Radiofan aus OWL
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Fûr Frühaufsteher, die sich via Radio informieren wollen, gibt es demnächst wohl nur noch die gleichgeschalteten Nachrichtendudler. Wir leben ja auch im Zeitalter der Desinformation. Es lebe der Podcast. Halleluja
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Nach Deiner Logik wäre jede Programmgestaltung "Erziehung". Streiche ich ein Wortprogramm und ersetze ich es durch Musik, erziehe ich den Hörer dann?Kann man denn die Hörer erziehen
Ich empfinde die eklektische Themenauswahl als zuweilen sehr anregend. Dass das der Durchschnittshörer aber eher als anstrengend empfindet, ist bestimmt auch nicht zu bestreiten. Andererseits: Der Dlf hat meines Wissens nach eine stabile Hörerschaft (verfolge die MA-Zahlen nicht im Detail).niemandem hilft ein Kraut- und Rüben-Programmplan
Der Beginn des Frühprogramms war ja ohnehin der Orientierung nach Ostdeutschland geschuldet, wo es auch heute noch ein bis zwei, bisweilen sogar drei Stunden früher losgeht als im Westen. Und die Stunde besteht zu einem großen Teil aus Wiederholungen aus Das war der Tag am Abend zuvor, was immer ein netter Service war, weil man den üblicherweise nicht gehört haben dürfte, wenn man so früh aufsteht.Ein Start um 6 Uhr ist außerdem schon ein Einschnitt. Wird dann die "Radionacht Information" um eine Stunde verlängert? Was passiert überhaupt mit der Radionacht?
Sicher. Nichtsdestoweniger ist ein Schwerpunkt für jedes Programm notwendig. Es ist ja nicht so, dass zur Information nicht auch Meldungen aus der kulturellen Welt gehören. Und das auch auf einem Kulturkanal die Aktualität auch immer eine Rolle spielt, ist auch klar.Ich empfinde die eklektische Themenauswahl als zuweilen sehr anregend.
"Wir produzieren hier mit fantastischen Kolleg:innen aus Berlin und Köln täglich fantastische Sendungen und Podcasts [...] (und noch sehr viel mehr sehr gutes!) [...] fit für die Zukunft zu machen."
Vor etwa zehn, fünfzehn Jahren wurde die Klassik von France Inter teils nach France Culture, teils nach France Musique verschoben, wo die Sendungen schließlich eingestellt wurden, weil sie da eigentlich nicht hinpassten. Das Musikprogramm von France Inter ist heute hervorragend. Es gibt eine eigenen Webchannel mit der händisch zusammengestellten Playlist. Jeden Abend zwei musikjournalistische Sendungen (Very good trip, À la régulière). Außerdem Live-Konzerte aus Studio 104. Das Funkhaus von Radio France hat einen eigenen Konzertbetrieb. Kein Vergleich zu Deutschland. Am ehesten bietet heute noch Ö1 ein ähnliches kulturelles Engegament mit vielen Live-Übertragungen, auch von Kabarettsendungen, am Abend.Bei France Inter wird zwischendurch auch Musik gespielt - aber sehr wenig, und dann sind das oft Chansons, sowie in den Abendstunden, aber eben keine Klassik.
Das wäre dann wohl auch das Ende des Kirchenfunks, wie wir ihn kannten. Ich fand die Stunde zwischen 9 und 10 Uhr mit den Nachrichten, dem Kalenderblatt, den ausführlichen Beiträgen in Europa heute und Tag für Tag immer sehr gelungen.
Glaube ich nicht. Vielleicht gibt es auch hier zukünftig längere Programmstrecken in der Form von stündlichen Programmen, und dafür weniger Kleinteiliges.So wird es nun auch beim DLF kommen
Den Dlf am Sonntag finde ich ganz großes Kino. Vormittags das Interview der Woche, das Reisemagazin und anschließend die Informationen am Mittag - das ist sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Und auch "Rock etc." ist im Prinzip ein Feature und keine reine Musiksendung.Trotzdem: Gottesdienst, Politikerinterview, Rock-Musik, Klassikkonzert usw. - der DLF am Sonntag, das hat nichts mit Themenvielfalt zu tun, das ist eher etwas für jeden im Programm zu haben.
Radiotechnisch oder tatsächlich im Arbeitsleben? Das war mir so nicht bewusst. Aber die Sonne geht im Osten ja auch 20 bis 30 Minuten früher auf...wo es auch heute noch ein bis zwei, bisweilen sogar drei Stunden früher losgeht als im Westen.
Nicht zu vergessen die "Zwischentöne" die, je nach Studiogast, sehr spannende Gespräche und ein abwechslungsreiches Musikprogramm nach Wahl des Studiogastes bieten. Auch der Sport am Sonntag liefert seit Jahrzehnten Hintergründe auf hohem Niveau. Das erkennt man auch daran, dass viele der ehemaligen Sportredakteure im Sender ihren Weg gemacht haben.Den Dlf am Sonntag finde ich ganz großes Kino. Vormittags das Interview der Woche, das Reisemagazin und anschließend die Informationen am Mittag - das ist sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Und auch "Rock etc." ist im Prinzip ein Feature und keine reine Musiksendung.
Vielleicht könnten wir das noch ein bisschen herausarbeiten: Was ist denn da so besonders, was es sonst nicht gibt? Der Begriff des Kirchenfunks ist ja mehrdeutig: Einerseits Verkündigung, dafür ist die Kirche zuständig in Gottesdienstübertragungen und Andachten. Andererseits Journalismus mit eigener Redaktion. Meistens ist das Lebenshilfe, manchmal auch ein aktuelles Gespräch mit einer/m Geistlichen. Aber Tag für Tag ist ein tägliches religiöses Feuilleton, in dem so viel Platz hat, was mich überhaupt erst einmal religiös sozialisiert hat: Interviews mit Autoren, kritische Berichterstattung über die Kirchen intern und über ihr Verhältnis zum Staat, Berichte über gesellschaftliche Trends, die in Studien abgebildet wurden usw. usf. Und das in einer Sendung zusammengefasst und auffindbar."Tag für Tag" war ja gerade kein "Kirchenfunk" im klassischen Sinne. Das hat die Sendung so einmalig gemacht, und es wäre wirklich bedauerlich, wenn diese Sendung der Streichorgie zum Opfer fallen würde.
Kirchenfunk kommt von den Medien- bzw Hörfunkbeauftrgten der evangelischen und katholischen Kirche. Diese Mitarbeiter sind keine freien oder festen Mitarbeiter des Dradios. Man kennt dies auch von den Landesprogrammen.Vielleicht könnten wir das noch ein bisschen herausarbeiten: Was ist denn da so besonders, was es sonst nicht gibt? Der Begriff des Kirchenfunks ist ja mehrdeutig:
Da bin ich aber ganz anderer Meinung. Im Vormittagsprogramm jede Menge Religiöses, vorher geistliche Musik. Im Nachmittagspramm Rockmusik. Dann irgendwann Klassik, Radio Kunterbunt, alles noch Überbleibsel aus der Zeit, als es noch kein DLF-Kultur gab und man meinte, als nationaler Sender alles machen zu müssen.Den Dlf am Sonntag finde ich ganz großes Kino.
Das will ja auch keiner. Aber es müssen ja nicht unbedingt Gottesdienst, sonstige religiöse Erbauung oder Rockmusik auf einer Infowelle stattfinden. Und genau das will / sollte der DLF ja wohl sein. DIe Rockmussik würde z.B. viel besser zur Kulturwelle passen.Das letzte, was ich aber erstrebenswert finde, ist eine Endlosschleife
Das mag schon sein. Tatsache ist aber, dass die "programmliche Vielfalt" im Allgemeinen aus eben jener Zeit stammt. Ich verfolge den DLF seit Jahrzehnten, seit der Zeit, als es Montags noch das "Schlagerderby (?)" gab. Irgendwann bemühte man sich um mehr "Ernsthaftigkeit": Seichtes flog raus, aber klassische Musik blieb.Und übrigens stimmt es nicht, dass die Sonntagssendungen alles Überbleibsel aus der Zeit sind, in der DKultur noch nicht existierte.
Übrigens wurde das Nachtprogramm von France Inter gerade neu gestaltet. Zoom, Zoom, Zen vom Nachmittag wird nun ab Mitternacht zwei Stunden lang wiederholt, die große 20-Uhr-Talkshow von Éve Bester wanderte von 1 Uhr auf 3 Uhr morgens. Ansonsten ein Musikmix und Very good trip bis zum Programmbeginn um 5 Uhr mit der 5/7.Vor etwa zehn, fünfzehn Jahren wurde die Klassik von France Inter teils nach France Culture, teils nach France Musique verschoben, wo die Sendungen schließlich eingestellt wurden, weil sie da eigentlich nicht hinpassten. Das Musikprogramm von France Inter ist heute hervorragend. Es gibt eine eigenen Webchannel mit der händisch zusammengestellten Playlist. Jeden Abend zwei musikjournalistische Sendungen (Very good trip, À la régulière). Außerdem Live-Konzerte aus Studio 104. Das Funkhaus von Radio France hat einen eigenen Konzertbetrieb. Kein Vergleich zu Deutschland. Am ehesten bietet heute noch Ö1 ein ähnliches kulturelles Engegament mit vielen Live-Übertragungen, auch von Kabarettsendungen, am Abend.
Und womöglich auch "Das war der Tag", an desen Stelle laut des ÜberMedien-Artikels zukünftig der Podcast "Der Tag" gesendet werden könnte.Außerdem werden wohl die Informationen am Abend wegen der neuen Drive-Sendung wegfallen. Stattdessen 90 Minuten Dudeln plus Nachrichten? Das macht der DLF Kultur zu der Zeit schon lange.
Ich würde eher sagen, dahinter steckt die berechtigte Sorge um die Qualität des Programms, die die Programmleitung mit fadenscheinigen Argumenten aufs Spiel setzt. Die ganze Argumentation ist so voller Widersprüche, dass man wirklich nur hoffen kann, Hörer und Programmmacher gehen auf die Barrikaden.Hinter der massiven Kritik steckt natürlich auch eine Menge Eigeninteresse, das wird in dem Text deutlich.