten 10 Jahren nie gegeben hat.
Bei den Medienanstalten beschäftigt man sich nur noch mit Themen wie Vielfalt und Toleranz, Sexting und vermeintlicher Hassrede, da bleibt keine Zeit mehr, die lizenzierten Rundfunkangebote in der Region zu beaufsichtigen.
 
Zurück
Oben