• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Pro und Contra: Soll Radio mit seinen Hörern altern?

Ulrich Köring

RADIOSZENE
Mitarbeiter
Soll ein Radioprogramm konsequent mit seinem Stammpublikum altern oder sich immer wieder neu erfinden, um jüngere Hörer zu gewinnen? Dr. Jörn Krieger, Journalist und Moderator, und Journalistik-Professor Markus Kaiser – beide leidenschaftliche Radiofans – finden Argumente für beide Seiten.
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Radio erzeugt auch dann gute Vibes, wenn es die Hörer emotional anfasst. Das gelingt z.B. mit Hits aus der Jugend oder dem frühen Erwachsenenalter, weil man die meist mit irgendwelchen besonderen Erlebnissen verbindet. Von daher ist es richtig, dass Musik aus allen Generationen seinen Platz im Radio haben muss. Bei den Inhalten, dem "was zwischen der Musik läuft", sollte man hingegen versuchen, in der Ansprache zeitgemäß zu sein (ohne Anbiederung an Trends und Szenen), und in den Inhalten sollte Radio relevant bleiben - das war schon immer das Erfolgsrezept gut gemachten Radios.
 
Das mit dem gemeinsam alt werden kann nur funktionieren, wenn Radiostrukturen auch bleiben. Ich bin in erster Linie mit DT64 und etwas Rias2 groß geworden (der Rias hat es auf UKW nur selten in den südlichen Bezirk Cottbus geschafft).
 
Das Thema erledigt sich doch gerade schon von selbst, da das Einstiegsalter in das Medium "Radio" immer mehr steigt. Heutige Jugendwellen tun so, als würden sie Unter-20-jährige ansprechen, ihre tatsächliche Hörerschaft liegt aber bei irgendwo zwischen 30 und 50. Ja, auch ich mit meinen 56 höre manchmal noch bei Dasding oder YouFM rein, weil ich einfach mal Bock habe zu schauen, was aktuell angesagt ist und mir diese junge Ansprache gefällt.

Während "echte" Jugendliche ihre Spotify-Playlist dudeln lassen, munter weiterskippen, wenn ein Titel nicht passt und per Sprachbefehl dann mal die Welt- oder Sportnachrichten oder sonstiges einpflegen, wozu sie gerade Bock haben und wann immer sie wollen. Klassisches, lineares Radio stirbt dann also mal nach und nach mit seinen Hörern, während Audio weiterlebt. Echt guten Content gibt es heute auch oder sogar in erster Linie non-linear. Nennt sich Podcast.
 
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Wenn es Jugendwellen gibt, könnte man doch eigentlich auch eine Seniorenwelle einrichten. Das Argument mit der Zielgruppe und der Kaufkraft halte ich für nicht zutreffend. Ich kann jetzt als Rentner vergleichsweise mehr Geld für eigentlich unnütze Dinge raushauen als vor 25 Jahren, als ich in 3 Kinder plus Familie plus Eigenheim investiert habe.
 
"Das Schlimmste, das einem Radiosender passieren kann, ist Wiedererkennbarkeit: Wer weiß, was ihn erwartet, braucht das Programm nicht zu hören."
Genau das passiert in meinem Fall, seit Jahren. Ich skippe zwar noch ab und an mal rein, um mich davon zu überzeugen, daß es bei Sender X oder Y immer noch so ist. Aber mit mir als Hörer kann man da nicht mehr rechnen.
Bei den Sendern A + B + C + D (i.d.R. private, terrestrische sendende), ist es sowieso egal, die hören sich fast exakt so an (Musik+Ansprache) wie die Sender E+F+G+H aus dem Nachbarbundesland oder Nachbarlandkreis. Überraschungen vollkommen ausgeschlossen. Falls der lokale Sender H irgendwas besonderes zu berichten hat, bekomme ich das natürlich dort nicht mehr mit, habe es aber vmtl. schon Stunden zuvor im Web gelesen.

Tatsächlich eingeschaltet habe ich mal bei der recht gut gemachten Kommunalwahlberichterstattung (am Abend nach Schließung der Wahllokale) bei Radio Nordseewelle. Aber sowas wurde dort nur in den Anfangsjahren einmal gemacht. Heute läuft da nichts, aber auch gar nichts mehr, was mich als Hörer noch anlocken könnte...
Gibt es doch schon zuhauf, meist mit der Musikfarbe Oldies oder Rock. Auch die "80s" Hörer kann man bereits zu den Senioren zählen. Allerdings ist der Inhalt dort oft nur Musik und Infos zur Musik und weniger Themen rund um die Rente, Gesundheit und WoMo-Touren, die Senioren (aber auch nur die) interessieren könnten.
Die Musikfarbe traditioneller Schlager habe ich noch vergessen, deren nicht nur steinalte Hörer kann man jedoch bereits bereits im Alter von 30 Jahren zu den Senioren zählen.
 
Sorry, die beiden Einlassungen klingen ein wenig so, überspitzt formuliert, als würden Blinde von Farbe reden. Viel Meinung, wenig Fakten. Die gibt es (in den Sendern) reichlich in Form von Marktforschung jeglicher Form.

"Radio ist das, was zwischen der Musik läuft." Treffend. Und wenn sich dann noch Wort und Musik auf wunderbare Weise verbinden, wird das Radio zum kleinen Kunstwerk.
Man kann in Schönheit sterben, wenn man das so sieht. Aber nach wie vor gilt belegbar: Haupteinschaltgrund ist Musik. Dann kommt erst mal nichts. Dann Musik und dann, mit Abstand andere Dinge.
 
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Man kann in Schönheit sterben, wenn man das so sieht. Aber nach wie vor gilt belegbar: Haupteinschaltgrund ist Musik. Dann kommt erst mal nichts. Dann Musik und dann, mit Abstand andere Dinge.
Ja, so ist es. Du gibst eine knallharte Gegenwartsbeschreibung - der Grund, weshalb sich so viele vom Radio abwenden. Ich habe beschrieben, wann Radio "kulinarisch" wird und zum Zuhören einlädt.
 
Haupteinschaltgrund ist Musik.
Das ist aber auch nur durch die jahrzehtelange gegenseitige Gewöhnung so.
Für die Sender ist jede Dudelei die billigste Art, die Zeit tot zu schlagen.
Durch den immer häufigeren Einsatz von Musik als "Unterhaltung" haben sich die Hörer daran gewöhnt, nichts anderes mehr vom deutschen(!) Radio zu erwarten.

Wer sich mal die Mühe gemacht hat, zu entdecken, wie unterhaltend Wort auf BBC Radio 4 sein kann, wird jedoch schnell zum Besseren bekehrt. Das Problem ist an der Stelle, dass 30-minütige Comedy-Hörspiel, Quiz-Shows und komödiantische Quiz-Shows eben ein paar Euro mehr kosten, als reine Musikdudelei. Und da ist der deutsche Radiomacher der reinste Schwabe und scheut jede Ausgabe.

Sogar private Dudelbuden könnten wesentlich mehr an Unterhaltung bieten, wenn sie nur wollten und ein paar kreative Leute im Team hätten.

Die Frage der Alterung der Sender kann man aber auch nur stellen, wenn man Radio nur noch als Abspielstationen für Musik definiert. An und für sich ist die obige Diskussion der beiden Herren völlig sinnlos.
 
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"Radio ist das, was zwischen der Musik läuft"

Werbung? Stationsansagen? Die permanenten Lügen von wegen, dass nur die beste Musik laufen würde?

Sorry, aber Radio hört man heute ausschließlich (die Kulturprogramme, deren Hörer sich untereinander fast alle kennen lasse ich mangels Relevant aus) wegen der Musik! Wenn schon diese Selbstverständlichkeit nicht bekannt ist, wundert mich der Niedergang (vielleicht noch nicht in absoluten Hörerzahlen, aber dafür umso mehr in der Relevanz) des Mediums Radio kein bißchen.
 
Soll ein Radioprogramm konsequent mit seinem Stammpublikum altern oder sich immer wieder neu erfinden, um jüngere Hörer zu gewinnen? Dr. Jörn Krieger, Journalist und Moderator, und Journalistik-Professor Markus Kaiser – beide leidenschaftliche Radiofans – finden Argumente für beide Seiten.
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Ich bin in den 70iger Jahren mit BFBS in Köln aufgewachsen - Samstags nach der Schule war ich immer mit meinem Jugendfreund "Wolfgang Roth / WDR Schlagerrallye ) in den Studios in Marienburg - Wegen BFBS und meinem Mentor Mal Sondock bin ich später zu RTL Plus Television nach Luxembourg gegangen und war dort 1.Musik-Chef
 
Jeder Mensch muss sich doch jeden Tag Veränderungen und Entwicklungen anpassen. Das fällt einem manchmal leichter und manchmal schwerer. Aber vermeiden lässt sich das doch praktisch nie.

Auch Personen über 60 arbeiten doch i.d.R. problemlos am PC, auch wenn sie noch Schreibmaschinen und Kohlepapier für Durchschläge kennen.

Und die gleichen Personen fahren ganz selbstverständlich einen modernen PKW, auch wenn sie mit dem VW Käfer angefangen haben.

Warum aber sollte man dann ausgerechnet beim Musikgeschmack irgendwann stehen bleiben?

Klar habe ich auch für mich zeitlose Lieblingssongs, die ich immer wieder gerne höre.
Aber deshalb höre ich trotzdem auch sehr gerne aktuelle Musik.
Und deshalb öden mich mittlerweile auch Programme wie SWR1 oder insbesondere auch SWR4 mit ihren (für mich! - also meine ganz persönliche Meinung, die ich niemandem überstülpen will) nur noch ranzigen Musikformaten zunehmend an, wobei dann noch die inhaltliche Entkernung hinzukommt durch die konsequente Streichung aller Infostrecken.

Und wie es ein User an anderer Stelle richtigerweise geschrieben hat:
In den 1980er Jahren lief doch auch nicht ständig 40 Jahre alte Musik im Radio…
 
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Ja, so ist es. Du gibst eine knallharte Gegenwartsbeschreibung - der Grund, weshalb sich so viele vom Radio abwenden. Ich habe beschrieben, wann Radio "kulinarisch" wird und zum Zuhören einlädt.
Nein, das ist nicht der Grund. Erstens wenden sich nicht so viele ab, die Radio hören. Es wenden sich viele ab von AC und CHR Programmen. Sie gehen aber nicht zu den Absurditäten der Radiolandschaft, sondern wenden sich Rock-, Schlager- und anderen Musikformaten zu. Die erfolgreichsten Formate der letzten Jahre kommen sogar mit erstaunlich wenig Wort oder Moderation aus. Sei es Bob oder Rockantenne, seien es die fröhlichen Schlagerwellen oder auch die Bollerwagen oder Ballermänner.
 
Warum aber sollte man dann ausgerechnet beim Musikgeschmack irgendwann stehen bleiben?
Dieser Logik nach dürfte es beispielsweise keine Klassik-Programme im Radio geben.

Und wie es ein User an anderer Stelle richtigerweise geschrieben hat:
In den 1980er Jahren lief doch auch nicht ständig 40 Jahre alte Musik im Radio…
Aber sicher doch! Fast jeden Tag gab es Operetten-Sendungen im Radio (die man, weil es damals noch ein "Einschaltradio" war als junger Hörer sehr gut umgehen konnte). Und "Evergreens" aus den 1950er Jahren (waren damals "nur" 30 Jahre als) en masse!
 
Experten sagen (sagten 2015) dazu:
Am lustigsten fand ich wie Frau Weber dem Hörer, der gerne Plan B auf Einslive hört, persönlich das nachgefragte Produkt des WDR ausredete:
"Man muss erst mal dazu sagen, dass Einslive, natürlich als jüngstes Programm vom WDR, jedes Jahr sich immer wieder neu erfinden muss. Wenn Einslive anfängt mit den Hörern immer älter zu werden, und die Leute sagen, aber ich habe schon vor 8 Jahren Plan B gehört, und ich finde das jetzt immer noch schön, dann ist es ein Zeichen zu sagen, hey, wir müssen, auch am Abend, wir machen da ganz verrückte Musik, wir spielen Sachen ausserhalb des Mainstreams, wir machen Independence, das, machen Sie sich keine Sorgen, das wird sicher so bleiben. Die Frage ist, wie geht man neu mit Inhalten um an dem Abend. Was macht man einfach neu? Und ein Programm wie Einslive muss sich immer wieder erneuern. Weil, es ist, wenn Mama und Papa abends auch schon Plan B hören und dazu rocken …" lacht "Und so ist es halt."
 
Ich bin mit SWF3 groß geworden, immer heimlich gehört, da ich eigentlich im SDR-Sendegebiet wohnte.
Wenn es SDR3 und SWF3 noch geben würde, wäre die Radiolandschaft hier bei uns im Südwesten sicher anders.
Zurück zum Thema: Ich glaube schon, dass zumindest der SWF mit seinen Hörern gealtert wäre, um sie zu halten. Damals waren die Hörer ja schon z.T. Ü50.
 
Dieser Logik nach dürfte es beispielsweise keine Klassik-Programme im Radio geben.


Aber sicher doch! Fast jeden Tag gab es Operetten-Sendungen im Radio (die man, weil es damals noch ein "Einschaltradio" war als junger Hörer sehr gut umgehen konnte).
Klassik ist aber doch ein ganz anderes und überwiegend deutlich älteres Genre, welches auch nie ein Massenpublikum hatte. Auch im Sinne des Grundversorgungsauftrages haben Klassikprogramme aus meiner Sicht ihre Berechtigung.

Für Operetten gilt das aus meiner Sicht ebenso.

Wobei ich mich absolut nicht daran erinnere, dass diese „fast täglich“ in den Hauptprogrammen gelaufen sind. Ich meine, diese liefen durchaus, aber in besonderen Sendungen und oft eher am Wochenende.
Aber vielleicht trügen da auch meine Erinnerungen… 🤷‍♂️

Aber du hast recht, die Hauptprogramme bedienten damals noch wesentlich breiter diverse Musikgeschmäcker.
 
Sollte ein Radiosender mit der Zielgruppe altern? Da gibt es meiner Meinung nach nur eine richtige Antwort:
Der Sender sollte gut mit seiner Zielgruppe altern.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wie Moderation, Musikredaktion, gute Auswahl an Themen, dann kann ein Programm auch für mehrere Generationen passen. SWR3 schafft diesen Spagat an sich ganz gut. Die waren jetzt die letzten 25 Jahren nie mega jung, sind aber auch nicht so extrem gealtert. Von daher gut gehalten.

Luft nach oben sehe ich bei vielen Jugendradios. Die sind sehr mit ihren Hörern gealtert (bzw. träge geworden). Das frühere planet Radio war ein Fiebertraum an Drive (egal ob Moderation oder Musik). Das war der grellste Autoscooter. Jetzt sind die Lichter sehr gedimmt. Auch YOU FM sowie bigFM waren in den ersten Jahren noch richtig frisches Radio. Das ist vorbei. An dieser Stelle könnten stellvertretend auch andere Jugendsender stehen.

Meine These: Wären die jungen Wellen nicht sooo alt (und glatt), würden wir alle ein bisschen jünger aussehen. Zumindest die deutsche Radioszene.
 
Seltsame Frage. Natürlich sollte ein Sender nicht mit seinen Hörern altern. Sonst würde ja ein "Jugendender" zum "Popsender", dann zum "Oldiesender", dann zum Seniorensender - nimmt man die völlig verkorkste deutsche Radiolandschaft als Beispiel.

Selbstverständlich muss sich ein Sender an den entsprechenden Hörgewohnheiten orientieren, soll heissen: Der 16Jährige heute hört anders Radio als der vor 10 Jahren, und in der Zukunft wird das wieder anders sein. Radio muss sich permanent wandeln, sonst wird es statisch und langweilig - es ist doch nicht "geistiges Eigentum" einer gewissen Hörerschicht, dessen Wünschen usw. es sich anpassen muss und die sich vielleicht nie ändern.

Es ist andererseits doch logisch, dass der, der beim Jugendradio anfängt, irgendwann beim Seniorensender landet - theoretisch.

Andernfalls passiert genau das, was z.B. bei SWR1 gelegentlich zu hören ist - dann laufen heute noch Titel, die vor 30 Jahren schon im Programm waren. Und man redet über Pop-Stars, die 1980 mal höchst beliebt waren.

Langweilig, fade, öde, ziemlich tot.
 
Aber du hast recht, die Hauptprogramme bedienten damals noch wesentlich breiter diverse Musikgeschmäcker.
...was letztlich daran lag, dass es wenig Frequenzen gab und die Breitenprogramme alles abdecken mussten. Und Marktforschung faktisch nicht existierte, da es auch keinen Wettbewerb gab. Und programmliche Fehler waren egal, denn wohin sollte der Hörer gehen? Internet gab es nicht, Fernsehen begann gegen 16 Uhr, die Zeitung war ausgelesen. Eventuell noch Schallplatten hören oder ein Buch lesen. Insofern konnte man den Leuten einfach was vorsetzen. Es wurde gehört. Oder auch nicht. Reichweitenerhebungen fanden nicht statt. Zuspruch wurde abgelesen an der Anzahl von Postkarten. Und da gab es eine Reihe von Karrieren, die es aus heutiger Sicht nie auf die Antenne hätten schaffen dürfen.

Mit Erscheinen der Privaten kam endlich Professionalisierung in die Radiosender. So brauchte es einer Reichweitenmessung, um Hörer zu kapitalisieren. Damit setzte auch Wettbewerb ein. R.SH rief NDR2 entgegen, dass er tapfer sein müsse. Und er war es, die Truppe um Bahn, Ansorge, Thormälen & Co. machten dem 3 später 4 Länderprogramm ordentlich Beine. Der WDR schlief da noch 10 Jahre länger vor sich hin, es fehlte Wettbewerb. Die Menschen mussten nehmen, was sie bekamen. Wie schlecht der WDR in den 70er und 80er war, kann man an den Erfolgen von SWF3 sehen, der schon immer privater als die Privaten war. Und ausgerechnet in drr Kölner Bucht sehr beliebt. Erst Pleitgen als Hörfunkdirektor (ja, das war er vor der Intendantenzeit) räumte rigoros auf. Das war der Beginn von 1LIVE.

Dazu kommt ein intermedialer Wettbewerb, besondrrs getrieben durch 24-Stunden Programme, einer steigenden Anzahl von TV-Kanälen. Mit dem Internet veränderte sich Medienkonsum nochmals. In dieser Zeit hat sich Radio professionalisiert. Marktforschung ist das wichtigste Tool. Und diese Entwicklung hat viele Radiomacher aus der Kurve getragen. Warum? Weil sie nicht mit der Zeit gegangen sind, die neuen Anforderungen nicht erkannten und auch nicht erfüllten. Wie gesagt, viele hatten Glück in der Wildwest- und Glücksritterzeit dabei sein zu können. Heute hätten sie aus unterschiedlichen Gründen keine Chance mehr. Und wie gesagt, bei vielen fragte ich mich damals als Kind und auch noch heute noch, warum die jemals ein Studio betreten durften. Beim WDR hätte man einen Großteil der Moderatoren eigentlich zum Logopäden schicken müssen.

Der Bedarf an Inhalten hat sich verändert. Sendungen wie Mittagskurier auf NDR2 oder Mittagsmagazin auf WDR2 in den 80ern und 90ern würden heute nicht nur nicht mehr funktionieren, es gibt schlicht keinen Bedarf bei der breiten Masse, da sie andere Quellen hat, die sie jederzeit situativ anzapfen können.

Und so dreht man sich hier immer im Kreis. Ein Großteil sehnt sich nach dem guten alten Dampfradio zurück. Aber war es wirklich gut? Oder ist es der verklärte Blick zurück? Und natürlich wird der Untergang des Radioabendlandes heraufbeschworen. Dabei ist die Nutzung relativ stabil. Sie verteilt sich halt nur auf mehr Programme.

Also lasst uns doch positiv sehen. Veränderungen bringen uns weiter. Und Radio passt sich an. Da stimme ich WolfgangF voll und ganz zu. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Haupteinschaltgrund ist Musik.
Das würde ich bestreiten. Musik ist ein Haupt-Nicht-Ausschaltgrund. Aber kein Einschaltgrund. Wenn die Musik alles inallem ok ist, schaltet man nicht aus und nicht um. Deshalb sind die Formate so antiseptisch.
Wenn es überhaupt noch einen Einschaltgrund gibt, dann sind es die Inhalte. Leider immer weniger. Deshalb immer weniger Einschaltanreize. Wo nichts geboten ist, da muss ich auch nicht hin.
 
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