eigentlich hätten bei der Landesanstalt in Düsseldorf schon ganz am Anfang die Alarmglocken leuchten müssen,aber auch hier sitzen Leute,die von nichts Ahnung haben.
Deinen Beitrag zeigt mal wieder ganz deutlich, wo das Kernproblem bei unseren Medienanstalten – speziell der LfM in Düsseldorf – liegt. Man darf der Behörde hier aber eigentlich keinen Vorwurf machen, denn sie tut nur das, wozu sie gesetzlich verpflichtet ist.
Die LfM prüft primär die Zuverlässigkeit nach Paragrafen (gibt es Vorstrafen, Insolvenzen?) und verlangt den finanziellen Nachweis für die Anfangsphase (3-Jahres-Plan und Bankbürgschaften). Wenn ein Bewerber diese Hürden – oft mithilfe von Investoren oder Bürgen im Hintergrund – rein auf dem Papier erfüllt, ist die Behörde rechtlich fast schon gezwungen, die Zulassung zu erteilen. Ob das Projekt später im Alltag inhaltlich oder wirtschaftlich langfristig tragfähig ist, wird von den Beamten dort selten im Vorfeld erfühlt, denn sie müssen es nicht – und das müssen sie eben auch nicht. Beim Konzept wird lediglich geschaut, ob es formal in die Radiolandschaft passt. Dass ein Konzept auf dem Papier toll klingt, in der Realität aber an der Umsetzung scheitert, ist schlichtweg nicht die Aufgabe der Behörde. Übrigens viele der neuen Bewerber sind gar nicht erst auf Sendung gegangen, die es grossartig angekündigt hatten, wie die Altstadtwelle.
Dass ein Projekt in NRW planlos startet und gegen die Wand fährt, ist ja auch kein Einzelfall – der Markt hier ist durch die enormen Verbreitungskosten ein verdammt teures Pflaster. Wir erinnern uns alle an prominente Beispiele wie das
Sportradio Deutschland, dem auch in NRW mit der regionalen Version schnell die Puste ausging, oder das Hickhack um gescheiterte Lokalfunk-Versuche wie
deinfm im Kreis Gütersloh bzw. die jüngsten wirtschaftlichen Turbulenzen bei Sendern wie
Femotion Radio oder
Zound1, die sich aus dem NRW-Multiplex zurückgezogen haben oder umstrukturieren mussten. Auch Kulthitradio wurde zu Kölsch Radio.
Jetzt sehen wir genau recht ähnliche Muster bei Radio MusicStar. Wie ich aus absolut zuverlässiger Quelle weiß, hat der Geschäftspartner zwar eine Kaution bei Media Broadcast hinterlegt und für die ersten 3 Monate ein Personalbudget hinterlegt, aber das Geld ist inzwischen insgesamt komplett aufgebraucht. Gerade weil kein Vertriebspersonal aufgebaut wurde und das Geld für Content ausgegeben wurde. Wenn nichts Entscheidendes passiert, dürften dort spätestens in zwei Monaten die Lichter endgültig ausgehen. Welcher seriöse Geschäftspartner oder Werbekunde soll denn bitteschön so ein unprofessionelles Grundkonzept verstehen oder da noch Geld investieren? Das Projekt ist im Grunde jetzt schon klinisch tot.
Da hilft dann auch eine eigentlich informative Morgensendung nichts mehr, die nach wenigen Tagen bereits dieselbe Sendung aus den Vortagen komplett als Wiederholung in der Dauerschleife präsentiert. Das ist das klassische Symptom dafür, dass hinter den Kulissen die Luft – und vor allem das Geld fürs Personal – komplett raus ist. Wir müssen damit leben, dass der Markt solche Eintagsfliegen eben selbst reguliert.