Denkbar ist aber auch, dass beide Sender sich auf einen Sender verschmelzen.
Das, wiederum, fände ich gar nicht gut. Dann wird der DLF ja noch "bunter". Ich schätze mal, die beliebtesten Sendungen im DLF sind die Magazin- und Nachrichtensendungen - besonders die Informationen am Morgen scheinen für viele ein "Muss" zu sein.
Aber der DLF sendet eben auch viel "Kultur", so wie DLF Kultur halt auch Politik. Die Gründung von Deutschlandradio Kultur hat auf das Programmangebot des DLF überhaupt keinen Einfluss gehabt, was mich wundert. Im Grunde senden beide Stationen nebeneinander her, als wenn sie nicht viel miteinander zu tun hätten - auch wenn die eine oder andere Sendung auf beiden Kanälen ausgestrahlt wird (wie z.B. die lange Nacht).
Ich finde nach wie vor, dass die Programme des DLF Teil einer modifizierten Rundfunkstruktur in DE sein sollten. Während der DLF nationale Programme liefert (Information, Kultur, Jugend) sollten sich die Landesfunkhäuser mit Informationsprogrammen auf ihre jeweiligen Sendegebiete konzentrieren. Daneben könnte man diverse digitale und bundesweite Zusatzangebote (Klassik, Pop, Schlager) bereitstellen.
Im Moment geht die Entwicklung eher Richtung Chaos: Neben dem nationalen Rundfunk gibt es durch Übernahmen und Kooperation zwischen den ARD-Anstalten gleichfalls pseudo-bundesweite Programme, wenn auch in einem anderen Programmsegment und meist eher flach, d.h. mit Dudelprogrammen.
Insgesamt finde ich das alles ziemlich durcheinander, weil wenig koordiniert, was natürlich auch den diversen Kompetenzen geschuldet ist.
Ich muss immer wieder auf die BBC verweisen, wo manches besser zu sein scheint: Die regionalen und lokalen Sender bringen wirklich jede Menge Information aus ihrem Sendegebiet (und nicht bloß dämliche Oldie-Shows), BBC4 bringt Wort - Kultur und Information, BBC5 Live das, was bei uns die Infoprogramme liefern, aber eben national und nicht in sechsfacher Ausführung nebeneinander.