Radio 90.vier

Es geht in dem PDF um zwei Umfragen!
Die eine ist die von Dir erwähnte mit 23000 Personen bundesweit, die sich auf die Beliebtheit von Musikrichtungen bezieht (2021, bundesweit, nicht nur die Beliebtheit der Musik in der Senderegion DEL/HB).
Diese wurde in "persönlichen Interviews" durch Allensbach durchgeführt.
Und diese Umfrage kann man keinesfalls als "unsere Hörer" betiteln, denn statistisch stammen gerade einmal 23 Teilnehmer dieser Umfrage aus Delmenhorst (sofern das Panel regional ausgewogen ist).

Die andere ist die Umfrage, die sich auf "unsere" Hörer bezieht (also die Hörer in der Senderegion). Diese wurde per Online-Access-Panel von Trend Research (Hamburg) durchgeführt, 522 Online-Teilnehmer nur aus dem Sendegebiet in einem Zeitraum von 4,5 Monaten seit Jahresanfang 2022. An einer solchen Befragung ist die Teilnahme nur duch Einladung möglich - und die Teilnahme wird "vergütet". Vom Ergebnis dieser Befragung teilt Radio 90,4 in seinem PDF nur mit "42% der Kernzielgruppe der 30 bis 39-jährigen kennen uns". (also nicht: die 90,4-Hörer in der Region wollen Schlager hören). Und, ebenfalls aus der regionalen Trend-Umfrage die allgemein gehaltene Feststellung "dass in unserer Region die Musikrichtung „Schlager und Pop-Schlager“ stark vermisst wird und überwiegend gerne gehört würde."

Die mitgeteilten Ergebnisse aus dieser Umfrage sind also nur:
1) 42% (30-39j) in der Region kennen 90vier (kennen! Nicht: hören!)
2) „Schlager und Pop-Schlager“ wird vermisst und "überwiegend gerne gehört" - jedoch ohne irgendeine Aussage, ob das echte Hörer des Senders sind oder nur "Kenner" des Senders, oder gar Nicht-Hörer und Nicht-Kenner. Klar ist hierbei nur: es sind 522 bezahlte Online-Panel-Befragungsteilnehmer aus der Region im Alter 16-69 Jahre, von denen ein gewisser Anteil den Sendernamen kennt und ein (ggf. anderer) gewisser Anteil Schlager vermisst.
 
Wie sah denn die Eigenwerbung in der Region aus ? Plakate, Zeitung, spannende Gewinnspiele, lustige Moningshow ... ?
 
Als "Verpackung" für lokale Inhalte taugt Sparte aber 0. Weder Schlager, noch Techno, noch Rock passen zu einem solchen Format. Zu einem Lokalsender, der in erster Linie informieren möchte, passt ein musikalischer Kompromiss.
Ich habe in den 90er Jahren mal auf Klassenfahrt beim Skifahren in Steibis Radio RSA aus Kempten gehört. Das war seinerzeit wohl auch ein Lokalsender, der nach meiner Erinnerung Schlager und Volksmusik gespielt hat und damit wohl auch sehr erfolgreich war. Und man denke an sunshine live (oder dem Oldiesender Rhein-Neckar als dessen Vorgänger), im Grunde auch ein „Lokalsender“, der nur Techno gespielt hat und damit nicht minder erfolgreich war. Ich könnte mir vorstellen, dass „Sparte“ und „lokal“ funktionieren könnte, wenn man es denn richtig macht, indem man es nicht dabei belässt, nur ein lokal über UKW empfangbarer Abklatsch von Schlagerparadies und -radio zu sein.
 
Nicht wirklich. Man hätte den landesweiten IP/ggf DAB-Sender für volkstümliche Musik ja auch mit Anspruch auf einen DAB-Sendeplatz starten können, ohne gleichzeitig seine etablierte Reichweite des bestehenden Lokalprogramms komplett zu zerstören.
Radio Nordseewelle hat ja anscheinend auch einen Oldiesender am Start, stellt aber deshalb nicht sein normales Programm auf ein Oldieformat um...
Ja, das ist mir bei der ganzen Sache auch nicht wirklich eingängig. Der Sinn solcher zweiten Programme war und ist es doch gerade, neue Zielgruppen zu erschließen, ohne dabei die bereits vorhandenen Hörer verprällen zu müssen.
Die Umfrage, auf die sich "unsere Hörer wollen Schlager" bezieht, hat dieses Panel:
Methodik: Befragungen im Online-Access-Panel Zielgruppe: Erwachsene 16-69 Jahre Fallzahl: n=522 Befragungszeitraum: 09.01. - 21.05.2022 Gebiet: Gesamtes Sendegebiet
Ziemlich geringe Fallzahl für einen ziemlich langen Befragungszeitraum und dazu ausschließlich Online... ich würde mich da ja nicht drauf verlassen wollen.
Zumal sich die sich tatsächlich jetzt online äußernden Hörer weiterhin zu 90% ablehnend äußern und sich meistens von Sender verabschieden.

Ich fürchte, hier gab es zuerst den Entschluss zum Formatwechsel und anschließend die Umfrage, das würde zumindest einiges erklären.
Ich habe in den 90er Jahren mal auf Klassenfahrt beim Skifahren in Steibis Radio RSA aus Kempten gehört. Das war seinerzeit wohl auch ein Lokalsender, der nach meiner Erinnerung Schlager und Volksmusik gespielt hat und damit wohl auch sehr erfolgreich war. Und man denke an sunshine live (oder dem Oldiesender Rhein-Neckar als dessen Vorgänger), im Grunde auch ein „Lokalsender“, der nur Techno gespielt hat und damit nicht minder erfolgreich war. Ich könnte mir vorstellen, dass „Sparte“ und „lokal“ funktionieren könnte, wenn man es denn richtig macht, indem man es nicht dabei belässt, nur ein lokal über UKW empfangbarer Abklatsch von Schlagerparadies und -radio zu sein.
Nun ja, die Schlagerschiene war früher bei vielen Lokalradios, gerade in Bayern, durchaus recht beliebt, allerdings hat man das mit der Zeit so ziemlich überall inzwischen aufgegeben. Das Traurige ist nach meinem Empfinden dabei, dass die Sender irgendwie oftmals zusammen mit dem bisherigen Musikformat auch ihre Seele ablegen, siehe Neckarburg, Seefunk oder eben auch das von Dir angesprochene RSA Radio. Diesen Sendern ist gemein, dass sie zu der Zeit, in der sie noch eigenständig waren, ein eher melodiös orientiertes Musikformat hatten, dann aber irgendwann aufgekauft wurden und auf die übliche Dudelmusik umstellten. Die finde ich jetzt zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, aber ich käme damit immerhin besser als mit Schlagern am laufenden Band aus. Dumm nur, dass die Lokalsender nach solchen Umstellungen eben meist nicht mehr besonders lokal sind. Und dann ist mir ein tatsächlich lokal verankerter Schlagersender eben doch lieber als ein musikalisch mainstreamig orientiertes Pseudoregionalprogramm. Das solche Schlagerformate mit Regionalbezug funktionieren können, sieht man im Ausland. Radio Osttirol aus Lienz oder Radio 2000 aus Bruneck fallen mir dazu ein.
Was nun Sunshine Live betrifft, so war man ja eigentlich nur auf dem Papier ein Lokalsender. Man hätte ja schon 2000 die heutige Big-FM-Kette in BaWü bespielen wollen, kam aber eben letztlich nicht zum Zuge. Natürlich hat man noch lokale Inhalte gesendet, jedoch ist das wohl mehr eine Alibiveranstaltung gewesen, von der man sich dann ja 2016 mit der Aufgabe der UKW-Frequenzen auch getrennt hat. Und dann sah man sehr schön, wie sehr der Sender doch in der Region verankert ist, als man nämlich in derselben Pressemeldung neben der Abschaltung der UKW-Frequenzen auch gleich noch den Umzug nach Berlin verkündete. Das heute noch Sendungen aus Mannheim kommen, ist ja im Grunde genommen nur ein paar Urgesteinen zu verdanken, die nicht nach Berlin mit übersiedeln wollten.
 
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Immerhin mal was anderes als Charts, Rock, Schlager und Oldies.
Ob das nun erfolgreich wird, wird man dann sehen.
 
Die einen sagen so...
...und die anderen sagen: abgesehen davon, was denn nun als "Volksmusik" klassifiziert wird, könnte das auf ein zahlenmäßig kleines, aber sehr sehr dankbares - und sehr altes Publikum stoßen.
Ich hab mal so überlegt: außer meiner Mutter kenne ich eigentlich niemanden, der Volksmusik hört oder mag. Und natürlich den Leuten, die auf Videos von meiner Mutter drauf sind, wo sie auf dem Akkordeon vor allem volksmusikalisches spielt. Das Publikum ist in einer ähnlichen Altersklasse. In dem Alter ist Radiowerbung für Treppenlifte bereits zu spät...
Es könnte vielleicht etwas schwierig sein, diese Zielgruppe (75+) an die Werbung zu verkaufen.
 
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Da muss ich bei Gelegenheit mal in die neue Funkanalyse Bayern schauen, was die BR Heimatwelle so bindet. Jaja, ist ör und nicht Niedersachsen, ich weiß.
 
Regional mag es da durchaus Unterschiede geben. In einigen Teilen Bayerns ist aber Volksmusik sehr tief in der Tradition verankert und sie wird auch heute noch von jungen Leuten aktiv am Leben erhalten.
 
In einigen Teilen Bayerns ist aber Volksmusik sehr tief in der Tradition verankert und sie wird auch heute noch von jungen Leuten aktiv am Leben erhalten.
Ich bin Niedersachse und das könnte ich so direkt unterschreiben.
Vielleicht wird sie hier nicht aktiv am Leben gehalten, aber auch bei den jungen Leuten im Norden, wird Volksmusik gerne mal gehört.
Ich meine, ich kann das nur von meinem privaten Umfeld wiedergeben. Ein Trend ist aber zu erkennen. Beispielsweise angesagt ist aktuell der Song "40 Jahre die Flippers".
 
... aber auch nur, weil Herzbeat und HBZ den Song mit Wums versehen haben und der auf Mallorca gerade steil geht. Und Danke für diesen Ohrwurm 😈😂
 
Ich hätte noch ein Schmankerl aus dem Bereich der Volksmusik. Da können die Flippers einpacken.
 
...und die anderen sagen: abgesehen davon, was denn nun als "Volksmusik" klassifiziert wird, könnte das auf ein zahlenmäßig kleines, aber sehr sehr dankbares - und sehr altes Publikum stoßen.
Weder die Flippers oder die Amigos/"Bmigos" haben etwas mit Volksmusik oder volkstümlicher Musik zu tun.
Das geht's schon los... die meisten wissen gar nicht, was Volksmusik eigentlich ist ;)
Auf jeden Fall ist es kein Schlager und auch volkstümliche Musik ist es auch nicht.
Meist ist sie älteren Datums und hat in der Regel keinen bekannten Urheber - und auch keine Urheberrechte!

In dieser wiki steht eingangs eine brauchbare Definition der Volksmusik:
 
Immerhin mal was anderes als Charts, Rock, Schlager und Oldies.
Ob das nun erfolgreich wird, wird man dann sehen.
Naja, in Hamburg gibt's ja mittlerweile mit Radio Bollerwagen eine ähnliche Art, wenn auch mehr auf Party getrimmt. Kann also in Norddeutschland schon funktionieren, fraglich ob es das in der niedersächsischen Pampa tut.
Man müsste aber auf jeden Fall typisch norddeutsche Musik spielen, also soetwas wie Hoamatwelle und BR Heimat in Bayern machen.
 
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In Österreich gibt es seit kurzer Zeit einen interessanten Radiosender , der sich auch auf Volksmusik eingestellt hat. Und der klingt jetzt nicht sehr alt. Radio vm1
 
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