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Reformen und Einsparungen beim ARD-Hörfunk: das "Henne-Ei-Problem"

Der Medieninsider meldet gerade etwas, was nun wirklich niemand hat kommen sehen:

"Die ARD muss auch im Hörfunk sparen, doch fällt das offenbar schwer. Medieninsider liegen interne Unterlagen vor, die zeigen: Bisherige Spareffekte sind gering - und selbst gesteckte und zugleich überschaubare Ziele werden nicht einmal erreicht. "

Für schlappe 19 Euro erführe man auch noch die Details;-)

 
Dafür, daß kaum Geld eingespart wird, ist aber sehr viel Porzellan zerschlagen und sind massig Hörfunkprogramme kaputtgemacht worden.

Der Hörer will das so, ist wohl die dümmste Behauptung im Zusammenhang mit dem Fokus der entworteten ARD-Massenwellen auf rein kommerziell ausgerichtete Mini-Playlisten.

Die BBC geht den genau gegenteiligen Weg. BBC Radio 2, langjähriger britischer Marktführer, haut beispielsweise am heutigen Sonntag eine zweistellige Anzahl von musikalischen Spezialsendungen raus. Diese beschäftigen sich u.a. mit moderner Trompetenmusik, Dance, dem Piano in moderner Musik, Filmmusik, Konzertmusik sowie Love Songs. Hinzu kommen diverse Oldie- und historische Chart-Sendungen.

 
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Dafür, daß kaum Geld eingespart wird, ist aber sehr viel Porzellan zerschlagen und sind massig Hörfunkprogramme kaputtgemacht worden.

Der Hörer will das so, ist wohl die dümmste Behauptung im Zusammenhang mit dem Fokus der entworteten ARD-Massenwellen auf rein kommerziell ausgerichtete Mini-Playlisten.
Leider aber sprechen die MA-Zahlen eine andere Sprache. Wenn der Hörer wirklich genug hätte von diesen Dudelprogrammen, wären die Zahlen deutlich niedriger, aber leider ist es wie immer so, je flacher das Programm, umso höher die ausgewiesenen MA-Zahlen.
 
Meiner Erfahrung und Beobachtung nach liegt das vor allem daran, dass Radio für eine große Mehrheit nicht mehr als eine Klangtapete ist, die bei der (Haus- oder Erwerbs-) Arbeit das Hintergrundrauschen liefert und nicht weiter durch "Gequatsche" stört.

Eigentlich würde den Leuten, die für gute MA-Zahlen sorgen, eine Playlist vom Streamingdienst reichen. Die kostet aber extra. Da bleibt man lieber beim Dudelprogramm, für das man eh schon Rundfunkbeitrag zahlt.
 
Leider aber sprechen die MA-Zahlen eine andere Sprache. Wenn der Hörer wirklich genug hätte von diesen Dudelprogrammen, wären die Zahlen deutlich niedriger

Realität für die meisten Radiohörer ist immer noch das UKW-Radio, zumal Internetradio die Hörer aufgrund der Masse förmlich erschlägt. Und auf UKW gibt es halt deutschlandweit kein Angebot wie BBC Radio 2. Ein Programm, das sich die Kommerziellen nicht leisten wollen oder können, und die ARD war so doof, eigene hochwertige Massenprogramme wie HR 1 oder WDR 2 kaputtzureformieren. Deutsche Hörer haben jahrzehntelang bewiesen, daß sie nicht anspruchsloser oder dümmer wie britische Hörer sind.

PS: Die Zerstörungswut der ARD hat mit den Tagesthemen ein neues Opfer gefunden. Immer wieder werden sie werktags(!) um 10 auf 25 Minuten gekürzt, zuletzt so vergangenen Freitag (13.02.26). Ausgerechnet zum Auftakt der Münchener Sicherheitskonferenz, die einen Rattenschwanz von Neuigkeiten und Themen mitsichzog. Am Wochenende spart man sich zudem den Nachrichtenblock, die neue Regel sind drei längere Berichte, Ende. Was unterschlagen wird, kann man Gott sei Dank wenigstens im ZDF Heute Journal sehen. Aber die ARD hat ihren Ruf als unzuverlässiger Nachrichtenlieferant endgültig weg. Das WDR-Nachrichtenkorsett des WDR-Hörfunks und die krampfhafte Kastration der Nachrichten queer durch die Radio-Republik der ARD weisen den verhängnisvollen Weg. Gratulation!
 
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Dafür, daß kaum Geld eingespart wird, ist aber sehr viel Porzellan zerschlagen und sind massig Hörfunkprogramme kaputtgemacht worden.

Der Hörer will das so, ist wohl die dümmste Behauptung im Zusammenhang mit dem Fokus der entworteten ARD-Massenwellen auf rein kommerziell ausgerichtete Mini-Playlisten.

Dass man jetzt im Hörfunk keine üppigen Summen einsparen kann, war von vornherein klar. Schließlich kostet Fernsehen am meisten. Und dass unnötig Porzellan zerschlagen wurde, ist mal wieder eine Auswirkung unseres Föderalismus. Denn wer etwas verschlanken, vereinheitlichen, straffen möchte, braucht Einstimmigkeit. Das klingt zunächst immer machbar, sobald es aber konkret wird, ists meist aus mit Konsensfindung usw., weil niemand vom Status quo abrücken möchte. Bei Bildung, bei Gesundheit, bei Krisenabwehr oder eben beim Rundfunk ist es dieselbe Qual. Schlussendlich wird nicht das gemacht, was am sinnvollsten ist, sondern, was irgendwie zusammengeschustert wurde. Und somit erreicht man eben keine Effizienz und diskutiert und diskutiert und diskutiert.

Andererseits hätte es die ARD auch selbst in der Hand, die macht sichs aber einfach, weil dann gesagt wird, wir haben einen Auftrag. Aber dass man von selbst auch die ganzen Ausspielflächen, die man hat, möglichst vielfältig bespielt, sehe ich nicht unbedingt. Besonders im TV. Die ganzen Zoo und Krankenhausserien, Krimis und Quiz und deren Wiederholungen. Scheint ja offenbar das Einzige zu sein, was der Deutsche sehen will. (Aber was heißt will, er wird daran gewöhnt.)

Statt auf einem Kanal altes Zeugs zu wiederholen könnte man auf anderen Kanälen Programm für möglichst viele Zielgruppen Programme anbieten. Und dann braucht man auch nicht so pseudo Zusammenlegungen, wenn man die vorhandene Struktur einfach besser bespielen würde. Und im Hörfunk genauso. Dadurch dass alle Programme heutzutage bundesweit über das Web zu empfangen sind, bräuchte man z. B. nicht 5 gleiche Wellen. Und das könnte die ARD auch mal begreifen und von sich aus umsetzen. Aber angeblich sieht die Marktforschung das anders. Ja, wenn man so wenig mutig ist, wird man nie das Gegenteil herausfinden.

Und rühmt sich gerade immer wegen der angeblichen Vielfalt. Was in diese Richtung ging, wurde als erstes gestrichen wie man sieht bei den Hörfunkwellen. Und dann wundern die sich echt, wenn das Image schlechter wird.
 
Das ist genau der Eiertanz, der dazu führt, dass am Ende die Anstalten doch irgendwie machen können, was sie wollen.
Anstelle des euphemistisch genannten Dreistufentests sollten die Rundfunkräte einfach nur ihren Verstand einschalten (der offensichtlich kein Sachverstand ist, sonst bräuchten sie solche Testverfahren nicht), um relativ schnell und schnörkellos zu erkennen, dass es sich hier um eine Flucht aus dem öffentlich‑rechtlichen Auftrag handelt.
 
Der Hörer will das so, ist wohl die dümmste Behauptung im Zusammenhang mit dem Fokus der entworteten ARD-Massenwellen auf rein kommerziell ausgerichtete Mini-Playlisten.
Die ganze Idee dahinter ist natürlich recht einfach. Die sogenannten Massenprogramme werden nur noch nebenbei, im Hintergrund oder vielleicht noch beim Autofahren oder Zähne putzen gehört. Tiefer gehende Beiträge lohnen hier nicht.

Wer sich informieren will, der schaltet mal eben eine Infowelle ein: Dort findet er die schnelle Information, die einerseits im Tagesablauf aktualisiert, andererseits aber in ewigen Schleifen wiederholt wird. Wenn ich das Interview um 6:30 Uhr verpasst habe, höre ich es eben eine, zwei, drei oder vier Stunden später.

Fall er überhaupt noch das Radio wählt, und nicht gleich zu den Angeboten im Netz greift. Dort findet er auch Podcasts mit weitergehenden Informationen, die er bei Bedarf abruft. Alle ARD-Verantwortlichen fordern, dieser Bereich müsse ausgebaut werden.

Voila, das Radio der Zukunft. Und wer hier regelmässig mitliest, hört auch von manchen Foristen genau das Argument, das die Radioverantwortlichen anführen: Veränderte Hörgewohnheiten, und es hat doch keiner mehr Zeit, zu bestimmten Zeiten das Radio einzuschalten. So what?

Die BBC geht den genau gegenteiligen Weg. BBC Radio 2, langjähriger britischer Marktführer, haut beispielsweise am heutigen Sonntag eine zweistellige Anzahl von musikalischen Spezialsendungen raus
Alles schön und gut, aber ein paar musikalische Spezialsendungen erfreuen vielleicht Musikfans - und sie sind im eintönigen Alltagsbrei zweifellos willkommen - aber sie werden das Radio nicht retten.

Vermutlich liegt die letzte Chance der Radiomacher darin, sich auf das zu konzentrieren, was man anderswo nicht oder nicht so bekommt: Und das ist nicht Musik, sondern die schnelle Information, auch aus der Region, gerne mit Hintergrund usw. Tageszeitungen reagieren durchaus nicht immer besonders schnell, noch dazu ist die Information oft hinter Bezahlschranken versperrt. Und dann braucht sich niemand zu wundern, wenn man auf der Suche nach Information in irgendwelchen Sozialen Medien landet, und die "passende" Meinung gleich mitbekommt.

Währenddessen spielt das Radio die größten Hits. Oder vielleicht auch zwei Stunden Country. Was, ausser eben ein paar Fans, niemanden wirklich interessiert...
 

Das ist doch alles auf dem Mist des Gesetzgebers gewachsen, angefangen mit dem 3-Stufen-Test.
Weiter: nach aktueller Gesetzeslage muss der WDR ein Kinderradio über DAB+ anbieten, bei gleichzeitigem Verbot von UKW. Das kommende Gesetz erweitert das Verbot auf DAB+.
Kinder und Eltern scheinen keine große Rolle zu spielen. Aktuell legt der Gesetzgeber Eltern in NRW nahe ein DAB-Kinderradio zu kaufen, bald soll es ein Internetdevice sein. Gleichzeitig diskutiert der Gesetzgeber starke Einschränkungen dieser Internetdevices für unter 16-Jährige. :rolleyes:
 
@gasthörer
Das Radio ist nicht nur sehr schnell bei aktuellen Ereignissen.

Die Moderationen sollten ausgebildete Sprecher mit einer angenehmen Stimme sein, ausgestattet mit einer eindrucksvollen Formulierungskunst, die mit pointierten und auch witzigen Anmerkungen das Salz in der Suppe sind. Das Radio kann darüber hinaus Hörer spontan in die Sendung nehmen. Interaktion in Form von Umfragen, Spielen etc. wäre wünschenswert. Dann wird das Radio lebendig. Wir alle kennen diese unterhaltsamen Sendungen aus dem europäischen Ausland. SWR3 geht zumindest ein wenig in diese Richtung und hat sehr fähige Moderatoren. Gebt Ihnen noch mehr Freiheit!
 
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Dann wird das Radio lebendig. Wir alle kennen diese unterhaltsamen Sendungen aus dem europäischen Ausland.
Da, wo es die gibt, finden aber eben auch noch andere Programme mit Substanz statt. In GB neben dem sehr beliebten BBC2 das anspruchsvolle BBC4 und das gleichfalls beliebte BBC5, ein Nachrichten-Liveprogramm. In den Niederlanden das Erste, in dem nur Wort stattfindet. In Belgien, neben der Massenwelle VRT2 das erste Radioprogramm mit immer noch recht viel Wort. In Österreich im Ersten gibt es neben Musik auch etliche Wortprogramme.
Von Frankreich brauchen wir gar nicht zu reden (France Inter, France Kultur, France Info).

Klar man könnte jetzt behaupten, wir haben doch den DLF. Aber wie ist zahlenmässig das Verhältnis Unterhaltung zu Information, wenn man alle ÖR-Stationen zusammenzählt? Unterirdisch.

Es reicht nicht, nur ein paar gut gemachte Popwellen anzubieten. Denn das können auch Private. Der ÖR muss auf seine eigentlichen Stärken setzen, und das sind eindeutig Information, Kultur usw. Also mit dem, das auch im Auftrg zu finden ist, und an dem Private - aus kommerziellen Gründen - auch gar kein Interesse haben.
 
Schön, wie das neue Jugendprogramm beworben wird. Und wie sich der SWR selbst beschreibt: "Wir bieten mit unseren unabhängigen Angeboten allen Menschen Orientierung, Heimat und Geborgenheit."

Seltsam: Da steht gar nicht "Wir spielen die größen Hits aller Zeiten". Oder "wir haben das erfolgreichste Pop-Programm Deutschlands".

Der SWR erhebt doch tatsächlich den Anspruch, mehr zu sein, als eine Dudelstation.

Gut, ich ziehe die langweiligste Infowelle und ein stark klassiklastiges Kulturprogramm ab. Der Rest ist traurig.
 
Der SWR als federführende Anstalt. Ob sich hr und SR damit einen Gefallen tun? 🤷‍♂️
Finanziell auf jeden Fall. Vielleicht werden die Sendungen der neuen Jugendwelle einfach live aus dem SWR3-Studio mitgefahren, wobei per regionaler Auseinanderschaltung parallel zielgruppengerechtere Lieder gesendet werden und die Moderation live per KI in Jugendslang umgewandelt wird.

Inzwischen kommen mir meine sarkastischen Übertreibungen gar nicht mehr so übertrieben vor.
 
Ich würde den Sendern weiter raten, unter ihren bekannten Markennamen aufzutreten, so wie die ARD es abends auch auf den Popwellen realisiert. Neutrale Moderationen, getrennte Jingles, regionalsierter Content (der ja weiter erlaubt ist). Allemal besser als eine neue Marke aufzubauen. Gleiches gilt freilich auch für die Nachrichtenwellen, wo die drei ja auch kooperieren wollen.
 
Im Zuge der Weiterentwicklung seines Audioportfolios hat der MDR-Rundfunkrat zudem ein Genehmigungsverfahren für den geplanten WebchannelARD Schlagerwelt“ eingeleitet.
 
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Ich würde den Sendern weiter raten, unter ihren bekannten Markennamen aufzutreten, so wie die ARD es abends auch auf den Popwellen realisiert. Neutrale Moderationen, getrennte Jingles, regionalsierter Content (der ja weiter erlaubt ist). Allemal besser als eine neue Marke aufzubauen. Gleiches gilt freilich auch für die Nachrichtenwellen, wo die drei ja auch kooperieren wollen.
Würde ich nicht. Nachts ist das bestimmt was anderes, wenn man in Mannheim SWR 3 und hr3 mit gleichem Moderator um die Ohren bekommt. Tagsüber in dem einen Büro in Mannheim YouFM, in dem anderen direkt daneben Das Ding und dann das gleiche.
Und die gestellte Frage, ob sie mit einem Programm verschiedende Namen tragen dürfen scheint mir auch noch nicht geklärt. Es handelt sich ja nicht um ein Mantelprogramm wie radio nrw, in dem Sender ein- und aussteigen, sondern um ein gemeinsames Programm.
 
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