Signalkette innerhalb eines Radiosenders


drod

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Hallo liebe Forengemeinde,
seit einigen Wochen arbeite ich nun ehrenamtlich in der Sendetechnik für das Freie Radio Corax in Halle/Saale.
Meine ersten Berührungspunkte mit richtiger Sendehardware und klar ist das alles eher semiprofessionell.

Es gibt drei Studios mit jeweils CD-, USB-Player, Plattenspieler, Tel.-Hybrid, DHD-Mischpult, Win10-PC mit mAirList und Marian Seraph Soundkarten.
Im Raum, den man bei großen Radios wohl Hauptschaltraum nennen dürfte, steht noch ein Playout-PC für Vorproduktionen, Streamübernahmen, oder Wiederholungen aufgezeichneter Livesendungen.
Der Sendedienst muss hier beim Wechsel der Quellen (Ende einer Livesendung) händisch das Studio zum Playout-PC faden - am Yellowtec YT2000 Intellimix (soll wohl gar nicht für Broadcast geeignet sein :wow:) - und in mAirList auf "Play" drücken.
Dieser sehr händische Vorgang ist durchaus gewollt und macht ja den Reiz des NKL-Radio aus.

Die Summe des ganzen geht dann noch durch einen Orban Optimod 2200, Multiplexer und für den Notfall gibt es einen Sonifex Silence Detector der eine Notfallschleife von SD-Karte abspielt. Auf die Reise soll das ganze angeblich in HE-AAC(!) per Standleitung zu Divicon Media gehen die es per UKW ausstrahlen.
Bis 2017 hatte man eine PCM-Leitung zu Media Broadcast, keine Ahnung warum das beim "neuen" Dienstleister durch den Gruselcodec muss und für 1s Latenz sorgt.

Meine Frage wäre, wie machen es die großen Sender, sowohl ÖRR als auch die Privatdudler?
Es wird ja nicht 24/7 aus einem Studio gesendet. Wenn z.B. eine Hörspielnacht läuft lässt man ja nicht einfach das Studio an, oder?
Gibt es da auch Leute die den Job haben das Programm mitzuhören und die Quellen per Hand zu wechseln oder geht das da moderner und einfacher? Vielleicht sogar ganz automatisch?

Ich würde mich sehr interessieren, wie diese von mir genannte interne Signalkette bei anderen Sendern aussieht.
 

muted

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Meine Frage wäre, wie machen es die großen Sender, sowohl ÖRR als auch die Privatdudler?
Es wird ja nicht 24/7 aus einem Studio gesendet. Wenn z.B. eine Hörspielnacht läuft lässt man ja nicht einfach das Studio an, oder?
Gibt es da auch Leute die den Job haben das Programm mitzuhören und die Quellen per Hand zu wechseln oder geht das da moderner und einfacher? Vielleicht sogar ganz automatisch?

Es gibt automatisierbare Kreuzschienen, mit denen man bequem zwischen den Studios/Quellen hin- und herschalten kann. Diese Geräte sind meist eng mit den Mischpulten und der Sendesoftware verzahnt - praktisch jeder Hersteller und jedes Audio-Systemhaus haben so etwas im Lieferprogramm. Ich kenne es aber auch so, dass alle Sender mit mindestens einem Sendestudio diese Studios 24/7 im Betrieb haben (um Moderatorenwechsel zu erleichtern oder um im Falle eines Ausfalls nur noch "rübergehen" zu müssen. Außerdem gibt es ja auch geplante Reinigungs- und Wartungsarbeiten). Da bei allen mir bekannten professionellen Sendern die Beiträge und die Musik eh vom PC kommen, läuft der Sendeplan im zweiten Studio auch permanent auf Standby mit.

Die von Dir angesprochenen Hörspielnächte, Wiederholungen etc. werden doch garantiert automatisiert gefahren. Da ist niemand im Studio, das läuft über den ganz normalen Senderechner. Falls nicht eigene Live-Nachrichten, Wetter etc. eingebunden werden müssen, schaltet der vorhergehende Moderator einfach von Live Assist auf Auto um und alles läuft wie vorher einprogrammiert. Zugekaufte Nachrichten, Werbung etc. inclusive.

Wie es mit Programmübernahmen (z.B. ARD-Nächte) aussieht, weiß ich nicht (und wird vielleicht auch von Anstalt zu Anstalt unterschiedlich sein). Manche haben nachts eigene Nachrichten, andere nicht. Keine Ahnung, ob das Signal dann überhaupt noch durch ein Sendestudio läuft oder die Leitung vom ARD-Stern im Hauptschaltraum dann direkt auf das Soundprocessing geschaltet wird.
 
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lg74

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Ja, Wellenkreuzschienen sind mir auch bekannt. Ebenso Nacht-Automationen, die im Studio auf dem ganz normalen Sendesystem laufen.

Bei Übernahmen anderer Programme (Nacht, ...) liegt das zu übernehmende Programm auf einem Regler im Studio an und wird dann an der gewünschten Stelle "hochgezogen". Danach Anruf im Schaltraum, "kannst uns rausnehmen". Dann wird das Studio rausgenommen, also direkt im Schaltraum das gebende Programm auf die Verbreitungswege des nehmenden Programms geschaltet. Danach kann der Regler im Studio geschlossen werden. Damit hat man für die Zeit der Übernahme zumindest mal weniger Technik im Signalweg und kann ggf. auch intensivere Wartunsgarbeiten etc. im Studio vornehmen - und ist sicherer gegen Fehlbedienungen im Studio durch wen auch immer.
 

drod

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Also ist dieser Aufbau bei den Großen eher unüblich? Hätte nicht gedacht, dass man da voll auf ein Studio vertraut weil ab und zu müssen PCs ja auch mal in den Tiefschlaf schon alleine zum Strom sparen oder Updates fahren
 

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muted

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Ohne, auf das Diagramm im Detail eingehen zu wollen:

- Mir ist in über 20 Jahren bisher kein dezidierter Playout-PC "unter die Räder" gekommen, der einzig dem Abspielen von Wiederholungen, Aufzeichnungen, Streamübernahmen, Fremdprogrammen etc. gedient hätte. Das war spätestens seit Ende der 1990er alles in das übliche Sendesystem integriert (sofern es überhaupt je diese "Sondersituationen" gegeben hat). Programmautomation (=Sendeplan abspielen / Blenden fahren / Nachrichten per FTP oder Leitung / teilweise selbst Voice Tracking) konnten die damaligen Systeme schon. Spätestens mit Windows 2000 und geeigneter Hard- und Software hatten sich auch die ganzen Kinderkrankheiten erledigt.

- Die PCs in den mir bekannten Sendestudios standen gar nicht im Studio sondern waren eher Server-Hardware (teilweise mit Spezial-Soundkarten) und per KVM aus dem Hauptschaltraum angebunden. Im Studio waren nur die Monitore und Tastaturen/Mäuse, auch um die akustische und thermische Last (Klimatisierung) zu minimieren.

- Abhörfunktionen der anderen Studios und Produktionsplätze gab es damals auch schon. Eine hausinterne Kreuzschiene bot die Auswahlmöglichkeiten, ein entsprechender Button am Pult sorgte für die Aktivierung des Signals (wahlweise Boxen oder Kopfhörer)

- Ein Silence Detector zwischen Kreuzschiene und Processing klingt auf den ersten Blick logisch. Aber es fehlt dann dem Silence Detector noch ein Havarie-Signal (was soll stattdessen gespielt werden und ist im Idealfall auch verfügbar). Mir ist es bei den ganzen Kreuzschienen (kamen sie von DHD, Lawo, Klotz...) nicht untergekommen (da sie meistens redundant aufgebaut sind und quasi das "Herzstück" des Senders sind), dass eine davon dauerhaft ausgefallen wäre. Eher haben Silence Detectoren die Kreuzschiene gesteuert, als dass sie hinter der Kreuzschiene eingeschliffen wurden. Hier stellt sich trotzdem die Frage nach einem Not-Signal (Umschaltung auf andere Programme aus dem Haus [sofern nicht über den selben vermeidbaren "Single Point of Failure" wie nicht-redundantes Netzwerk/Datenbank/Stromversorgung laufen], Empfang eines Partner-Senders, Umschaltung auf Rahmenprogramm, Abspielen einer endlosen oder extra gestarteten Musikschleife aus dem CD/MD/HDD/SD-Card-Player). Neben der Umschaltung muss natürlich auch die Alarmierung (SNMP, SMS, Mail, Anruf etc.) erfolgen.

- Die ganze Programmierung dahinter ist eine gewisse Wissenschaft für sich. Wer die Pläne der Rundfunksystemhäuser und -Anstalten kennt, weiß, dass da eine Menge Gehirnschmalz reinfließt. Es muss (im Prinzip) jedes erdenkliche Szenario durchgespielt und auch fehlerfrei einprogrammiert nebst getestet werden. Stromkosten sind (gemessen an einem Sendeloch oder der Nicht-Ausstrahlung von Werbung bzw. dem Verlust von Hörern) dagegen Nebensache. Natürlich wird darauf geachtet, aber ein dauerhaft hell erleuchtetes Haus ist "an der Steckdose" meist billiger, als eine Störung nebst Einnahmeausfällen + Technikereinsatz. Frag mal Leute, die Produktionsstraßen in der Industrie aufsetzen. Da sind Stromkosten meist ein untergeordnetes Problem, auch wenn man als Nebenbedingung daran denkt.
 
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codo

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Hallo liebe Forengemeinde,
seit einigen Wochen arbeite ich nun ehrenamtlich in der Sendetechnik für das Freie Radio Corax in Halle/Saale.

Herzlich willkommen im UKW Radio-Broadcast.

Was ist mit Sendedienst gemeint?

muss hier beim Wechsel der Quellen (Ende einer Livesendung) händisch das Studio zum Playout-PC faden
Machen wir auch so. Aber ohne besonderen "Dienst".

Am Ende einer Live Sendung zieht der Moderator, den mAirlist Fader hoch und schaltet das Mischpult auf
off air Betrieb, so das man das Studio z.B. für Vorproduktionen off air verwenden könnte.

Der mAirlist Fader mit der Musikautomation bleibt in der Live sendefreien Zeit on air. Und wird vom letzten Nacht-Moderator mit einer transparenten Kappe gegen versehentliches Fehlbedienen, gegen Funklöcher, abgedeckt. Jeder der hier im Sendestudio produziert weiß das, wie man das Mischpult von Off air auf on air umschaltet und wie man den mAirlistfader runter bzw. wieder hochzieht. Es ist simpel.

- am Yellowtec YT2000 Intellimix (soll wohl gar nicht für Broadcast geeignet sein :wow:) - und in mAirList auf "Play" drücken.
Ist doch super. Die Intellimixer sind kleine professionelle Vorproduktionspulte einer rennomierten Firma und sie erfüllen alle technischen Broadcastparameter an eine perfekte Radioproduktion. Klar etwas zu wenig Quellen und Fader, aber ok.

Auch das manuelle auf "Play" drücken ist völlig ok und sehr ergonomisch. Ich kenne viele weitere kleine Radiosender die ähnlich zwischen Live on air Produktion, zur Musikauspielung (mAirlist) übergangslos wechseln. Das geht problemlos und erfordert keine besonderen Kenntnisse, wenn man es einmal mit einem erfahrenen Sendungsproducer geübt hat. So erhält man eine sehr hohe Flexibilität und Zeitpunkt unkritische Umschaltungen. Das von außen (Techniker) zu steuern oder per "Zeitschaltuhr" irgendwo fest einzuprogrammieren hätte keinerlei Vorteil.

Dieser sehr händische Vorgang ist durchaus gewollt und macht ja den Reiz des NKL-Radio aus.
Das muss doch keine Maschine steuern?
Es sei denn es gibt eine Regie mit Schaltraum in der Tag und Nacht Techniker sitzen, die die Zuspielungen
aus allen Studios, Zuspielern, Übertragungscodes und Telefon Calls, Musikzuspielungen, Sekunden genau routen und auf den Ausspielweg schicken müssen. Da gibt es eine entsprechend große, programmierbare, steuerbare Routing Matrix, die man auf großen Broadcast Messen immer bewundern kann. Technisch machbar ist das mit deutlichem Invest und Stellenbesetzung.
Dieser Aufwand lohnt sich nur für große Funkhäuser, mit mehreren Wellen und viele Studios im ganzen Land.

Die Summe des ganzen geht dann noch durch einen Orban Optimod 2200, Multiplexer und für den Notfall gibt es einen Sonifex Silence Detector der eine Notfallschleife von SD-Karte abspielt.
Perfekt.

Auf die Reise soll das ganze angeblich in HE-AAC(!) per Standleitung zu Divicon Media gehen die es per UKW ausstrahlen.
Bis 2017 hatte man eine PCM-Leitung zu Media Broadcast, keine Ahnung warum das beim "neuen" Dienstleister durch den Gruselcodec muss und für 1s Latenz sorgt.
Dazu muss man ein bisschen Historie kennen.
Die "MediaBroadcast" hat ihr gesamtes UKW-Sendernetz vor einigen Jahren abgestoßen und alle Funktürme und Senderstandorte verkauft.

Diese PCM-Telekomleitung (vermute je nach Alter noch eine klassische analoge vier-Draht-Telefon- Standleitung mit Entzerrer Vorverstärker?) stammt noch aus der Zeit als die "Telekom Media Systems" das UKW Sendernetz in Deutschland betrieben hat und natürlich auch die Leitungen über die Schwesterfirma Telekom vermietet hat. Hat MediaBroadcast dann samt Leitungen irgendwann gekauft. MediaBroadcast wurde durch französische Invenstoren übernommen. Dann wurden Jahre später alle UKW-Sender quasi "über Nacht" verkauft. Dabei haben viele kleine Sender ihren Sender-Mietvertrag und die physikalischen Sender verloren, weil sie meistbietend versteigert werden sollten. Die meisten Radiostationen haben aber den eigenen Sender "gekauft" und lassen sie nun von anderen UKW-Servicedienstleistern weiter betreiben. Diese "neuen" UKW Service-Dienstleister, wie Divicon Media haben andere Hardware, andere Sender und andere Übertragungscodecs.

Für den benutzte Codec am Übergabepunkt im Studio und im Sender, ist ACC (vermute es ist nur ACC ohne HE davor) zwar ein verlustbehaftetes aber mit hohen Bitraten ein gutes modernes Audio Übertragungsprotokoll. Andere benutzten mp3, ISO MPEG, vielleicht sogar noch Musictaxi usw. Es hängt lediglich von der Übertragunsgrate ab. Er wird vermutlich mit mindestens 256 kbit/s betrieben besser noch 320 kbit/s und ist damit unhörbar verlustfrei für die saubere stereo Übertragung von Radio Programmen geeignet. BTW die Latenz von einer Sekunde ist super kurz, höre ich mir hier unser TV-Kabel-Signal im Radioempfangsbereich zurück, seid ihr die Gewinner. Wozu auch? Diese Latenz zur Antenne ist irrelevant. Es sei denn man will im Studio ausgerechnet das Antennen-Radiosingnal über einen UKW Ball-Empfänger zurückhören, beim Moderieren, während man selber spricht. Das macht man nicht mehr. Wozu?

Das Audio-Radiosingnal auf der Antenne endet mit ihrem Audio-Frequenzbereich sowieso bei 16 KHz, das schafft ACC problemlos. BTW in allen großen Funkhäusern stehen solchen Codecs mit unterschiedlichen Übertragunsgprotokollen, um Sternschaltungen (ARD Nachtprogramm etc.) durchführen zu können. PCM benötigt zu viel Bandbreite, vor allem wenn man zig Streams über das Internet aufsetzen muss.

So gesehen verliert dieser "Gruselcodec" damit seinen Grusel und steht auf der professionellen Broadcast Seite. Alles ok, feines Teil. Fragt doch mal Divicon nach den Übertragungsgparemetern des Codecs.

Meine Frage wäre, wie machen es die großen Sender, sowohl ÖRR als auch die Privatdudler?
Es wird ja nicht 24/7 aus einem Studio gesendet. Wenn z.B. eine Hörspielnacht läuft lässt man ja nicht einfach das Studio an, oder?

Doch, unsere Studios sind immer 24/7 an.
Man könnte jederzeit reingehen das Mischpult auf on air schalten und das Mikrofon hochziehen.
Die Radio Broadcast Mischpulte sind dafür übrigens gebaut.
Anekdote, ein digitales D.MAX Mischpult ist mit wenigen kurzen Wartungs-Unterbrechungen 20 Jahre durchgelaufen, bis es vom Nachfolger Pult (im laufenden Betrieb an einem Wochenende) durch ein DHD 52/SX ersetzt wurde. Das jetzt auch ohne einen einzigen Ausfall seit vielen Jahren läuft. Radio Broadcast Mischpulte haben keinen Ausschalter! Wir schalten nur das Licht und die Aircondition im Studio ab und gehen nach Hause.

Gibt es da auch Leute die den Job haben das Programm mitzuhören und die Quellen per Hand zu wechseln oder geht das da moderner und einfacher? Vielleicht sogar ganz automatisch?
Nein, diesen technischen Job könnten wir nicht bezahlen und er ist auch völlig unnötig. Wozu?

Unsere Redaktion und hier insbesondere die Musikredakteure bestücken die mAirlist mit dem was ausgestrahlt wird: Musik, komplette Format-Vorproduktionen, Streamübernahmen von anderen Radiosendern über Internet, die Jingles mit unserer Senderkennung, Veranstaltungstipps, im Live-Programm gelaufene Audiobeiträge in Wiederholung und noch mehr Musik die nach Tag-, Nacht-, Morgens- und Wochend-Rotationen eingestellt wird.
Das wird vom mAirlist voll automatsich ausgespielt.
Die kann das alles, auf Wunsch sekundengenau.

Am Ende einer Sendung drücken wir ähnlich, aber anders wie bei euch, auf "Play".


Ich würde mich sehr interessieren, wie diese von mir genannte interne Signalkette bei anderen Sendern aussieht.

Genau so. Nur haben wir keine Silentdetection. Ist aber in Planung.
Bei weiteren Fragen, frag bitte gerne weiter. Es gibt bestimmt noch drölfzig weitere Themen?

Bisher hörte sich alles Beschriebene von Dir "völlig normal" an.
Das kann aber für einen ÖRR-Techniker aus einem großen Funkhaus ganz anders sein.

Viel Erfolg mit dem Technik Zoo und allen Produktionen!


Gruß Codo
 
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codo

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Also ist dieser Aufbau bei den Großen eher unüblich? Hätte nicht gedacht, dass man da voll auf ein Studio vertraut weil ab und zu müssen PCs ja auch mal in den Tiefschlaf schon alleine zum Strom sparen oder Updates fahren
Ja, die Silentdetection und Notfall SD ist das letzte Glied vor dem Sendereingang (Exiter) am Antennenstandort. (Kann man mit Divicon vereinbaren)
Denn auch die Leitung kann man ausfallen.

Unsere Zuspielautomationen sind 19" Rackserver, robuste Dauerläufer.

Gruß Codo
 
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lg74

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Für den benutzte Codec am Übergabepunkt im Studio und im Sender, ist ACC (vermute es ist nur ACC ohne HE davor) zwar ein verlustbehaftetes aber mit hohen Bitraten ein gutes modernes Audio Übertragungsprotokoll.
AAC ist nun nicht gerade der Zuführungscodec. Zumindest nicht zu UKW. Da bringt AAC eher Risiken mit sich.

Da wäre man mit aptX besser bedient - und so kenne ich das auch von einigen Wellen: 384 kBit/s enhanced aptX. Die ARD leistet sich teils in ihren umfangreichen Zuführungen mit mehreren Hörfunkwellen zu den jeweiligen Senderstandorten sogar PCM. Das ist dann besonders lustig, wenn man als Hörer vor Ort die Wahl hat zwischen dem veralteten, analogen und deshalb so schlechten UKW einerseits und dem modernen, zeitgemäßen, digitalen, kristallklaren DAB+ andererseits - letzteres mit 88 oder 72 kBit/s brutto und somit ca. 74 oder 60 kBit/s netto HE-AAC. Da hört man doch wenigstens sofort auch auf dem billigsten Gerät, welchem Verbreitungsweg der Vorzug zu geben ist...

Anekdote, ein digitales D.MAX Mischpult ist mit wenigen kurzen Wartungs-Unterbrechungen 20 Jahre durchgelaufen
Dann hattet ihr aber regelmäßig Service. Sonst wäre irgendwann nach einem Stromausfall oder einer geplanten Abschaltung das Pult nicht mehr aufgewacht. Beim D.MAX saß die Config soweit ich mich erinnere in einem SRAM (!!!), der in einem Zwischensockel steckte, in dem eine Pufferbatterie drin war. Wenn leer, dann weg.
 

lg74

Benutzer
Nachtrag: hier isser, der TC55257DPL-70L SRAM (256 kBit) mit Zwischensockel.

Barth DMax S-RAM im Zwischensockel.jpg

Gut hochgestapelt:

Barth DMax S-RAM im Zwischensockel - Seitenansicht.jpg

Da war viel Freude programmiert. Oder halt die Notwendigkeit zum Wartungsvertrag zementiert.

@codo: Zumindest ein Kollege von Dir war ja auch dazu in der Lage, solche Pulte wieder zu erwecken. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/3 sogar genau das Pult, aus dem diese Fotos sind. Codename "blau". ;)
 
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