TOP 4.1:
- 30.04.2026
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Es wird sich auch im Münchener Markt das vollziehen, was in Bayern außerhalb der Metropolen schon praktiziert wird: Synergien werden geschaffen, wo es die Gesellschafterstruktur hergibt. Nachdem die Gesellschafter (meist die großen Zeitungsverleger) über Jahre zum Teil gute Geschäfte gemacht haben (Achtung: Es gibt von Standort zu Standort große Unterschiede), rollt der Rubel eben nicht mehr (gattungsübergreifend: Print/Hörfunk/TV).
Die Kosten sollen runter! Wobei es Bereiche gibt, die mangels Attraktivität nicht geschrumpft, sondern wohl eher zusammengelegt werden. Für den Vertrieb finden sich immer schwieriger Leute auf dem Markt. Da wird wohl auch keiner um seinen Arbeitsplatz bangen müssen.
Wozu aber zum Beispiel zwei lokale Newsredaktionen, wenn eine beide Programme beliefern kann? Wenn das die BLM trotz einer vermeintlichen inhaltlichen Abschwächung der medialen Vielfalt durchwinkt, spart das pro Person 30.000 bis 40.000 € im Jahr. Nimm das mal 13 (Gerüchteküche Radioszene über Entlassungen in München), dann wisst ihr, von welcher Hausnummer wir da ungefähr reden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es von den Gesellschaftern hieß: „Lieber Geschäftsführer XY, du sparst jetzt mal eine halbe Million pro Jahr!“
Das kann man jetzt durch alle Abteilungen durchexerzieren: Redaktion? Wozu zwei Reporter beim gleichen Termin, wenn das einer erledigt? In der Höreransprache kann man für die Moderation ja die Beiträge oder Moderationen umarbeiten. Technik? Wozu zwei Abteilungen, wenn es auch eine tut? Vertrieb? Könnte sogar einen richtigen Mehrwert geben, indem man die Programme als Kombi beim Kunden anbietet.
Ich heiße diese Entwicklung nicht gut! Aber zumindest kann ich nachvollziehen, welcher Gedanke hier verfolgt wird. Und: Es muss ja nicht gleich mit Entlassungen einhergehen (Beispiel München). Der Nachwuchs im Hörfunk rekrutiert sich ohnehin viel schwieriger als um die Jahrtausendwende. Es reicht ja schon, dass zum Beispiel durch Rente oder Kündigung frei gewordene Stellen einfach nicht mehr nachbesetzt werden, aus einer Redakteurs- eine Volostelle wird (spart noch mal mindestens 50 Prozent über die Jahre inkl. Jungredakteurszeit).
Fakt ist:
Der Prozess ist überall schon in vollem Gange und wird sich nicht mehr aufhalten lassen. Er
könnte sich sogar noch beschleunigen, wenn die Verschiebung bei der Budgetierung für Werbung noch stärker zu Onlinemedien bzw. sozialen Netzwerken ausfällt.