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Quo vadis, Deutschlandradio?

  • Ersteller Ersteller CosmicKaizer
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Daraus:
Wenn der Deutschlandfunk die meisten seiner täglichen Fachmagazine abschafft oder themenübergreifend zusammenlegt, beraube er sich genau dessen, was ihn einzigartig macht, so die Sorge.(…)Viele befürchten, dass das Programm durch die Reform flacher und oberflächlicher wird, mit weniger tiefgründiger Expertise und damit verwechselbarer mit den Kultur- und Wortwellen der ARD-Anstalten.
So sehe ich es auch. Auch in Deutschlandfunk Kultur sind ja gemischte Themen in der Drive Time, das Hirn muss weniger aufnehmen, die Häppchen müssen bekömmlich sein.

Dies ist das Radio von heute; einzig und allein der Deutschlandfunk stach noch komplett heraus. Ich fürchte, dass man bald nicht mehr weiß, was auf den Tisch kommen wird.

Und 10 Minuten stündliche Nachrichten sind auch Geschmackssache und für mich nicht bekömmlich. Mir reichte dies im circa 2-Stundentakt völlig aus oder werden dann O-Töne oder Korrespondentenberichte gesendet?
 
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Nochmal der Blick outre-rhin: Wenn im Sommer die Morgensendung auf France Inter um eine Stunde verkürzt wird, brachten sie in den letzten Jahren an der Stelle ein philosophisches Gespräch. Sous le soleil de Platon. Das wäre so, als würde der Deutschlandfunk im Sommer von Montag bis Freitag Essay und Diskurs bringen, und zwar keine Wiederholungen, sondern alles neue Folgen.
 
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Das neue (sicher schön fluffige, für jeden zugängliche) Call-In-Format am Vormittag geht ja auch bis 12 (nicht, dass es am Ende auch noch so heißt...), es gibt also auch kein "Umwelt und Verbraucher" mehr...
 
Die Fachredaktionen müssen sich einem Pitch stellen bzw. durchsetzen. Wenn dies so kommen sollte, klingt es anstrengend für alle Seiten.

Jaaaa, Radiosendungen als Podcasts laufen nicht so gut (nur umgekehrt?!), aber dann lasst doch die wirklich hochwertigen Redaktionen ihre Beiträge und Sendungen machen und macht meinetwegen daraus einen „moderierten“ Podcast mit 2 quasselnden Leuten, die das aufbereiten. Aber es muss doch noch möglich sein, wirklich Inhaltsvolles ohne Musik und leichtem Gequatsche im Radio senden zu können.

Diese Hörer, wenn viele halt auch oft schon 70 Jahre oder älter sind, sollten auch bedient werden. Keine Brechstange ansetzen, sondern Reformen in kleinen Dosierungen durchführen. Danke.
 
Ich würde eher sagen, dahinter steckt die berechtigte Sorge um die Qualität des Programms,..
Dass kein Redakteur begeistert regiert, wenn seine Sendung verschwinden soll, liegt ja nun auf der Hand. Bei Reformen gibt es meistens/ immer auch Opfer.
Ob das ein qualitativer Abstieg wird, kann aber heute keiner wissen - das wird sich erst zeigen, wenn das neue Programm da ist.

Wie ich schon schrieb, finde ich durchaus, dass es beim DLF Reformen geben sollte - etwas weniger "Kraut und Rüben" wäre begrüßenswert. Was, nochmal, keine Kritik an der Qualität des Programmes ist. Und ich hoffe natürlich, dass diese Qualität bleibt.

Natürlich macht das zunäüchst mal nachdenklich, wenn eine Sendung fortan "Drive" heissen soll - da, wo man bislang "Information am Abend" zu hören pflegte.

"Der Sturm der Entrüstung" wird ausbleiben
Die gibt es ja schon in diesem Forum, obwohl man noch gar nicht weiss, wie das Ergebnis sich anhören wird.
 
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Natürlich macht das zunäüchst mal nachdenklich, wenn eine Sendung fortan "Drive" heissen soll - da, wo man bislang "Information am Abend" zu hören pflegte.
Das ist ja bisher nur der Arbeitstitel, logisch wäre sowas wie "Der Tag" (wie auch bei anderen Sendern schon früher mal), dummerweise heißt ja schon der Podcast den man ins Programm befördern will so...
 
Dass kein Redakteur begeistert regiert, wenn seine Sendung verschwinden soll, liegt ja nun auf der Hand. Bei Reformen gibt es meistens/ immer auch Opfer.
Ob das ein qualitativer Abstieg wird, kann aber heute keiner wissen - das wird sich erst zeigen, wenn das neue Programm da ist.

Wie ich schon schrieb, finde ich durchaus, dass es beim DLF Reformen geben sollte - etwas weniger "Kraut und Rüben" wäre begrüßenswert.
Mit der Geplanten Reform entsteht doch aber gerade mehr Kraut und Rüben, indem eine klare und eingängige Programmstruktur zugunsten großflächiger Sendestrecken aufgegeben wird. Beispiel Informationen am Abend: Heute bekomme ich in 30 Minuten kompakt aufbereitet alles Wichtige vom Tage, ob linear oder zum Nachhören übers Internet. Zukünftig muss ich 90 Minuten "Drive" einschalten, um gleichermaßen informiert zu werden. Das ergibt doch keinen Sinn, oder ich bin zu doof, ihn zu kapieren.
 
Frappierend ist doch, dass gerade das, was den Deutschlandfunk erfolgreich gemacht hat, nun abgeschafft werden soll – das Alleinstellungsmerkmal: Informationen am Morgen, am Mittag, am Abend soll zu Magazinen werden, ohne feste Sendeplätze.

Kraut und Rüben muss übrigens nicht ganz verkehrt sein. Bei France Inter wurde zum Beispiel gestern Morgen ab 8:20 Uhr kein geringerer als Salman Rushdie live im Studio interviewt (mit Video). Also nicht immer nur Politiker, sondern auch Kultur. Wechselnde Persönlichkeiten, was gerade wichtig ist. Würde der DLF so, wie er derzeit organisiert ist, nicht schaffen, wie man am Interview mit Margot Käßmann zu Paul Gerhardt gerade sah. Da hätte man die Kirchenredaktion gebraucht.
 
Was war denn falsch an dem Interview (außer, dass es bei der linearen Ausstrahlung technische Probleme gab)? Und gerade in den Informationen am Morgen kommen immer wieder Personen zu Wort, die mit Politik wenn überhaupt nur sehr am Rande zu tun haben.
 
Frappierend ist doch, dass gerade das, was den Deutschlandfunk erfolgreich gemacht hat, nun abgeschafft werden soll – das Alleinstellungsmerkmal: Informationen am Morgen, am Mittag, am Abend soll zu Magazinen werden, ohne feste Sendeplätze.

Kraut und Rüben muss übrigens nicht ganz verkehrt sein. Bei France Inter wurde zum Beispiel gestern Morgen ab 8:20 Uhr kein geringerer als Salman Rushdie live im Studio interviewt (mit Video). Also nicht immer nur Politiker, sondern auch Kultur. Wechselnde Persönlichkeiten, was gerade wichtig ist. Würde der DLF so, wie er derzeit organisiert ist, nicht schaffen, wie man am Interview mit Margot Käßmann zu Paul Gerhardt gerade sah. Da hätte man die Kirchenredaktion gebraucht.
Denkst du nicht, dass die Kirchenredaktion im Hintergrund das Interview mit vorbereitet haben könnte? Höre es mir gleich mal an.
Das, was du oben beschreibst, macht ja genau schon Deutschlandfunk Kultur.
 
Mit der Geplanten Reform entsteht doch aber gerade mehr Kraut und Rüben, indem eine klare und eingängige Programmstruktur zugunsten großflächiger Sendestrecken aufgegeben wird.
Klare und eingängige Programmstruktur? Die gibt es im DLF ab dem Nachmittag kaum, statt dessen eine Reihe von "Fachmagazinen", einfach aneinandergereiht. Medien, politische Bücher, zwischendurch Bildung. Aber gut, das ist ja ganz o.k. und lässt sich bei einem Wortprogramm gar nicht vermeiden.

Ich kann dieses "Drive" auch nicht einschätzten, deswegen sollten wir erstmal abwarten, wss da überhaupt kommt. Aber Inhalte müssen nicht streng abgegrenzt 20 Minuten dauern. Man hätte natürlich auch die Informationen am Abend entsprechend verlängern können. "Drive" klingt halt sehr stark nach Mainstream.

Wirklich Kraut und Rüben gibt es allerdngs danach und am Wochenende. Geistige Musik, Politk, religiöse Erbauung, wieder Politik, Gottesdienst, irgendwann Rockmusik usw., ich weiss, ich wiederhole mich. DLF Info und DLF Kultur müssen auch nicht gleichzeit zu bestimmten Zeiten klassische Musiks ausstrahlen. Ich hoffe, dass die Reform eben auch das Ergebnis trägt, dass sich die Sender in Zukunft klarer unterscheiden.
Kraut und Rüben muss übrigens nicht ganz verkehrt sein
France-Inter hat im Verhältnis schon ein ziemlich durchstrukturiertes Programm. Es wirkt stellenweise aber weniger bierernst wie das des DLF. Ich rede ja nicht davon, dass Politik auf Politik auf Politk folgen muss. Sondern dass zwischendurch z.b. bestimmte Musiksendungen stattfinden, die auf mich wie Fremdkörper wirken. Und die es wahrscheinlich nur gibt, weil es sie schon immer gab, oder weil man meint, man müsse immer noch ein Progrmam für alle machen.
Das ist ja bisher nur der Arbeitstitel, logisch wäre sowas wie "Der Tag"
Zustimmung. Insofern wird hier schon das Wild zerlegt, das noch gar nicht geschossen ist.. Und entscheidend ist am Ende sowieso der Inhalt, den doch noch gar keiner hier kennt.
 
"... dass man die Nachrichten zur vollen Stunde auf zehn Minuten verlängern wolle" - ich halte das nicht für vorteilhaft. Zu den graden vollen Stunden hat man es ja bereits auf fast 10 Minuten. Für mich ist das ein Umschaltfaktor. Nachrichtenmeldungen vorlesen kann jeder Superhitsender, nur dort eben in 2-3 Minuten.
Da braucht man keine großen Redaktionen für. Die Stärke und das Interessante am DLF sind morgens Hintergrundberichte, Interviews, Presseschau und Ähnliches.
 
ich halte das nicht für vorteilhaft. Zu den graden vollen Stunden hat man es ja bereits auf fast 10 Minuten. Für mich ist das ein Umschaltfaktor. Nachrichtenmeldungen vorlesen kann jeder Superhitsender, nur dort eben in 2-3 Minuten.
Gerade die ausführlichen Sprechernachrichten des DLF sind für mich ein absoluter Einschaltfaktor und mit diesem hingerotzten 2-Minuten Welt-Bielefeld-Boulevardgedöns anderer Sender gar nicht zu vergleichen.
Das jetzige Programmschema hat auch den Vorteil, dass ich weiß, wann ich einschalte und auch immer wieder zurückkomme. Und wann ich etwas anderes höre, weil - „mehrfach ausprobiert, aber die Thematik gar nicht von Interesse“.
 
Nachrichtenmeldungen vorlesen kann jeder Superhitsender,
Wow, das ist jetzt so, als wenn man Mozart mit Boney M. vergleicht...

Tatsächlich beschränken sich die Nachrichten bei jenen Privaten meist auf Schlagzeilen, zuweilen schon mal gefolgt von peinlicher Eigenwerbung (Hörer XZ hat heute bei Radio....den Jackpot geknackt!), wie ich es schon bei RPR gehört habe. Und weil man bei den Privaten Wert auf Regionales legt - was ja im Prinzip zu begrüßen wäre - kommt nach Meldungen über Putin und Trump gleich noch der Hinweis auf die Aktion des Autohauses soundso...

Wer 10 Minuten Nachrichten nicht verträgt, der wird aber wahrscheinlch ein anspruchsvolles Wortprogramm noch weniger vertragen. Ob die jetzt 10, 15, 7 oder 5 Minuten dauern müssen, ist eine andere Sache. Aber Hauptsache, keine Schlagzeilen, die mal eben aus dem Ticker kamen..
 
Und weil man bei den Privaten Wert auf Regionales legt - was ja im Prinzip zu begrüßen wäre - kommt nach Meldungen über Putin und Trump gleich noch der Hinweis auf die Aktion des Autohauses soundso...
Oder umgekehrt.
Wer 10 Minuten Nachrichten nicht verträgt, der wird aber wahrscheinlch ein anspruchsvolles Wortprogramm noch weniger vertragen. Ob die jetzt 10, 15, 7 oder 5 Minuten dauern müssen, ist eine andere Sache. Aber Hauptsache, keine Schlagzeilen, die mal eben aus dem Ticker kamen..
So ist es. Und es ist auch eine Frage des Vertrauens. Beim DLF kann ich mir ziemlich sicher sein, dass die Nachrichten so aufbereitet werden, dass Relevantes enthalten und Unwichtiges draußen ist. Dass Regionales dabei nicht die große rolle spielt, ist wegen des bundesweiten Auftrags logisch.
 
Deutschlandradio hat mit seinen drei Wellen DLF, Kultur und Nova ein Qualitätsproblem: "Zu gut für Reformen? - Nach oben ist kaum noch Luft!" - Trotzdem sind vorsichtige Änderungen nötig: "Wer sich nicht bewegt, ist tot!" ...
Rückblickend war der Verzicht auf Verkehrsmeldungen ein Verlust, ist aber als strategisch gut begründet akzeptiert. Ähnlich der für viele schmerzvolle Abschied vom "Mitternachtskrimi"; verdrängt von "Fazit". Immerhin bietet das Kompensation; auch diese Reform war strategisch nachvollziehbar.
Zukünftig vertraue ich den DRadio-Programmmachern:
DLF-Nova wurde experimentell als Labor an den Start gebracht: Ein mutiger Schritt, innovative Ideen und ständige Reformen und Weiterentwicklungen, ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
DLF und DLF-Kultur sind die Leuchttürme in der bundesweiten Radiolandschaft. In meinem Umfeld kenne ich niemand, der beide Wellen enthusiastisch hört: Meist ist das eine Folge der unterschiedlichen Empfangbarkeit via UKW. Hier in Hannover ist DLF-Kultur wesentlich schlechter empfangbar als DLF.
FRAGE: "Gibt es eine Untersuchung zur Struktur der Stammhörer von DLF und DLF-Kultur?"
Inhaltlich sind beide Sender anspruchsvoll, bieten Vollprogramme, die kaum Wünsche offen lassen. In der Praxis wird jeder 'sein' Deutschlandradio, ob nun DLF oder DLF-Kultur, bevorzugen. Unrealistisch, dass jemand hektisch zwischen DLF und DLF-Kultur hin- und herschaltet. Da sehe ich wenig problematisch, wenn z. B. Klassik-Musiksendungen parallel laufen. Unterschwellig könnte man Angst haben, eine Perle im Angebot des anderen Senders zu verpassen. Eine weitere scharfe Umstellung und so Zersplitterung von DLF und DLF-Kultur von zwei Vollprogrammen zu zwei Spartensendern halte ich nicht für wünschenswert.
 
Also ich höre beide Sender gleichermaßen. Dazu auch andere Sender. Je nach Tag, Uhrzeit und Sendung. Im Fernsehen habe ich ja auch nicht nur einen Sender an.
 
Wer beide Sender - DLF und DLF-Kultur - gut kennt, kann leicht umschalten, wenn hier oder dort nach eigenen Interessen subjektiv gefühlt bessere Angebote gesendet werden. - Am Ende des Tages werden viele Hörer 'ihren' Sender finden.
 
Wer 10 Minuten Nachrichten nicht verträgt, der wird aber wahrscheinlch ein anspruchsvolles Wortprogramm noch weniger vertragen. Ob die jetzt 10, 15, 7 oder 5 Minuten dauern müssen, ist eine andere Sache.
Nachrichten sind für einen ersten Überblick gut. Danach oft nur noch redundant. Stündliche 10-Minüter sind für mich auch ein Killer. Schon die halbstündlichen 5-Minüter empfinde ich bei längerem Hören als unnötige Wiederholung, aber das ist ein zu verkraftender Kompromiss.
 
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Das aktuelle DLF-Nachrichtenraster:
10' zu jeder geraden vollen Stunde
5' zu jeder ungeraden vollen Stunde
5' zu jeder halben Stunde
ist okay! - Um 10 nur 8' ? - Ausnahmen bestätigen die Regel!
"No Go!" wäre ein Eindampfen auf ein 3'-Gestammel reduziert, wie z. B. auf NDR2.
Viele kritisieren das DLF-Nachrichten-Raster als zu dicht; die Wiederholungen seien nervig und langweilig. Wer genauer zuhört, wird bemerken, dass die Nachrichten 'on the fly' ständig redaktionell überarbeitet und angepasst werden!
 
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Wer genauer zuhört, wird bemerken, dass die Nachrichten 'on the fly' ständig redaktionell überarbeitet und angepasst werden!
Natürlich. Aber innerhalb einer halben Stunde ändern sich, wenn überhaupt, ein paar Prozent der Meldungen. Die restlichen drei Minuten habe ich exakt so schon vor 25 Minuten gehört.
 
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Vielleicht werden die Nachrichten um halb ja wenn zur vollen Stunde immer 10 Minuten lange kommen auf eine kürzere Version geändert, so sie denn dann überhaupt bleiben.
 
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