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Programmliche Ausrichtung von 95.5 Charivari

Ich kenne die Gema Kosten nicht, aber nachts hast du relativ wenig Hörer und das spart Kosten. Genauso wie die ewig langen Podcasts oder Reisejournale.
Wahrscheinlich zahlt man einen Sockel + Hörer + Tageszeit und da kann man nachts dann doch eine gute Summe einsparen.
Nachts hören die einen das Radio nebenher und wer gezielt Infos will schaltet den entsprechenden Sender ein (ARD Infonacht, DLF...)
Was für ein Quatsch. Die an die Gema zu entrichtenden Kosten sind völlig unabhängig von der Tageszeit oder der Anzahl der Hörer. Warum spart das nächtliche Programm Kosten? Höchstens, weil die Automation läuft und kein Moderator im Studio ist.
 
Was für ein Quatsch. Die an die Gema zu entrichtenden Kosten sind völlig unabhängig von der Tageszeit oder der Anzahl der Hörer. Warum spart das nächtliche Programm Kosten? Höchstens, weil die Automation läuft und kein Moderator im Studio ist.
Das ist so nicht korrekt, hier geht es um den Musikanteil im Programm. Wenn dieser sinkt dann wirkt sich das auf die zu entrichtenden Gema- und GVL Lizenzgebühren aus. Also z.B. 0-5 Uhr gemafreie Musik = ca. 20% weniger Musikanteil. Dadurch sinken die Lizenzgebühren und bei ca. 150.000 EUR Gema/GVL jährlich bei einem Lokalsender sind das dann zwischen 25.000 und 30.000 EUR die eingespart werden ...

Und die Anzahl der Hörer (in diesem Fall der WHK) ist sehr wohl relevant für die Mindestvergütung
 
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Auf Radioszene steht, dass ein Münchner Stadtsender 13 Programmleute entlassen hat. Ist das Charivari? Wer weiß mehr?
Vielleicht mit Arabella Bayern und München zusammen? Die Sender kommen allesamt aus einem Funkhaus, dem tz-Pressehaus in der Münchner Paul-Heyse-Straße 2-4 (Nähe Hauptbahnhof).

TOP 4.1:
 
Es wird sich auch im Münchener Markt das vollziehen, was in Bayern außerhalb der Metropolen schon praktiziert wird: Synergien werden geschaffen, wo es die Gesellschafterstruktur hergibt. Nachdem die Gesellschafter (meist die großen Zeitungsverleger) über Jahre zum Teil gute Geschäfte gemacht haben (Achtung: Es gibt von Standort zu Standort große Unterschiede), rollt der Rubel eben nicht mehr (gattungsübergreifend: Print/Hörfunk/TV). Die Kosten sollen runter! Wobei es Bereiche gibt, die mangels Attraktivität nicht geschrumpft, sondern wohl eher zusammengelegt werden. Für den Vertrieb finden sich immer schwieriger Leute auf dem Markt. Da wird wohl auch keiner um seinen Arbeitsplatz bangen müssen.

Wozu aber zum Beispiel zwei lokale Newsredaktionen, wenn eine beide Programme beliefern kann? Wenn das die BLM trotz einer vermeintlichen inhaltlichen Abschwächung der medialen Vielfalt durchwinkt, spart das pro Person 30.000 bis 40.000 € im Jahr. Nimm das mal 13 (Gerüchteküche Radioszene über Entlassungen in München), dann wisst ihr, von welcher Hausnummer wir da ungefähr reden. Ich kann mir gut vorstellen, dass es von den Gesellschaftern hieß: „Lieber Geschäftsführer XY, du sparst jetzt mal eine halbe Million pro Jahr!“

Das kann man jetzt durch alle Abteilungen durchexerzieren: Redaktion? Wozu zwei Reporter beim gleichen Termin, wenn das einer erledigt? In der Höreransprache kann man für die Moderation ja die Beiträge oder Moderationen umarbeiten. Technik? Wozu zwei Abteilungen, wenn es auch eine tut? Vertrieb? Könnte sogar einen richtigen Mehrwert geben, indem man die Programme als Kombi beim Kunden anbietet.

Ich heiße diese Entwicklung nicht gut! Aber zumindest kann ich nachvollziehen, welcher Gedanke hier verfolgt wird. Und: Es muss ja nicht gleich mit Entlassungen einhergehen (Beispiel München). Der Nachwuchs im Hörfunk rekrutiert sich ohnehin viel schwieriger als um die Jahrtausendwende. Es reicht ja schon, dass zum Beispiel durch Rente oder Kündigung frei gewordene Stellen einfach nicht mehr nachbesetzt werden, aus einer Redakteurs- eine Volostelle wird (spart noch mal mindestens 50 Prozent über die Jahre inkl. Jungredakteurszeit).

Fakt ist: Der Prozess ist überall schon in vollem Gange und wird sich nicht mehr aufhalten lassen. Er könnte sich sogar noch beschleunigen, wenn die Verschiebung bei der Budgetierung für Werbung noch stärker zu Onlinemedien bzw. sozialen Netzwerken ausfällt.
 
Es wird sich auch im Münchener Markt das vollziehen, was in Bayern außerhalb der Metropolen schon praktiziert wird: Synergien werden geschaffen, wo es die Gesellschafterstruktur hergibt.
In den meisten anderen bayerischen Metropolen gibt es ja das "Funkhaus-Modell" mit mehreren Sendern unter einem Dach (sogar schon seit Jahrzehnten). Die unterschiedliche Gesellschafterstruktur war selten ein Hindernis beim gemeinsamen Heben von Synergien. Welches Ausmaß die Kooperation von Arabella und Charivari annimmt, wird man sehen ...

Nachdem die Gesellschafter (meist die großen Zeitungsverleger) über Jahre zum Teil gute Geschäfte gemacht haben (Achtung: Es gibt von Standort zu Standort große Unterschiede), rollt der Rubel eben nicht mehr (gattungsübergreifend: Print/Hörfunk/TV). Die Kosten sollen runter!
Gerade bei Dickschiffen wie Arabella dürfte der Rubel nach wie vor kräftig rollen. Sie haben eine große technische und tatsächliche Reichweite bei geringen Verbreitungskosten vom Olympiaturm und bedienen eine reiche Region. Aber natürlich geht die wirtschaftliche Flaute im Land auch nicht unbemerkt am Münchener Radiomarkt vorbei. Und natürlich geht die Welt nicht unter, wenn auf einer PK ein gemeinsames Arabella/Charivari-Mikro statt zwei getrennte zu sehen ist.

Aber ein Stück weit ist sicherlich jetzt auch die Gelegenheit günstig, im allgemeinen Pessimismus strukturelle Fakten zu schaffen, die man in Boom-Phasen vielleicht nicht so leicht genehmigt bekäme ... Und mit akustischen Ausdünstungen wie stundenlanger KI-Musik in der Nacht zeigen einige Sender auch ganz deutlich, dass die Hemmungen schon ziemlich weit gefallen sind, wenn es darum geht, irgendwie die Kosten zu senken.
 
In den meisten anderen bayerischen Metropolen gibt es ja das "Funkhaus-Modell" mit mehreren Sendern unter einem Dach (sogar schon seit Jahrzehnten). Die unterschiedliche Gesellschafterstruktur war selten ein Hindernis beim gemeinsamen Heben von Synergien. Welches Ausmaß die Kooperation von Arabella und Charivari annimmt, wird man sehen ...
Vorweg: Man muss aufhören, ein Programm als "Sender" und Einheit zu verstehen. Es gibt Anbieter (Funkhaus XY) mit Redaktionen, Moderatoren etc. und das Produkt, das man versucht zu verkaufen ist Programm XY wie zum Beispiel Charivari oder Arabella oder...

Um die Funkhäuser wie Regensburg, Passau und Co. geht es nicht. Und "Metropolen" gibt es in Bayern genau 2: München und Nürnberg, Augsburg mit Abstrichen. München hatte im Gegensatz zu Nürnberg tatsächlich die Besonderheit, dass die Sender eben nicht in einem Haus untergebracht waren. In Nürnberg wechselte Ende der 90er, Anfang der 2000er Energy von Erlangen nach Nürnberg.

Es geht um die Verbindungen, die in den letzten Monaten und Jahren geschaffen wurden: Bamberg - Coburg - Hof, Würzburg - Schweinfurt, Landshut - Straubing, Regensburg - Ingolstadt. Es geht weiter im Süden mit Rosenheim... Alle diese Kooperationen haben Unterschiede (redaktionell etc.) Die Frage ist nur immer: Bleiben die lokalen Programme erhalten, oder entwickelt man daraus ein regionales Programm mit Lokalisierung. In München wird es darauf hinauslaufen, dass die Marke (also das Produkt "Charivari") erhalten bleibt, aber im Hintergrund von einer Redaktion für zwei Sender gearbeitet werden wird.

Und glaubt man aktuellen Zahlen, dann sind über 60% der Anbieter in Bayern aktuell nicht rentabel mit ihren Programmen. Die Berichterstattung in der Radioszene geht ja bundesweit von noch höheren Zahlen aus. Es werden also noch deutlich mehr "Fusionen" (sind es ja eigentlich nicht wirklich) kommen.
 
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Bei Charivari habe ich mich schon lange gefragt, welche Nische die eigentlich bedienen wollen.

In den 90ern gab es noch eine ganz klare Trennung zwischen Arabella, Charivari und Gong, aber mitterweile ist Arabella massiv jünger geworden und bedient genau die Zielgruppe zwischen dem alten Arabella und Gong, also das, was früher mal Charivari war. Charivari ist darauf etwas jünger geworden, aber eigentlich ist da kein Platz mehr, weil die jüngeren Hörer durch Gong, Energy, Antenne Bayern und Bayern 3 schon massiv überversorgt sind.
 
Bei Charivari habe ich mich schon lange gefragt, welche Nische die eigentlich bedienen wollen.

In den 90ern gab es noch eine ganz klare Trennung zwischen Arabella, Charivari und Gong.
Da ist was dran. Und der zweite Weg der Differenzierung über Inhalte beim Hörer bzw. einer Hörergruppe ist jetzt auch nicht unbedingt erkennbar. Ich kann ja mit 2 AC-Formaten zwei unterschiedliche Hörergruppen über die Inhalte ansprechen (über Stil und Ansprache, Familien mit Kindern oder Großstadtpärchen, Lifestyle, eher politisch regional informativ, unterhaltend oder bewusst boulevardesk…). Wo sind inhaltliche Schwerpunkte? Wo sind bei Charivari die Alleinstellungsmerkmale?! Die Definition über die Musik greift da ein bisschen kurz.
 
Wie waren die Sender in den Neunzigern positioniert?? Arabella Schlager, Gong das junge Radio und Charivari die eher älteren Titel??
Ganz genau.

Arabella sollte mit Schlagern, Volksmusik und Oldies ganz klar das "ältere" Segment bedienen, Gong war für die jungen Hörer gedacht (Energy kam ja erst 1994), und Charivari lag mit melodieorientierter, weitgehend aktueller Popmusik genau dazwischen. Eigentlich eine perfekte Aufteilung.
 
Arabella sollte mit Schlagern, Volksmusik und Oldies ganz klar das "ältere" Segment bedienen, Gong war für die jungen Hörer gedacht...und Charivari lag mit melodieorientierter, weitgehend aktueller Popmusik genau dazwischen.

Und jetzt ist Arabella ein Oldie-Format welches auch recht viele aktuelle Titel spielt, Gong ist in etwa gleich und Charivari ist irgendwie Hot AC und wird dazwischen zerrieben.

Frage: Gibt es am Wochenende nur noch diese eine moderierte Strecke von 8-12 Uhr am Samstag??
 
Die Entwicklung ist nicht ungefährlich. Sollte es Spotify schaffen, in die Musik auch redaktionelle Inhaltsschnipsel einzustreuen (im Zeitalter der KI ein Kinderspiel, und anders als beim konventionellen Radio können die Inhalte sogar personalisiert und damit für die einzelnen Hörer wesentlich interessanter sein), sind "Plattformsender" wie sie beschrieben werden, überflüssig.
 
I glaub, mit „Plattform“ is wos anders g’moant: Charivari erst amoi komplett ausdünna und dann olle Inhalte – wie d`Musi, d`Nachricht`n oda redaktionelle Beiträg – von außn eikafa. D’Moderation bleibt wahrscheinlich des Oanzige, wos no bei Charivari bleibt, voaproduziert versteht si. Und der moaste Content kimmt nachat ned von da BLR sondern von Arabella, wo da Til ja aa no Gschäftsfihra is. A Fuchs is a scho.
 
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Könntest du bitte die deutsche Sprache verwenden? Bayerisch gesprochen ist ja ganz charmant, aber Bayerisch ist nun wirklich keine Schriftsprache - das ist einfach nur grausam. Danke.
 
Durch den ersten Teil des Interviews musste ich mich wirklich durchquälen. Wie kann man so blasiert und emotionslos daherreden? Wo lernt man das? Episches Wirtschaftsblablubb in perfekter Schriftsprache abzuspulen?

Zitat: "Der lokale Radiomarkt steht vor einer strukturellen Anpassung. Das ist keine Krisendiagnose. Es ist die nüchterne Beschreibung eines Marktes, der historisch aus einer anderen Logik heraus gewachsen ist, als sie heute wirtschaftlich trägt."

Zur Einleitung heißt es:

Über Hintergründe, Ziele und die künftige Ausrichtung spricht 95.5 Charivari-Geschäftsführer Till Coenen mit RADIOSZENE.

Wurde hier wirklich gesprochen, oder hat der Mann einfach nur einen Fragenkatalog schriftlich beantwortet?

Zitat "Wir haben diese Anpassung bei 95.5 Charivari frühzeitig, klar und konsequent vollzogen. Das Betriebsmodell wurde grundlegend neu aufgesetzt: ein vertriebszentriertes System mit externem Content-Einkauf, Cloud-Playout und einer schlanken, steuerungsfähigen Organisation. Das hatte strukturelle Konsequenzen für Prozesse, Technologien, Raumbedarfe und Personal. Diese Konsequenzen waren der Inhalt der Entscheidung.

Übersetzung: Wir haben gespart, wo es nur geht. Mitarbeiter und Räumlichkeiten kosten nur Geld, also nach Möglichkeit einfach weg damit.
 
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Zitat "Wir haben diese Anpassung bei 95.5 Charivari frühzeitig, klar und konsequent vollzogen. Das Betriebsmodell wurde grundlegend neu aufgesetzt:.."
Ich kann diese Satzbausteine nicht mehr lesen. Die bekommen meine Augen mehr zu Gesicht, als meine Ohren Taylor Swift und Dua Lipa.

Das das Personal auch noch als letzter genannt wurde, grenzt in meiner Welt schon an Verachtung. Sorry

Mal eine provokante Frage: Warum brauche ich dann noch verschiedene Regionalsender, wenn irgendwann alle aus dem gleichen redaktionellen Pool versorgt werden? Mal ganz abgesehen von einem Informationsmonopol.
Sehe ich auch so. Das war bei der Einführung des (privaten) Rundfunks so nicht gedacht. Schon heute werden meist nur die Agenturmeldungen sowie Polizeiberichte abgelesen. Wer darin eine geheime Botschaft reinschmuggelt, bekommt sie wahrscheinlich auch so on-Air.
 
Bekommen wir hier gerade das Ende des Lokalfunks in Bayern mit?
Bessere Bedingungen, als über 2 Millionen potentielle Hörer bei minimalen Verbreitungskosten (1 Sender) gibt es doch nicht.
 
Mal eine provokante Frage:
Provokant geantwortet: Es ist völlig egal, wo die Musik herkommt, wo die Nachrichten herkommen, wo die Moderation eingesprochen wird. Die heutige Technik erlaubt es 100 verschiedene (oder noch mehr) Radioformate mit denselben Inhalten (Moderation, Beiträge) zu generieren. Und kein Hörer merkt den Unterschied. Das ist nun mal der heutige technische Zeitgeist. Insofern wird das Konzept sicher aufgehen. Und die paar Hörer, die Chari vielleicht deshalb verliert, gewinnt Arabella wieder. Also macht es fast keinen Unterschied.
 
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