• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Quo vadis, Deutschlandradio?

  • Ersteller Ersteller CosmicKaizer
  • Erstellt am Erstellt am
Rückblickend war der Verzicht auf Verkehrsmeldungen ein Verlust
Würde ich nicht sagen. Tatsächlich wurden die Verkehrsmeldungen in der Vergangenheit zuweilen damit begründet, man könne durchgehend den den gleichen Sender hören, wenn man auf Autobahnen unterwegs sei und Sendegebiete der jeweiligen AfD-Stationen wechsle. Was natürlich immer auch empfangsbedingt war. Deswegen hat man ja gerne LW gehört.
wenn hier oder dort nach eigenen Interessen subjektiv gefühlt bessere Angebote gesendet werden.
Genau das ist leider nicht der Fall. Wer am Sonntagnachmittag nicht die E-Musik bei DLF-Kultur hören möchte, der ist auch nicht unbedingt scharf auf Rock bei DLF (Info). Es gibt einige Abende, da spielen beide Sender E-Musik. Und wer Kakado (für Kids) nicht mag, der wechselt eben zur religiösen Erbauung?

Klar, perfekt wird es nie. Wortprogramme stehen oft für spezifische Themen.
Danach oft nur noch redundant.
Natürlich trifft das auf Nachrichten zu. Die Idee ist eben, dass Hörer, die zur vollen oder halben Stunde einschalten, informiert werden - nicht, dass man jenen, die länger zuhören, Wiederholungen serviert. Das mögen manche als lästiges Dilemma empfinden - ich nicht. Damit muss man bei einem Informationssender einfach leben. Das ist übrigens überall gleich, auch im Ausland, bei NPO Radio 1 in den Niederlanden, bei France Inter/Info, bei BBC Rado Live/Four, beim US-NPR usw usw usw.

Die vielen ARD-Radios mit ihren vier Meldungen in zwei Minuten machen es eben anders. Für mich sind das keine richtigen Nachrichtensendungen mehr.
 
Wer am Sonntagnachmittag nicht die E-Musik bei DLF-Kultur hören möchte, der ist auch nicht unbedingt scharf auf Rock bei DLF (Info). Es gibt einige Abende, da spielen beide Sender E-Musik. Und wer Kakado (für Kids) nicht mag, der wechselt eben zur religiösen Erbauung?
Zum Einen: Wir leben in Zeiten, in denen es mehr als 2 Programme gibt.
Zum Anderen: Selbst in den Zeiten, als es nur 2 bis 3 Programme zur Auswahl gab, war auch nicht immer für jeden was dabei.
 
So ist es. Und deswegen hat es gerade der DLF nicht nötig, Programme für alle zu machen. Wer einen Informationssender einschaltet, der möchte keine Rockmusik oder einen Gottesdienst hören.

Der DLF ist kein Informationssender. Der Dradio Staatsvertrag macht keine Vorgaben, was in welchem Programm auszustrahlen ist. Er regelt nur, dass Programme mit den Schwerpunkten Information, Bildung und Kultur zu veranstalten sind.
 
Magazine in der Drivetime?
Heißt das etwa, da wird es zukünftig Musik zwischen den Beiträgen geben?? Ich möchte ran an die ausführlichen Inhalte! Musik ist da nur Zeitverschwendung. Musik ist mein Ausschaltimpuls, z. B. bei Bayern 2. Wenn Musik, dann höre ich Musiksendungen.

Die Leute hören dann Radio, wenn sie Zeit haben?
Seitdem man im DLF Zugriff auf die letzten 24 Stunden Programm hat, höre ich auch die 25-minütigen Fachmagazine sehr gerne - dann wenn ich Zeit habe, weil zu den Sendezeiten hatte ich die noch nie. Ich orientiere mich dabei beim Auffinden durchaus an der ursprünglichen Sendezeit.

Für selbsterstellte Wortsendungen könnte der DLF - aus meiner Sicht juristisch problemlos - die Vorhaltezeit von 24 Stunden auf 5 Jahre ausdehnen und diese Art des Radio (nach)hören fördern. Das fände ich der Zukunft zugewandt. Bitte nicht die nächste Magazinsendung, Herrje!
 
Zuletzt bearbeitet:
Der DLF ist kein Informationssender.
Was ist er dann? Für viele in DE ist er DER Informationssender schlechthin. Und natürlich macht es Sinn, programmliche Schwerpunkte zu setzen, wenn der nationale Rundfunk drei Programme hat. Es wäre ausserordentlich sinnlos, in jedem Programm ALLES unterbringen zu wollen.
Ist es schon soweit..
Einer muss den Anfang machen... Ein Freudscher Fehler, ich gebe es zu. 🤣
 
Und 10 Minuten stündliche Nachrichten sind auch Geschmackssache und für mich nicht bekömmlich. Mir reichte dies im circa 2-Stundentakt völlig aus oder werden dann O-Töne oder Korrespondentenberichte gesendet?
Wenn jemand um 7.00 einschaltet und bis 8.15 durchhört, 25 Minuten Nachrichten und zu 95 % um 8.00 das gleiche wie um 7.00.
Auch für mich in der Länge nicht bekömmlich.
 
Die gestrige Sonnabendausgabe der Informationen am Morgen mit Tobi Strauß von WDR 2 war wahrscheinlich schon ein kleiner Vorgeschmack auf den "neuen Deutschlandfunk": "Mit uns kommen Sie gut informiert in den Tag...", vergleichsweise lockere Interview-Talks und zum Schluss: "Ich bin Tobias Strauß und raus...".

Aber mir hat seine Sendung gut gefallen und ich hoffe, ihn nun häufiger zu hören: Eine etwas lockerere und positivere Ansprache fände ich für den Deutschlandfunk tatsächlich angebracht, um jüngere Leute für das Programm zu gewinnen und auch eine gewisse Zuversicht mitzugeben. Denn nach meiner Beobachtung besteht auch für die Hörerinnen und Hörer des Deutschlandfunk gerade der Sonnabend nicht nur aus Sorgen vor der AfD, dem Klima oder Donald Trump.

Ich vermute, der "neue Deutschlandfunk" wird also ein etwas formelleres WDR 2, vielleicht wie WDR 5: Fände ich schon in Ordnung.
 
Das sagt er dann wohl immer und überall, bei WDR 5 ist er ja auch beim schon etwas lockereren Zeitfunk angekommen.

Ganz das Gegenteil zum hier aktuell portraitierten:
 
Zuletzt bearbeitet:
https://www.sueddeutsche.de/medien/deutschlandfunk-programm-reform-radio-kritik-podcast-li.3498837 (€)
Intern umstritten ist die Reform auch deshalb, weil in der Belegschaft die Auffassung vorherrscht, dass die Hörerinnen und Hörer bestimmte Sendungen gezielt einschalten. Aus Sicht von Jona Teichmann ist das die Lebenslüge des Deutschlandfunks, folglich bietet die Reform die Gelegenheit, sich von dieser lieb gewonnenen vermeintlichen Wahrheit zu lösen: „Alles, was wir aus der Medienforschung wissen, ist: Die Leute schalten in der großen Mehrheit nicht gezielt bestimmte Sendungen ein. Sie hören uns, wenn sie Zeit haben und weil sie uns grundsätzlich gut finden. Sie erwarten, dass sie, wann immer sie zuhören, etwas Besonderes geliefert bekommen.“

Das klappt schon deswegen nicht, weil etwas Besonderes nix Besonderes mehr ist, wenn es „immer“ kommt.

Das Deutschlandradio sollte lieber in die Nachhörfunktion investieren, um diese zu populariseren.
Das könnte aus meiner Sicht sogar soweit gehen mit einem Gerätehersteller zusammenzuarbeiten, um eine DLF Edition herauszubringen: Ein Radio mit großem Display für die Programmübersicht und unübersehbarem Nachhörknopf.

(Das ÖR-TV kann das schon lange, Stichwort HbbTV.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Immer die gleiche Diskussion. Wozu überhaupt noch Live-Radio, wenn die Leute doch nur zufällig einschalten? Eine blöde Frage. Denn dann könnte man in der Tat fast alle Programme abschalten, und durch Abo-Radio ersetzen. Jeder schaltet ein, wann er Zeit und Lust hat, um dann garantiert das zu hören, was ihm gefällt. Mit anderen Worten: Das ist das Ende des Öffentlichen Rundfunks, der ja mehr sein soll, als die privaten Dauerunterhalter - aber in vielen seiner Programme genau so klingt, höchstens mit weniger Werbung.

Wenn ich morgens das Radio einschalte, dann weil ich die Informationen am Morgen hören will - nicht weil ich auf etwas Besonderes hoffe. Wenn ich Samstagvormittag das Journal einschalte, hoffe ich, informiert und unterhalten zu werden,. Mit unterschiedlichen Themen, und vielleicht schalte ich tatsächlich ab, wenn mich das Thema nervt. Aber das mache ich auch, wenn ich mal wieder SWR1 einschalte (weil ich sonst nichts finde), und gleich wieder verschwinde, weil ich schon wieder mit Queen oder Abba belästigt werde.

Der DLF ist kein "durchhörbarer" Sender, besonders merkt man das am Wochenende. Aber auch am Nachmittag, wenn Medien, Forschung und Technik sich mit Büchern, Wirtschaft und natürlich Politik abwechseln. Aber das ist das Schicksal aller Sender, die auf das Wort setzen, und mehr sein wollen, als ein Live-Info-Radio mit seinen nervigen 5- oder 10-Minuten-Blöcken.

Und natürlich hat(te) Radio mal eine Stärke, die es scheinbar vergessen hat: Es konnte ganz schnell über Aktuelles berichten, das gerade eben passiert ist. Sicher, das gibt es mittlerweile auch im Internet, allerdings oft entweder auf Meinungsseiten oder hinter Bezahlschranken versteckt.
 
Gezielte Einschalthörer als Lebenslüge, das stimmt auch mich nicht gerade zuversichtlich. Manche Themen interessieren mich, andere nicht (oder zumindest weniger). Deshalb bin ich bei "Wirtschaft am Mittag" und "Deutschland heute" dabei, zu "Campus und Karriere" aber wieder weg. Und weil heute Mittwoch ist: In den "Querköpfen" freue ich mich gemäß dem Untertitel über "Kabarett, Comedy und schräge Lieder", möchte aber von humorlosen Film- oder Theaterkritiken verschont bleiben.

Bestimmte Themenfelder lassen sich sicherlich neu kombinieren: Wissenschaft und Umwelt passen mitunter besser zusammen als Umwelt und Verbraucher. Und die Drivetime-Zeitfunkschiene könnte für mich attraktiv werden, wenn man sie ähnlich aufzieht wie jetzt die "Informationen am Mittag". Letztlich wohl eine Frage der individuellen Tagesroutine, wann man wo wie viel Aktualität haben möchte. Es bleibt die Hoffnung, dass die kommende Reform nicht als Vorstufe zu einer noch beliebigeren "Am Vormittag/Nachmittag/Abend"-Struktur umgesetzt wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der DLF ist kein "durchhörbarer" Sender,
"Doch!"
(Widerspruch zur These von @gasthörer in #2516, DLF sei nicht durchhörbar.)
Und natürlich hat(te) Radio mal eine Stärke, die es scheinbar vergessen hat: Es konnte ganz schnell über Aktuelles berichten, das gerade eben passiert ist.
Im linearen Radio ist DLF mit seinem engen Nachrichtenraster nah dran am: "Jetzt!"
Es bleibt die Hoffnung, dass die kommende Reform nicht als Vorstufe zu einer noch beliebigeren "Am Vormittag/Nachmittag/Abend"-Struktur umgesetzt wird.
 
Der DLF ist kein "durchhörbarer" Sender, besonders merkt man das am Wochenende.
Die einen sagen so, die anderen sagen so.
Gerade am Sonntag habe ich für meine Hörgewohnheiten nicht viel auszusetzen, es ist auch, aus der persönlichen Situation heraus der Tag, an dem ich lange im Auto sitze und deshalb gut zuhören kann; daher nicht zu verallgemeinern.
Wenn die Fahrt gegen 15 Uhr startet:
- Rock et cetera —> mag ich, habe ich vor der on-Demand-Zeit auch auf Band oder DAT mitgeschnitten.
- dann der Büchermarkt, meistens interessant, aber nie ohne Erkenntnisgewinn, auch wenn diese ist, ein bestimmtes Buch sicher nicht zu lesen.
- Podcast „KI verstehen“. Mal wieder Konserve mit Podcastansprechhaltung im Radio, naja, nicht der Schlechteste. Thema interessiert mich, die Darreichungsform weniger, aber kein Grund, den Sender zu wechseln.
- dann Kulturfragen, Kultur am Wochenende, Informationen am Abend, Sport und Kommentare. Alles klassischer und interessanter Zeitfunk.

Erst gegen 20:00 bin ich weg, weil ich dann langsam das Fahrziel erreicht habe und das Feature nicht ohne Unterbrechung zu Ende hören könnte. Wenn‘s mich interessiert, ist das der klassische on-demand-Inhalt, den ich dann nachhöre.

Nur eine Einzelmeinung, aber der Sonntagnachmittag ist für mich fast optimal. Und so ein Exot bin ich sicher nicht, dass man das thematisch ändern oder unübersichtlich über eine Fläche verstreuen müsste.
Auch das Musikmagazin lässt mich wegen der stündlichen Nachrichten und den später erfolgenden Informationen am Abend nicht denken, „irgendwas zu verpassen“.
 
"Doch!"
(Widerspruch zur These von @gasthörer in #2516, DLF sei nicht durchhörbar.)
Die einen sagen so, die anderen sagen so.
So isses. Beispiel Sonntag: Spätestens bei der religiösen Erbauung schalte ich ab, den Gottesdienst spare ich mir auch. Bei der Geislichten Musik schlafe ich noch.

Ab 11:00 geht es, da kann ich durchhören, aber die Rock-Musik mag ich nicht. Am Abend ist die Sache eindeutig, wer keine Klassik mag, hört sicher keinen DLF.

Samstagvormittag ist recht informativ und unterhaltsam, Klassik-Pop-Etc. gut gemacht, aber trotzdem nehme ich mir die Freiheit, abzuschalten, wenn ich mit der Musik dort nichts anfangen kann.

Während der Woche geht es dann eher um den Nachmittag. Natürlich kann man "durchhören", aber warum sollte ich, wenn etwas läuft, was micht nicht interessiert?

Aber, nochmal: Das ist kein Argument gegen den DLF: Reine Wortsender haben immer auch spezifische Sendungen mit einer ganz bestimmten Hörerschaft im Programm.
Einige Sendungen finde ich allerdings fehlt am Platz, sie sollten entweder in DLF-Kultur stattfinden (z.B. die Musiksendungen) oder als Zusatzgebot ARD-weit stattfinden (die Gottesdienstübertragungen).
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mit der „religiösen Erbauung“ lese ich nun zum 4. Mal von dir hier, verstanden.

Die „Informationen am Morgen“ machen das etwas vor (Politik, Wirtschaft, Kultur/Wissenschaft, Sport,…) wenn dies in Zukunft auch zu anderen Uhrzeiten so klingen sollte, wäre dies ja okay. Aber ich befürchte Musik zwischen Beiträgen à la Deutschlandfunk Kultur Studio 9.

Das wäre schade.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben