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Seltsamer Klang von Nik-Kershaw-Titeln


drod

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Warum machen alle ARD-Oldiewellen aus Nik Kershaw eine Mickymaus?

Klingt wie von 44.1 kHz auf 48 kHz abgespielt ohne die Samplerate zu konvertieren.

Das habe ich vor nem Jahr bei MDR SACHSEN-ANHALT mit "Wouldn't It Be Good" gehört und jetzt am 19.07. auf hr1 (siehe Datei)

Und ich als Laie der kaum Oldies hört habe das sofort rausgehört. Klingt halt auch doof wenn diese Stimme dadurch On Air verschandelt wird.
 

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Radiofreak01

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Warum machen alle ARD-Oldiewellen aus Nik Kershaw eine Mickymaus?
Also entweder ich habe was an den Ohren. Oder die Abspielqualität meines Läppis ist nicht so toll. (Kann schon sein.)

Ich finde es nicht mickymausartig.

Bitte erklären!

Hier wäre noch das YT-Video (ok schon einen unterscheid):


Falls es ein Urheberrechtsproblem gäbe mit dem YT-Video bitte kurz Bescheid geben.
 
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Radiokult

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Es gibt ja seit geraumer Zeit die Unart alle möglichen Titel zu "remastern" und neu zu veröffentlichen. Und bei hr1 läuft da mutmaßlich so eine geremasterte Fassung. Das inzwischen fast überall ziemlich gruselig daher kommende Soundprocessing tut dann sein übriges dazu. Es gibt da eine ganze Reihe von Titeln, wo man beim Hören mittlerweile den Eindruck hat, dass man das eigentlich anders in Erinnerung hat. Dem Großteil fällt es aber, mitunter auch aus Ermangelung der Kenntnis des Originals, schlicht nicht auf. Im Musikbereich gab es da vor nicht allzu langer Zeit schon einmal eine Diskussion zu.
 

thorr

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Was da bei hr1 läuft, ist auf jeden Fall gepitcht. Das Original hat ein Tempo von 98 bpm, die Version bei hr1 ca. 103 bpm. Außerdem - wenn ich das auf die Schnelle richtig herausgehört habe - einen Halbton höher.*

Es ist doch eigentlich kein Hexenwerk, beim Erhöhen des Tempos die Originaltonöhe zu erhalten, oder? Klingt für mich eher nach einem unerwünschten Effekt. Oder kommt das häufiger vor bei hr1?

*Edit: 103 bpm / 98 bpm = 1.05, das entspricht etwa der Erhöhung um einen Halbton (Halbton höher = mal 12te Wurzel aus 2 = mal 1.06), oder? Käme also hin.
 
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Habakukk

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Es ist doch eigentlich kein Hexenwerk, beim Erhöhen des Tempos die Originaltonöhe zu erhalten, oder? Klingt für mich eher nach einem unerwünschten Effekt. Oder kommt das häufiger vor bei hr1?
Ein Hexenwerk ist das heute nicht mehr. Wenn man es nicht zu sehr übertreibt, hört man da keine Artefakte.

Man muss aber bedenken, dass eine Tempoerhöhung ohne gleichzeitige Erhöhung der Tonhöhe bedeutet, dass einzelne Teile der Wellenform des Titels weggelassen werden müssen. Insbesondere bei sehr harten Transienten (Schlagzeug) kann das zu hörbaren Effekten führen. Oder umgekehrt auch neue harte Transienten erzeugen (es knackt dann an Stellen wo es nicht knacken soll). Deshalb muss eine Software, die sowas macht, relativ gut sein.

Dagegen ist das gleichzeitige Erhöhen von Tempo und Pitch quasi einfachster Standard, das kann man relativ verlustfrei rechnen, das kann auch jede einfache Audio-Software, denn man muss hier nichts weglassen, sondern schiebt die Wellenform einfach nur zusammen. Entspricht im Prinzip dem, wenn man früher Plattenspieler oder Tapedeck schneller laufen lassen hat.

Ich denke, dass man deshalb häufig zu letzterem greift.
 
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Es ist doch eigentlich kein Hexenwerk, beim Erhöhen des Tempos die Originaltonöhe zu erhalten, oder?
Das würde ich nun gar nicht empfehlen. Dadurch entstehen jede Menge Nebenartefakte, da die Zeit ja immer wieder neu angepasst wird. Beats Radio macht das manchmal bei einigen Tracks und man merkt es sofort, wenn es hier und da so ne Art "Knackser" zu hören gibt.

Warum pitched man eigentlich überhaupt? Die Ersparnis an Zeit beträgt doch nur wenige Sekunden, ist also zu vernachlässigen.
 

Südfunk 3

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Laßt die
aus dem Spiel.

Bei besagter Aufnahme handelt es sich im eine Digitalkopie dieser CD (MCA Records MCD 18236):

R-2540037-1408188862-4824.jpg

Die Abspieldauer des betreffenden Takes ist mit „(4:16)“ auf der Platte angegeben, was nach Abzug des Rasens vorne und hinten auch den Tatsachen entspricht. Eine neuerliche Digitalkopie von ebendem ursprünglich eingespielten Exemplar brachte folgendes, als unverfälschtes wav-File wegen seiner Größe mehr oder weniger stark gekürztes Ergebnis:
Anhang anzeigen Nik.wav

Der Fehler (?) ist also in der Tat Universal Music anzulasten, die beim Mastering dieser Wiederveröffentlichung geschlampt haben – es sei denn, der Künstler wollte es so haben, was nicht gänzlich auszuschließen ist. (Bzw. … siehe unten.)

Der Eindruck, daß scheinbar
alle ARD-Oldiewellen
Nik Kershaw am vermurksen sind, mag daherrühren, daß sie vielleicht alle auf dieselbe Aufnahme zurückgriffen, bzw. mag es weitere Veröffentlichungen mit dieser Laufzeit/diesem Tempo auf dem Markt geben (ich habe dahingehend nicht weiter geforscht.)

In der Tat haben alternative Veröffentlichungen auf CD Laufzeiten um 4'29, welchselbe dann auch in der ursprünglichen Tonhöhe laufen. Womöglich schien die pure Zeitersparnis manch Programmverantwortlichen zu locken, so daß eben diese Aufnahme für den täglichen Gebrauch herangezogen wurde. (Was übrigens auch ein Grund für Universal gewesen sein könnte, so – und dann mit purer Absicht – zu verfahren, also in der Hoffnung auf mehr Airplay eine weniger sperrige Version anzubieten.)
 
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thorr

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(Was übrigens auch ein Grund für Universal gewesen sein könnte, so – und dann mit purer Absicht – zu verfahren, also in der Hoffnung auf mehr Airplay eine weniger sperrige Version anzubieten.)
Für 13 Sekunden Zeitersparnis? Da hätte man doch besser irgendwo ein paar Takte rausschneiden oder, was durch Spotify und Co. bei heutigen Produktionen nahezu Pflicht ist, das Intro einkürzen können.

Der Eindruck, daß scheinbar [alle ARD-Oldiewellen] Nik Kershaw am vermurksen sind, mag daherrühren, daß sie vielleicht alle auf dieselbe Aufnahme zurückgriffen
Aber hört ein Musikredakteur solch ein Artefakt wie eine veränderte Tonhöhe nicht heraus? Nun gut, bei Radio NRW (und den angeschlossenen Lokalradios) lief über Jahre hinweg eine Version von Lenny Kravitz' "Fly Away", die an einer Stelle in der zweiten Strophe einen deutlichen Stolperer hatte, und die ersten vier Sekunden des Intros liefen auf nur einem Kanal. Das ist auch lange nicht aufgefallen.

Man muss aber bedenken, dass eine Tempoerhöhung ohne gleichzeitige Erhöhung der Tonhöhe bedeutet, dass einzelne Teile der Wellenform des Titels weggelassen werden müssen. Insbesondere bei sehr harten Transienten (Schlagzeug) kann das zu hörbaren Effekten führen. Oder umgekehrt auch neue harte Transienten erzeugen (es knackt dann an Stellen wo es nicht knacken soll). Deshalb muss eine Software, die sowas macht, relativ gut sein.
Danke für die Erklärung. Genau, die Software muss relativ gut sein - aber gibt es heutzutage keine Software, die die Artefakte gering halten kann? Die Tempoerhöhung ist in diesem Fall ja recht gering.
 
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Südfunk 3

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Aber hört ein Musikredakteur solch ein Artefakt wie eine veränderte Tonhöhe nicht heraus?
Nein, da die wenigsten ein absolutes Gehör besitzen und sie auch nicht unbedingt dasselbe, ich sage mal, „innige Verhältnis“ zu den Musiktiteln besitzen wie es der engagierte Oldie-Hörer tut. (Ein etwas drastischer Vergleich: Der Schlachter schaut dem Kälbchen auch nicht in die süßen Knopfaugen bevor er …)

Da hätte man doch besser […]
Mag sein. Ich bot nur mögliche Erklärungen an. Deren Interpretation sei Euch überlassen. Tatsache ist: Es wurde so verfahren. Wenn nicht aus Schlamperei, dann hat es andere Gründe gegeben.
 
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Cha

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es sei denn, der Künstler wollte es so haben, was nicht gänzlich auszuschließen ist.
Ist nicht auszuschließen. Mit einem gepitchten Re-Release lässt sich offenbar auch gut Kohle machen. Bestes Beispiel ist Demi Lovato: Man vergleiche die Original-Version des Songs "Cool For The Summer" von 2015 mit dem Re-Release von 2022, der als "Sped Up Remix" verkauft wird. Eins zu eins das gleiche Lied, nur viel zu schnell abgespielt. Und irrerweise ist der Plan auch noch aufgegangen. Wikipedia meint dazu: "Cool for the Summer erreichte in Deutschland und Österreich erstmals im Jahr 2022 die Singlecharts. In der Schweiz erreichte die Single seine Höchstplatzierung im Jahr 2022, zum Veröffentlichungszeitpunkt erreichte die Single Rang 54".
 

lg74

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Außerdem - wenn ich das auf die Schnelle richtig herausgehört habe - einen Halbton höher.*
Meine Güte - jemand mit absolutem Gehör. Sollte ich jetzt neidisch werden oder ist so etwas im (Rundfunk)alltag heute eher ein Fluch?


Bei besagter Aufnahme handelt es sich im eine Digitalkopie dieser CD (MCA Records MCD 18236):
Da steht sogar ganz unten ein Kommentar:

Knee_Deep 27. Jan. 2016
The first track isn't an edit, but instead runs fast (a semitone higher).
 

thorr

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Meine Güte - jemand mit absolutem Gehör.
Ne, leider (zum Glück?) nicht - "nur" mit gutem relativem Gehör und gutem akustischem Gedächtnis. ;) Ich behalte Titel oft in der richtigen Tonhöhe in Erinnerung und kann dann sagen, wenn jemand einen Ton oder Akkord spielt: "Das ist die Tonhöhe von Titel xy!"

Mag sein. Ich bot nur mögliche Erklärungen an. Deren Interpretation sei Euch überlassen. Tatsache ist: Es wurde so verfahren. Wenn nicht aus Schlamperei, dann hat es andere Gründe gegeben.
Ja, danke auch für deine interessante Recherche! Ich war derweil nur schon am Interpretieren und warf Argumente in den Raum, die mir in den Sinn kamen - Widerspruch sollte das keineswegs sein.

Ein weiterer Gedanke: Wenn die schnellere Version wirklich ziemlich genau einen Halbton höher ist, dann könnte das für eine gezielte Änderung sprechen.
 

count down

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Ich behalte Titel oft in der richtigen Tonhöhe in Erinnerung und kann dann sagen, wenn jemand einen Ton oder Akkord spielt: "Das ist die Tonhöhe von Titel xy!"
Donnerwetter! Das würde schon als absolutes Gehör bezeichnen wollen. Wenn Du Dir dann noch merken könntest, das "Titel xy" in E-moll läuft, dann isses das.
 
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thorr

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Ich werd' ganz rot... 😉

Das würde schon als absolutes Gehör bezeichnen wollen. Wenn Du Dir dann noch merken könntest, das "Titel xy" in E-moll läuft, dann isses das.
Stimmt, dazu müsste ich mir eigentlich nur für jede der 12 Halbtonstufen der Oktave ein bestimmtes Lied merken - kein Ding der Unmöglichkeit. Dann hätte ich praktisch ein absolutes Gehör - ich bräuchte aber immer etwas Zeit, um mir dann den Ton über diese Eselsbrücke auch abzuleiten.

Für jemanden, der tatsächlich ein absolutes Gehör hat, ist das doch noch etwas anders, oder? Ich stelle mir das so vor, dass diese Person einen Ton hört und sofort sagen kann: "Das ist ein zweigestrichenes b!"
 

Skywise

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Für jemanden, der tatsächlich ein absolutes Gehör hat, ist das doch noch etwas anders, oder? Ich stelle mir das so vor, dass diese Person einen Ton hört und sofort sagen kann: "Das ist ein zweigestrichenes b!"
Jein. Tatsächlich ist es zumindest nach meiner Erfahrung mit Menschen mit absolutem Gehör für sie ironischerweise eher schwierig, den Ton in den Oktaven zu lokalisieren, meint: die hören sehr wohl, daß da jemand einen C-Dur-Akkord spielt, aber sie können oft nicht sagen, ob der Akkord auf einem E, einem G oder einem C aufbaut, weil sie zwar den Ton, aber nicht die jeweilige Oktave heraushören können.
Allerdings - wenn jemand mit absolutem Gehör dasselbe trainiert, dann kommen da Sachen raus, die für Normal-Hörende schlicht Wahnsinn sind.
Rick Beato mit Sohn Dylan.
Ab Minute 02.40 folgt die Demonstration.

Gruß
Skywise
 
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drod

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Aus "Protest" spiele ich die normale Version das nächste Mal in meiner Radiosendung (auf UKW 😏)

Dieser Thread artete zu einer, man kann schon sagen, Rechtfertigung für die angeprangerte Version aus.
Die offizielle Veröffentlichung ist die etwas langsamere, ungepitchte Version.
Die findet man übrigens auch in den Streamingdiensten.


Das was hr1 und MDR Sachsen-Anhalt spielten war eine offensichtlich "zu schnell" abgespielte Version, das passiert, wenn man 44.1 kHz ohne korrekte Samplerate-Konvertierung in 48kHz abspielt.
Warum sollte das Label diesen Song absichtlich verstümmeln?
 

Südfunk 3

Benutzer
Dieser Thread artete zu einer […] Rechtfertigung für die angeprangerte Version
Das war keineswegs in meinem Sinne. Ich versuchte, Erklärungen für derlei VÖ zu finden. Finde die schnelle Version auch scheiße.
Das was hr1 und MDR Sachsen-Anhalt spielten war eine offensichtlich "zu schnell" abgespielte Version, das passiert, wenn man 44.1 kHz ohne korrekte Samplerate-Konvertierung in 48kHz abspielt.
Das ist Unsinn. Vergleiche die Tempi/Laufzeiten.
 
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