Wanderdüne
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Ist es deshalb (alles) verkehrt, nur weil du es "dröhnen" gehört hast?Wanderdüne, das, was Du mir sehr luzide erläutert hast, durfte ich in den letzten Jahren meiner ÖR-Tätigkeit leider auch aus allen Konferenzräumen und Chefetagen dröhnen hören.
Nein, ich habe mich nicht gedrückt. Aber offenbar ist es nicht deutlich geworden. Wenn MaFo einen Bedarf für bestimmte Darstellungsformen sieht, dann würde man es machen. Dann würde auch bei 104.6 ein Feature laufen. Tut es aber nicht, und zwar aus GründenDu hast Dich so ein bisschen whataboutism-mäßig um die Beantwortung meiner Frage nach der Wertigkeit von Inhalten gedrückt. Mir scheint, dass die Marktforschungs-Apologeten auf diesem Ohr zumindest schwerhörig sind.
Entwortung hat stattgefunden, ohne Frage. Auch weil es in der breiten Masse keinen Bedarf für Features, klassische Nachrichten oder anderen Wortcontent gibt. Aber warum wertest Du? Infantilisierung? Natürlich hat eine Qualitätsabsenkung stattgefunden bei den ehemaligen Magazinwellen. Aber auch, weil es keinen Hörermarkt dafür mehr gibt. Dafür gibt es reine Infoprogramme, die es früher nicht gegeben hat. Man kann das negativ sehen oder auch neutral. Die Welt hat sich verändert, ebenso Bedarfe, Angebote und Nutzungsverhalten. Mit der Vielzahl der Infowellen hat, behaupte ich sogar einmal geschmeidig, der Wortanteil im Radio absolut betrachtet gegenüber 1985, 1995 und wahrscheinlich auch 2005 zugenommen. Nur sind es Randprogramme, weil die Mehrheit der Hörer es schlicht nicht will. Und man kann es sogar testen (und etliche Sender machen es): In Echtzeit kannst Du im Dashboard sehen, wann Hörer aussteigen.Ich will Dir eine Vorlage geben: Täuscht mich der Eindruck, dass - auch aufgrund von Erkenntnissen der Marktforschung - vor allem in den jüngeren Programmen eine qualitative (!) Entwortung, will fast sagen: eine Infantilisierung stattfindet? Antwort, Kritik, Widerspruch gerne auch als PN, weil es etwas vom Fadenkern wegführt. Scheinst ein interessanter Gesprächspartner zu sein.
"Ein durchaus hohes Interesse" ist viel Meinung. Ich kenne die Gründe für die Reform nicht, denke aber es gab welche. Ansonsten ändert man sein Format nicht grundlegend.Im Fall von SWR4 bestand vor der "Reform" durchaus sehr hohes Interesse seitens der Hörer an einem deutschsprachig-schlagerlastigen Programm. Das hätte man ohne Probleme noch zehn und mehr Jahre so weiterführen können, der Bedarf war da. Und wenn wirklich in 10 Jahren aus demographischen Gründen die Hörerzahl massiv abgenommen hätte, hätte man ja dann erst reformieren können.
Die Ingenieure (und Design) machen keine MaFo. Sie setzen aber viel (oder fast alles) von dem um, was Marktforschung vorgibt. Ähnlich ist es im Radio. Und - Überraschung - es sind sogar manchmal dieselben Institute, die die MaFo durchführen.Komplexe BMW-Autos mit einem simplen Hitdudler, der neben den Musiktiteln, die überall laufen, noch ein paar Marketingsprüche einstreut, zu vergleichen, finde ich sehr gewagt. Hinter den Autos stecken Ingenieure und diverse andere Fachleute. Fachleute diverser Ausprägung sind bei dem Hitdudler doch schon längst wegrationalisiert worden.
Obacht an der Bahnsteigkante: Yvonne Makak ist Beraterin, keine Marktforscherin. Berater können bei der Umsetzung von der MaFo ins Programm helfen. Und natürlich gibt es unter den Beratern solche und solche. Aber die beiden Sachen sollte man nicht durcheinanderbringen. Problematisch wird es, wenn sich da was miteinander vermischt, also die MaFo auch berät. Oder umgekehrt. Das ist immer gefährlich. Gruß nach Leipzig!Yvonne Mallak und ihre gesammelten Formatradio-Weisheiten spielen in einer ganz anderen, niederen Liga, als Auto-Fachleute.
Auch hier vermischt Du Dinge, die nicht zusammengehören. Es gibt wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die zu unternehmerischen Entscheidungen führen. Programmlich dürfte sie viel auf Basis von MaFo gemacht haben. So wie das sehe und mitbekommen habe zuletzt bei Oldie Antenne. Dass Oldie Antenne unter Akzeptanzgesichtspunkten nicht wirklich eine geglückte Marke ist, dazu hätte es eigentlich keiner MaFo bedurft. Am Ende werden nur die Konsequenzen gezogen. Kann man anders machen, hängt aber von der Entscheidung der GF und der Gesellschafter ab. Nennt man unternehmerisches Risiko. Was spricht jetzt genau gegen Titelkürzungen, wenn dies Ergebnis einer MaFo sein sollte? Zielsetzung von ABY ist nach wie vor Reichweite. Wenn das ein Baustein ist, wo ist Dein Problem? Aber frage doch mal Valerie. Grundsätzlich gibt es allerdings ein Problem bei der MaFo. MaFo kann nur analysieren und beim Auffinden von Handlungsoptionen helfen. Die eigentliche Herausfoderung ist, dass man die richtigen Schlüsse zieht und die richtigen Entscheidungen trifft. Hört sich einfach an, ist aber komplex und in sich bewegenden Märkten und einer klaren Markenführung nicht einfach.Nehmen wir ganz konkret Antenne Bayern. Was hat Valerie Weber dort für bahnbrechende, neue Erkenntnisse aus der MaFo im Programm hörbar umgesetzt? Hauptsächlich kürzt sie Personal und Musiktitel weg. Tolle MaFo!
Nur um es einmal klarzustellen: Marktforschung ist kein Allheilmittel, aber das wichtigste Tool für den Erfolg eines Programms. Und erfolgreich ist nach meiner Definition ein Programm welches sein Reichweitenpotential bestmöglichst ausschöpft. Das kann auch für eine Infowelle gelten, wenn diese eine gewisse Relevanz erreicht.
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