Radio-Plays in offizielle deutsche Charts integriert


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count down

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Meine Meinung ist zunächst eine ablehnende, da allein die Menge Airplay eines Titels nicht wirklich ein entschlossener Konsum eines Musikstücks abbildet. Unabhängig dieser meiner Meinung ist allerdings nicht richtig, wie @s.matze sagt: "Und spätestens jetzt beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz!" Denn berechtigt für die Airplay-Charts sind 26 Wochen lang exakt die Titel, die neu per Airplay die Top300 erreicht haben - oder solche, die (Achtung!) wieder in die Sales-Charts-Top-100 einziehen (z.B. "Last Christmas") oder nach der 26. Woche immer noch in den Sales-Charts-Top-100 vertreten sind.

Mich würde interessieren, mit welchem Betrag diese eine Airplay-Minute Euro berechnet wird. Der Euro-Wert pro Track wird ja immerhin auch mit einem Streaming-Faktor und mit einem pekuniären Faktor nach Handels-Abgabepreis bei chart-relevanten Produkten gewichtet.
 

Maschi

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Bin da gleicher Meinung wie Du, noch was anderes zum Thema Charts, wo hier rechts oben im Kasten die Meldung zu den offiziellen Jahrescharts steht, warum wertet man dafür denn eigentlich die Wochen 50/2019 bis 49/2020 und nicht 1/2020 bis 53/2020 aus?
Soweit ich mich nicht täusche, laufen die Verkaufszahlen ja nicht so lang nach wie die Zahlen vom RKI, denn dann wären ja quasi die Charts in KW 51 die in KW 49 ermitelten, glaub ich aber nicht.
Und Bayern 3 ermittelt auf jeden Fall die Hits des Jahres (vormals "Hitbilanz") anhand aller Ausgaben des jeweiligen Kalenderjahres, da kann dann mitunter auch schonmal nur 1 Tag zwischen liegen (wenn der 30.12. ein Freitag ist).
 
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count down

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warum wertet man dafür denn eigentlich die Wochen 50/2019 bis 49/2020 und nicht 1/2020 bis 53/2020 aus?
Wirklich Unsinn. Seinerzeit hatte das mit redaktionellem Vorlauf für Printmedien wie Musikmarkt oder Musikwoche zu tun. Heute ist das tatsächlich Quatsch.

Beim Airplay stehen Jahres-Charts u.U. ein wenig früher fest, was die Top-Positionen angeht, da Titel nach 26 Wochen bereinigt werden.
 

da_hooliii

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@Maschi

Die Chartswoche in Deutschland läuft von Freitag - Donnerstag - direkt dann am Freitag, also bereits am Tag drauf werden seit 5 Jahren auch dann die Charts gemacht (früher waren es teilweise noch 2 Wochen oder noch früher zurück ging es noch länger bis tatsächlich das abgebildet wurde das verkauft wurde).

@count down

Mit den Printmedien hat das wenig zu tun wieso die Jahrescharts zu früh kommen. Es liegt eher daran, dass so gut wie überall in den Medien Jahresrückblicke seit Jahren auch schon Anfang Dezember gemacht werden und sich Anfang Januar kaum noch jemand dafür interessiert was die Hits des Jahres davor waren. Also in den Social Media Plattformen auf der Seite der Offiziellen Deutschen Charts gab es immer wieder Beschwerden wieso die Jahrescharts so spät kommen aber irgendwie beschwert sich jetzt trotzdem noch einige dann wieso die Jahrescharts so früh kommen - irgendwie kann man es nicht jedem Recht machen. Wenn es nach mir geht hätte man vielleicht noch eine Woche länger mit den Jahrescharts warten können aber dieses "Jetzt ist 31.12 vorbei - die Jahrescharts kommen" davon bin ich kein Fan.

Und ja Airplays waren ja früher auch von 1989 - 2001 Bestandteil in den Deutschen Single Charts (da spielte das Radio an sich noch eine viel größere Rolle bei den Menschen). Ich müsste genau nachgucken was der exakte Faktor/Eurowert ist mit dem es einfließt in die Charts aber wie ich gehört habe soll er eher gering sein. Das finde ich auch gut so weil die großen Sender ja nicht wirklich das spielen was jeder hören will sondern was am wenigsten aneckt und beim Bügeln oder was man sonst so nebenbei macht nicht stört - da sollte der Anteil in den Charts nicht zu groß sein bei der Einseitigkeit an Genreklangfarbe im Radio.
 

count down

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Mit den Printmedien hat das wenig zu tun wieso die Jahrescharts zu früh kommen.
Hatte es damals. Ich schrieb oben seinerzeit.

Bisher ist (mir) noch nicht klar, mit welchem Faktor eine Minute Radioplay eines Senders zu Buche schlägt. Bisher ist mein Erkenntnisstand lediglich der, dass die Airplaybeimischung in die Singles-Sales-Charts eher geringen Einfluss auf sie hat.

Da frage ich mich und andere, warum der Chart- und Marketing-Ausschuss der vom BVMI vertretenden Firmen diese Beimischung wollte. Abgesehen davon: siehe #3, erster Satz.
 
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da_hooliii

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Da frage ich mich und andere, warum der Chart- und Marketing-Ausschuss der vom BVMI vertretenden Firmen diese Beimischung wollte. Abgesehen davon: siehe #3, erster Satz.
Es gab mal letztes Jahr eine Sitzung und in der würde darüber diskutiert, wie man die Single Charts für die Medien und für die Leute da draußen wieder interessanter machen will, da der Anteil an Rapsongs viel zu hoch ist und das erste was beschlossen wurde war diese Regel, dass nicht mehr die ganzen Albumtracks charten können wenn jemand ein Album rausbringt und durch Streaming das ganze Album oft gestreamt wird und so die Albumtracks bei manchen Künstlern dann für 1 der 2 Wochen die Charts überfluten und der nächste Punkt was das mit Airplay weil man sich dadurch erhofft, dass mehr andere Genres in den Charts landen werden was nur bedingt der Fall ist da dort noch weniger Vielfalt vorhanden ist. Letztendlich wird das aber alles nicht viel bringen - die meisten jüngeren Menschen (und das war schon immer der Großteil der über die Singlecharts bestimmt hat) streamen heutzutage einfach fast nur noch und Rap gehört eben einfach zur Jugendkultur.
 

Musikminister

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Braucht man Charts überhaupt noch? Die Zeiten, dass man sich einmal pro Woche über Neuererscheinungen informiert, sind länger vorbei. Heute kann quasi jeder selbst releasen wann er möchte, eine Qualitätskontrolle (früher A&R) gibt es nicht mehr. Die Trendcharts sind voll mit alten Songs weil gerade wohl irgendwo etwas viral geht, dazu kommen die bereits erwähnten Albumtracks, die durch Standalone-Streams in die Top 123456 rutschen. Das spiegelt das tatsächliche Hörverhalten wieder, jeder Streamingdienst hat aber sein eigenes Ranking. Demnach könnte man sich auch darauf beschränken.

Airplaycharts wären interessant, wenn sie nach Radiosender aufgeteilt wären. In irgendeiner Zeitschrift waren mal Radiosender mit ihre aktuellen Top 5 aufgelistet ("Musikmarkt"?). Dazu müssten die Sender jedoch ihr eigenes Profil haben. Die Top 5 von NDR2, JUMP und RPR1 werden vmtl. sehr ähnlich sein.
 

exhörer

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Sind die Single-Charts nicht schon seit Jahren völlig belanglos?

Früher war das, was auf Nummer 1 stand, Tagesgespräch, heute kennt man die meisten Nummer-1-Titel überhaupt nicht. Komplett diametral zu den Album-Charts, die anscheinend viel eher die Wirklichkeit wiederspiegeln.

Und wenn ich mir die aktuellen Single-Charts ansehe, dann kommt mir das wie eine Persiflage vor, oder aber ich kann mich glücklich schätzen, dass ich Radio-abstinent bin, denn offenbar werden von früh bis spät die selben 10 "Weihnachts"songs rauf und runtergedudelt. Denn dass jemand freiwillig von früh bis spät Last Christmas & Co. streamed, übersteigt ein wenig mein Vorstellungsvermögen :)
 

Skywise

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Braucht man Charts überhaupt noch? Die Zeiten, dass man sich einmal pro Woche über Neuererscheinungen informiert, sind länger vorbei.
Na ja, die Charts waren ja dereinst auch ein guter Leitfaden für die Händler, die auch zu Glanzzeiten von Vinyl a) nicht alles auf Halde haben konnten und b) trotzdem einen regelmäßigen Umsatz zu schätzen wußten. Nur - diese Zeiten sind ja im Prinzip sogar noch länger vorbei in Ermangelung physischer Tonträger, insbesondere bei "Singles".

Früher war das, was auf Nummer 1 stand, Tagesgespräch, heute kennt man die meisten Nummer-1-Titel überhaupt nicht. Komplett diametral zu den Album-Charts, die anscheinend viel eher die Wirklichkeit wiederspiegeln.
Keine Ahnung. Ich habe das Gefühl, daß die Alben-Käufe sehr viel weiter streuen als früher, deshalb sagen die Alben-Charts eher etwas über a) Massenkompatibilität und b) den Geldbeutel der Zielgruppe aus. Will sagen: ich glaube nicht, daß die Amigos oder Reinhard Mey wirklich auf soo breite Zustimmung in der Bevölkerung stoßen, aber die Fans sind schnell zur Hand, wenn es darum geht, sich freiwillig ein Album der Interpreten ins Regal zu stellen. Und ich entschuldige mich ausdrücklich dafür, die Amigos und Reinhard Mey in einem Atemzug genannt zu haben. Es hätte auch andere Leute treffen können, aber die beiden waren halt eben dieses Jahr in den Top Ten vertreten, ohne daß ich sie jetzt wirklich als "in den Medien präsent" eingestuft hätte. Und ich glaube auch nicht, daß man bei der breiten Bevölkerung trotz der guten Plazierungen darauf hoffen sollte, daß sie aus den aktuellen Werken spontan einen Titel parat haben.

Gruß
Skywise
 

da_hooliii

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Braucht man Charts überhaupt noch? Die Zeiten, dass man sich einmal pro Woche über Neuererscheinungen informiert, sind länger vorbei. Heute kann quasi jeder selbst releasen wann er möchte, eine Qualitätskontrolle (früher A&R) gibt es nicht mehr. Die Trendcharts sind voll mit alten Songs weil gerade wohl irgendwo etwas viral geht, dazu kommen die bereits erwähnten Albumtracks, die durch Standalone-Streams in die Top 123456 rutschen. Das spiegelt das tatsächliche Hörverhalten wieder, jeder Streamingdienst hat aber sein eigenes Ranking. Demnach könnte man sich auch darauf beschränken.
Doch die braucht man schon noch - wenn es darum ginge könnte man auch alles hinterfragen und Einstampfen. Ich finde es schon gut, dass es so etwas gibt was ermittelt wer gerade aktuell am angesagtesten ist . Solche Statistiken sind schon sehr hilfreich. Die Trendcharts sind aktuell voll mit alten Songs weil gerade die Weihnachtszeit ist - das wird nach Weihnachten vorbei sein. Die Streamingdienste haben ihre eigenen Rankings aber nicht jeder Streamingdienst ist gleich viel wert und so spontan findet man außer den Spotifycharts andere Streamingrankins auch nicht so schnell - es ist schon gut, dass es die Offiziellen Charts gibt, die alles auf einen Blick abbilden mit allen relevanten Streamingdaten, den Downloaddaten, die noch ein paar weniger Prozent ausmachen und vereinzelt physischen Single CD's. Es dient ja auch als guter Vergleich wie der Künstler in dem und dem Land erfolgreich ist und als Orientierung von Veranstaltungen, Feiern oder als Aufhänger "Top 5 Hit gehabt "etc. dient es auch.

Sind die Single-Charts nicht schon seit Jahren völlig belanglos?

Früher war das, was auf Nummer 1 stand, Tagesgespräch, heute kennt man die meisten Nummer-1-Titel überhaupt nicht. Komplett diametral zu den Album-Charts, die anscheinend viel eher die Wirklichkeit wiederspiegeln.

Also ich denke es hier wohl eher eine Altersfrage bzw. Generationenfrage. Man darf nicht den Fehler machen und glauben, dass die Singlecharts das wiederspiegeln was ALLE hören - den Trend setzen meistens jüngere Menschen das war immer so wenn man die Jahrzehnte der Chartsgeschichte durchgeht - klar kann es mal Übereinstimmungen geben und auch die Oma kennt dann noch "Macarena" aber meistens war es Zeitgeistmusik für die heranwachsenden oder noch nicht so alten Erwachsenen. Die Diskussion hatte ich auch schon öfter in einem Chartsforum und da war der Altersdurchschnitt über 40 und die Leute waren einfach weit weg von dem was jüngere Menschen hörten und konnten gar nicht nachvollziehen wieso das und das erfolgreich ist und nur weil es in ihrem Umfeld in deren Alter niemanden gab, der das hört sprachen sie den erfolgreichen Künstlern dann gleich die Relevanz ab (Da kommt dann auch so was wie "Der war noch nie im TV oder im Radio habe ich ihn nicht gehört" - aber jüngere Leute hören fast kein Radio mehr und konsumieren auch kein lineares TV).
 

count down

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eine Qualitätskontrolle (früher A&R) gibt es nicht mehr
Stimmt. Ein Jammer.
werden von früh bis spät die selben 10 "Weihnachts"songs rauf und runtergedudelt.
Das täuscht. In den Airplay-Charts werden nur die Titel zugelassen, die nicht länger als 26 Wochen dabei sind oder solche, die in den Single-Charts vertreten sind (Wham! & Co.). Der Rest Oldies taucht in den Airplay-Charts nicht auf.
ohne daß ich sie jetzt wirklich als "in den Medien präsent" eingestuft hätte
Stimmt. Mey z.B. war bis auf Brisant nicht weiter groß in den Medien. Er hat aber ohne Medienpräsenz eine große Publikumsgemeinde, die auch ohne Medieneinsatz seine Alben entdecken und kaufen.
 
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da_hooliii

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Na ja, die Charts waren ja dereinst auch ein guter Leitfaden für die Händler, die auch zu Glanzzeiten von Vinyl a) nicht alles auf Halde haben konnten und b) trotzdem einen regelmäßigen Umsatz zu schätzen wußten. Nur - diese Zeiten sind ja im Prinzip sogar noch länger vorbei in Ermangelung physischer Tonträger, insbesondere bei "Singles".
Ja gut diese Zeiten mit Vinyl sind ewig her und b) diesen regelmäßigen Umsatz gibt es ja trotzdem noch nur wird der eben jetzt mit Streaming gemacht was die Charts nicht weniger entwertet. Man kann ja nichts machen wenn das der Lauf der Dinge ist - wenn es danach geht könnte man auch behaupten "Alles war noch gut als es Pferdekutschen gab - alles danach zählt nicht mehr für mich". Es konsumieren ja immer noch viele Leute Musik wenn nicht sogar noch mehr als vorher - nur eben jetzt durch Streaming und nicht den direkten Kauf von einem Lied.

Stimmt. Mey z.B. war bis auf Brisant nicht weiter groß in den Medien. Er hat aber ohne Medienpräsenz eine große Publikumsgemeinde, die auch ohne Medieneinsatz seine Alben entdecken und kaufen.
Die Albumcharts sind da noch etwas speziell. Dort schwankt es ja auch speziell von Woche zu Woche sehr wie viele Einheiten man braucht um vorne zu landen - wenn kein "Großer" ein Release hat dann kann auch mal jemand vorne charten, der keine große Nummer ist. Die Amigos charten seit Jahren regelmäßig auf der 1 - allerdings suchen sie sich auch seit Jahren eine Sommerlochwoche aus, in der es leichter ist auf die 1 zu gehen. Gegen eine Helene Fischer oder einen Herbert Grönemeyer z.B. hätten die 0 Chance auf die 1 zu gehen wenn einer von beiden in der gleichen Woche ein Studioalbum rausbringen würde. Und ja was die "Medieneinsätze" eingeht.. die Böhsen Onkelz werden seit Jahrzehnten in den Medien boykottiert und haben trotzdem ihren Erfolg. Ähnlich ist es mit anderen Künstler/innen und Bands auch - es liegt auch daran, dass es da eine feste und treue Fangemeinde gibt, die diese Alben auch blind kauft. Die kaufen oder vorbestellen das Album egal wie gut oder schlecht es am Ende ist.

Und ich glaube auch nicht, daß man bei der breiten Bevölkerung trotz der guten Plazierungen darauf hoffen sollte, daß sie aus den aktuellen Werken spontan einen Titel parat haben.

Es gibt Künstler, die sind eher Albumkünstler bzw. haben eine gewisse Zeit in der sie auch Singlehits haben aber danach läuft es nur noch über die Alben. Das ist völlig normal. Es ist dann auch nicht mehr drauf ausgelegt einen Hit aus dem Album zu landen sondern, dass das Album allgemein gut verkauft wird. AC/DC sind in den Jahrescharts z.B. auf der 1 dieses Jahr aber kaum jemand wird jetzt als Außenstehender einen Song aus dem Album nennen können.
 

count down

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Die Amigos charten seit Jahren regelmäßig auf der 1 - allerdings suchen sie sich auch seit Jahren eine Sommerlochwoche aus, in der es leichter ist auf die 1 zu gehen.
Nein, hier darf nicht außer Acht lassen, wie Plattenfirma Telamo und die Firma shopp24direct verbandelt sind. Eine solch billige Werbeplattform haben selbst die drei großen Majors nicht.
 

da_hooliii

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Ja.. das kommt natürlich auch noch dazu. Durch Telamo und/oder Shop24 kommen z.B. Giovanni Zarella, Oli P. , Marianne Rosenberg, Andrea Jürgens, Amigos, Ronny und auch die Kirmesmusikanten zu extrem großen Erfolgenm, die es sonst nicht geben.
 

Musikminister

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Es gibt nicht mehr DEN großen Künstler oder DIE große Band, da mittlerweile unendlich viele Quellen zur Verfügung stehen. Früher waren es Hitparaden (Radio und Fernsehen) und Fernsehshows (Wetten dass & Co.) die für Gesprächsstoff sorgten. Durch die Privatsender (Radio und Fernsehen) wurden erweiterte sich der Horizont, später gab es dann Sat-TV und irgendwann das Internet.

Die Charts geben eine grobe Richtung über das was halbwegs angesagt ist, spielen aber in vielen Bereichen kaum noch eine Rolle. Musik war aber auch immer schon ein Weg um sich vom Mainstream abzusetzen. Was früher mal Punk oder Metal war, ist heute Deutschrap. Früher wurden Tapes getauscht, heute drücke ich 200x auf Play und schon beeinflusse ich die Charts.
 

Skywise

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Ja gut diese Zeiten mit Vinyl sind ewig her und b) diesen regelmäßigen Umsatz gibt es ja trotzdem noch nur wird der eben jetzt mit Streaming gemacht was die Charts nicht weniger entwertet.
Dieser regelmäßige Umsatz fällt aber nicht mehr beim Plattenhändler an. Er braucht keine Bestände mehr zu kalkulieren oder bestimmte Veröffentlichungen vorzuhalten, denn die Charts kommen ja jetzt aus dem Netz. Das, was früher eine Art Leitfaden für ihn und sein kurzfristiges Geschäft war, braucht's also für ihn nicht mehr.

Man kann ja nichts machen wenn das der Lauf der Dinge ist - wenn es danach geht könnte man auch behaupten "Alles war noch gut als es Pferdekutschen gab - alles danach zählt nicht mehr für mich". Es konsumieren ja immer noch viele Leute Musik wenn nicht sogar noch mehr als vorher - nur eben jetzt durch Streaming und nicht den direkten Kauf von einem Lied.
Ja, aber da sind wir an Deinem Punkt "diesen regelmäßigen Umsatz gibt es ja trotzdem noch". Erstens habe ich das Gefühl, daß dadurch Musik entwertet wird, da sich ein bestimmter Umsatz, der früher für zwei, drei Singles draufgegangen ist, heutzutage als Entschuldigung für eine Dauerberieselung verwendet wird, abgesehen davon, daß der Musik nach meinem Dafürhalten auch dadurch abhanden kommt, etwas "Besonderes" zu sein, weil - "links rein, rechts raus" ist ein anderer Konsum als "ich nehme mir die Zeit und lege eine Scheibe auf". Zweitens kommt bei den Erzeugern der Musik auf diese Weise bedeutend weniger an als früher.

Gruß
Skywise
 

Bolero

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Man hat definitiv an der falschen Stelle gesessen, wenn man sich nur die deutschen HipHop-Lieder abgreifen konnte. Das ist definitiv nicht repräsentativ, nicht im Ansatz. Der GfK war das mit Sicherheit schon länger ein Dorn im Auge, und man hat lange nach einer Lösung gesucht. Jetzt versuchtr man es besser zu machen.

Und was ist das Ergebnis: Nun stehen Weihnachtslieder aus den 90ern ("All I want for Christmas ...") und 80ern ("Last Christmas") ganz vorne. Ob das jetzt so die richtige Alternative ist? Wir werden sehen.

Ich halte auf jeden Fall noch die "iTunes Top 40" von FFH für authentischer als die "offiziellen" deutschen Charts.
 

Grasdackel

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Was ist denn eigentlich so sensationell an der Meldung? Schon in den 80ern und 90ern wurden die Airplays entweder komplett oder von Platz 51 bis 100 in die Verkaufscharts eingerechnet.
Was ich allerdings nicht ganz verstehe ist, dass man die Airplays nur für bereits platzierte Titel berücksichtigt. Da werden doch nur die Titel gepusht, die ohnehin dabei sind. Wenn eine neue Single eines Künstlers bei allen Radiostationen in die Heavy Rotation kommt (gut, dürfte natürlich auch nicht passieren, wenn sie nicht schon bereits heftig verkauft wird), hat die doch gar keine Chance in den Neueinsteigern zu landen und der Hitparade wenigstens einen kleinen neuen Impuls zu geben.
 

count down

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Was ich allerdings nicht ganz verstehe ist, dass man die Airplays nur für bereits platzierte Titel berücksichtigt.
Wo platziert? In den Sales-Charts-Top100? Oder wo?
Nein, unrichtig. Für die Airplay-Charts qualifizieren sich solche Titel, die erstmalig im Radio in Deutschland bei den mit Airplay-Faktor versehenden Sendern in die Top 300 gelangen. Nach 26 Wochen werden sie bereinigt, es sei denn: sie platzieren sich in den Sales-Charts-Top100. Deshalb sind so alte Schoten wie "Last Christmas" & Co bei entsprechendem Airplay immer wieder enthalten.
 

Grasdackel

Benutzer
Ich hatte es so gelesen, dass in die Sales-Charts die Airplays nur eingerechnet werden, wenn die Titel bereits genügend Verkäufe und eine Platzierung in den Sales-Charts haben. Das würde höchstens zu einer Verschiebung der Platzierungen untereinander führen. Es könnten aber keine Titel aus den Airplays in die Sales-Charts "überspringen".
 

da_hooliii

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Früher wurden Tapes getauscht, heute drücke ich 200x auf Play und schon beeinflusse ich die Charts.
Dieses "200x auf Play drücken" sollte man nicht unterschätzen das muss man auch erst einmal erreichen wenn man bedenkt, dass für die Gold-und Platinwertung und für die Offiziellen Charts Dauerstreamer rausfallen. Es werden nicht mehr als 10 Plays von einem Premiumaccount pro Tag für einen Song gewertet - das heißt man müsste mindestens 20 Tage so ein Lied hören damit es so viel wert ist wie ein 1 Verkauf und wenn da Leute dann Platin oder Diamant gehen ist das eine Leistung, die man nicht mal eben so geschafft hat (Und nein bitte nicht wieder diese eine zweifelhafte Doku als Argument für "Klickkäufe" bringen - das zieht mittlerweile höchstens noch bei alten Menschen).

Dieser regelmäßige Umsatz fällt aber nicht mehr beim Plattenhändler an. Er braucht keine Bestände mehr zu kalkulieren oder bestimmte Veröffentlichungen vorzuhalten, denn die Charts kommen ja jetzt aus dem Netz. Das, was früher eine Art Leitfaden für ihn und sein kurzfristiges Geschäft war, braucht's also für ihn nicht mehr.
Ja aber das ist doch auch längst überholt - es ist doch klar, dass man das nicht mehr braucht. Wer rennt denn noch zum Plattenhändler? Das ist eine kleine Nische. Die Mehrheit hört heutzutage nicht mehr auf diese Art und Weise Musik.

draufgegangen ist, heutzutage als Entschuldigung für eine Dauerberieselung verwendet wird, abgesehen davon, daß der Musik nach meinem Dafürhalten auch dadurch abhanden kommt, etwas "Besonderes" zu sein, weil - "links rein, rechts raus" ist ein anderer Konsum als "ich nehme mir die Zeit und lege eine Scheibe auf". Zweitens kommt bei den Erzeugern der Musik auf diese Weise bedeutend weniger an als früher.
Das gilt für manche ja aber grundsätzlich entwertet es die Musik nicht zwingend. Man ist ja nicht nur dann ein Musikliebhaber wenn man einen Schrank voll CD's hat. Ich hab mir damals die Maxi-CD's auch nur gekauft weil es keine andere Möglichkeit gab - gäbe es damals schon Streaming hätte ich das genutzt. Für mich ist Streaming ein Segen. Dabei geht es mir auch nicht unbedingt um den Kostenfaktor - wären es 30 Euro statt 9,99 Euro im Monat für Streaming würde ich das immer noch zahlen wollen. Es geht mir da um diese technischen Möglichkeiten, die es nicht gab. Damals gab es auch viele Lieder, die ich nie als Maxi-Single CD hatte und trotzdem hab ich eine Verbindung zu dem Song. Da geht nicht unbeding was verloren nur weil man an alten Methoden festhält. Ich bin auch schon zu Konzerten von Künstler/innen und Bands gegangen von denen ich nie eine CD hatte aber die Musik trotzdem rauf und runter gehört habe.

Ich halte auf jeden Fall noch die "iTunes Top 40" von FFH für authentischer als die "offiziellen" deutschen Charts.
Bei den iTunes Top 40 fehlt aber leider Komplett die Relevanz aufgrund der geringen Datenmenge. Nur noch wenige Menschen "downloaden" einen Song und man braucht nur noch einen Bruchteil an Downloads, den man vor Jahren noch gebraucht hat um sich bei iTunes in den Charts zu platzieren.

Und was ist das Ergebnis: Nun stehen Weihnachtslieder aus den 90ern ("All I want for Christmas ...") und 80ern ("Last Christmas") ganz vorne. Ob das jetzt so die richtige Alternative ist? Wir werden sehen.
Das hat aber jetzt nichts mit Chartregeländerungen zu tun. Zur Weihnachtszeit werden die Charts seit ein paar Jahren schon mit Weihnachtsliedern überflutet. Mariah Carey war doch dieses Jahr schon auf der 1 bevor diese Airplayregel in Kraft getreten ist.

Es gibt nicht mehr DEN großen Künstler oder DIE große Band, da mittlerweile unendlich viele Quellen zur Verfügung stehen. Früher waren es Hitparaden (Radio und Fernsehen) und Fernsehshows (Wetten dass & Co.) die für Gesprächsstoff sorgten.
Es gab "damals" auch nicht viele Möglichkeiten seine Musik bekannt zu machen. Heutzutage braucht man nicht mal mehr einen Plattenvertrag um bekannt zu werden - man kann auch als Hobbymusiker schon Erfolg haben. Die Releasedichte ist auch eine viel größere. Freitag kommt so viel neue Musik heraus. Früher gab es da gefühlt totale Monopole.
 

count down

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dass in die Sales-Charts die Airplays nur eingerechnet werden, wenn die Titel bereits genügend Verkäufe und eine Platzierung in den Sales-Charts haben.
Ja, richtig gelesen. In die Sales-Charts Top100 werden die Airplays eingerechnet. Jetzt können wir mutmaßen, ob ein Titel, der die Sales-Top100 allein durch Sales erreichen hätte, nicht doch noch von einem Titel, der sales-mäßig auf Platz 101 liegt, mit ordentlichem Airplay den Hundert-Kandidaten rauswirft. Aber egal: Neuerdings wird zu den Sales das Airplay zugerechnet und dann ist auf Platz 100 bei exakt gleichen Verkaufspunkten ein Titel mit besserem Airplay halt auf der 100.
 

Skywise

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Ja aber das ist doch auch längst überholt - es ist doch klar, dass man das nicht mehr braucht. Wer rennt denn noch zum Plattenhändler? Das ist eine kleine Nische. Die Mehrheit hört heutzutage nicht mehr auf diese Art und Weise Musik.
Sicher. Gefällt mir zwar nicht und ich halte es eigentlich auch für falsch, nicht zuletzt, weil ich den meist inspirierenden Gedanken- und Informationsaustausch mit Händler und Kundschaft im ehemaligen knuffigen Plattenladen meiner Wahl vermisse, aber ändern läßt sich so was schwer.

Das gilt für manche ja aber grundsätzlich entwertet es die Musik nicht zwingend. Man ist ja nicht nur dann ein Musikliebhaber wenn man einen Schrank voll CD's hat. Ich hab mir damals die Maxi-CD's auch nur gekauft weil es keine andere Möglichkeit gab - gäbe es damals schon Streaming hätte ich das genutzt. Für mich ist Streaming ein Segen. Dabei geht es mir auch nicht unbedingt um den Kostenfaktor - wären es 30 Euro statt 9,99 Euro im Monat für Streaming würde ich das immer noch zahlen wollen. Es geht mir da um diese technischen Möglichkeiten, die es nicht gab. Damals gab es auch viele Lieder, die ich nie als Maxi-Single CD hatte und trotzdem hab ich eine Verbindung zu dem Song. Da geht nicht unbeding was verloren nur weil man an alten Methoden festhält. Ich bin auch schon zu Konzerten von Künstler/innen und Bands gegangen von denen ich nie eine CD hatte aber die Musik trotzdem rauf und runter gehört habe.
Natürlich entwertet es die Musik.
Denk Dir mal: wer vor 1860 Musik hören wollte, der war darauf angewiesen, entweder selbst zu musizieren oder sich an einen Ort mit musizierenden Menschen zu begeben. Musik war zu dem Zeitpunkt praktisch untrennbar mit einem sozialen Ereignis verknüpft. Und wer ein Stück häufiger hören wollte, der mußte dafür Zeit und oft genug auch Mühe und Geld investieren. Wenn man Zeit und oft genug auch Mühe und Geld investiert, dann hat das für den Konsumierenden zwangsläufig einen bestimmten Wert.
Der Wert veränderte sich wie grundsätzlich die Art des Konsums durch Tonträger, angefangen bei den Orchestrion/Spieluhr-Scheiben, weiter über die Welte-Mignon-Papierrollen, die Wachswalzen, die Schellack-Trümmer, die Vinylplatten etc., und irgendwann auch mal das Radio weiter. Nun kam man leichter mit Musik in Kontakt, mußte weniger Mühe, aber meistens noch Zeit und Geld investieren, wenn man überhaupt etwas oder eventuell sogar etwas häufiger hören wollte. Mittlerweile konnte man aber die Musik auf Konserve erwerben und praktisch jedes Lied, das man erworben hatte, theoretisch so lange abspielen, wie man lustig war. Musik hatte nicht mehr denselben Wert wie früher, war auch nicht mehr zwangsläufig mit (denselben) sozialen Ereignissen verknüpft, aber man mußte immer noch Mühe und Geld investieren, um in den Besitz der Musik zu gelangen, oder Zeit investieren und warten, bis sie im Radio oder meinetwegen später im Fernsehen lief.
Bei Streaming besteht Deine Mühe in einem Mausklick - wenn überhaupt - und Dein monetärer Aufwand je nach monatlichen Konsum in 0,000[...]1 Cent pro Stück und Dir steht ein Großteil der aktuell von Labels zur Verfügung gestellten Stücke zur Verfügung. Ist das wirklich derselbe Wert wie bei demjenigen, der sich einen Tonträger aussucht und käuflich erwirbt, in der Absicht, diesem Zeit zu widmen? Oder gar derselbe Wert wie bei demjenigen vor 150 Jahren, der in seinem Leben viel Zeit und Mühe und eventuell auch Geld darauf verwenden mußte, um ein Musikstück häufiger zu hören?
Nun gut, Streaming-Dienste nutze ich nicht. Nicht, daß ich's nicht versucht hätte, aber mittlerweile bin ich eigentlich recht zufrieden damit, nicht zur Zielgruppe zu gehören. Ich find's sogar regelrecht gruselig, wenn sich unmittelbar nach Erscheinen von Rezensionen Menschen zu Wort melden, die sich das Album via Streaming direkt reingezogen haben, zu einem abschließenden Ergebnis gekommen sind, das dann zu posten und direkt im Anschluß zum nächsten Album weiterspringen. Das sind Menschen, die Musik nutzen wie ein Wegwerf-Produkt.
Ich für mich hoffe auf die Zeiten, in denen Corona etwas weniger durch die Gassen tobt, denn ich stehe in Kontakt mit einem DJ, der mich zu sich eingeladen hat, damit wir uns bei einem entspannten Täßchen Bier ein wenig über afrikanische Musik austauschen. Und ich schätze, daß ich danach einige Zeit und einiges Geld investieren werde, um die Original-Scheiben in meine Bestände aufnehmen zu können. Das ist eher nach meinem Geschmack.

Es gab "damals" auch nicht viele Möglichkeiten seine Musik bekannt zu machen. Heutzutage braucht man nicht mal mehr einen Plattenvertrag um bekannt zu werden - man kann auch als Hobbymusiker schon Erfolg haben. Die Releasedichte ist auch eine viel größere. Freitag kommt so viel neue Musik heraus. Früher gab es da gefühlt totale Monopole.
Das halte ich für einen Denkfehler. Ja, die Releasedichte ist viel größer als früher. Aber nur das Raushauen von Material macht einen nicht bekannt. Youtube oder Streaming-Dienste sind keine Werbeplattformen. Dort braucht man im allgemeinen Suchbegriffe, um überhaupt etwas zu finden - woher kenne ich die Suchbegriffe? Meistens braucht es immer noch irgendein externes Medium, um überhaupt wahrgenommen zu werden, oder ein größeres Medium, um auf youtube so etwas wie einen Hype auszulösen. War früher bei den Plattenfirmen aber auch nicht anders. Nur weil eine Plattenfirma was veröffentlicht hat, hat davon nicht automatisch jeder Notiz genommen. Für solche Sachen brauchte es Einsatz in den Medien, Werbespots, Anzeigen, Litfaßsäulen-Anschläge, je nach Zielgruppe, um überhaupt erst mal auf das Produkt aufmerksam zu machen. Um solche Sachen zu bewegen, braucht man in der Regel Vitamin B, Zeit und Geld, das ein reiner Hobbymusiker oft genug nicht hat.

Gruß
Skywise
 
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