Radioempfang Nordrhein-Westfalen

Die journalistische Qualität der Berichterstattung ist aus meiner Sicht bereits sehr hoch – nicht zuletzt dank Chefredakteur Julian Reichelt, der zuvor schon eine große deutsche Tageszeitung verantwortet hat.
Boulevard-Tageszeitung im konkret zu sein, die alles natürlich anders journalistisch aufarbeiten.
Wenn man Rechtspopulistisches "Konservativ" nennt, hört sich natürlich besser an.
 
Der Lokalfunker-Multiplex NRW2_2SWfDo liefert derzeit ein ernüchterndes Bild davon, wie halbherzig DAB+ von Teilen des Lokalfunks offenbar noch immer betrieben wird. Während immerhin die „Westfunker“ und Radio Siegen Slideshow und Dynamic Label korrekt bestücken, herrscht bei den übrigen Programmen komplette Funkstille: keine Logos, keine Slideshows, keine Zusatzinformationen – schlicht nichts.

Das wirft zwangsläufig Fragen auf. Liegt es an fehlendem technischen Verständnis, mangelnder Betreuung oder schlicht am Desinteresse der beteiligten Sender? DAB+ ist kein Neuland mehr, und die korrekte Einbindung von Programmbegleitdaten sollte im Jahr 2026 nun wirklich zum kleinen Einmaleins gehören – erst recht, wenn man öffentlich sichtbar auf einer digitalen Plattform sendet.

Ebenso fragwürdig sind die teils auf 96 kHz angehobenen Abtastraten einzelner Programme. Handelt es sich hier um eine bewusst gesetzte Kapazitätsbremse, um mögliche Konkurrenz von vornherein fernzuhalten? Oder ist es lediglich ein temporäres Gratis-„Luxusangebot“ des Plattformbetreibers, weil sich bislang nicht genügend weitere Teilnehmer für die Multiplexe gefunden haben?

Fakt ist: In einem Lokalmultiplex sollten ohne Weiteres rund 16 Programme Platz finden. Die aktuell vergebenen hohen Abtastraten sind klanglich kaum zu rechtfertigen. Der bei DAB+ eingesetzte Codec mit seinen oft künstlich aufgeblähten Höhen lässt sich auf den üblichen Empfängern – Stichwort Plastikbrüllwürfel – ohnehin nicht sinnvoll ausreizen. Mehr Bitrate ersetzt weder saubere Signalaufbereitung noch inhaltliche Qualität.
Unterm Strich entsteht der Eindruck eines Projekts, das technisch möglich wäre, aber bislang nicht konsequent zu Ende gedacht wird. Wer DAB+ ernst genommen haben möchte, sollte das auch im Detail zeigen – und nicht nur durch belegte Kanäle.

Die jährlichen Verbreitungskosten eines Lokalsenders über DAB+ dürften ja nicht gerade preiswert sein. Anders als bei UKW, wo pro Standort "überschaubar" (z.B. vom Rathausdach oder Kreishaus mit der Yagi oder Groundplane - ja die Städte sind ja Teilhaber an den Senderchen) ggf. mit eigener, längst bezahlter Technik sogar selbst gesendet wird, erfolgt die Abrechnung bei DAB+ doch über belegte Kapazitäten im Multiplex, sogenannte Capacity Units (CUs). Je nach Datenrate, Versorgungsgebiet und Multiplex-Betreiber können sich die Kosten schnell auf einen hohen fünf- bis sechsstelligen Betrag pro Jahr summieren. In unserem Fall sind es zudem 8 Antennen-Standorte, die zu bezahlen sind. Zusatzdienste wie Slideshow oder Dynamic Label belegen doch eigentlich auch weitere Kapazitäten und sind wohl dann auch zusätzlich zu buchen - oder irre ich da? Was kostet wohl die Verbreitung eines Lokalsenders auf DAB+ im Vergleich zu UKW im Jahr? Wird dadurch wohl auch die Schaltung von lokaler Radiowerbung noch teurer? Berechnet der Sende-Dienstleister den Sendern bei DAB+ tatsächlich wohl die Kosten der benutzten CU's?
 
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Das ist ja ein Ding, können das eigentlich alle Empfänger wandeln?
Sorry. Tipper von mir. 96 kHz bleiben natürlich den High-Speed-Datrecordern (die auf Wunsch mit doppelter Geschwindigkeit und eben 96 kHz arbeiten wie z.B. Geräte von Onkyo) vorenthalten. Die können das. Bringt aber auch nur was, wenn man direkt von hochwertigen Mikrofonen z.B. ein Konzert aufnimmt. Normalerweise tut es daheim 44,1 kHz. DAB+ kann selbst das natürlich nicht. Dieses System arbeitet noch weit unter der CD-Qualität von 44,1 Khz. Ich meinte eben nicht Khz sondern 96 kbit/s. Die meisten DAB+ Anbieter arbeiten dagegen mit lediglich 72 kbit/s oder sogar noch weniger wie Radio Horeb, das lediglich auf 48 kbit/s kommt. Aber den Klangunterschied kann ich beim besten Willen nicht feststellen, da DAB+ für mich eh unterirdisch auf einer großen Hifi-Anlage (und sogar im Auto - auch dort ist Dank Dynaudio Internetradio viel besser und lebendiger im Klang als DAB+ was teilweise einen typischen Spielzeugsound in den Höhen hat) klingt. Fast jeder Internetstream ist - weil dort meistens erst ab 128 kbit/ und mehr und mit einem anderen Codec gestreamt wird - besser und natürlicher im Klang. Daher denke ich, wird DAB+ auch nur eine Zwischenlösung sein. Wenn überall 5G Empfang vorhanden ist (entlang der Autobahnen funktioniert es bereits Klasse) und immer mehr Autos Hybridradios eingebaut haben (ja einige E-Kutschen-Hersteller sollen sogar klassische Radios gar nicht mehr in das Fuhrwerk einbauen - brauchen wohl zu viel Strom :) ), wird sich WWW durchsetzen, weil ich dort ALLE Sender hören kann, die ich will. Ja sogar Yumbo FM aus Gran Canaria oder das Inselradio aus Malle geht damit!
Aber - wie ich schon sagte - auf den günstigen DAB+ Plastikradios merkt man klanglich eh nicht viel. Wenn es um Klang geht, dann ist UKW bei gutem Empfang als reiner Übertragungsweg eh am allerbesten, da hier nix komprimiert wird. Es kommt natürlich immer da drauf an, was in den UKW-Sender eingespeist wird. Der Sound von einer schräpigen Rotationssoudkarte oder falsch eingestelltem Optimod wird auf UKW natürlich nicht besser. Die besten klanglichen Radio-Zeiten sind eh Geschichte. Noch in den 80er und 90er Jahren hatten die ÖR Radiosender - und die privaten natürlich auch - auf UKW einen spitzenmäßigen Klang. Als Tonquelle diente die gute alte unkomprimierte CD, Schallplatte oder Bandmaschine. Heute geht es ja nur noch um quetschen und lauter machen, was das gesamte Audiosignal klanglich "verbastelt" und verbiegt.
 
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Ich meinte eben nicht Khz sondern 96 kbit/s.
Also die Datenrate, nicht die Samplingfrequenz. Da sind 96 kbps aber immer noch zu wenig, um annähernd originalgetreue Qualität zu bekommen, egal, welche AAC-„Geschmacksrichtung“ man verwendet.
Für‘s Ohr „transparent“ wird es ab 128 kbps AAC-LC, Mono (!), also 128 kbps pro Kanal, diskret, ohne irgendwie geartete M/S-Kodierung wie bei joint Stereo oder irgendwelcher Bandreplikationen wie bei HE-SBR.
Die obere und untere Grenzfrequenz ergeben sich aus der Abtastrate, und da würden 32 kHz = grob 15 kHz Bandbreite, vergleiche UKW, bei DAB+ völlig ausreichen.

Samplingrate (kHz) = abbildbarer Frequenzbereich, typisch: 48 kHz

Bitrate: = abbildbarer Dynamikumfang, typisch: 16 Bit

Datenrate = Übertragungsbandbreite in kbps oder einer adäquaten „Bit pro Sekunde“-Einheit. Daraus resultiert, wie stark beispielsweise bei AAC, MPEG 1 Layer 2 oder 3, apt-x, destruktiv datenreduziert wird. Typisch für anhörbares Audio wären AAC-LC, 192 kbps, Stereo.
 
Für‘s Ohr „transparent“ wird es ab 128 kbps AAC-LC, Mono (!), also 128 kbps pro Kanal, diskret, ohne irgendwie geartete M/S-Kodierung wie bei joint Stereo oder irgendwelcher Bandreplikationen wie bei HE-SBR.
Und davon ist DAB+ in der momentanen Konfiguration leider meilenweit entfernt. Wenn man das so einstellen würde, dann hätte man vielleicht nur 4-5 Sender pro Bourquet, dafür aber in sehr guter Qualität. Vielleicht sollte der WDR mal seine bald (durch die Spar-Reform bedingt) wenigen 6 Programme neu auf seine beiden Multiplexe aufschalten, so dass auch endlich mal Sound da ist. Wobei ich noch nie DAB+ mit einer Datenrate von dann 256 kbps für nur ein Programm gehört habe. Ob die "Plastik"-Technik dieser sehr oft auch als "Einwegradios" konstruierten Schaltungen dann tatsächlich besser klingt?
Somit sind dann aber 96 kbps nur ein Vorteil für die Rechnung der Broadcaster. Die Sender müssen mehr zahlen. :) Aber die haben ja scheinbar immernoch genug Geld.
 
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StreamD und *Radio MusicStar wurden auf DAB+ Regio Düsseldorf-Möchengladbach-Wuppertal aufgeschaltet.
 
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Geltungsbedürftig wie immer, muss ein bestimmter Betreiber mit seinem Produkt die Tabelle einer alphanumerisch sortierten Programmauswahlliste anführen, natürlich noch mit einem "Sternchen". :wall:
 
Seit heute kann ich das neue Musikstar Radio in NRW empfangen. Morgen geht's wohl offiziell los. Im Programm werden Lokalreporter für die Region gesucht.
 
Geltungsbedürftig wie immer, muss ein bestimmter Betreiber mit seinem Produkt die Tabelle einer alphanumerisch sortierten Programmauswahlliste anführen, natürlich noch mit einem "Sternchen". :wall:

Kostet so ein Sternchen vor dem eigentlichen Sender-Namen eigentlich eine Extra-Gebühr an den Netzbetreiber? Immerhin ist der Sender damit auf Platz 1 und wird von den meisten DAB+ Geräten als erstes Programm auch ausgespielt. Andere Sender haben so was ja schon mehr oder minder ganz geschickt mit ihrem Namen gelöst wie die Programme 80s80s, 90s90s und kommen so ganz ohne Punkt, Raute oder Stern auf die ersten Plätze.
Wirklich Schade, das wir in Dortmund nicht in den Genuss des neuen Musikkanals mit dem Sternchen kommen. So wie ich gelesen habe, soll das Programm ja wirklich abwechslungsreich bestückt sein. Über Internet gelang mir leider kein Empfang, da der Server wohl down ist oder war.
Was mir aber heute oder besser seit Gestern ab 22 Uhr aufgefallen ist, sind Störungen im NRW2_2_SWF-Multiplex vom Sender Dortmund. Der Träger steht wohl, mein Empfänger hat aber hin und wieder Synchronisationsprobleme. Ein weiterer Stream scheint da in Vorbereitung zu sein. Beim Suchlauf wurde ein leerer Transponder eingelesen, so dass dort wohl bald 11 Programm senden. Ob der Transponder für das fremdsprachige Programm ist?
Beim "Mein DAB NRW" Multiplex fehlt derweil beim Sender NIUS immer noch das Logo oder die Slide-Show, obwohl diese Funktion vom Provider freigeschaltet ist und angeboten wird. (Autoradio präsentiert somit immer einen schwarzen Bildschirmteil mit Sanduhr, weil es ein Bild erwartet, aber nix bekommt...)
 
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