Quo vadis, Radio Ennepe Ruhr?


RuhrLive

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Wie die Westfalenpost letzte Woche bereits berichtete, geht Radio Ennepe Ruhr auch nach dem 01.Januar 2022 weiter, sofern die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen Ende November 2021 auf der Medienratsitzung den Weg frei macht. Der EN-Kreis steigt mit 25 Prozent bei der neuen Betriebsgesellschaft von Radio Ennepe-Ruhr ein, um den Sender zu retten. Damit hat der Kreistag den Weg frei gemacht für die Rettung von Radio Ennepe-Ruhr und für die Sanierung 150.000 Euro aus dem Haushalt genehmigt.

Die Strategie für die Zukunft soll daher lauten, den Kostenapparat erheblich zu reduzieren und gleichzeitig im Vergleich zum Status quo deutlich mehr lokale Inhalte zu senden. Damit ein festangestellter Chefredakteur, ein lokaler Reporter und mehrere Freie Mitarbeiter die Arbeit aufnehmen können, ist die Neugründung einer Betreibergesellschaft unter Federführung der Rheinschen Post notwendig. Über 600.000 Euro Kapital soll diese verfügen, weitere 600.000 Euro bei Bedarf als Gesellschafter-Darlehen zur Verfügung stellen. Je 125.000 Euro sind nach dem politischen Beschluss nun Sache des Kreises.

Radio Ennepe-Ruhr wird sich das Funkhaus mit Radio Wuppertal künftig in Wuppertal teilen und gemeinsame Nachmittagssendung produzieren. Der Chefredakteur moderiert die morgendliche Sendung selbst.

Änderungen wird es auch bei radio vest geben. Seit Anfang Monat ziert auf der Webseite nicht mehr das Logo der Westfunk Gruppe, sondern der WWR. Die WWR stösst hingegen Radio Kiepenkerl an die Münsterländische Medien Service GmbH & Co. KG (MMS) ab. Ab 01.November 2021 wird NOXX von 21 bis 06 Uhr jede Nacht über den UKW-Frequenzen der Lokalradio-Sender zu hören sein.
 
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Wanderdüne

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@Wanderdüne: Was hat der Lokalfunk in NRW eigentlich mit Sozialismus zu tun??
Viel. Es ist Planwirtschaft in einem (bislang) politisch abgeriegelten Markt in einer völlig marktfremden und unternehmensfremden Organisationsstruktur. Erdacht von Leuten, die sich ideologisch leiten ließen. Komplett an der Marktwirtschaft vorbei. Dieses Modell hat mit Privatfunk soviel zu tun wie ein ehemaliges Kombinat mit Marktwirtschaft. Und dieses planwirtschaftliche, genossenschaftliche Modell wird mit Zunahme des Wettbewerbs über Streaming, DAB und die neue UKW-Kette genau dasselbe Schicksal ereilen wie einst die Kombinate. Und dazu kommt, dass dieser Schwachsinn auch noch in übergeordneten genossenschaftlichen Konstrukten (RMS) eingebunden ist, welches den RMS-Gesellschaftern gerade um die Ohren fliegt. Schlicht wirtschaftlich nicht überlebensfähig. 2-3 Jahre, dann sieht die Hörfunklandschaft in NRW anders aus. Wetten?
 
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Radiofreak11

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Der EN-Kreis steigt mit 25 Prozent bei der neuen Betriebsgesellschaft von Radio Ennepe-Ruhr ein, um den Sender zu retten. Damit hat der Kreistag den Weg frei gemacht für die Rettung von Radio Ennepe-Ruhr und für die Sanierung 150.000 Euro aus dem Haushalt genehmigt.
Oh man. Geht es den Politikern in Entenhausen zu gut? Wenn die so viel Geld über haben, dann sollten sie es lieber in Kindertagesstätten oder andere sinnvolle Einrichtungen investieren. Diese 150.000 Euro sind so ne totale Fehlinvestition. Was glauben die Leute denn, welche Sender demnächst oder auch schon jetzt in Entenhausen gehört werden? Bestimmt kein Rauschfunk von anno Tuck mehr. Wer ein DAB+ Radio sein Eigen nennt, der wird keinen Bedarf mehr an einer vorgelesenen Lokalzeitung mit dummen Sprüchen und dem gefühlt 30 Mal genannten Sendernamen in der Stunde und auch kein Interesse mehr an dieser ollen Dudelmusikfestplatte aus Oberhausen haben. Zudem wird es für die Betreiber immer schwerer werden, Radiowerbung zu verkaufen. Denn auch die Kunden sind nicht dumm und wissen, dass es DAB+ gibt. (Und bald sogar einen großen Multiplex mit Privatfunkprogrammen nur für NRW.) Viele habe eh schon die sozialen Medien als neue Werbeplattform für ihre lokalen Produkte erkannt und erreichen so noch viel mehr Menschen "punktgenau". Radio wird in erster Linie ja gerade wegen der Musik eingeschaltet. Und da ist die Vielfalt und Qualität auf DAB+ schon jetzt sehr groß und besser als das, was man bei den 6 WDR-Programmen plus unzähligen Lokalsendern (die ja alle gleich geschaltet sind) hier bekommt. Mich freut es total, dass endlich nach so vielen Jahren in NRW auch der Radiomarkt mal "aufgebohrt" wird. Dafür darf man sich bei der CDU und Herrn Laschet bedanken. Die Einführung von DAB+ in NRW auf Landesebene wird bestimmt noch ein echter Knüller!
Dabei hätte auch Entenhausen ein Radio haben können, was viele eingeschaltet hätten. Aber mit SSL hat man es sich ja verdorben. Das wäre was gewesen. Vor allem die Jugend hätten sie so als Hörer bekommen und wahrscheinlich wäre das auch ohne irgendeine Finanzspritze gegangen. Aber jetzt ist es eh für Rauschfunk zu spät. UKW war Gestern! Da hilft auch kein "Winkelmesserradio" als Betreiber.
 
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r@diofan

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SSL war kurzfristig abgesprungen. Da hat sich niemand etwas verdorben. Einer deren Gesellschafter war dagegen, die VG war bereit zu diesem Deal.
 

Lappesepp

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Wie die Westfalenpost letzte Woche bereits berichtete, geht Radio Ennepe Ruhr auch nach dem 01.Januar 2022 weiter, sofern die Medienanstalt Nordrhein-Westfalen Ende November 2021 auf der Medienratsitzung den Weg frei macht. Der EN-Kreis steigt mit 25 Prozent bei der neuen Betriebsgesellschaft von Radio Ennepe-Ruhr ein, um den Sender zu retten. Damit hat der Kreistag den Weg frei gemacht für die Rettung von Radio Ennepe-Ruhr und für die Sanierung 150.000 Euro aus dem Haushalt genehmigt.

Die Strategie für die Zukunft soll daher lauten, den Kostenapparat erheblich zu reduzieren und gleichzeitig im Vergleich zum Status quo deutlich mehr lokale Inhalte zu senden. Damit ein festangestellter Chefredakteur, ein lokaler Reporter und mehrere Freie Mitarbeiter die Arbeit aufnehmen können, ist die Neugründung einer Betreibergesellschaft unter Federführung der Rheinschen Post notwendig. Über 600.000 Euro Kapital soll diese verfügen, weitere 600.000 Euro bei Bedarf als Gesellschafter-Darlehen zur Verfügung stellen. Je 125.000 Euro sind nach dem politischen Beschluss nun Sache des Kreises.

Radio Ennepe-Ruhr wird sich das Funkhaus mit Radio Wuppertal künftig in Wuppertal teilen und gemeinsame Nachmittagssendung produzieren. Der Chefredakteur moderiert die morgendliche Sendung selbst.

Änderungen wird es auch bei radio vest geben. Seit Anfang Monat ziert auf der Webseite nicht mehr das Logo der Westfunk Gruppe, sondern der WWR. Die WWR stösst hingegen Radio Kiepenkerl an die Münsterländische Medien Service GmbH & Co. KG (MMS) ab. Ab 01.November 2021 wird NOXX von 21 bis 06 Uhr jede Nacht über den UKW-Frequenzen der Lokalradio-Sender zu hören sein.
Was ist Noxx?
 

thorr

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Ab 01.November 2021 wird NOXX von 21 bis 06 Uhr jede Nacht über den UKW-Frequenzen der Lokalradio-Sender zu hören sein.
Wie ist es denn jetzt? Noxx läuft doch bei Radio NRW bereits von 21 bis 6 Uhr. Zum Programm der Lokalradios war leider nichts herauszufinden – so etwas wie ein Programmschema gibt es ja nicht mehr...
 

JP

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Da gibt es ja auch bei den meisten Locals nix spannendes mehr. Am Morgen, Am Vormittag, Am Nachmittag, Am Abend, Bürgerfunk, Noxx, Am Wochenende statt Hallo Wach, Peppers, Infothek, Soundcheck und so weiter.
 
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wupper

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@thorr schau mal auf radionrw.de nach dort ist ein Programmschema zu finden. Es gibt auf der Radio NRW Homepage ebenso die Möglichkeit einen virtuellen Rundgang durch das Funkhaus in Oberhausen zu machen.
 

antonia-123

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@Radiofreak : Offenbar haben nur wenige verstanden, dass es sich hier um die Forführung des Verlautbarungsjournalismus handelt. "sagte Bürgermeister gegenüber [lokalradioname])" . Aus Steuermitteln wird hier also abermals ein Politsprachrohr installiert, und wenn es sich nicht rechnet, wird Geld nachgeschoben. Was das mit Marktwirtschaft zu tun haben könnte, kann niemand erklären.
 

Radiofreak11

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Das ist ne grausame Nachtsendung mit unprofessionellen Moderationen. (Stichwort Moderatoren-Casting bzw. Talentsuche? Jeder darf wohl mal...) 3 Minuten haben mit gereicht, da war ich wieder auf DAB+. Aber auch dieses Kein FM, was einige Dudler am Abend aus der Dose zaubern, um ihrem mikrofongeilen Nachwuchs eine Chance zu geben, ist nicht viel besser. Durch die Bank weg Radio zum Abschalten. Wie auch tagsüber leider. Da werden auch keine "Anweisungen" bzw. Pressemitteilungen aus dem Kreishaus was nützen, um an die Ohren der Mehrheit zu gelangen. Hier hätten die Herren Politiker ihr Sprachrohr besser innerhalb aktuellen Digitalmedien der großen amerikanischen Konzerne installieren sollen. Eine Werbeschalte wäre auch dort wahrscheinlich dauerhaft günstiger und mit dem Rest des Geldes vom Steuerzahler hätte man so einiges für die Allgemeinheit im Kreis verbessern können.
Aber immerhin - und das ist ja endlich ein Novum - gibt es den "Gebietsschutz" und das "Rundfunk-Monopol" nur noch im antiken Rauschfunkband in NRW. Ich gebe dem gesamten analogen Dudelsystem höchstens noch 5 Jahre. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dort dauerhaft Steuergelder verbrannt werden. Das Ganze ist doch eh wahrscheinlich nur ein Notbehelf. Programm wird aus dem "Abstellraum" eines Lokaldudlers gemacht. Die Zeiten, als der Sender wegen seiner ausgefallenen Programme recht beliebt war - vor allem wegen Sendungen wie das heute noch bei vielen hochgelobte "Rendezvous am Sonntag", Übertragungen aus dem Prater (Großraumdisco), oder die genialen selbstgestemmten Kinderfunksendungen (klangen wie aufwändig produzierte Hörspiele) und die umfangreiche lokale Sportberichterstattung sind nun leider mal vorbei oder mehr oder minder bewusst zugrunde gerichtet. Die hatten einst einen sehr fähigen Chefredakteur. Damals gab es ja auch noch in der Nähe einer Cartbahn ein eigenes Funkhaus. Wenn es dort auch mit einem Lastenaufzug zum Studio ging. Doch seit der Verzwirrung mit einem anderen Dudler war es das dann wohl. Wie gesagt, die Auswahl auf modernen Radiogeräten ist heute groß geworden. Ganz ohne rauschen! :)
 
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uachtaran

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@Radiofreak : Offenbar haben nur wenige verstanden, dass es sich hier um die Forführung des Verlautbarungsjournalismus handelt. "sagte Bürgermeister gegenüber [lokalradioname])" . Aus Steuermitteln wird hier also abermals ein Politsprachrohr installiert, und wenn es sich nicht rechnet, wird Geld nachgeschoben. Was das mit Marktwirtschaft zu tun haben könnte, kann niemand erklären.
Naja, gestartet war das ja durchaus als neoliberale Träumerei (Wolfgang Clement) in den 90ern. Und wenn das dann scheitert, springt der Steuerzahler ein - so läuft es doch immer, oder nicht? Ob im ÖPNV, wo bald nur noch hochsubventionierte Pleitebahnen rumfahren, bei den Banken oder bei der Lufthansa.

Aber zurück zum Dudelfunk: Wenn die RP, die da jetzt einsteigt, von ihrem Konzept („wir produzieren das jetzt noch billiger und hoffen, dass es diesmal klappt“) so richtig überzeugt wäre, müsste das dann nicht auch ohne Kohle vom Staat gehen? Ziemlich windige Angelegenheit. Wird bestimmt in Kürze was nachgeschossen werden müssen. Oder man sieht dann den Tatsachen ins Gesicht und macht diese elende Frequenzenvergeudung doch endlich dicht.
 

Radiofreak11

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Und wenn das dann scheitert, springt der Steuerzahler ein - so läuft es doch immer,
Eigentlich ein Thema für den Bund der Steuerzahler. Oder Herrn Barth und RTL. Der könnte da ein schönes Filmchen drüber abdrehen und vielen mal die Augen öffnen. Da wird endlos Kohle versenkt. Dabei hätte man das Geld auch besser direkt ins Klo schmeissen können. Dort würde es wenigstens noch klimpern.
 

Wanderdüne

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Naja, gestartet war das ja durchaus als neoliberale Träumerei (Wolfgang Clement) in den 90ern.
Ich hatte vor einigen Jahren die Gelegenheit, mich mit Wolfgang Clement einmal länger im Rahmen einer medienfremden Veranstaltung in Berlin zu unterhalten. Wir kamen irgendwann auch auf dieses Thema, da mich das Zustandekommen dieses Biotops dann doch interessierte. Rückblickend betrachtete er es sinngemäß als "größten medienpolitschen Betriebsunfall", der aber den damaligen unterschiedlichen Zielsetzungen Rechnung trug. Eine SPD Basis, die von einem nichtkommerzielle Lokalradio träumte, Bürgermeister, die ein eigenes Verlautbarungsmedium wünschten, ein WDR der mit allen Mitteln landesweiten privaten Hörfunk verhindern wollte (und es auch tat) sowie lokale Verleger, die um ihre Anzeigenmärkte (nur darum geht es den Holzfällern) fürchteten. Da der WDR landesweite Frequenzen bewusst auf der Genfer Wellenkonferenz 1984 an die Beneluxländer "verschenkte", um Privatfunk in NRW zu verhindern, blieb nur noch die Option von Lokalfunk. Kartell- und medienrechtlich konnten die monopolistischen Verleger es nicht machen, da "erfand" man dann das lustige Modell mit den Freizeitintendanten. Der WDR sollte sogar den kompletten Mantel machen, was das Bundesverfassungsgericht aber unterband. Und die Kommunen wurden beteiligt, vom Bürgerradio blieb der Bürgerfunk. Krank, gell? Er beendete das Thema mit einer abwertenden Bewegung und wir widmeten uns anderen Themen. Interessant war es dennoch. Neoliberal war das nicht, sondern eher erzwungenen Pragmatismus, der in einer sozialistischen Lösung mündete. Clement hat bei solchen Interessenlagen nur noch moderiert und sich dem Medienstandort NRW, Schwerpunkt TV und Produzenten, gewidmet. Deutlich spannender, wirtschaftlich relevanter und kein Verlierthema wie Privatradio in NRW. Und das hat er ja gut hinbekommen, was seine Nachfolger ja dann auch verdaddelt haben, egal von welcher Partei. Wenn ich mir die Ist-Situation in NRW gerade anschaue, dann fällt mir der Satz ein, dass alles seine Zeit hat. Die Zeit solcher Modelle hatte seine Zeit.
 
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uachtaran

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„Neoliberal war das nicht, sondern eher erzwungenen Pragmatismus, der in einer sozialistischen Lösung mündete.“ Naja, also sozialistisch? Geld verdienen müssen die Hobbyfunker ja schon. Hat halt nur nicht geklappt, also zumindest nicht im am Kartentisch zusammenklamüserten EN-Kreis (aber auch bei den anderen Lokalsendern frage ich mich, wenn ich da aus Versehen mal reinhöre, wie hirntot man sein muss, um das freiwillig zu hören. Beim letzten Mal, ich glaube, ich wurde in einem Geschäft oder einem Wartezimmer zwangsbeschallt, lief allen Ernstes „Coco Jambo“. Der beste Mix halt :wall::wall:). Jedenfalls wird es in der Scheiternsanalyse immer so dargestellt, dass der einfach zu groß und zu inhomogen ist und man sich für den örtlichen Dudelsender eine Art „Klammerfunktion“ erhofft bzw. zusammenfantasiert hatte. Ich kann mich auch noch an Herrn Clement erinnern. Ich glaube gerne, dass der als Medienpolitiker und neoliberaler Hassprediger es gerne noch ein bisschen kommerzieller gehabt hätte; vielleicht hätte er sicher auch gerne den Beweis angetreten, dass kommerzieller Rundfunk wirtschaftlich erfolgreich sein kann UND dauerhaft gut, also nicht alles im Einheitsbrei versinkt. Das hat aber noch nicht mal mit der abgeschwächten, lokalen, „sozialistischen“ Version funktioniert. Nur dass sich WDR2, 4, 5 und 1 dem ganzen niveaumäßig von oben her immer mehr annähern, das hat leider ganz gut geklappt. Lose-lose-Situation.
 
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Radiofreak11

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...wie hirntot man sein muss, um das freiwillig zu hören. Beim letzten Mal, ich glaube, ich wurde in einem Geschäft oder einem Wartezimmer zwangsbeschallt, lief allen Ernstes „Coco Jambo“. Der beste Mix halt :wall::wall:).
Das frage ich mich auch immer wieder. Als ich mal wieder einer Zwangsbeschallung mit so einem Radio ausgesetzt war, stellte ich fest, dass der lokale Werbefunk dort doch recht übersichtlich geworden ist. Viel war da nämlich nicht zu hören. Nur die üblichen Verdächtigen, die schon immer dort werben, wie ein großes VW-Autohaus (verkaufen die etwa noch keine DAB+ Autoradios?), das nicht mal im Verbreitungsgebiet ansässig ist und so eine Möbel-Wunderwelt meldeten sich in gefühlten 20 Sekündern zu Wort. Danach Eigenwerbung und Landeswerbung. Früher waren diese Spot-Inseln in der Primetime am Vormittag stets reichlich bestückt. Da gab es Spots vom Friseur an der Ecke, der Fleischerei oder gar vom Radioladen. Aber diese Werbung gibt es im Radio schon lange nicht mehr. Sie poppt heute vermehrt optisch in sozialen Medien wie bei Facebook oder auch Youtube als Banner in Videos auf, wo sie wohl viel günstiger zu haben sein wird und vor allem nachweislich durch die Daten-Plätzchen Personen erreicht und auf Zielgruppen punktgenau adressierbar ist. Das geht eben alles beim alten Analogradio auf Rauschfunk nicht. Frage mich, wie lange das so noch gut gehen kann, denn der Markt wandelt sich.
Aber wenn die Portemonnais der Landkreise überall so prall sind wie in Entenhausen und auch einfach das Geld des Steuerzahlers für Dudelfunk benutzt wird, ist wohl zunächst mal kein Ende in Sicht. Eigentlich sollte man doch gelernt haben, dass es nicht nur mit Geld und er Billigproduktion getan ist. So ein Programm muss auch angenommen werden. Ob das funktioniert, wenn es "0 % von hier" ist und aus der kreisfremden Nachbarstadt kommt?
Wenn ich das Sagen hätte, ich hätte den Stecker gezogen und die Frequenzen ausgeschrieben. Soll sie doch wer nehmen, wenn sie wer bezahlen und bespielen und unterhalten kann. Aber Steuergelder haben bei einem angeblichen Privatfunk nix zu suchen.
Wss mich immer noch wundert, dass es bis Heute in NRW kein privates Lokalfernsehen gibt.
 
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thorr

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Hallo Wach, Peppers, Infothek, Soundcheck und so weiter.
Das waren noch Zeiten...

@thorr schau mal auf radionrw.de nach dort ist ein Programmschema zu finden.
Das Programmschema auf der Radio-NRW-Webseite hab ich gefunden - da läuft Noxx bereits jetzt von 21 bis 6 Uhr. Deswegen verstehe ich diesen Satz nicht so ganz:
Ab 01.November 2021 wird NOXX von 21 bis 06 Uhr jede Nacht über den UKW-Frequenzen der Lokalradio-Sender zu hören sein.
 
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Radiofreak11

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RuhrLive schrieb:
Ab 01.November 2021 wird NOXX von 21 bis 06 Uhr jede Nacht über den UKW-Frequenzen der Lokalradio-Sender zu hören sein.


Na ja was Anderes wird den Sendern auch nicht über bleiben, da sie ja alle an der Dudelleitung aus Oberhausen hängen.
 

uachtaran

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Wss mich immer noch wundert, dass es bis Heute in NRW kein privates Lokalfernsehen gibt.
Stimmt, es gab doch mal NRW.TV - ist auch pleite gegangen, und danach hat's nie wieder jemand versucht oder wie? Wobei ich das WDR-Fernsehen jetzt nicht durchweg sooo schlimm finde, dass ich ständig denken würde „Wenn es da doch bloß private Konkurrenz gäbe“. Vielleicht denken das viele nicht. Oder meintest du so richtig lokal lokal, also quasi „TV Ennepe-Ruhr“? Würde sich glaube ich genauso wenig lohnen wie die Radiosache.
 

Radiofreak11

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Ein Lokalsender hat bis heute überlebt. Studio 47 für Duisburg, Mülheim, Oberhausen, den Kreis Wesel und Teile des Kreis Kleve.

Aber das ist doch ein Mediendienst - oder hat der eine SAT-Frequenz oder gar einen DVB-T-Sender? Einen lokalen TV-Sender sollte man schon so ohne Kabelanschluss und Internet linear anschauen können.
 
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