Schweiz: UKW wird doch nicht abgeschaltet

Die UKW-Frequenzen sind weiterhin im Besitz der Schweiz.

Kommendes Jahr werden alle UKW-Frequenzen für die nächsten 10 Jahre, beginnend ab 2027, neu ausgeschrieben.
An dieser Ausschreibung müsste sich auch die SRG beteiligen. Theoretisch können sich alle Interessenten auf alle Frequenzen bewerben.

Vom BAKOM hieß es aber wohl, dass man der SRG evtl. kurzfristig die (vorläufige) Wiederinbetriebnahme der alten Frequenzen genehmigen könnte.
 
Ist wahrscheinlich genau so schwierig, wie ein AKW wieder zu reaktivieren.
Oh je auf welchem gestigen Niveau schreibst du. Das tut so weh sowas zu lesen?

Ein AKW wieder hochzufahren ist ein sehr komplexer Vorgang - machbar aber teuer.

UKW Sender sind viel einfach hochzufahren:

- die Frequenzen gehören noch der Schweiz
- die Masten stehen noch (z.B. Säntis)
- Antennen sind noch da, bzw. müssten wieder montiert werden
- Kabel dürften noch da sein
- Strom wäre noch vorhanden, evtkl. auch die Sender

-> hier geht es in erste Linie um administrative Dinge...

Die wirklich fetten Frequenzen müssten wieder ausgeschrieben werden, nur so eine 101,5 oder 105,6 vom Säntis kostet im Betrieb richtig viel Geld und mir fehlt ein wenig die Fantasie, wer die zahlen will.
CH Media, NRJ ? ja die dürfen sich auch bewerbern aber lohnt sich das dann für die?

Die SRG wird sich sicher bewerben und die großen Frequenzen auch bekommen. Selbst die Privatsender sind dafür, dass die SRG wieder auf UKW geht. Man hat viele Hörer auch an ausländische Sender verloren.

"Mit der Rückkehr würden zwar zunächst einige Hörerinnen und Hörer wieder zu den SRG-Programmen zurückkehren. Viel wichtiger sei aber, dass der Gesamtmarkt Schweiz keine Hörerinnen verliert. «Nach der UKW-Abschaltung der SRG sind rund 100'000 Hörerinnen und Hörer zu ausländischen UKW-Programmen gewechselt und das gilt es zu verhindern», betonte Scheurer."

Mehr ist hier bei personelich.com zu finden.

Es ist auch die Frage ob vor 2027 was passiert und das sind eher administrative als technische Fragen,
Konkret müsste man die Swisscom als Betreiber fragen, aber die hat gegen zusätzliche Einnahmen sicher nichts einzuwenden.
 
Ich kann mir nicht vorstellen dass die Leute nur aus Mitleid mit der quotengebeutelten SRG jetzt wieder brav auf UKW umswitchen. Im Gegenteil, ist ja reine Geldverschwendung nachdem sich die Hörer längst auf die neue Situation eingestellt haben.

Jetzt müsste die Politik mehr Druck auf die Privatsender ausüben um Waffengleichheit herzustellen. Aber einige Parteienvertreter scheinen die Ultrakurzwelle wieder als Lautsprecher für ihre Botschaften zu verstehen, und die Privatradios gelten nicht als sehr politikaffin.
 
Zuletzt bearbeitet:
Deines lässt offensichtlich auch zu wünschen übrig.

Also wer eine Inbetriebnahme eines AKW mit einem UKW Sender (bei dem die Infrastruktur oft noch vorhanden ist- oder wurden die Sender Säntis, Rigi, St. Chrischona abgebaut?) vergleicht lebt jenseits jeder Realität. Es gibt viele Vergleiche die passen, aber nicht AKW mit einem UKW Sender.
Vielleicht hat du Kenntnisse wie man ein AKW hochfährt und da tolle technische Konzepte, aber dir fehlt offenbar das know-how über Netze, Betrieb und Aufbau von UKW Sendern.
Das beginnt schon bei den Kosten, ein AKW hochzufahren liegt im Millionen- wenn nicht gar Millardenbereich. Ein UKW Netz was an vielen Stellen nicht zurückgebaut wurde kostet deutlich weniger.

Vielleicht hat die Swisscom das gar nicht abgebaut, weil man ahnte wie es kommt. Denen gehört die Infrastruktur, die Fläche und alles sonstige. So ein Sender steht halt rum, wenn er ausgeschaltet ist kostet er erstmal nix, wenn man den Platz nicht braucht. Ausserdem wurde ja ein Notfallnetz zumindest mit EINEM Sender vorgehalten. Das betraf genau die Hauptstandorte.

So die SRG wird vielleicht kommen und sagen, ok wir wollen nur noch 2 Programme auf UKW übetragen, dort wo es eben viele Hörer gab. Das wäre in der deutschsprachigen Schweiz eher SRF1 und SRF3. Es sind dann 2/3 der alten Kosten und wenn man die vielen Kleinsender spart kann man das vielleicht auf 50% der früheren Kosten drücken. Ja das ist vielleicht uncool und rausgeschmissen, aber die Schweizer haben das eben so entscheiden. Wir sind ja Aussenstehende und beobachten das ganze nur mit einer gewissen Spannung.



Ich kann mir nicht vorstellen dass die Leute nur aus Mitleid mit der quotengebeutelten SRG jetzt wieder brav auf UKW umswitchen. Im Gegenteil, ist ja reine Geldverschwendung nachdem sich die Hörer längst auf die neue Situation eingestellt haben.
Naja die SRG ist vorausgegangen im Glauben an die Abschaltung und hat den Privatsendern ein Jahr geschenkt. Nun hat sich der Wind gedreht und da verstehe ich, dass die SRG eben wieder auf UKW geht. Die Hörer sind eben NICHT nur zu schweizer Privatsender gewandert sondern auch massiv ins Ausland.

Wenn sogar die Privatradios in der Schweiz eine Rückkehr begrüssen, sagt dies einiges aus:

"Der Entscheid der SRG werde von den Privatradios begrüsst. «Es ist ein Entscheid für das Medium Radio und insbesondere für die Bevölkerung, die immer noch zahlreich über UKW Radio hören möchte», so Scheurer weiter."

Die DAB only Radios sehen dies anders, weil denen nun die Grundlage entzogen wird.

Hier bei persoenlich.com kann man das sehr schön nachlesen.

Wahrscheinlich lässt sich Werbung besser verkaufen, wenn die Hörerzahlen in der Schweiz bleiben statt zu SWRx, Öx oder BayernX abwandern.

Jetzt müsste die Politik mehr Druck auf die Privatsender ausüben um Waffengleichheit herzustellen. Aber einige Parteienvertreter scheinen die Ultrakurzwelle wieder als Lautsprecher für ihre Botschaften zu verstehen, und die Privatradios gelten nicht als sehr politikaffin.
Also die Privatsender haben gerade diese Entscheidung durchgedrückt und der Bundesrat muss nun gegen die eigene Überzeugung das umsetzen. Das wird eine ganze Weile dauern, bis man einen neuen Anlauf zur UKW Abschaltung macht. Die SRG wird aber bestimmt nicht nochmal in Vorleistung gehen. Es gibt ein Stichtag für alle oder gar nicht.

So wenn man mal (habe nur bedingt Unterlagen) die alten Sender nach der Stärke anschaut, dann die TOP12 wäre das eine Liste mit der die SRG loslegen könnte..

Säntis 60kw
St. Chrischona 33kw
Rigi 30kw
Chasseral 20kw
La Dole 19kw
Monte San Salvatore 17kw
Castel San Pietro 10kw
Bourrignon 9kw
Bantiger 5kw
Cudrefin 4kw
Niederhorn 3,9kw
Pianezzo 2,8kw

Man darf auch nicht vergessen, gerade in der franzöischen Schweiz ist der Ärger sehr groß und man hatte da immer schon Bedenken, weil viele Sender aus Frankreich dort auch gehört werden.

Für die kleinen DAB only Sender sind die Kosten kaum finanzierbar, d.h. wenn die Bakom z,B. den Säntis ausschreibt wer soll sich da denn ausser der SRG bewerben (wenn es nur Sender aus der Schweiz sein dürfen)?

Die aktuelle Situation hat nur Verlierer:

Die DAB only Sender müssen noch länger warten und werden teilweise aufgeben, weil die Finanzierung nicht klappt.

Die Privatsender wollen von UKW nicht weg und unterstützen die SRG

Die SRG geht notgedrungen wieder auf UKW und verbrät für ca 10% der Bevölkerung Geld, was woanders fehlt.

Das ganze ist ein wunderbares Lehrstück wie man eine gute Idee in den Sand gesetzt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest mache ich nochmals einen Versuch.

Lieber @Applepie:

Deine Ausführungen sind ja durchaus oft fundiert und bedenkenswert.

Dann lass aber doch einfach mal so unfreundliche Ansagen wie „geistiges Niveau, schwurbeln, Unnsinn verzapfen“ etc.

Die bringen doch nur eine völlig unnötige Schärfe in das Forum und führen zumindest bei mir dazu, dass ich auf deine Beiträge erst gar nicht eingehe.

Ein Forum lebt doch davon, dass man unterschiedliche Ansichten austauscht, auch mal im positiven Sinne „streitet“. Aber ohne persönliche Anwürfe.

In dem Sinne noch eine schöne Adventszeit! 🕯️

🍻
 
Auch im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest mache ich nochmals einen Versuch.

Lieber @Applepie:

Ein Forum lebt doch davon, dass man unterschiedliche Ansichten austauscht, auch mal im positiven Sinne „streitet“. Aber ohne persönliche Anwürfe.


🍻
Du hast recht, aber der Vergleich mit einem AKW ist nun wirklich so weit weg von jeder Realität... UKW hochfahren und stillgelegte Autos wäre passender:-). Ich bin ja nicht gegen andere Meinungen, die darf jeder haben, aber man sollte den Sinn für die Realität nicht vergessen. Der ist bei dem Beispiel ja nun wirklich der Fall.

So hier noch ein netter Podcast, der spannende Einblicke bringt, warum der Ständerat so knapp sich entschieden hat.

- Verluste SRG viel höher als gedacht -> Angst bei den Privatsendern
- SRG muss Gesicht wahren und man muss wohl wieder zurück.
- Bundesrat macht nun einen Umsetzungsvorschlag
- Abschaltung UKW wird in der Schweiz überhaupt in Frage gestellt
- DAB wird in der Schweiz anders gesehen als z,B. in Bayern

Podcast UKW Abstimmung persoenlich.com

Ich bin kein Schweizer, habe also auch kein Recht die Politik intensiv zu kritisieren, es ist eben eine Frage der Schweizer. Umso spannender finde ich solche Podcasts bei denen das Thema doch sehr intentiv beleuchtet wird. Man blickt auch nach Deutschland und vergleicht DAB in Bayern/Schleswig-Holstein mit der eigenen Situation.

Gerade diese Seite ist ein guter Informationspunkt, wenn man mehr über die Medienszene in der Schweiz wissen möchte.


Hier noch Schnipsel auf der französischen Schweiz, ein Bericht von RTS über den Stand. Teilweise wurde wohl schon abgebaut aber in 3-6 Monaten könnte man schon wieder senden, wenn die entsprechenden Genehmigungen vorhanden wären. Vielleicht finde ich auch noch was bei der SRG.


SRG Beitrag zur Rückkehr zu UKW (mit Stellungnahme Bakom)

SRG Rückkehr UKW (mit Interview SRG Generalsekretärin)

Volles UKW kostet 15 Mio pro Jahr.. auf 10 Jahre wären das dann 150 Mio:-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Klar, wir Deutschen haben nicht das Recht, uns in schweizerische Angelegenheiten einzumischen.

Mir tut die SRG leid, die sich auf Absprachen mit den Privatradios und der Politik verlassen hat und nun von beiden im Regen stehen gelassen wird. So etwas gehört sich nicht.

Ich bin überhaupt kein Gegner von UKW. Aber irgendwie finde ich es dennoch falsch, wenn die SRG jetzt wieder auf UKW zurückkehrt. 🤷‍♂️
 
finde ich es dennoch falsch, wenn die SRG jetzt wieder auf UKW zurückkehrt.

Ich halte es für richtig und wichtig, eben aus den angesprochenen Gründen:

Es ist ein Entscheid für das Medium Radio und insbesondere für die Bevölkerung, die immer noch zahlreich über UKW Radio hören möchte

Das Medium Radio lebt von seiner niederschwelligen Verfügbarkeit. Gerade wenn diese durch eine UKW-Abschaltung nicht mehr gegeben ist, leidet das Medium als ganzes, da man sich erstmal neue Geräte anschaffen müsste, evtl. mit Schluckauf und Empfangsproblemen zu kämpfen hat, etc.. Auch ich höre seit dem Formatwechsel von SWR4 deutlich weniger Radio, weil mich auf UKW nichts mehr anspricht (hr4 geht indoor auch nur sehr schwer) und ich mir keine neuen Geräte anschaffen möchte. Lediglich für's Auto habe ich mir einen DAB-Adapter besorgt, wobei die breite Masse wohl auch hierzu nicht bereit wäre.

Darüber hinaus glaube ich nicht daran, dass DAB dazu in der Lage ist, UKW zu ersetzten. DAB taugt als Ergänzung zu UKW für Programme mit sehr großem Sendegebiet wie den Dlf oder das Schlagerparadies, nicht aber als UKW-Ersatz. Bevor sich die föderalen/lokalen Programme von UKW trennen, sollten sie sich meiner Meinung nach eher von DAB trennen. Stirbt UKW, stirbt das Radio als ganzes.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir tut die SRG leid, die sich auf Absprachen mit den Privatradios und der Politik verlassen hat und nun von beiden im Regen stehen gelassen wird. So etwas gehört sich nicht.
Hat weniger mir Anstand als mit Angst zu tun. Die SRF hat massiv Hörer verloren, besonders in der französichen Schweiz. Das konnte man so nicht absehen.
-> das Interview mit der SRF Generalsekretärin ist sehr aufschlussreich.

Ich bin überhaupt kein Gegner von UKW. Aber irgendwie finde ich es dennoch falsch, wenn die SRG jetzt wieder auf UKW zurückkehrt.
Die SRG muss jetzt irgendwie das Gesicht wahren und auch die Poltik erwartet die Rückkehr der SRG und vom Bakom entsprechende Hilfe.

Darüber hinaus glaube ich nicht daran, dass DAB dazu in der Lage ist, UKW zu ersetzten. DAB taugt als Ergänzung zu UKW für Programme mit sehr großem Sendegebiet wie den Dlf oder das Schlagerparadies, nicht aber als UKW-Ersatz. Bevor sich die föderalen/lokalen Programme von UKW trennen, sollten sie sich meiner Meinung nach eher von DAB trennen. Stirbt UKW, stirbt das Radio als ganzes.
Genau dies ist auch der Tenor in vielen Berichten in der Schweiz. Das mag woanders klappen aber der Abschalttermin für die Schweiz ist um 5 bis 10 Jahre verschoben...

Ich gehe jede Wette ein, wir werden SRF1 und SRF3 sehr bald wieder auf 101,5 und 105,6 hören. Die Generalsekretärin meinte sogar - wenn dann alles also auch SRF2. Die Frage ist eben ob man das komplette Netz hochfährt (15 Mio), oder erstmal die Großsender nimmt und schaut was passiert.
 
Na ja, über deine "Realität" könnte man sich streiten. Aber lassen wir das mal...
Gerne kannst du deine Weisheiten hier im Forum weiterhin kund tun. 😴
Ich habe nach Fakten gesucht und die SRG spricht von ca. 15 Mio was der Betrieb kostet, für das Hochfahren wäre eine bedeutend kleinere Summe anzusezzen. jetzt darfst du gerne mal schauen, wieviel es kostet ein AKW wieder hochzufahren. Die Summe wird bestimmt nicht bei 10-15 Mio. liegen.
 
Die SRG hat die Schweiz mit DAB ab 1999 weitgehend versorgt gehabt; dann wurde natürlich weiter und weiter ausgebaut, 2008 kam auch der Wechsel zu DAB+, der zog sich hin bis 2016. 2014 hat die SRG mit allen anderen Akteuren beschlossen, per Ende 2024 aus UKW auszusteigen. Das Ausstiegsdatum wurde ein paar mal hin- und hergeschoben, Ende 2024 die SRG und Ende 2026 die Privatsender, das war die feste Abmachung. So verstehe ich gar nicht, dass man UKW doch noch weiterführen will nach Ende 2026...
Von der Unikom noch das:
Die SRG hat gruppenweit ~14 % verloren – nicht 49 %. Und das ist vor allem Hörerwanderung, nicht Verlust. Digitale Programme der SRG haben sogar zugenommen.
Interessant: Der Rückgang bei den SRG-Hörerzahlen begann bereits VOR der UKW-Abschaltung.
Das Beispiel „49 % Verlust“ betrifft ausschliesslich Couleur 3 – einen Sender, der bereits vor der Abschaltung stark verloren hat, weil 2023 das Programmkonzept geändert wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für diese aufschlussreichen Ausführungen, die die angebliche Abschaltproblematik nochmals gut einordnen. :thumbsup:

Ich mag UKW wirklich, aber eine Rückkehr der SRG halte ich für falsch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde das, was in der Schweiz schon bemerkenswert wenn eine kleine Gruppe um Roger Schawinski eine bereits getroffene Entscheidung gekippt hat.
Es gab eine Vereinbarung SRF / Privatsender an die die Privatsender sich nicht gehalten haben...
Die SRG ist in Vorleistung gegangen und die Privatsender und die Politik haben mit falschen Karten gespielt.
Als Nicht-Schweizer will ich mich aus der politischen Diskussion heraushalten und finde das Spiel der Privatsender unfair. ich verstehe aber sehr gut, wenn die SRG nun auf UKW zurückkehrt,


und Ende 2026 die Privatsender, das war die feste Abmachung. So verstehe ich gar nicht, dass man UKW doch noch weiterführen will nach Ende 2026...
Als Schweizer solltest du doch näher dran sein und die ganze PR von Schawinski mitbekommen haben. Er und andere hatten Angst vor mehr Wettbewerb und Verlust von Hörern. Das war eine knallhart kalkulierte Kampagne gegen die UKW Abschaltung.
Allerdings muss die SRG jede SRF1 Version ausstrahlen, was die Datenrate unerträglich runterdrückt. 64 kbps sind deutlich schlechter als UKW.
Von der Unikom noch das:
Die SRG hat gruppenweit ~14 % verloren – nicht 49 %. Und das ist vor allem Hörerwanderung, nicht Verlust.
Also die 49% habe ich auch nirgendwo gelesen. In dem Kontext ist interessant was diese 14% bedeuten..
Das sind um Doppelhörer bereinigt ca 317.000 (2024 zu 2025).


Digitale Programme der SRG haben sogar zugenommen.

Ja die Digitalangebote haben zugenommen, aber der Zuwachs gleicht nicht mal im im erntferntesten die Verluste aus. Das ist KEINE Hörerwanderung. Konkret sind es überschlagen ca 50.000 Hörer. Das ist KEINE Hörerwanderung und es ist NICHT gesagt, daß diese 50.000 Hörer ex- UKW Hörer sind.
Das ist einfach Unsinn zu glauben die ex SRF1/SRF2/SRF3 UKW Hörer wechselen alle zu den digitalen Angeboten. Das waren 15% der ex UKW Hörer, wenn die 1:1 zu den digitalen Angeboten gewechselt sind.

Die Zahlen sind ja das eine, aber wenn die Privatsender die ja im Wettbewerb (!) zur SRG stehen die Rückkehr begrüssen ist alles gesagt. Das sagt doch schon sehr viel über die ganze Diskussion UKW Abschaltung aus.



Interessant: Der Rückgang bei den SRG-Hörerzahlen begann bereits VOR der UKW-Abschaltung.
Das Beispiel „49 % Verlust“ betrifft ausschliesslich Couleur 3 – einen Sender, der bereits vor der Abschaltung stark verloren hat, weil 2023 das Programmkonzept geändert wurde.
Auch diese Behauptung stimmt NICHT.. also rechnen wir mal nach... Colour3 hat 2023 bis Ende 2024 20% Hörer verloren und durch die Abschaltung ca 39%. WO hast du bitte die 49% her?

Ich nehme an wir reden über die Daten von Mediapulse

Du soltest doch wissen, wie stark der Wettbewerb aus Frankreich in die französische Schweiz ist.

Der Anteil Hörer ausländischer Sender ist
Schweiz deutsch: 7,3%
Schweiz französisch: 14,45%
Schweiz: italienisch: 16,7%

D.h in der französischen und italienischen Schweiz war der Einfluss ausländischer Sender deutlich größer als in der deutschen Schweiz:

Gewinn 2024 <-> 2025
Nostalgie Léman +12,5%
NRJ Léman + 19,1%
La Radio Plus +21,1%

Die Abschaltung hat gerade hier den französischen Sendern massive Gewinne gebracht.

Daher verstehe ich auch den Wunsch der SRG wieder auf UKW zurückzugehen auch wenn ich das für einen Fehler halte. Aber wenn die Privatsender nicht mitziehen macht ein einseitger Rückzug von UKW wenig Sinn.



Danke für diese aufschlussreichen Ausführungen, die die angebliche Abschaltproblematik nochmals gut einordnen.

:thumbsup:
Nö die Darstellung deckt sich nicht mit der Statistik... das ist auch ein verfälschtes Bild - leider wie so vieles In der Diskussion.


Ich mag UKW wirklich, aber eine Rückkehr der SRG halte ich für falsch.

Der SRG bleibt gar nix anderes übrig wenn man die Zahlen sieht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Quäntchen augenzwinkernder Humor täte dieser Diskussion ganz gut, meine ich. Der Comic-Strip wurde 2014 das erste Mal veröffentlicht, wo es um die flächendeckende Einführung von DAB+ in den Niederlanden ging, nebenbei behandelte man auch das Digitalfernsehen. Ganz drastisch: Die Digitalpolizei fordert, dass ins alte Fernsehgerät das Beil reingehauen wird. Aber der Widerstand formiert sich in Form einer Interessengemeinschaft, die unter anderem auch die Wiedereinführung von papierenen Bahnfahrkarten forderte. Viel Spaß! P.S.: Habe Redaktion um Copyright-Dinge angefragt, bis heute keine Reaktion. Daraus schließe ich, dass einer Veröffentlichung nichts im Wege steht.
 

Anhänge

Hier noch 2 gute Artikel AUS der Schweiz (ich denke uns nicht-Schweizern tät manchmal etwas Zurückhaltung gut).

Infosperber über Hörerverluste SRF
Persoenlich.com über SRF Verluste

So ganz nebenbei: die Schweiz ist ein demokratischer Staat und wenn es eben eine Mehrheit für eine möglicherweise unsinnige Entscheidung gibt, dann sollten wir das auch mal akzeptieren OHNE so dämliche Vergleiche wie Atomkraftwerk aufbauen oder DM einführen.

Man kann das nicht sonderlich intelligent finden, aber es gibt eben eine politische Entscheidung und das ist eine Entscheidung der Schweiz und deren Bürger. Wer das nicht gut findet muss eben dann politisch tätig werden.

Diese Bevormundungen anderer ist einfach nicht mehr zu ertragen.

So nebenbei...

Es gab einen Fahrplan, den alle unterstützt haben

SRF hat 2024 UKW abgeschaltet und die Konzession zurückgegeben

Die Privatsender wollten vielleicht wirklich abschalten, haben angesichts der Verluste der SRF kalte Füsse bekommen und sind politisch tätig geworden. Ja die haben die Vereinbarung nicht eingehalten - nicht fair... aber wo geht es wenn es um das liebe Geld geht fair zu.

Nachdem die Privatsender die UKW Abschaltung gekippt haben, kann man der SRF NICHT übel nehmen UKW wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Das gilt insbesondere für fast alle hier, die nicht in der Schweiz Gebühren und Steuern zahlen.

Wir können uns das eben staunend anschauen und vielleicht daraus für Deutschland lernen was man besser machen könnte.
 
@Applepie:
Ich denke mal, dass niemand hier der Schweiz bzw. der SRG irgendwelche Vorgaben machen will (und ja auch gar nicht machen kann ;) ).

Aber wir Radioenthusiasten dürfen doch hier unsere Meinungen/Gedanken zu dem Thema austauschen.

Nochmals meine Sicht dazu:
Die SRG sollte zu ihrer eigenen Argumentation zur Abschaltung von UKW stehen und jetzt nicht gegenteilig argumentieren.
Und ich zumindest glaube nicht, dass man verlorene Hörer mit UKW wieder zurückgewinnt (außer ggf. die mit noch nicht auf DAB+ aufgerüsteten Autoradios).
Schon gar nicht, wenn es, wie im Parallelforum gesagt wird, evtl. doch bis 2027 dauern sollte, bis man wieder auf UKW zurückkehren kann.
 
@Applepie:
Ich denke mal, dass niemand hier der Schweiz bzw. der SRG irgendwelche Vorgaben machen will (und ja auch gar nicht machen kann ;) ).

Aber wir Radioenthusiasten dürfen doch hier unsere Meinungen/Gedanken zu dem Thema austauschen.

dann sollte man aber irgendwo den Bezug zur Realität und den Gegebenheiten nicht vergessen. Ja eine Diskussion ist ja richtig, aber man sollte sich bei allen Wünsch-dir-was Beiträgen auch ein bisschen in die Protagonisten insbesondere die SRG rein versetzen. Ich finde persönlich die Rolle rückwärts auch schrecklick, aber noch schlimmer finde ich, wer die Prügel dafür abbekommt.
Eine minimale Gruppe um Roger Schawinski hat es geschafft eine bereite beschlossene Entscheidung wieder zu kassieren und damit jede Vertrauensbasis für eine weitere gemeinsame Vorgehensweise Privatsender+SRG nachhaltig beschädigt.

Nochmals meine Sicht dazu:
Die SRG sollte zu ihrer eigenen Argumentation zur Abschaltung von UKW stehen und jetzt nicht gegenteilig argumentieren.
FALSCH
Es war nicht die Argumentation der SRG sondern ein abgestimmter Plan mit den Privatradios und der Politik. Die SRG hat sich daran gehalten und alles aufgegen. Die SRG wurde hinergangen. Die Privatsender - zumindest ein Teil davon hat massiv GEGEN die UKW Abschaltung Lobbyarbeit betrieben und nun eben Erfolg gehabt.
Aus der Regierung kam sehr schnell die Hoffnung bzw. Forderung an die SRG wieder UKW in Betrieb zu nehmen. Es ist also NICHT alleine die Idee der SRG wieder auf UKW senden zu wollen.

Die SRG ist anscheinend nicht begeistert von der Rückkehr zur UKW: Stellungnahme SRG aber im Hintergrund wird es schon das eine oder andere Gespräch mit der SRG Spitze gegeben haben.

Hier noch ein gutes Interview mit Frau Wille (SRG Generalsekretärin)


Und ich zumindest glaube nicht, dass man verlorene Hörer mit UKW wieder zurückgewinnt (außer ggf. die mit noch nicht auf DAB+ aufgerüsteten Autoradios).
FALSCH
Die statistischen Zahlen sind so eindeutig, das braucht man wirklich nicht mehr diskutieren. Wenn das stimmt, würde die SRG mit der UKW Rückkehr kaum Kunden zurück gewinnen. Genau dies wird aber passieren, sicher nicht 100% aber im Bereich 50-70% werden sich wieder verschieben. Insbesondere in der französischen Schweiz ist der Druck sehr hoch.
Auch die Politik fordert aktiv die SRG auf, die UKW Konzession wieder zu beantragen.
Es wird ein bisschen dauern und die SRG wird nicht sofort wieder die alten Hörerzahlen erreichen, aber es werden wieder eine sechs-stellige Zahl zurückkehren.


Schon gar nicht, wenn es, wie im Parallelforum gesagt wird, evtl. doch bis 2027 dauern sollte, bis man wieder auf UKW zurückkehren kann.
FALSCH
Schön wenn lauter Leute die alles besser wissen immer wieder irgendwas raushauen.

Das ist so ähnlich wie immer wieder zu schreiben "die SRG müsste..."

Die SRG wird vertreten durch eine Generalsekretärin und aus der Regierung kam noch am selben Tag als klar war, die UKW Abschaltung ist abgesagt die Forderung (!) nicht nur eine Bitte an die SRG auf UKW zurückzukehren.
Auch die Bakom hat erklärt, man werde zugig handeln. Ja formal geht es erst ab 1.1.2027 aber man könnte frech die grossen Brummer wie Säntis ausschreiben, die SRG befristet bis 31.12.2026 senden lassen. Dagegen könnte auch kein Privatsender klagen, wenn es eine befristete Konzession ist und zum 1.1.2027 regulär ausgeschrieben wird.

Die ein oder andere Funzel könnten im Interesse der Privatsender liegen, aber WER von den klammen Privatsendern in der Schweiz kann sich einen Brummer wie den Säntis leisten?

Da wird die Luft sehr dünn und da bleibt nur die SRG übrig. Das wissen ALLE, auch die die nun klagen wollen.

Ja es ist enorm bitter für viele DAB only Sender oder Streaming Anbieter die auf die UKW Abschaltung gehofft hatten. Der SRG ist aber nicht dran schuld...damit sind viele Initiativen, die auf DAB gesetzt hatten quasi tot bzw. werden langfristig nicht überleben. DAB only funktioniert eben noch nicht.

Wenn nun ein Mitglieder der Regierung Frau Wille anruft und sagt "wir wollen die SRG wieder auf UKW haben", was macht die gute Frau?

Option 1: UKW Abschaltung und war beschlossen -> dann ist irgendwann ihre Karriere vorbei

Option 2: Aussetzen und abwarten -> dito

Option 3: Gute Miene zum bösen Spiel machen und eine Teilrückkehr ankündigen -> Unterstützung der Politik und damit auch ihrer Position

So was würde jeder aber wirklich jeder in der Situation machen? Bestimmt nicht Option 1 und 2 wählen wenn wir ehrlich sind.

Geld ist eben hier auch der bestimmende Faktor und die SRG kann schlecht komplett gegen den politischen Willen agieren.

Für das Geld, was die SRG nun wieder in die Hand nehmen muß, könnte man jeden Schweizer ein DAB Radio für daheim+Auto+Ferienhaus schenken. Das wäre warhscheinlich preiswerter also 150 Mio in den nächsten 10 Jahren für die UKW Verbreitung auszugeben.

Aber es ist eben eine politische Entscheidung in der Schweiz gefallen, die man nicht gut finden muss, aber akzeptieren sollte. Da die Poltik eben auch UKW für die SRG haben will, muss man das Geld eben in die Hand nehmen. Die ca 17 Franken pro Einwohner sind für die Schweiz verkraftbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Applepie:
Ich stimme dir in vielem zu.

Ich sehe es auch so, dass die SRG einen bitteren Preis dafür bezahlt, dass sie sich auf Absprachen mit einer (aus meiner Sicht ohnehin großteils unseriösen) Privatradiobranche und mit der vor dieser Branche nun eingeknickten Politik eingelassen hat.
Und insofern habe ich sehr wohl auch ein gewisses Verständnis für das Handeln der SRG-Verantwortlichen.

Aber die SRG hat eben schon auch sehr klar mit (angeblichen) Fakten (z.B. dass nur noch 7% der Hörer ausschließlich UKW nutzen) den Ausstieg begründet. Und deshalb meine ich, dass sie zu diesen Aussagen weiterhin stehen sollte.

Es wurde ja schon von verschiedenen Seiten ausgeführt, dass die Hörerverluste mehrere Ursachen haben, bspw. Hörer, die durch den Umstieg auf DAB neue Programme entdeckt haben. Auch sei der Rückgang auch schon vor der Abschaltung erkennbar gewesen. Und deshalb glaube ich persönlich nicht an große Rückkehrbewegungen. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren ;) .
Sicherlich sind auch die immer noch zahlreichen Autos ohne DAB einer der Gründe. Das wusste man aber eben doch vorher schon.
Aber okay, deshalb, und nur deshalb, wäre für mich dann tatsächlich eine sehr eingeschränkte Rückkehr auf UKW (nur ein paar wenige Grundnetzsender und evtl. nur SRF 1 und 3) nachvollziehbar.

Spannend wird es, wenn die ja jetzt auch im Raum stehenden Klagen gegen die UKW-Verlängerung von Erfolg gekrönt sein sollten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben