Ob sich die MABB diese Neustrukturierung gut überlegt hat? Richtig finde ich auf jeden Fall die Idee, dass der rbb seine Regionalprogramme zielgenauer ausstrahlen kann und dass für kleinere lokale private Anbieter auch regionale Übertragungskapazitäten angeboten werden. BHeins, Radio Potsdam und Radio Cottbus würden dann vermutlich in einen der regionalen Muxe ziehen, Hitradio SKW und Oderwelle würden von der Regionalisierung ebenfalls profitieren. Soweit verstanden.
Aber was passiert genau mit den 13 kommerziellen landesweiten Anbietern, die derzeit auf den Kanälen 10B und 12D senden, wenn für Berlin nur 3 Kapazitäten und für den landesweiten Empfang in Berlin und Brandenburg nur 4 Kapazitäten vorgesehen sind? Irgendwer muss doch da am Ende leer ausgehen. Und soll jetzt wirklich jeder Veranstalter noch regionalisierte Nachrichten für alle sechs Regionen produzieren? Selbst wenn das von der MABB finanziell gefördert wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass bspw. bei Kiss FM, Bollerwagen, STAR FM, Radio Paloma, bigFM oder Energy Berlin ein sonderlich großes Interesse besteht, Regionen wie die Prignitz oder die Uckermark redaktionell zu beackern. Bei den vier landesweiten Kapazitäten für Berlin und Brandenburg kommen doch höchstwahrscheinlich rs2, Berliner Rundfunk, BB Radio und Schlager Radio zum Zug. Was passiert dann mit 104.6 RTL und Spreeradio?
Es kann sein, dass ich die MABB-Pläne komplett missverstanden habe, aber für mich gibt es da einige große Fragezeichen. Vieles deutet für mich daraufhin, dass die landesweite Programmvielfalt zugunsten der regionalen Berichterstattung in Brandenburg zusammengestutzt wird.
