Radioempfang im Ernstfall – wie, was, wo?

Hier trommelt eine Initiative für ein Referendum gegen die "Zerstörung des Notfallradios" in der Schweiz. Gemeint ist das IBBK-Radio.

Die schweizer Regierung verteidigt den Beschluss zur Abschaltung zum 31.12.2026 und des 120 Mrd SFr teueren Rückbaus so:

"Das Notfallradio bietet nur bei Szenarien mit längerdauerndem, ununterbrochenem Schutzraumbezug einen Mehrwert. Bei kriegerischen Ereignissen wie etwa in der Ukraine zeigt sich, dass auch im Krieg eher lokale, kurzzeitige Schutzraumbezüge häufig sind. Zudem ist davon auszugehen, dass bei einem Angriffsszenario die Notfallradioantennen zumindest teilweise ebenfalls beschädigt würden. Der Bundesrat ist daher der Ansicht, dass der geringe Nutzen die hohen Kosten des Notfallradios nicht mehr rechtfertigen kann.

Das Notfallradio ist zudem im Unterhalt sehr teuer. Der Bundesrat will deshalb die vorhandenen Mittel dort einsetzen, wo sie maximalen Nutzen bringen, namentlich für die Einführung von Cell Broadcast. Mit der Kombination von Sirenen, Cell Broadcast, verbreitungspflichtigen Radiomitteilungen und der Alertswiss App ist die Alarmierung und Information der Bevölkerung so auch in Kriegs- und Krisenzeiten sichergestellt."

https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20247941
 
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Brauche ich nicht. Mein Smartphone von 2017 nimmt schon die Warnungen nicht entgegen, wozu brauche ich dann Entwarnungen? Außerdem geht das ja nur, wenn man permanent am Netz ist. Mein Telefon ist oft tagelang ausgeschaltet, weil ich früh vergesse, es einzuschalten (aber klar: Minderheit, auf die man keine Rücksicht mehr nehmen kann).

Der Mobilfunk wird als erstes ausfallen, wenn eine Katastrophe eintritt
Der Mobilfunk und die DAB-Netze, so als SFN betrieben. Bei letzterem könnte beim aktuellen Stand der Dinge ein großer Führer jenseits des großen Teiches bereits heute hübsch Chaos anrichten, indem er den SFN den Zeitbezug wegnimmt. Kann man auch anders synchronisieren, aber soweit mir bekannt läuft es heute über GPS.
 
Wie aus Russland zu hören ist, schaltet man dort mittlerweile die Mobilfunk-Netze ab (oder verhindert zumindest die schnelle Datenübertragung darüber), um die Kommunikation einfliegender ukrainischer Drohnen ("Live-Feed") zu unterbinden. Man kann also davon ausgehen, daß es in einem Ernstfall auch hier in DE zu Abschaltungen kommen könnte. Oder man findet einen Weg, um einzelne "Handys" mit viel Daten-Traffic herauszufiltern, die sich etwas zu schnell und ohne Rücksicht auf den Straßenverlauf etc. bewegen.

Und nein, es ergibt absolut keinen Sinn, wenn Trump aus "Dumdideldei" GPS über Europa deaktivieren würde, da geht die Phantasie mit dir durch. Denn es gibt professionelle GNSS-Empfänger (mit PPS und 10MHz Ausgang), die GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou empfangen können. Praktisch passiert dann rein gar nichts im Profibereich, nur das Vertrauen in das US-amerikanische GPS wäre massiv beschädigt. Handys oder Navigationssysteme mit älteren GNS-Chips nehmen dann höchstwahrscheinlich die GLONASS-Sats.
 
Vor ein paar Monaten hatten wir Stromausfall. Man konnte beobachten, in welcher Reihenfolge die Dienste ausfielen: Festnetz und Mobilfunk zuerst. UKW lief die ganze Zeit weiter – weil das aus einer anderen Region kam, die nicht vom Stromausfall betroffen war. Zu DAB+ kann ich nichts sagen, weil ich keinen Empfänger habe.
 
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