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Quo vadis, Deutschlandradio?

  • Ersteller Ersteller CosmicKaizer
  • Erstellt am Erstellt am
Fûr Frühaufsteher, die sich via Radio informieren wollen, gibt es demnächst wohl nur noch die gleichgeschalteten Nachrichtendudler. Wir leben ja auch im Zeitalter der Desinformation. Es lebe der Podcast. Halleluja
 
Kann man denn die Hörer erziehen
Nach Deiner Logik wäre jede Programmgestaltung "Erziehung". Streiche ich ein Wortprogramm und ersetze ich es durch Musik, erziehe ich den Hörer dann?

Es geht gar nicht darum Programme zu streichen, sondern höchstens zu verlagern. Was einerseits sinnvoll ist - niemandem hilft ein Kraut- und Rüben-Programmplan, andererseits auch hörerfreundlicher ist: Der Kulturfreund weiss, wo er sein Kulturprogramm findet, und der, der sich informieren will, muss nicht nachschauen, ob im DLF nicht gerade eine Sendung für Neue Musik läuft.
 
Ich mache mir Sorgen um die Themenvielfalt. Werden beispielsweise die wochentäglichen Vormittagssendungen mit Themenschwerpunkten in der Form erhalten bleiben?

Ein Start um 6 Uhr ist außerdem schon ein Einschnitt. Wird dann die "Radionacht Information" um eine Stunde verlängert? Was passiert überhaupt mit der Radionacht?

niemandem hilft ein Kraut- und Rüben-Programmplan
Ich empfinde die eklektische Themenauswahl als zuweilen sehr anregend. Dass das der Durchschnittshörer aber eher als anstrengend empfindet, ist bestimmt auch nicht zu bestreiten. Andererseits: Der Dlf hat meines Wissens nach eine stabile Hörerschaft (verfolge die MA-Zahlen nicht im Detail).

Im Prinzip ist der Dlf mit seinen kurzen über den Tag verteilten Magazinen heute wieder näher am Format der Podcast-Abspielstationen dran (ohne das in diesem Kontext abwertend verstanden wissen zu wollen). Die Sendungen lassen sich ideal digital als Podcasts verwerten. Das fiele mit der Einführung von längeren Programmflächen weg.
 
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Ein Start um 6 Uhr ist außerdem schon ein Einschnitt. Wird dann die "Radionacht Information" um eine Stunde verlängert? Was passiert überhaupt mit der Radionacht?
Der Beginn des Frühprogramms war ja ohnehin der Orientierung nach Ostdeutschland geschuldet, wo es auch heute noch ein bis zwei, bisweilen sogar drei Stunden früher losgeht als im Westen. Und die Stunde besteht zu einem großen Teil aus Wiederholungen aus Das war der Tag am Abend zuvor, was immer ein netter Service war, weil man den üblicherweise nicht gehört haben dürfte, wenn man so früh aufsteht.

Sorgen mache ich mir wegen dem angekündigten Wegfall der Fachsendungen. Das kennt man von Bayern2. Seit der Programmreform höre ich dort nicht mehr zu. Das lineare Programm vom BR kann ich mir sparen. So wird es nun auch beim DLF kommen. Vielleicht gibt es in Zukunft noch Podcasts nach Themen und nicht mehr nach Sendungen, aber auch da wäre ich mir nicht sicher.
 
Ich empfinde die eklektische Themenauswahl als zuweilen sehr anregend.
Sicher. Nichtsdestoweniger ist ein Schwerpunkt für jedes Programm notwendig. Es ist ja nicht so, dass zur Information nicht auch Meldungen aus der kulturellen Welt gehören. Und das auch auf einem Kulturkanal die Aktualität auch immer eine Rolle spielt, ist auch klar.
Trotzdem: Gottesdienst, Politikerinterview, Rock-Musik, Klassikkonzert usw. - der DLF am Sonntag, das hat nichts mit Themenvielfalt zu tun, das ist eher etwas für jeden im Programm zu haben.

Wie man ein anregendes Wortprogramm macht, zeigen übrigens France Inter oder BBC Radio 4. Bei France Inter wird zwischendurch auch Musik gespielt - aber sehr wenig, und dann sind das oft Chansons, sowie in den Abendstunden, aber eben keine Klassik. Bei Radio 4 gibt es in der Woche für eine Stunde die britische Version von Klassik-Pop-Etc., und ansonsten nur Wort.
 
Bei France Inter wird zwischendurch auch Musik gespielt - aber sehr wenig, und dann sind das oft Chansons, sowie in den Abendstunden, aber eben keine Klassik.
Vor etwa zehn, fünfzehn Jahren wurde die Klassik von France Inter teils nach France Culture, teils nach France Musique verschoben, wo die Sendungen schließlich eingestellt wurden, weil sie da eigentlich nicht hinpassten. Das Musikprogramm von France Inter ist heute hervorragend. Es gibt eine eigenen Webchannel mit der händisch zusammengestellten Playlist. Jeden Abend zwei musikjournalistische Sendungen (Very good trip, À la régulière). Außerdem Live-Konzerte aus Studio 104. Das Funkhaus von Radio France hat einen eigenen Konzertbetrieb. Kein Vergleich zu Deutschland. Am ehesten bietet heute noch Ö1 ein ähnliches kulturelles Engegament mit vielen Live-Übertragungen, auch von Kabarettsendungen, am Abend.
 
Das wäre dann wohl auch das Ende des Kirchenfunks, wie wir ihn kannten. Ich fand die Stunde zwischen 9 und 10 Uhr mit den Nachrichten, dem Kalenderblatt, den ausführlichen Beiträgen in Europa heute und Tag für Tag immer sehr gelungen.

"Tag für Tag" war ja gerade kein "Kirchenfunk" im klassischen Sinne. Das hat die Sendung so einmalig gemacht, und es wäre wirklich bedauerlich, wenn diese Sendung der Streichorgie zum Opfer fallen würde.
 
So wird es nun auch beim DLF kommen
Glaube ich nicht. Vielleicht gibt es auch hier zukünftig längere Programmstrecken in der Form von stündlichen Programmen, und dafür weniger Kleinteiliges.
Aber die typischen Dauer-Magazinsendungen funktionieren meist nur mit ziemlich viel Musik. Und die gibt es im DLF zumindest im Tagesprogramm (ausser an Wochenenden) bislang überhaupt nicht.

Für mich ist das Flagschiff überhaupt, ist das Beste was der DLF zu bieten hat, sowieso die "Information am Morgen".
 
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Trotzdem: Gottesdienst, Politikerinterview, Rock-Musik, Klassikkonzert usw. - der DLF am Sonntag, das hat nichts mit Themenvielfalt zu tun, das ist eher etwas für jeden im Programm zu haben.
Den Dlf am Sonntag finde ich ganz großes Kino. Vormittags das Interview der Woche, das Reisemagazin und anschließend die Informationen am Mittag - das ist sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Und auch "Rock etc." ist im Prinzip ein Feature und keine reine Musiksendung.

Gut, die "Geistliche Musik" am frühen Morgen ist ein Fremdkörper. Vor allem mit dem eingestreuten Frühkommentar um 6.05 Uhr. Aber irgendwie muss man die Zeit ja füllen, wenn man nicht auf die Retorte zurückgreifen will - was man in der Nacht auf Sonntag ja leider schon tut.

wo es auch heute noch ein bis zwei, bisweilen sogar drei Stunden früher losgeht als im Westen.
Radiotechnisch oder tatsächlich im Arbeitsleben? Das war mir so nicht bewusst. Aber die Sonne geht im Osten ja auch 20 bis 30 Minuten früher auf...
 
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Den Dlf am Sonntag finde ich ganz großes Kino. Vormittags das Interview der Woche, das Reisemagazin und anschließend die Informationen am Mittag - das ist sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Und auch "Rock etc." ist im Prinzip ein Feature und keine reine Musiksendung.
Nicht zu vergessen die "Zwischentöne" die, je nach Studiogast, sehr spannende Gespräche und ein abwechslungsreiches Musikprogramm nach Wahl des Studiogastes bieten. Auch der Sport am Sonntag liefert seit Jahrzehnten Hintergründe auf hohem Niveau. Das erkennt man auch daran, dass viele der ehemaligen Sportredakteure im Sender ihren Weg gemacht haben.

Im Grunde folgt alles, was am Sonntag ab 11.00 Uhr ausgestrahlt wird, der DLF-Logik mit abgegrenzten Themensendungen, nur halt etwas ausführlicher als an Wochentagen. Ich finde, an dieser Grundidee sollte man nicht rütteln, weder unter der Woche, noch am Wochenende. Trotzdem muss man vielleicht einzelne Sendungen mal auf den Prüfstand stellen. Das ist beim DLF über die Jahre aber regelmäßig passiert, wenn auch zum Glück sehr behutsam. Diese Art der Programmgestaltung eignet sich übrigens auch wunderbar fürs zeitsouveräne Nachhören. Bei längeren gemischtwarensendungen finde ich das viel schwieriger.
 
"Tag für Tag" war ja gerade kein "Kirchenfunk" im klassischen Sinne. Das hat die Sendung so einmalig gemacht, und es wäre wirklich bedauerlich, wenn diese Sendung der Streichorgie zum Opfer fallen würde.
Vielleicht könnten wir das noch ein bisschen herausarbeiten: Was ist denn da so besonders, was es sonst nicht gibt? Der Begriff des Kirchenfunks ist ja mehrdeutig: Einerseits Verkündigung, dafür ist die Kirche zuständig in Gottesdienstübertragungen und Andachten. Andererseits Journalismus mit eigener Redaktion. Meistens ist das Lebenshilfe, manchmal auch ein aktuelles Gespräch mit einer/m Geistlichen. Aber Tag für Tag ist ein tägliches religiöses Feuilleton, in dem so viel Platz hat, was mich überhaupt erst einmal religiös sozialisiert hat: Interviews mit Autoren, kritische Berichterstattung über die Kirchen intern und über ihr Verhältnis zum Staat, Berichte über gesellschaftliche Trends, die in Studien abgebildet wurden usw. usf. Und das in einer Sendung zusammengefasst und auffindbar.

Ich habe schon Sorge gehabt um Tag für Tag, als im ersten Lockdown nur noch kurze Beiträge am Nachmittag gesendet wurden. Aber dann gab es ja doch erst einmal wieder eine Rückkehr zum alten Normal. Was mich aber heute besorgt, ist die zunehmende Aufgabe von Podcast-Feeds beim DLF, die nur die komplette Sendung enthalten – gerade auch bei Tag für Tag. Beiträge und komplette Sendungen werden zunehmend gemischt. Der Übergang ist schleichend. Deshalb glaube ich: In den Podcasts kann man heute schon sehen, was auf uns zukommt: der Deutschlandfunk löst seine Sendungen zu Einzelbeiträgen auf. Der Deutschlandfunk wird am Ende so klingen wie Deutschlandfunk Kultur schon seit vielen Jahren – durchhörbar mit viel Musik zwischen den Beiträgen. Das wäre dann aber nicht mehr das Radio, das mir gefällt.
 
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Für mich ist das, was
Vielleicht könnten wir das noch ein bisschen herausarbeiten: Was ist denn da so besonders, was es sonst nicht gibt? Der Begriff des Kirchenfunks ist ja mehrdeutig:
Kirchenfunk kommt von den Medien- bzw Hörfunkbeauftrgten der evangelischen und katholischen Kirche. Diese Mitarbeiter sind keine freien oder festen Mitarbeiter des Dradios. Man kennt dies auch von den Landesprogrammen.
Oft predigen Priester/-innen, manchmal gibts da auch Feature von Leuten, die unabhängig der Redaktion des Dradios arbeiten.

Im Deutschlandfunk sind diese Sendeplätze Mo-Fr von 06:35 bis 06:40uhr, sonntags eine Viertelstunde ab 08:35uhr.
Zusätzlich an Sonn- und Freitagen der „Gottesdienst“ um 10:05uhr.
All das unterscheidet sich sehr stark von „Tag für Tag“, wie du als begeisterter Hörer sicher mitbekommst.


 
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Den Dlf am Sonntag finde ich ganz großes Kino.
Da bin ich aber ganz anderer Meinung. Im Vormittagsprogramm jede Menge Religiöses, vorher geistliche Musik. Im Nachmittagspramm Rockmusik. Dann irgendwann Klassik, Radio Kunterbunt, alles noch Überbleibsel aus der Zeit, als es noch kein DLF-Kultur gab und man meinte, als nationaler Sender alles machen zu müssen.

Ich sehe da auch keine große thematische Abwechslung, am Vormittag wird nur zwischen Politk und Relgion gewechselt.. Wieso in einem Informationssender am Sonntagnachmittag eine Sendung kommt, die sich mit Rockmusik befasst, ist mir auch nicht klar. Es geht wohl nur darum, eben auch noch die Anhänger jener Musik zufrieden zu bedienen.

Natürlich sind die Reisenotizen unterhaltsam, genauso wie die Zwischentöne. Aber ob sie vielleicht nicht besser bei DLF-Kultur aufgehoben wären oder ob das Rundherum "passt", darüber kann man streiten.

Tatsächlich ähnelt der DLF hier und da ein wenig den Infowellen der ARD: Die bringen am Sonntag all das, was sonst nirgends ins Programm passt, und Aktualität bzw. Informaiton bleiben auf der Strecke.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man sich dessen beim DLF bewusst ist, und das Sonntagsprogramm umbauen wird.
 
Ich finde nicht, dass im DLF am Sonntag zu wenig Aktualität vorkommt. Es gibt drei halbstündige Infosendungen, mehrere lange Nachrichten und bei Bedarf ändern sie auch Sonntags operativ das Programm. Allenfalls wäre es vielleicht sinnvoll, auch morgens eine reine Infosendung einzubauen. Dafür kann man meinetwegen gerne den Gottesdienst auf DAB verlagern. Das letzte, was ich aber erstrebenswert finde, ist eine Endlosschleife der Sonntags traditionell wenigen Beiträge von Korrespondenten. Dann lieber Reisenotizen, Zwischentöne oder "Essay und Diskurs", und zur Not halte ich auch weiterhin "Die neue Platte" aus.

Und übrigens stimmt es nicht, dass die Sonntagssendungen alles Überbleibsel aus der Zeit sind, in der DKultur noch nicht existierte. Der Sonntagsspaziergang beispielsweise wurde in den 90ern als Nachfolger der Volksmusik-Wunschsendung eingeführt.
 
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Das letzte, was ich aber erstrebenswert finde, ist eine Endlosschleife
Das will ja auch keiner. Aber es müssen ja nicht unbedingt Gottesdienst, sonstige religiöse Erbauung oder Rockmusik auf einer Infowelle stattfinden. Und genau das will / sollte der DLF ja wohl sein. DIe Rockmussik würde z.B. viel besser zur Kulturwelle passen.
Und übrigens stimmt es nicht, dass die Sonntagssendungen alles Überbleibsel aus der Zeit sind, in der DKultur noch nicht existierte.
Das mag schon sein. Tatsache ist aber, dass die "programmliche Vielfalt" im Allgemeinen aus eben jener Zeit stammt. Ich verfolge den DLF seit Jahrzehnten, seit der Zeit, als es Montags noch das "Schlagerderby (?)" gab. Irgendwann bemühte man sich um mehr "Ernsthaftigkeit": Seichtes flog raus, aber klassische Musik blieb.

Die Journalsendungen am Vormittag z.B. laufen seit mehr als 30 Jahren! Genauso die Klassik am Sonntagabend. Natürlich wurde mal die eine Sendung durch eine andere ersetzt, aber die Struktur des Programmes blieb unverändert, und unbeeindruckt von der Einrichtung einer Kulturwelle.

Es wird höchste Zeit, dass Inhalte bei DLF (Info) und DLF-Kultur einander abgrenzen. Auch Bayern 2 macht heute nicht mehr das Programm, das es hatte, als es Bayern-Klassik noch nicht gab - die Klassik fand fortan woanders statt.

Das ist, nochmal, keinerlei Kritik an der Qualität des DLF.
 
Vor etwa zehn, fünfzehn Jahren wurde die Klassik von France Inter teils nach France Culture, teils nach France Musique verschoben, wo die Sendungen schließlich eingestellt wurden, weil sie da eigentlich nicht hinpassten. Das Musikprogramm von France Inter ist heute hervorragend. Es gibt eine eigenen Webchannel mit der händisch zusammengestellten Playlist. Jeden Abend zwei musikjournalistische Sendungen (Very good trip, À la régulière). Außerdem Live-Konzerte aus Studio 104. Das Funkhaus von Radio France hat einen eigenen Konzertbetrieb. Kein Vergleich zu Deutschland. Am ehesten bietet heute noch Ö1 ein ähnliches kulturelles Engegament mit vielen Live-Übertragungen, auch von Kabarettsendungen, am Abend.
Übrigens wurde das Nachtprogramm von France Inter gerade neu gestaltet. Zoom, Zoom, Zen vom Nachmittag wird nun ab Mitternacht zwei Stunden lang wiederholt, die große 20-Uhr-Talkshow von Éve Bester wanderte von 1 Uhr auf 3 Uhr morgens. Ansonsten ein Musikmix und Very good trip bis zum Programmbeginn um 5 Uhr mit der 5/7.
 
Das lässt leider wirklich Schlimmes erwarten! Ähnlich ist es mit der Abschaffung des "alten" HR1 auch gelaufen. Die Fachmagazine wurden geschliffen, die Redaktionen formell behalten. Problem: Fortan konnten die Fachredaktionen ihre spezielleren Themen faktisch nicht mehr unterbringen, weil es nur noch Top-News ins Programm schafften (selbst im sonst zurecht gern hochgelobten HR-Info, nachdem dort die Ressortslots gestrichen wurden). Ich stimme der Analyse ja zu, dass die Magazine tw. etwas kleinteilig sind. Aber man hätte auch eine Variante finden können, in der die Fachredaktionen weiter die Hoheit über eigene Sendeplätze haben - und dort mehr Schwerpunkte setzen. So entmachtet man die Kompetenz, die den Sender stark gemacht hat. Bitter - aber ganz nach dem Playbook der ARD-LRAs.
 
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Die Fachmagazine sorgen dafür, dass man Themen auffinden kann. Wer sich für Bildung interessiert, kann ab 14:30 Uhr einschalten. In Zukunft wäre das „ab 2“. Und wann dann genau?

Themenpodcasts werden gerade zusammengestrichen, indem die Feeds für komplette Sendungen mit denen für separate Beiträge zusammengelegt werden. Das ist eine Vorbereitung.

Außerdem werden wohl die Informationen am Abend wegen der neuen Drive-Sendung wegfallen. Stattdessen 90 Minuten Dudeln plus Nachrichten? Das macht der DLF Kultur zu der Zeit schon lange.
 
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"Drive" ist in der Tat ein ziemlich alberner Titel für ein 90-Minuten-Magazin, man hätte einfach die Informationan am Abend entsprechend verlängern bzw. ausbauen können.
Davon abgesehen muss man dem neuen Programm eben eine Chance geben: Hinter der massiven Kritik steckt natürlich auch eine Menge Eigeninteresse, das wird in dem Text deutlich.
Die große Gefahr besteht darin, dass man zu sehr auf "Durchhörbarkeit" setzt - die war beim bisherigen Programm zu bestimmten Zeiten doch eher sehr begrenzt. Aber auch beim DLF achtet man auf Quoten. Und mit den ARD-Infoprogrammen bzw. dem einen oder anderen Kulturprogramm hat der DLF eben durchaus Konkurrenz.
Wichtig: Das Flagschiff des DLF, die "Informationen am Morgen" bleiben, ein späterer Sendebeginn kann sich möglicherweise positiv auswirken - zwischen fünf und sechs am Morgen ist in DE wahrscheinlich nicht so viel los.
 
Hinter der massiven Kritik steckt natürlich auch eine Menge Eigeninteresse, das wird in dem Text deutlich.
Ich würde eher sagen, dahinter steckt die berechtigte Sorge um die Qualität des Programms, die die Programmleitung mit fadenscheinigen Argumenten aufs Spiel setzt. Die ganze Argumentation ist so voller Widersprüche, dass man wirklich nur hoffen kann, Hörer und Programmmacher gehen auf die Barrikaden.
 
"Der Sturm der Entrüstung" wird ausbleiben. Radio hat heute bei den meisten nicht mehr diesen Stellen wie noch zur Jahrtausendwende. Die bitter Enttäuschten werden resigniert den Kasten öfter auslassen und sich höchstens fragen, wofür sie den Rundfunkbeitrag überhaupt noch zahlen.
 
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