Radioempfang Nordrhein-Westfalen

Wow. Jetzt gibt es statt 67 in Dortmund 78!!! digitale Radioprogramme. Das 68. bis 78. Programm - was eigentlich ja nur eins ist - wurde heute aufgeschaltet. Ganz ohne irgendwelche Tests (habe jedenfalls keine scannen können) auf Kanal 11B.
Die ersten Lokaldudler sind jetzt über DAB+ zu empfangen!
Dortmund 11B wurde erst so um 11 Uhr aufgeschaltet. Ganz ohne irgendwelche Zeremonien. Der Multiplex bietet 11 "gleichgeschaltete" - wenn auch neuerdings sehr asynchrone - Lokaldudler und sonst nix. Also leider noch keinen echten Mehrwert. Schade. Der Mux wird aber bestimmt der "HIT" :) .
Antenne Schlager ist mit an Board!
Da sieht es in OWL dann wohl anders aus, wenn man jetzt Antenne Schlager als neues Programm auf der Skala hat. Hoffe Nius kommt noch. Auch Planet Radio oder Hitradio ffh wären hier ganz nett. Ist Antenne NDS auch in OWL dabei? Ich kann den OWL-Sender hier nicht empfangen. Auch die Ensembles aus Düsseldorf/Essen kommen hier nicht rein. Anbei ein Screenshot vom Dortmund-"Murx"... Slideshow läuft leider nicht.
Jetzt fällt die Asynchronität der Lokalsender richtig auf. Scheint nix mehr live zu sein. Alles wohl nur noch Festplattensysteme. Immerhin machen sie jetzt Werbung für DAB+ und damit auch für die 67 anderen Programme, die schon lange da sind. Und um die kommt kein Hörer rum, da ja DAB+ anders funktioniert und alle Radios alle Sender von A-Z auflisten. Da haben sich die Senderchen ja echt was vorgenommen. Wie lange werden sie auf DAB+ gefördert bzw. gibt es überhaupt dafür was von der LFM?

Fehlt jetzt als 12. Programm eigentlich noch ein Senderchen aus Herne. Oder gibt es dort keinen Lokalfunk mehr?
 

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Mein Radio hat viele "Locals" nach Suchlauf eingelesen.

Aber ich habe meine Haltung geändert. Lasst sie machen, so stellt man sich nach Jahren der "Totalverweigerung" endlich dem Wettbewerb über DAB+ Und der ist härter als über "UKW-only". Die nächsten MA-Zahlen werden es zeigen. Es wird spannend.

Mit dem "verzichtbar" habe ich nur meine persönliche Meinung ausgedrückt, ich höre nie Lokalfunk, außer mal "gezwungenermaßen" im Auto oder in Geschäften.
 
Radio Herne ist definitiv dabei. Ich wohne in Recklinghausen und mit den NRW Lokalradios und ein paar Überreichweiten aus Niedersachsen kommen bei mir jetzt insgesamt 102 DAB+ Sender rein. Ich benutze als Empfänger eine Kenwood Kompaktanlage mit Internet- und DAB Radio. Da meine alte passive DVB-T Antenne eh noch auf dem Dachboden hängt, habe ich diese an die Kenwood Anlage als externe Antenne angeschlossen. Viel Mehrwert bringen die Lokalradios allerdings nicht. Bei fast allen läuft das gleiche Mantelprogramm, das dann nur zur Werbung und den Nachrichtenblöcken auseinandergeschaltet wird. Wenn es ein paar Sender weniger wären, hätte man zumindest die Bitrate etwas höher schrauben können. Bei meinem Lokalsender (Radio Vest) klingt der Internetstream deutlich besser als das DAB Signal.
 
Viel Mehrwert bringen die Lokalradios allerdings nicht. Bei fast allen läuft das gleiche Mantelprogramm, das dann nur zur Werbung und den Nachrichtenblöcken auseinandergeschaltet wird.
Das ist ja nichts neues. Allerdings hat der DAB-Hörer nunmehr die Gelegenheit direkt zu vergleichen um festzustellen, dass das Lokalradio ja doch gar nicht so lokal ist, wie man das immer vorgaukelt. Auf UKW gab es ja kaum Overspill.
 
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Radio Herne ist definitiv dabei.
Im Rauschfunkband vielleicht oder in einem anderen Funzel-Bourquet?? (welches sollte das sein?) dann. Im 11B ist es definitiv zur Zeit nicht! Siehe Scan von 11B von 15:28 Uhr.
Allerdings hat der DAB-Hörer nunmehr die Gelegenheit direkt zu vergleichen um festzustellen, dass das Lokalradio ja doch gar nicht so lokal ist
Da gebe ich dir Recht! Kann doch gar nicht besser sein. Vor allem sind viele tolle Angebote nur einen Zapp weit entfernt. Endlich brechen im Hörfunk im ehemaligen "UKW-Naturschutzgebiet NRW" neue Zeiten an. Jetzt müsste nur noch langsam der Rauschfunk eingestellt werden. Mag zukünftig der bessere Sender gewinnen. Wettbewerb fördert Programmqualität und Vielfalt. Was allerdings in NRW wirklich fehlt, sind Bürgersender. In DAB+ wäre dies erstmals nach dem hessischen oder niedersächsischem Vorbild umsetzbar gewesen. Das wäre wirklich echte Vielfalt dann gewesen, auch wenn einige Sendungen vielleicht nicht "professionell" sind. :)
 

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Radio Herne ist jetzt im Niederrhein-Mux.
Lustig. Dann sendet man in einem Multiplex, der gar nicht vor Ort richtig zu empfangen ist. Wenn dem so wäre und Niederrhein "Ortssender" ist, könnte Vest ja auch dahin wechseln, so dass in dem Dortmunder Netz noch etwas mehr Platz für echte Vielfalt entsteht. Aber scheint ja egal zu sein, wo man sendet und ob man auch die Hörer vor Ort erreicht. Sind eigentlich in irgendeinem dieser lokalen Multiplexe neue "lokale" Startups am Start? Wäre doch wirklich toll, wenn endlich auch mal neue Anbieter aus NRW für NRW senden würden.
 
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Jetzt müsste nur noch langsam der Rauschfunk eingestellt werden.
Wieso sollte er? So kann man sich wenigstens noch Programme in unverklirrt anhören, ohne auf eine Netzwerkverbindung angewiesen zu sein. Der Inhalt würde mit Wegfall wohl kaum anders / „besser“.
Und wer sich daran erfreuen möchte, dass seine 128 kbps mp3-Sammlung von 1995 besser klingt als Radio, der kann ja gerne DAB+ nutzen, was stört da analoge UKW?
 
Und wer sich daran erfreuen möchte, dass seine 128 kbps mp3-Sammlung von 1995 besser klingt als Radio, der kann ja gerne DAB+ nutzen, was stört da analoge UKW?
Sicher, das das UKW-Signal heute nicht auch totkomprimiert über das WWW zugeführt wird? Darf doch alles nix mehr groß kosten. Glaube nicht, dass ein Mini-Sender noch kostenintensive Modulationsleitungen unterhält. Die Musik im Radio ist ohnehin schon akustisch verbogen, weil die Festplattenspieler garantiert ebenfalls datenreduziert arbeiten. Ob mit MP2 oder MP3 oder einem anderen Codec. Echter Radiosound kommt auf UKW nur bei komplett analoger Kette zustande und wenn das Ausgangsprodukt gut und unverbogen ist. Am Besten direkt aus dem CD-Player oder Plattenspieler ins Mischpult. Aber viele Sender sind doch heute gar nicht mehr in der Lage, wirklich live zu senden. Diese Zeiten scheinen selbst im Lokalfunk vorbei zu sein. Doppelter Boden und computergesteuerte Vorproduktion ist in. Sie reduziert Kosten, Arbeitsplätze und Funkhäuser. Außerdem fällt der oft matschige bis nach Plastik klingende Computer-Sound bei den "lustigen Dudelfunkmusikanten", die auf jedem Sender immer mit den gleichen Songs aufspielen, gar nicht auf, weil man diese Musik gar nicht anders als aus dem Radio oder Spotify (alles datenreduziert) kennt. Da liegt die Messlatte bei bekannten Oldies, die man vielleicht auch selbst in der LP- oder CD-Sammlung hat, schon höher, wenn es plötzlich in den künstlichen Plastik-Höhen klirrt.
 
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Wenns stimmt, wäre das nachvolllziehbar. Die Oldie-Antenne ist ja bundesweit empfangbar, strahlt in einigen Kablenetzen aus und ist auch über Satellit zu empfangen. Dann spart man zumindest einen Ausspielweg. Kostet ja alles.
 
Sicher, das das UKW-Signal heute nicht auch totkomprimiert über das WWW zugeführt wird?
Ja, sicher, dass es das bei relevanten Sendern nicht wird. PCM, oder höchstens apt-x mit 320 kbps.
Darf doch alles nix mehr groß kosten.
Doch, darf es, wenn es nützt.
Glaube nicht, dass ein Mini-Sender noch kostenintensive Modulationsleitungen unterhält.
Zum großen Glück gibt es nicht nur „Mini-Sender“, ganz davon abgesehen, dass man alles, was an Oberhausen hängt, so nicht bezeichnen kann (siehe Thema des Fadens).
Die Musik im Radio ist ohnehin schon akustisch verbogen, weil die Festplattenspieler garantiert ebenfalls datenreduziert arbeiten. Ob mit MP2 oder MP3 oder einem anderen Codec.
Nein. Einerseits gibt es Sender, die reines PCM verarbeiten, andererseits sind Datenbanken schlechtestenfalls (!) in Layer 2, 256 kbps aufgebaut. Das ist Welten von den mageren Bitraten auf DAB+ entfernt, wenn nicht gar Galaxien.
Echter Radiosound kommt auf UKW nur bei komplett analoger Kette zustande und wenn das Ausgangsprodukt gut und unverbogen ist.
Nein. Es ist unerheblich, ob die Übertragung analog oder digital linear/ datenreduziert erfolgt, solange bei letzterem eine Bandbereite garantiert wird, bei der Codecs effizient arbeiten können. Bei AAC wäre das bei einer Zuführung 192 kbps.
Am Besten direkt aus dem CD-Player oder Plattenspieler ins Mischpult.
Nein. Wenn die Datenbank, aus der abgespielt wird, linear oder in sehr hohen Datenraten gehalten ist, ist das völlig unerheblich. Der Plattenspieler macht sicher eine angenehme Färbung, die man aber auch aufnehmen und dann wiedergeben kann, ohne dass sich die Platte im Moment des Ausspielens drehen muss. Kann man schön Blindtesten: kommt‘s von Schallplatte oder ist es eine Aufnahme der Schallplatte, für die Aufnahme abgespielt auf dem gleichen Plattenspieler und mit einigermaßen tauglicher Hardware mitgezeichnet?
Aber viele Sender sind doch heute gar nicht mehr in der Lage, wirklich live zu senden. Diese Zeiten scheinen selbst im Lokalfunk vorbei zu sein. Doppelter Boden und computergesteuerte Vorproduktion ist in. Sie reduziert Kosten, Arbeitsplätze und Funkhäuser.
Kann so auch nicht stehen bleiben, da viele etablierte Sender es durchaus können, ausnahmslos auch alle NRW-Lokalen; auch, wenn es aus Kostengründen nicht mehr gemacht wird.
Wer das nicht kann: die restliche Resterampe auf DAB+, billig gemachte „Festplatten“, Abschreibungsobjekte, Kapazitätsbesetzungen, die genau so schnell wieder weg sind, wie sie gekommen sind. Nicht wirklich ernstzunehmen, genau wie ihr einziger terrestrischer Verbreitungsweg.
 
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DAB+ wird niemals eine Zukunft haben, die Signale sind einfach zu schwach! Ich bleibe lieber bei UKW, das kann ich sogar im Keller empfangen und auf dem Smartphone hören.
 
Lustig. Dann sendet man in einem Multiplex, der gar nicht vor Ort richtig zu empfangen ist. Wenn dem so wäre und Niederrhein "Ortssender" ist, könnte Vest ja auch dahin wechseln, so dass in dem Dortmunder Netz noch etwas mehr Platz für echte Vielfalt entsteht. Aber scheint ja egal zu sein, wo man sendet und ob man auch die Hörer vor Ort erreicht. Sind eigentlich in irgendeinem dieser lokalen Multiplexe neue "lokale" Startups am Start? Wäre doch wirklich toll, wenn endlich auch mal neue Anbieter aus NRW für NRW senden würden.
Radio Vest wechselt doch in Münsterland Mux, sobald er auf Sendung geht
 
Radio Herne im Niederhein-Mux macht für Herne mehr Sinn. Der Mux läuft in der Stadt viel stabiler, als der Südwestfalen-Mux. Auch im Haus ist der Niederrhein-Mux überall zu empfangen, der Südwestfalen-Mux ist in-house grenzwertig.
Für die Herner Pendler macht es wahrscheinlich auch mehr Sinn: Radio Herne ist jetzt in großen Teilen des Ruhrgebiets empfangbar.
 
Die Situation ist mir selbstverständlich bekannt.
Nichts desto trotz war und ist die Aussage die er so getroffen hat falsch.
Ja die Aussage ist ja auch korrekt. NRW hat das ein bisschen schlauer gemacht als in BaWü. Es ist halt eine Frage der Kosten ob ich das ganze Land nehmen muss oder eine einzelne Kachel. Der Mehrwert für einen Lokalsender im Land gehört zu werden ist oft nicht gegeben.
Aber auch die bockige LfK lernt ja dazu und will nun doch mit Kacheln anfangen, nachdem man immer betont hatte: geht nicht, zu kompliziert, will keiner...

Einfacher wird es natürlich so oder so nicht, denn mit DAB hat man mehr Auswahl als auf UKW und die Lokalsender bekommen mehr Wettbewerb. Die Frage ist eben, was passiert, wenn die Förderung zurückgefahren wird. Vermutlich bleiben dann ein paar grössere Lokalsender übrig und lokal gibt es höchstens noch Meldungen im Mantel. Auf der anderen Seite habe ich in meinem DAB Gebiet nicht nur einen Lokalsender, sondern die Auswahl über 6-12 Sendern. Ja aus Hörersicht ist das mehr Auswahl, aus Sicht der Sender mehr Wettbewerb.

Im Prinzip bekommen die Lokalsender ein bisschen Aufschaub mit DAB+ aber mal schauen, wer wielange durchhält und wann die Fusionen beginnen.
 
Radio Herne im Niederhein-Mux macht für Herne mehr Sinn. Der Mux läuft in der Stadt viel stabiler, als der Südwestfalen-Mux. Auch im Haus ist der Niederrhein-Mux überall zu empfangen, der Südwestfalen-Mux ist in-house grenzwertig.
Für die Herner Pendler macht es wahrscheinlich auch mehr Sinn:
Ok, das ist dann was anderes. Das war mir nicht bewusst. Hätte gedacht, dass Dortmund dort genauso gut oder besser geht.
 
Leider nicht, Dortmund schwächelt in Bochum und Herne schon enorm. Gerade auch, weil man nur mit 6 kW senden darf, im Gegensatz zu 10 kW bei allen anderen Muxen vom Florianturm.
 
Leider nicht, Dortmund schwächelt in Bochum und Herne schon enorm.
Das ist mal wieder weder Fisch noch Fleisch: In ihren eigentlichen Kerngebieten kommen die Sender kaum an, dafür strahlen sie fröhlich bis tief nach Rheinland-Pfalz und Hessen hinein. Lokalfunk ad absurdum geführt. Warum hat man es nicht geschafft, echte lokale Mini-DAB+-Inseln dort aufzubauen, wo heute auch die UKW-Sender stehen? Small Scale DAB wäre dafür wie gemacht gewesen – technisch simpel, deutlich günstiger und vor allem lokal kontrollierbar. Stattdessen zahlen die Lokalsenderchen nun für riesige Verbreitungsgebiete, über die sie gesetzlich gar nicht berichten dürfen und in denen sie schlicht keine Relevanz haben. Ein schlechter Witz. Ein Small-Scale-Netz hätte problemlos vom jeweiligen Sender selbst betrieben werden können: eine VHF-Antenne aufs Kreis- oder Rathausdach, ein Low-Power-Sender, ein Linux-PC – fertig ist der Lokalfunk 2.0. Günstig, effizient und wirklich lokal. Ganz nebenbei hätte man so auch nicht-kommerzielle lokale Spartenprogramme integrieren können – vergleichbar mit dem legendären „City-Radio“. Vielfalt statt Einheitsbrei. Doch stattdessen entschied man sich wieder für die große, teure Lösung mit maximaler Ineffizienz.
Für den Lokalfunk wäre das US-System HD Radio ohnehin die deutlich klügere Wahl gewesen. Digital einfach unhörbar auf das bestehende UKW-Signal aufgesattelt, ein Sender – zwei Systeme. Je nach Ausbaustufe sogar bis zu drei digitale Programme über eine einzige UKW-Frequenz. Effizienter geht es kaum. Auch DRM wäre technisch überlegen gewesen, da es auf praktisch allen analogen Sendern funktioniert. Doch beides wurde zugunsten des politischen Schnellschusses DAB+ kaltgestellt.
Denn DAB+ hat seine grundlegenden Probleme bis heute nicht gelöst: begrenzte Reichweite, hohe Störanfälligkeit, miserable Konvergenz. Dazu kommt der oft künstlich klingende Hochtonbereich. UKW mag rauschen, aber es bricht nicht zusammen. Bei einer Störung knackt es – bei DAB+ herrscht schlicht Funkstille.
Und währenddessen wird offenbar noch an den Netzen herumgebastelt: Radio Vest ist im Südwestfalen-Multiplex bereits wieder verschwunden, die Slideshow funktioniert auf keinem Kanal, und die Kachelnamen wirken wie zufällig zusammengetippt. NRW2_2_SWfDo – das ist keine Markenstrategie, das ist digitale Lieblosigkeit. Eine Redaktion oder Marketingabteilung hätte problemlos verständliche, einprägsame Namen entwickeln können: Mein DAB+ Köln-Bonn, Mein DAB+ Münsterland, Mein DAB+ Südwestfalen-Ruhr.
Vielleicht ist das alles noch ein Probebetrieb – eine offizielle Startankündigung sucht man jedenfalls vergeblich. Klar ist jedoch: Langfristig wird es auf eine Marktbereinigung hinauslaufen. Radio muss sich rechnen. Ob das in dieser aufgeblähten Struktur noch gelingt, darf bezweifelt werden. Der frühere politische „Gebietsschutz“ des NRW-Lokalfunks funktioniert im digitalen Zeitalter nicht mehr – und mit DAB+ schon gar nicht.
Immerhin hat das Ganze auch eine positive Seite: Konkurrenz ist endlich wieder möglich. Und die belebt bekanntlich das Geschäft. Zum ersten Mal seit Langem geht im NRW-Radio auch akustisch wieder die Sonne auf – und man hat tatsächlich die Wahl, was man hören will.
 
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Für den Lokalfunk wäre das US-System HD Radio ohnehin die deutlich klügere Wahl gewesen. Digital einfach unhörbar auf das bestehende UKW-Signal aufgesattelt, ein Sender – zwei Systeme. Je nach Ausbaustufe sogar bis zu drei digitale Programme über eine einzige UKW-Frequenz. Effizienter geht es kaum. Auch DRM wäre technisch überlegen gewesen, da es auf praktisch allen analogen Sendern funktioniert. Doch beides wurde zugunsten des politischen Schnellschusses DAB+ kaltgestellt.
Denn DAB+ hat seine grundlegenden Probleme bis heute nicht gelöst: begrenzte Reichweite, hohe Störanfälligkeit, miserable Konvergenz. Dazu kommt der oft künstlich klingende Hochtonbereich. UKW mag rauschen, aber es bricht nicht zusammen. Bei einer Störung knackt es – bei DAB+ herrscht schlicht Funkstille.
Hast du mal HD Radio im Einsatz erlebt? Reichweite deutlich geringer als analog, klanglich genauso grausam wie DAB+, analog ein Rauschteppich bis 200kHz ober- und unterhalb, stört also in unserem vollen UKW-Band auch analoge Nachbarkanäle.
Kannst ja gerne mal recherchieren, warum sich HD Radio selbst im Heimatland USA nicht wirklich durch gesetzt hat. Dagegen läuft DAB+ hierzulande wie geschmiert.

DRM+ wäre möglicherweise eine gute Alternative zu HD Radio gewesen, nur gibt es dafür nach wie vor keine Empfänger, wohingegen sich DAB+ mittlerweile wenigstens halbwegs durchgesetzt hat.
 
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