• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Quo vadis, Deutschlandradio?

  • Ersteller Ersteller CosmicKaizer
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Sind wir schon im Sommerloch?
Die DLF-Nachrichtenredaktion fand es gestern in den normalen Nachrichten berichtenswert, dass eine frühere WDR-Rundfunkratsvorsitzende im Alter von 77 Jahren verstorben sei. Ich hatte jedenfalls bis dato noch nie etwas von Frau Hieronymi gehört. Selbst tagesschau.de hat darin keinen Nachrichtenwert erkannt.

 
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Wenn man sich öfter mit deren Sitzungen beschäftigt hat war auch ihr Name ein Begriff, RADIOSZENE meldet es natürlich auch, aber von überregionaler Bedeutung? Wohl weniger.
 
Die DLF-Nachrichtenredaktion fand es gestern in den normalen Nachrichten berichtenswert, dass eine frühere WDR-Rundfunkratsvorsitzende im Alter von 77 Jahren verstorben sei.
Ist halt eine Meldung aus dem Bereich "Medien" und ehemalige EP-Abgeordnete. Außerdem: Es ist nicht so einfach, 8 oder 9 Minuten Nachrichten zu senden, wenn nichts da ist. Da kommt halt auch mal sowas hinein. Schlimm finde ich es nicht. Bei einer 4'30"-Sendung hätte ich es nicht gebraucht.
 
Als Profi hört man, wenn Meldungen künstlich aufgebläht sind, damit einfach Zeit geschunden wird. Aber manchmal ist es doch ganz schön, etwas ausführlicher zu hören statt nur in kurzen Häppchen wie es doch inzwischen auf sehr vielen Kanälen üblich ist...
 
Ja, schon um den Radioforen-Shitstorm zu vermeiden,
An welche "Radioforen-Shitstorms" in den letzten fünf Jahren müsste man sich erinnern?

 
"Die Nachrichten!" ist die klare Ansage auf DLF. DLF ist 'bemüht' das Raster voll- und halbstündlich - und dazu auch noch pünktlich! - zu liefern. - "Danke!" - Ob nun 5, 9, oder 10 Minuten?
Dieses starre Korsett ist etwas strange. Aber im Vergleich zu dem was viele andere Sender als 'Nachrichten' in 3 Minuten ausdudeln ... einfach: Besser!
 
Egal welchen DLF-Sender man einschaltet, irgendwo laufen gerade "Die Erschöpften". Ok, leicht übertrieben, aber am Wochenende war es zumindest bei mir so. Stets halte ich nur einige Sekunden durch und muss angesichts dieses Quarks umschalten. Mir fehlt echt die Phantasie mir einen Hörer vorzustellen, der sich davon alle zehn Folgen antut. Jemand hier anwesend, der das zugibt?
 
Ich habe es nicht gehört, aber im DLF und im DLF Kultur gibt es jeweils einen Sendeplatz pro Woche für Lang-Hörspiele; im DLF samstags um 20 Uhr, im DLF Kultur sonntags um 18:30 Uhr. Da es sich um eine neue und Eigenproduktion handelt, hat man sich entschieden, es auf beiden Sendeplätzen zu bringen; normalerweise laufen dort unterschiedliche Hörspiele.
 
Leider nimmt das mit dem Ausstrahlen auf beiden Sendeplätzen in letzter Zeit überhand. Mir fällt das nicht nur bei den Hörspielen auf, sondern auch beim Feature. Hinzu kommt, dass z.B. beim Krimi-Termin auf DLF nur noch eigenproduktionen aus den letzten 20 Jahren gesendet werden. Manche davon kann man mittlerweile auswendig mitsprechen, so oft sind sie gelaufen.
 
Neulich hat Spotify neue Jubelmeldungen veröffentlicht und die journalistische Begleitung war, nun ja, verbesserungswürdig: https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-4172.html#sprung3

Was machte der DLF? Der wiederholt zur besten Sendezeit ein zwei Jahre altes Feature - ohne Aktualisierungen. Zu einem Thema, bei dem seit der Produktion nun doch sicher so einiges passiert ist. Eigentlich hätte das unter "Aus den Archiven" laufen müssen. ;)

https://www.hoerspielundfeature.de/freistil-selling-out-or-giving-up-100.html

PS: "Selling Out or Giving Up" von Mike Herbstreuth war damals eine sehr gute Sendung und damit würdig, fortgesetzt zu werden. Auch hier gilt in der Praxis wohl das, womit der Ben endet: "Eher: Gemeinsam für einen schwachen Musikjournalismus."
 
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Na toll, jetzt muss ich den @ricochet machen und in einem weiteren Thread allein vor mich hinbabbeln.

Aber: Vermisst eigentlich noch jemand das gedruckte DLF Magazin?

Der als besserer Ersatz versprochene Newsletter ist eine wunderbare Fundgrube für alle, die das DNA-helix-like komplexe Sender-Organigramm des DLF erstellen möchten. Denn jeder mit einem schönen Titel muss beim Newsletter wohl mal ran.

Diese Woche begeistern uns gleich zwei Angestellte (aus "Abteilung Hintergrund und Politik/Zeitfragen") mit folgendem, intellektuell kaum steigerbaren Einstieg (alles sic!):

"Liebe Leserinnen und Leser,

Rechte Parteien erleben einen Aufschwung in Deutschland. Wie konnte das passieren, 80 Jahre, nachdem mit dem Ende der NS-Herrschaft auch die rechte Ideologie gründlich diskreditiert war? „Weil sich die Neue Rechte modernisiert und mit der Alten Rechten gebrochen hat“, heißt es aus dem neurechten Spektrum. Aber: Ist das so? In vier Folgen begibt sich die Feature-Reihe „Deutsches Denken – Rechte Intellektuelle der Bundesrepublik“ auf die Spuren rechter Theorien. Verfolgen Sie, wie die Journalisten Sebastian Friedrich und Nils Schniederjann die Fundamente rechten Denkens freilegen: Ihr Blick auf aktuelle Debatten wird sich schärfen, versprochen.

Weitere Hörtipps
Soziale Ungleichheit − Lieber reich erben als hart arbeiten?
Atomkraft in Japan – Fukushima sucht neue Bürger "


Darunter noch ein dicker Button "Diesen Newsletter abonnieren", da ich den Newsletter stets an alle meine Kontakte weiterleite. Diesen teile ich gleich noch meine Beruhigung mit, dass es scheinbar in nur vier Folgen keinen Platz dafür gab, das mit den Rechten in der "DDR" zu beleuchten. Aber wenigstens wurde der Blick von zwei Journalisten geschärft.

Dann haut auch der "Leiter Hauptabteilung Programmmanagement" noch einen Ossi-"Geheimtipp" raus:

"Ein junger Sachse mit kurdischen Wurzeln, der nach dem Tod seines Vaters zwischen Dönerladen und Studium steht – schon die erste Folge von „German Dreams“ hat mich ins Herz getroffen: Verantwortung, Trauer, Aufbruch. So roh, so nah. Die Geschichten aus der „Migra-Bubble“, die Minh Thu Tran und Josef Mirzad einfangen, zeigen: Heimat ist nicht nur ein Ort. Sie entsteht dort, wo Menschen bleiben, zweifeln, hoffen. Mit der Sprache werden nicht alle sofort „relaten“ können – doch wer sich darauf einlässt, hört das Echo vieler Generationen. Die fünf Episoden zeigen: Deutschland ist das Land, in dem Träume wahr werden können."

Dann ist ja alles gut und ich entscheide mich relatet fürs "Lieber reich erben". 💸
 
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Ich finde die Nachrichten bei DLF gut!
Ich auch. Ich finde sie ausführlich, unaufgeregt, informativ, ganz anders als auf den "üblichen" Stationen - damit meine ich andere ÖR-Programme, wie eben die ganzen Oldiesender. Dort hat man zunehmend den Eindruck, die eine oder andere Nachricht müsse noch schnell raus, aber dann kehren wir noch schneller zurück zur Musik. Nachrichten sind nur noch notwendiges Übel, auf die man aber nicht verzichten kann.

Ich bedauere sogar, dass beim DLF der Informationsanteil am Wochenende nicht größer ist. Aber wer sich das Programmschema über die Jahre vergegenwärtigt, der wird feststellen, dass sich nicht allzu viel geändert hat. Die "Journale" am Vormittag (so wurden sie ursprünglich genannt) gibt es schon dreißig Jahre oder länger. Der DFL begann einst als Gemischtwarenladen, und z.T. ist er das noch immer. Dank der Verflachung der ARD-Programme besitzt er mittlerweile allerdings auch eine Sonderrolle als Informationsmedium. Die Info-Radios kommen da noch lange nicht mit, zumal sie an der alten ARD-Krankheit leiden: Sie wursteln weitgehend nebeneinander her, anstatt vereint ein qualitativ hochwertiges Programm zu bieten.

Der DLF wird allerdings um Reformen nicht herumkommen. Noch mehr Konzentration auf Information scheint mit ratsam. Auch wenn dadurch zweifellos qualitativ hochwertiges verloren geht. Aber das sollte dann zur Kultur wechseln.
 
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