In Nordhessen gab es südlich Kassel im Raum Baunatal schon immer Probleme, da sich dort mehrere Kanäle kreuzen, ihre Reichweite endet und ein Nachbarkanal empfangbar wird.
Hinzu kommen Spiegelfrequenzen stärkerer Sender, welche sich an Hauswänden, Fensterscheiben reflektieren und auch die Empfangsqualität beeinträchtigen können.
So installierte ich eine 14-Element Richtantenne (Stolle US-14) mit Rotoranlage, um so störungsfrei in bester Qualität hören zu können - aber nein, es kam anders:
Nahe unserer Siedlung verlief eine uralte 220KV Hochspannungsleitung von 1928, die in Kassel-Bergshausen eingespeist wurde, im Umspannwerk Borken gebrückt und wieder Nach Kassel und Göttingen geleitet wurde.
Warum?
Da man nur so die Leitung technisch überwachen und die Trassen-Lizenz nicht erlischt, welche 11 Jahre Genehmigungszeit hat, wir sind ja in Deutschland.
Der Störmessdienst der Post (heute: Bundesamt für Post & Telekommunikation) stellte fest, dass sich ein sehr hohes Störfeld in Anlehnung der 50Hz kilometerweit verbreitete, ohne die Quelle orten zu können.
Erst nach 1996 schaltete man das Kraftwerk Borken ab und auch die nicht benötigte 220KV Überlandleitung, da man ortsnah mit 110KV arbeitet und ortsfern Leitungen im Viererbündel mit 400.000V durch Europa schickt.
Plötzlich war die jahrelange Störung weg und beim Rückbau entdeckte ich eine schadhafte Presshülse, welche jahrelang im Betrieb schweißte und Radio mit analogem TV enorm störte.
Das angescholzene Teil habe ich zum Braunkohlebergbaumuseum Borken gegeben, Reste der alten Trasse sind neben der Autobahn um Göttingen zu sehen ab dem Harzhorn, wo gerade römische Ausgrabungen laufen.
R.